Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
kobern swV.
1.1 ‘sich als Gruppe (um jmdn.) versammeln’
1.2 ‘sich sammeln, erholen, (neue) Kraft erlangen’
2 jägersprachl. von Hunden ‘(laut bellend) einer Spur, Fährte folgen’ , häufig subst. (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 121f., mit weiteren Belegen)
3 Einzelnes
3.1 subst. in der Wendung âne ‘ohne die Möglichkeit des Wiedererlangens, unwiederbringlich’
3.2 nach Lexer tr. ‘etw. erreichen, erlangen’ , vermutlich jedoch ein (verderbtes?) Toponym (vgl. H. Thomas, Rot und Gold - Krieg und Frieden, in: FS Ernst Schubert, Hannover 2006 , S. 31, Anm. 59)
3.3 ‘unredlich, raffgierig (auf Gewinn) spielen’ (vgl. DRW 7,1160 sowie FWB 8,1239 mit weiteren Belegen)
1 ‘sich sammeln’ (intr. und refl.) 1.1 ‘sich als Gruppe (um jmdn.) versammeln’ do got Jhesus tot was, / [...] / do koberten di apostelen gemeine / bi Marien gotes muter eine Brun 11130. – meist von Kämpfern oder Heeren: der heiden her daz hatte sich / gekobert und was volkes rîch LivlChr 8416; der Riuzen künic [metonymisch für sein Heer] sich kovert Loheng 2716; die Kriechen sach man sich kobern, / [...] / zesamne sie sich hielten UvEtzAlex 14050; NvJer 13838. 12775 1.2 ‘sich sammeln, erholen, (neue) Kraft erlangen’ Tristan begonde bezzern sich / und kobern an dem lîbe HvFreibTr 5057; doch koberte sich Polidamas / vnde sluc im [Pyrrhus] vaste engeine Herb 14712; Brun 11829; JTit 4244,1. 5064,3. – von Personengruppen (offen zu 1.1): sie begunden vaste kobern / und an den vînden obern [die Oberhand gewinnen] UvEtzAlex 21935; ErnstD 807; Willehalm der unervorht / so verre nâch jagete, / daz der küene und der verzagete, / die nidern und die oberen / sich sêre begunden koberen Wh 294,6. 435,21. 425,5; diu heidenschaft sô balde sich niht enkoberet Loheng 6097. 2801. – hier ‘(zahlenmäßig) erstarken’ die [Besatzer Jerusalems] sazten dar sundic volc hin / und vil ubeltetic darin / unde koberten [ convaluerunt I Mcc 1,36] da sere Macc 1555. – subst.: diu Josweizes heres kraft / [...] / und Halzebiers kobern / mohte dô niht gobern [d.i. ge-oberen ] / die getouften an der zît Wh 33,29. 212,21 2 jägersprachl. von Hunden ‘(laut bellend) einer Spur, Fährte folgen’, häufig subst. (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 121f., mit weiteren Belegen): der hunt [...] kobert ûf der verte Hadam 118,6. 131,1; nieman weiz, waz ein unverzagtes kobern / mac ungehoerter dinge / nâch guotem wilde ûf walden überobern ebd. 114,5. 506,6 u.ö. 3 Einzelnes 3.1 subst. in der Wendung âne ~ ‘ohne die Möglichkeit des Wiedererlangens, unwiederbringlich’ [Lancelot klagt um seine Dame,] die er úmmer verlorn wond haben one kobern Lanc 596,21 3.2 nach Lexer tr. ‘etw. erreichen, erlangen’, vermutlich jedoch ein (verderbtes?) Toponym (vgl. H. Thomas, Rot und Gold - Krieg und Frieden, in: FS Ernst Schubert, Hannover 2006, S. 31, Anm. 59): der keiser sînen marschalc hiez / herbergen ze kobern [Hs. kovben ] , dâ sich nider liez / daz volc und wolt des keisers selben warten Loheng 3979 3.3 ‘unredlich, raffgierig (auf Gewinn) spielen’ (vgl. DRW 7,1160 sowie FWB 8,1239 mit weiteren Belegen): chobert ein man [...], den sol man antwurten hintz dem nachrichter, und schol in der ain gefuege puezz haizzen anlegen StRWien 68
MWB 3,1 410,54; Bearbeiterin: Wemhöner