Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Lanze f.
Lanze f.
Lanze f. ‘lange Angriffswaffe der Ritter, (Kampf)spieß’, mhd. lanze (12. Jh.), zusammen mit anderen Ausdrücken des Rittertums entlehnt aus afrz. (frz.) lance, das auf lat. lancea zurückgeht; dieses bezeichnet eine im 1. Jh. v. u. Z. aus den hispanischen Provinzen zu den Römern gekommene, mit einem Riemen versehene kürzere Wurf- und Stoßwaffe und ist möglicherweise kelt. Herkunft. Lanze, im Mhd. besonders für die ritterliche Turnierwaffe gebräuchlich, steht in Konkurrenz mit 2Spieß und Speer (s. d., vgl. mnd. lantspēr, wohl eine lautlich angepaßte Zusammensetzung aus mhd. lanze und mnd. spēr), die bis ins 18. Jh. in der militärischen Terminologie überwiegen. In der Allgemeinsprache bleibt Lanze für unterschiedliche Stoß- oder Stichwaffen durchaus bekannt, wie die um 1500 begegnende Umdeutung von Landsknecht (s. d.) zu Lanzknecht zeigt, wird auch für den Spieß der Jäger und Walfänger verwendet und findet sich seit dem Ende des 18. Jhs. wieder häufiger in historischen Darstellungen der Ritterzeit für den Kampfspieß. Die festen Wendungen für jmdn. eine Lanze einlegen (18. Jh.), für jmdn. eine Lanze brechen (19. Jh.) ‘sich für jmdn. einsetzen’ knüpfen an Vorstellungen des ritterlichen Turniers an.