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Kien

ahd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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24 in 21 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Kien

Bd. 2, Sp. 1264
Kien 1. Du musstest deinen Kien auch dazulegen, sonst hätte es nicht gebrannt. (Niederlausitz.) 2. Ik kaom dî glîk up'n Kîn. 3. Ik warr dî up'n Kîn passen. (Pommern.) Dem Sinne nach, bemerkt Fr. Hasenow, bedeutet das letztere: auf die Finger sehen, scharf im Auge behalten und jeden Fehler sofort strafen; das erstere: ich prügle dich sofort durch. Beides drohend; aber wie der (Kien, taeda) eigentlich dazu kommt, ist mir für ersteres besonders nicht klar; in der andern, selbstverständlich auch sehr variablen Redensart kann der Kien als der Obhut oder zum Verkauf dem Bedrohten anvertraut, dieser selbst als der Kienverkäufer gedacht sein, wobei der Drohende gewissermassen aufpassen will, dass jedes Bündchen vollzählig sei u.s.w., der Handel richtig betrieben werde, woraus dann in nicht ungewöhnlicher Erwiderung Kienkram heisst, was der Betreffende unter Händen, im Betrieb hat; dabei kann Kien als jämmerlicher Handelsartikel absichtlich Verachtung des ganzen Thuns und Treibens des Bedrohten ausdrücken. Aber die Drohung, einem auf den Kien kommen zu wollen, wird auch sehr oft gehört, und ihre Genesis vermag ich nicht zu entwickeln. Es mag noch bemerkt werden, dass hierzulande das fette Kienholz zum Feueranmachen in Bündlein kleiner Späne, wol meist auf dem Wege des Forstdiebstahls erworben, von armen Landleuten zu Markte gebracht wird. Die. Redensarten erinnern an das berlinische: Der reine Kien! Ironisch, um zu sagen, vortrefflich, wie: Die reine Sahne. Wie in letzterer das Fette der Milch, so ist ja der Kien das Fette des Holzes, brennt am leichtesten und gilt allerdings in buchstäblicher Anwendung auf Fichten- oder Kiefernholz für ein Lob. Studentisch und auch berlinisch, sonst auch Kien = Blödsinn, Scherz, z.B. Mach doch keinen Kien! Die Mischung von Lob und Verachtung in dem »reinen Kien« erklärt sich wol wie das französische: Il est grand dans son genre, mais son genre est infiniment petit. 4. Es ist der rêne Kien. (Berlin.) Diese Redensart hat ihren Ursprung in der Theaterwelt und unter dem Kien wurde anfänglich nicht das fette harzige Kienholz verstanden, sondern der berühmte englische Schauspieler Edmund Kean, der Kîn ausgesprochen wird. Ein Darsteller an der Hofbühne zu Berlin, der vor länger denn zwanzig Jahren die Rollen des Othello, Richard, Macbeth und Shylock spielte, ahmte die Art Kean's so nach, dass hinter den Coulissen ein schalkhafter College zum andern sagte: »Seht nur, der reine Kean!« Die Rede ging auf Provinztheater und reisende Gesellschaften über, von wo aus sie ins Volk gedrungen ist, und nun Spott auf Versicherungen ausdrückt, die man in Zweifel zieht; in Schlesien verstärkt durch den Zusatz: »und dazu noch êchener.« (Vgl. Dresdener Nachrichten vom 22. Juni 1870.)
2741 Zeichen · 30 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kienst. m. n.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    kien st. m. n. , mhd. kien, nhd. kien m. ; as. kēn ( vgl. Holthausen , As. Wb. S. 41 ), mnd. kên m. oder n. ; ae. cén m.…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KIENstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    KIEN stm. kien, fackel. Graff 4,451. taeda sumerl. 18,53. voc. o. 7,44. du bist ein vackel und ein kien g. sm. 712.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kiͤn

    Mittelniederdeutsches Wb.

    kênbôm , kiͤn- „pinus”, „teda”.

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kien

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Kien , des -es, plur. inus. das mit Harz gesättigte Holz der Kiefer, welches sehr leicht und hell brennet, und daher…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kien

    Goethe-Wörterbuch

    Kien stark harzhaltiges (Kiefern-)Holz der Rauch am schwärzesten ist, der von Fett und harzigen Dingen aufsteigt, als vo…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kiën

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kiën , siames. Hohlmaß, s. Kijen .

  7. modern
    Dialekt
    Kien

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Kien [‘ X ìan Henfli. ; Khìən Hi. ; Khîn Str. ] m. n. Kienholz. — Schweiz. 3, 320. Bayer. 1, 1256.

