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krimpen

mhd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

krimpen

Bd. 11, Sp. 2311
krimpen , die nd. form von krimpfen, s. d. (aber älter hd. krimpt gehört zu krimmen). 11) nd., starkformig. 1@aa) intr., einschrumpfen (brem. wb. u. a.), noch jetzt wie mnd.: lêt ik em afbernen (absengen) dat hâr sô sêr dat em de swarde (haut) kramp. Reineke vos 1449, wie mnl. im Reinaert 1507 dat hem die swaerde cramp. von tuche, das beim nasz werden 'einläuft', ein schneider z. b. klagt sich selber in der hölle an, im Redentiner spiele (vgl. 3, a): ik konde wol van vîf elen to allen tîden de halve stelen ... ik sprak, id wêre krumpen sêre. Mone schausp. des mitt. 2, 85. Auch bildlich, z. b. dat geld is krumpen Dähnert 255b, inkrimpen, upkrimpen von menschen, verarmen, s. brem. wb. 2, 875, Richey 139. nl. de dagen krimpen, werden kürzer. 1@bb) intr., sich krumm zusammenziehen, z. b. von einem 'der wegen kälte oder schmerzen im leibe sich krümmet', in- und upkrimpen vom alter krumm werden (br. wb.), auch nl. z. b. hij krimpt van de koude Weiland, van pijne Halma; wenn der hund will scheiszen gehn, so sieht man ihn gekrumpen stehn. Simrock spr. 5071, wol aus einer nd. quelle. diesz kommt der ursprünglichen bed. näher, als das vorige. 1@cc) trans., 'einschrumpfen lassen, wie man z. b. ein tuch im wasser krimpet' Richey, brem. wb., s. 3, a; nl. allgemeiner bei Kil. krimpen contrahere, diminuere, arctare, coarctare, extenuare, leider ohne beispiele. in dem arctare nähert es sich der für krimmen aufgestellten 1. bed., und diese tritt auch auf in bekrimpen, das sich zeigt in en bekrumpen herte Haupt 6, 164 (die sprache ist nicht nl., sondern eine mischung von nrh. und nd.), das ist völlig gleich beklommen, eig. von einem leid oder einem dämon gepackt und gezwängt, s. u. krimmen II, 5, von dem verhältnis von kr- und kl- ebend. II, 3. Überhaupt stellt alles, was von krimpen vorliegt, doch nur trümmer eines eingehenden wortes dar; s. z. b. die spur von krimpan klimmen unter krimmen II, 3, a, und von krimpan kratzen in dem nordhess. krimpen unter krimmen I, 3, h. 22) aber auch md. war es vorhanden, und, was besser dazu gezogen wird, nrh., wol auch mrh. 2@aa) nrh.: as der (pfeffer) ouch rijf is, soe ... snijdt man ien af ind spreit die druven in die heisze sonne, dae van er drugh (trocken, s. drög), swartz ind ghekrumpen wirt. Harff 146, 29 (kurz vorher ebenso bescrumpen z. 22, beschrumpen z. 34, s. unter krimpfen 3, c). im Teuthonista 60a crympen in eyn rigere, rigescere .. contrahere, crympen, cleyn werden of maken, crympende maken rigidare; 87a wird die ebbe damit erklärt: ebben, krympen als die see. in einem zum mrh. neigenden voc. wird marcere mit krimpen erklärt, in einem andern dornen (dürr werden) vel krimppen Dief. 348c (auch scrimpen). 2@bb) md. z. b. im passional: alsus wart sich im crimpen (: schrimpen) ein bein, wand in twanc die giht. 273, 23 H. das reflexivum weist ein trans. krimpen aus; spuren liegen noch heute vor in krumpel, krumpelicht, s. d. 2@cc) ein südd. krimpen (s. 3, b) musz vielmehr nd. einflusz sein; dennoch musz es auch dort ein krimpen gegeben haben, dafür zeugen krampe m., krämpe 4, krämpel m., nur dasz diesz nicht dem anzunehmenden alts. krimpan gleichzusetzen wäre, sondern dort krimban neben sich haben müszte (wie mit l ags. climban klimmen). auch das crimp von den nägeln der Cundrie Parz. 314, 7 var., offenbar krumm wie bei einem thiere, scheint hd., gleich ahd. chramph repandus. 33) nhd. ist es geworden als tuchmacherwort. 