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Kipe

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Kipe

Bd. 4, Sp. 497
Kipe das Wort ist n. der in Wk. III 22 gezeichneten L. im Rip, Nfrk allg. [südl. dieser L. Prüm-Mürlenb 1860 (kip), Wittl-Salmrohr, Bernk-Stdt Burgen Dhron, Zell-Trarb, Goar-Morshsn Langschd, Kreuzn-SchlossBöckelh, Saarbr-Eiw], u. zwar kīp [kīpə Berg ö. Ürd.-L.; -i- Sol (zum Rheine zu kīp; Leichl Wald -i-; Burschd Gräfr Hilden Leichl Stockdum kīpə; Mettm-Wülfr kip; Lennep-Bever Holte Hückeswg Stdt, Wippf-Egen Hahnenbg Vordermühle Stdt kipə); kībə Siegld (Helberhsn -i-); kīpə OAltk (Dünebusch -ȳə-); kībə Goar-Langschd Morshsn; kip Altk-Sörth, Prüm-Mürlenb, Aden-Hohenleimb, NGeld, NMörs, Klev (seltener -ī-), n. Ruhr; køp May-Allenz] [kēp Daun-Leudersd, Bernk-Stdt Dhron, Kemp-Bracht; kēpə Gummb-Drabenderhöhe, Waldbr-Hahnenseifen Hespert Hunsh Nosb; kēwə Siegld-NSchelden; kīf Lennep-Bliedinghsn Remschd, Daun-Lissend]; Pl. -pə(n) [-bə(n), –wə, –fə], Demin. -pχə(n), –kə(n) [Aach-Stdt, SNfrk, Klevld -i- gegenüber -ī- von kīp] f.: 1.a. Rückentragkorb der Händler (Hausierer) u. Marktleute, zum Tragen von Waren, Eiern, Geflügel (Hohnderk.); die K. besteht aus Weidengeflecht, dem Boden (Boəm, Plat) u. den innern, einzelnen Gefächern (Schap); sie wird mittels Hälpen (Borschtbäng Brustband uWupp) getragen; de K. drage; möt der K. langs de Dürre gohn; vill Geld möt der K. verdent han Rip, Allg.; hüdigen Dags sütt (sieht) mer noch selde ene Mann met en K. MGladb, Allg. RA.: He drägt ene K. met sek hat einen Höcker Barm, Kemp, Mörs. Der Truthahn ruft: K., K., Kau, Kau (Käfig)! Bergh-Hüchelhv. Dann breck (bricht) de Steck in de K. ein Donnerwetter, Geschimpfe bricht los Mörs-Neuk. Ek kenn dech, als wenn ek dech en de K. gedragen hei (hätte) ich durchschaue dich Kemp, Aach, Köln, Elbf; die hät der Deuwel en de K. gedrage das schlaue, böse Weib Ruhr. Den het se all verkimmelt on ös mech sess (6) in de K. er hat alle Klicker verspielt u. ist mir sechs Kl., die ich ihm lieh, schuldig Mörs. Krimmel en de K., de Moder well mek knipe (kneifen), de Vader well mek schlonn, do mott (muss) ek lopen gonn! Barm. He (Die) es dem Düvel us der K. gespronge (gefalle) mit allen Schlichen vertraut Rip, Allg. De Jugend es lustig, sät de Knott, un do wor em en Kingd (Kind) ut der K. gefallen Gummb-Wiehl. Bat (was) de Mann möt der K. erenbrengk, dreht de Frau en der Schützel (Schürze) widder herus Sieg-Ägid. Klos (Nikolaus) möt die K.ə woll de Kenger (Kinder) gripe; Kenger lepe (liefen) de Trapp erop, Kl. stipp de Ben op! MGladb. Dat es got für ongen (unten) en de K. gut für den Anfang Bergh-Hüchelhv. Ek häff van de K. an gedennt (gedient) von der Picke an Barm. — Donner K.! Fluch Gummb, NBerg, — Kipes! MülhRh. — Rätsel. Et gaht ebbes de Barg (Berg) erof on dreht de Bauch ze hem Mann mit K. Bernk-Burgen. — b. im Bes. Rückentragkorb zum Transport von Früchten Bernk (s. o.); Färberkipe Prüm-Mürlenb 1860. — 2. übertr. verächtl. a. alte, verfallene Hütte, altes Haus Elbf, Lennep. — b. Bett, Klappe Barm, Düss, Mörs-Orsoy; min Frau kömmt bald en de K. ins Wochenbett Düss-Stdt. — c. Sackgasse Bo-Endenich; anne K. FlN Elbf. — d. altersschwacher Gegenstand; ne olle K. Gummb. — e. von Körperteilen. α. Hängebacken; sech K.ə anfresse Neuss; Hängewanst; et Veh friss sich K.ə op de Si (Seiten) Jül-Hamb; de Koh hät K.ə op de Segge Bergh-Blatzh. — β. Hals, Kehle, Gurgel des Vogels u. des Menschen, in den Wend.: Der Hahn kritt morge de K. ömgedriəhnt; ich driəhn dich de K. öm, wenn ich dich krig! Aach-Stdt. — γ. he het enen in der K. ist betrunken Gummb-Hesselb. — δ. ene K. gedregen das Kind während der Schwangerschaft getragen Ess-Werden. — f. nicht verächtl. das Lottosp. Dür-Stdt 1880; s. Kin.
3683 Zeichen · 104 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kîpestf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kîpe stf. md. u. nd. korb, sack canistrum, cophinus Dfg. 95 b . 150 a . vgl. keibe 1 u. Dwb. 5,685.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kipe

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    kipe, f. Kiepe, ein grosser, langer Korb, cophinus.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kipe

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kipe , s. kiepe. nachtr.; die bed. tasche auch in der Wetterau (kîbe). altn. aber kippa korb bei Fritzner.