  8. Sprichwörter
    Kien

    Wander (Sprichwörter)

    Kien 1. Du musstest deinen Kien auch dazulegen, sonst hätte es nicht gebrannt. ( Niederlausitz. ) 2. Ik kaom dî glîk up'…

  9. Spezial
    Kien

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kien m. (-[e]s) (Kienholz) lëgn da media m. , lëgna da media f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kien

121 Bildungen · 119 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

kien‑ als Erstglied (30 von 119)

Kienauge

SHW

Kien-auge Band 3, Spalte 1281-1282

Kienfackel

SHW

Kien-fackel Band 3, Spalte 1281-1282

Kiengiebel

SHW

Kien-giebel Band 3, Spalte 1281-1282

Kienholz

SHW

Kien-holz Band 3, Spalte 1281-1282

Kienjörgel

SHW

Kien-jörgel Band 3, Spalte 1281-1282

Kienkorb

SHW

Kien-korb Band 3, Spalte 1283-1284

Kienlicht

SHW

Kien-licht Band 3, Spalte 1283-1284

Kienloch

SHW

Kien-loch Band 3, Spalte 1283-1284

Kienofen

SHW

Kien-ofen Band 3, Spalte 1283-1284

Kienplatte

SHW

Kien-platte Band 3, Spalte 1283-1284

Kienplatz

SHW

Kien-platz Band 3, Spalte 1283-1284

Kienruß

SHW

Kien-ruß Band 3, Spalte 1283-1284

Kienspan

SHW

Kien-span Band 3, Spalte 1283-1284

Kienstock

SHW

Kien-stock Band 3, Spalte 1283-1284

Kienzopf

SHW

Kien-zopf Band 3, Spalte 1283-1284

Kienöl

SHW

Kien-öl Band 3, Spalte 1283-1284

kienapfel

DWB

kien·apfel

kienapfel , m. der samenzapfen der kiefer, wie tannapfel, fichtenapfel: pinum, ein kinapfel. voc. opt. Lpz. 1501 V 8 b ; pinea nux, kynapfel…

kienapful

EWA

kien·apful

kienapful*AWB m. a-St., Gl. 3,564,4 (in 2 Hss., 14. Jh., bei 1 Hs. [14. Jh.] Zeit des Gl.eintrags unbekannt): ‚Kiefernzapfen; pi- nea‘ (nhd.…

kienast

DWB

kien·ast

kienast , m. ast vom kienbaum, kienholz: ein burdelin kienastes. weisth. 1, 666, coll. gebraucht wie kien 1, a. mhd. kienast taeda vel sapin…

kienbäumen

DWB

kien·baeumen

kienbäumen , adj. zum vor., kienbäumenes holz. Adelung. schon im 15 . jh. kynbawmen pinanis Dief. 435 b . vgl. kienen.

kienbaum

DWB

kien·baum

kienbaum , m. kiefer, als der kiengebende baum bezeichnet, früher auch blosz kien ( s. d. 2); ahd. chînboum Graff 3, 120 , mhd. kînboum, kie…

Kienbaumenholz

PfWB

kienbaum·en·holz

 Kienbaumen-holz n. : ' Kiefernholz '; vgl. Kienholz . a. 1609: grün aspen-, kienbaumen vnd birckenholtz [Bergz (Weist.)].

Kienbaumholz

GWB

kienbaum·holz

Kienbaumholz (harziges) Kiefernholz daß Rahmen von Kiehnbaumholz hier [ Lichthof des Ostflügels des Weimarer Schlosses ] gute Dinge thun wür…

kienberg

DWB

kien·berg

kienberg , m. berg mit kiefern bestanden, findet sich als bergname, z. b. am Thüringer walde bei Ohrdruf. mhd. Kienberc ( als name eines hau…

kien als Zweitglied (1 von 1)

Stockkien

Adelung

stock·kien

Der Stockkien , des -es, plur. car. Kien, welcher aus Kienstöcken, d. i. den Wurzelenden gefälleter Kienbäume geschlagen worden; zum Untersc…

Ableitungen von kien (1 von 1)

Kiene

Campe

† Die Kiene , Mz. die — n, s. Kienbaum .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kien". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kien/wander?formid=K00626
MLA
Cotta, Marcel. „kien". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kien/wander?formid=K00626. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kien". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kien/wander?formid=K00626.
BibTeX
@misc{lautwandel_kien_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kien"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/kien/wander?formid=K00626},
  urldate      = {2026-05-15},
}