3@aa) nd. so schon im Redentiner spiele vorhin (1, a); auch im folg. ist es offenbar gemeint: krimpen edder gekrumpen werden, ab intinctu coire, a remersu contrahi. Hoffmann v. Fall. findlinge 161, anf. 16. jh., vgl. aus Richey unter 1, c. ebenso nl., intrans. und trans., de kleermaker (kleidermacher) heeft het laken gekrompen Weiland. dasz die trans. bed. auf die unveränderte starke form übergieng (es müszte ja eig. krempen, gekremped heiszen), ist aus gekrumpen, is gekrumpen begreiflich, worin der übergang sich leicht vollzog (vgl. unter kennen I, 3, d). nrh. krimpeln Aach. mundart 128. 3@bb) als hd. zuerst bei Ludwig teutsch-engl. wb. Lpz. (1716) 1075, aber nur intr.: krimpen zusammen schrumpeln, wie wollenzeug so nasz wird, trans. bei Adelung als schneiderwort, das tuch krimpen, vor dem verarbeiten in das wasser legen und pressen, als eig. hd. gibt er netzen. dasz es auch die md. grenze überschritten hat, bezeugt Schmeller 2, 386, der es aus dem Nürnb. corresp. v. 1824 nr. 12 beibringt. von preusz. landwehr 1813 wird berichtet: auch ihre bekleidung war äuszerst mangelhaft, litewken (litauische röcke) von ungekrumpenem tuch, das beim ersten regen zusammenschrumpfte. Droysen leben Yorks 2, 226. 3@cc) übrigens findet sich doch auch schwachformig gekrimptes tuch u. dgl., und gekrümptes, krümpen (so holst. bei Schütze 2, 356), wie krümpe für krimpe (s. d. 3) und wie schon Richey 138 zweifelnd fragt: 'wir schreiben dieses wort wie die Holländer, vielleicht aber heiszt es richtiger krümpen, weil es mit krümmen verwandt zu seyn scheinet, die Schweden auch krympa, krumpa und die Engländer to crumple sprechen'; das krimpen heiszt aber engl. eben auch to crimple. schwed. allerdings krympa und krumpa kläde, tuch krimpen, wien. krympe und krumpe, schwachformig, aber das ist erst aus dem nd. entlehnt und an heimische wörter angelehnt, wie schwed.n. krumpen eingeschrumpft, auch gekrümmt, gebückt, schwed. vor kälte verkrummt, altschw. krumpna krumm, gebrechlich werden Rietz 354a, nachklänge eines starken krimpa. übrigens gibt für tuch krimpen Campe auch krumpen, es ist nd., s. Danneil 118b, Schambach 114b, hier als part. praet. dazu ekrumpen, sodasz da beim schwanken und eingehen des starken wortes das mehrgebrauchte part. siegte und ein neues praes. erzeugte (wie bei einschrumpfen). 44) im seewesen, also auch nd., der wind krimpt (ein), wird schwächer, schrumpft ein gleichsam; nl. de wind krimpt, le vent change, se retire ou tourne Halma 348a, also auch allgemeiner, von einer änderung überhaupt; vgl. krimper m. wind der gegen den lauf der sonne sich umwendet, z. b. aus west zu süd, aus süd zu ost übergeht und unbeständig wetter bringt Brem. wb. 2, 875. Auch vom schiffer, gegen den wind einkrimpen, beim winde segeln, nl. krimpen, serrer le vent Halma. 55) von einem kartenspiele, im 17. jahrh.: die dritten thäten labeten spielen, die vierdten krimpen. Abele unordn. 4, 268; krimpen macht nicht krump, doch den (gedruckt dem, vom folg. b-) beutel stumpf. 2, vorr. 9a. auch krimben Philander lugd. 5, 256. auch Stieler 1045 erwähnt es, krimpen oder krimp spielen, auch krimpf spielen, ludere tribus chartulis, duabus tectis et una inversa, nummulis lacessendo (vgl. kümmelblättchen). eine abart hiesz krimpfe neun, in einem schauspiel vom verl. sohn von Nic. Loccius, Lüneb. 1619: so last uns spielen krimpfe neun. 'das kan ich nicht'. du lernst es bald ... aus der neun macht man was man wil, sonst ist es ganz wie krimpfenspiel. hastu zwo gleichn, ein neun dabei, gilts eben so viel als hetstu drei. hastu ein neun, und sonst zwo karten, die sich nach éiner farbe arten, so ists ein rausch. zeitschr. d. hist. vereins f. Nieders. 1852 402. das spiel mag nd. ursprungs sein, in krimpf verhochdeutscht. übrigens auch engl. crimp a game at cards Halliwell 280a.
7307 Zeichen · 221 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    krimpenst. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    krimpen , st. V. Vw.: s. krimpfen