  4. modern
    Dialekt
    Kipe

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Kipe das Wort ist n. der in Wk. III 22 gezeichneten L. im Rip, Nfrk allg. [südl. dieser L. Prüm-Mürlenb 1860 (kip), Witt…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kipe

38 Bildungen · 35 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

kipe‑ als Erstglied (30 von 35)

Kīpeker

WWB

kipe·ker

Kīpeker m. [ Mün Bek Wie] Mann mit Kiepe, Hausierer.

kipel (?)

MWB

kipel (?) stSubst. Bed. unklar (vgl. FrlWB, S. 184, das eine Anbindung an kibelen erwägt): wil man aber machen / die kipel iu mit kundikeit …

Kipenbauer

RhWB

kipen·bauer

Kipen-bauer (s. S.) Köln , Bergh , Jül , Grevbr , MGladb , Düss-Stdt m.: 1. B., der seine Erzeugnisse in der Kipe zum Markte bringt; auch de…

Kipenbuer

MeckWB

kipen·buer

Kipenbuer m. Spottname für den Bauern bei den Seeleuten Ro Börg . Kü. 2, 115.

Kīpenkǟrl

WWB

Kīpen-kǟrl m. [verstr.] Mann mit Kiepe, Hausierer, durchziehender bzw. fahrender Händler. — Ra.: De Kuipenkäl sall di mietniehmen! wenn man …

Kipenkerl

RhWB

kipen·kerl

Kipen-kerl (s. S.) Allg. m.: 1. a. Hausierer, wandernder Händler mit Kipe. — b. Neckn. derer von Kemp-Breyell . — 2. Tabaksorte, in Päckchen…

Kipenkorb

RhWB

kipen·korb

Kipen-korb kīpəkǫrəf Gummb-Drinsahl ; kipkrəf Rees-Bislich , Klev-Cranenbg m.: Kipe; ein Kind in enne K. drage huckepack Cranenbg .

Kipenmaker

MeckWB

kipen·maker

Kipenmaker m. Kiepenmacher: als handwerklicher Gewerbetreibender schon um 1675 in Pa Woost Monschr. 4, 96; im 19. Jahrh. viele Kipenmakers i…

Kipenmakeraben

MeckWB

kipenmaker·aben

Kipenmakeraben m. Kiepenmacherofen, der bes. gebaute Ofen, in den der Kiepenmacher die durchfeuchteten Weiden- und Eichenholzspäne stellt, d…

Kipenmann

RhWB

kipen·mann

Kipen-mann Allg. m.: 1. –krämer. — 2. übertr. a. Schreckgestalt für Kinder Eusk-Blessem . — b. scherzh. Mann mit Höcker Sieg-Königswinter .

Kipenpuckel

MeckWB

kipen·puckel

Kipenpuckel m. scherzhaft für einen breiten Rücken: dei hett 'n richtigen Kipenpuckel Ro Klock .

Kipenspil

MeckWB

kipen·spil

Kipenspil f. Kiepenrippe; durch die Kipenspilen werden die schwächeren Schänen hindurchgeflochten Ha Belsch .

Kipenspon

MeckWB

kipen·spon

Kipenspon m. Kiepenspan; beim Kartenspiel sagt jem., den seine Karten nicht zum Spiel kommen lassen: ick sitt hier rein för 'n Kipenspon Sch…

Kipenträger

RhWB

kipen·traeger

Kipen-träger (s. S.) Allg. m.: 1. –krämer. Lied beim Tanz aule Willeweh: K., hedo! Dinne Kipe steht do; alle Eier sind verkofft on dat Geild…

Kiper

KöblerMhd

Kiper... , . Vw.: s. Cyper...

kiperisch

MWB

kiper·isch

kiperisch Adj. aus Zypern, ‘zyprisch’, hier vom Wein und seiner Traube: zwei parel schiere wurden brâht mit kypperischem wîne Loheng 637; ma…

Kīperling

WWB

kiper·ling

Kīperling m. [Alt] Fastnacht. Efiert wouer oawer blouß am Rousenmundag, vöüer diän me hie oawer Kieperling siett ( Alt Lü ). Op Kieperling k…

kipe als Zweitglied (3 von 3)

rēdskipe

KöblerAfries

rēdskipe , N. Vw.: s. rēdskip

witskipe

KöblerAfries

wit·s·kipe

witskipe , N., st. F. (i) Vw.: s. wittskipe

wittskipe

KöblerAfries

witt·s·kipe

wittskipe , N., st. F. (i) nhd. Zeugnis, Kenntnis ne. witness (N.), knowledge Hw.: s. wita (1); vgl. ae. *witskipe, anfrk. *witskap, as. *wi…