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    krimpenN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    krimpen , N. nhd. Einschrumpfen, Abnehmen, Krampf, Grimmen E.: s. krimpen (1) R.: krimpen an den būke: nhd. Bauchgrimmen…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Krimpen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Krimpen , verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort seyn erfordert, und eigentlich Niedersächsis…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Krimpen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Krimpen , das Drehen des Windes in der Richtung, die dem täglichen scheinbaren Lauf der Sonne entgegengesetzt ist, also …

  5. modern
    Dialekt
    krimpenPart.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    krimpen Part. Prät. krumpen neben krimpt 1. einschrumpfen: 'deme de senen krumpen sint' Rost. Arzn. 53 a ; besonders Wol…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krimpen

11 Bildungen · 0 Erstglied · 8 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von krimpen 2 Komponenten

krim+pen

krimpen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

krimpen als Zweitglied (8 von 8)

afkrimpen

MeckWBN

Wossidia afkrimpen etwas vom Stoff des Kunden für sich abschneiden, spottend vom Schneider: dee hett sick dat ... an sinen eigen Boort afkri…

bekrimpen

MNWB

bek·rimpen

bekrimpen , stv. , (Tuch einlaufen lassen =) dekatieren, s. krimpen. Part. prät. bekrumpen , zusammengezogen. Auch übertragen: ên b. herte e…

en(t)krimpen

MNWB

ent·krimpen

en(t)krimpen , stv. , einschrumpfen, schwinden , abnehmen, mangeln, mî en(t)krimpet, Mangel haben (hê en[t]krimpet ā̆n).

inkrimpen

MNWB

ink·rimpen

° inkrimpen , swv. , einschrumpfen, sich vermindern (Köker V. 1870).

upkrimpen

MNWB

upkrimpen , -krempen , stv. ( Präs. : Ind. 3. Sg. krempet up ; Konj. 3. Sg. -krimpe ): sich nach oben krümmen, „ strik de hut wedder nedder,…

vorkrimpen

MNWB

vor·krimpen

°vorkrimpen (westfäl.) , stv. (3. Plur. prät. vorkrumpen; Part. prät. vorkrumpen ), 1. in- trans. sich krampfhaft zusammenziehen, dat herte,…

vörkrimpen

KöblerMnd

vörkrimpen , st. V. nhd. krampfhaft zusammenziehen, zusammenschrumpfen, einschrumpfen, schrumpelig werden, eintrocknen, schrumpfen, schwinde…

Ableitungen von krimpen (3 von 3)

bekrimpen

MNWB

bekrimpen , stv. , (Tuch einlaufen lassen =) dekatieren, s. krimpen. Part. prät. bekrumpen , zusammengezogen. Auch übertragen: ên b. herte e…

en(t)krimpen

MNWB

en(t)krimpen , stv. , einschrumpfen, schwinden , abnehmen, mangeln, mî en(t)krimpet, Mangel haben (hê en[t]krimpet ā̆n).

verkrimpen

MeckWB

verkrimpen a. Spr. schrumpfen: 'syne Gder vOerschwinden ..., vOerkrimpen und gahn den Krevetganck' Gry. Lb. 2, R 2 b .

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APA
Cotta, M. (2026). „krimpen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/krimpen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „krimpen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/krimpen/dwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „krimpen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/krimpen/dwb.
BibTeX
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