Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
kienapful
Hss., 14. Jh., bei 1 Hs. [14. Jh.] Zeit des
Gl.eintrags unbekannt):
‚Kiefernzapfen; pi-(nhd. Kienapfel; mndd. kēnappel). Me-
nea‘
taphorisches Determinativkomp. mit subst.
VG und HG. S. kien, apful. – kienboumAWB m.
a-St., seit dem 11./12. Jh. in Gl.:
‚harzreicher(Pinus
Nadelbaum, Kiefer; cornus, pinus‘
sylvestris L.; vgl. Marzell [1943–58] 2000: 3,
781. 786) (mhd. kienboum, nhd. Kienbaum;
mndd. kēnbōm; mndl. kienboom). Deter-
minativkomp. mit subst. VG und HG. S.
kien, boum. – kienforaha* f. ōn-St., Gl.
3,39,18 (14. Jh.) kinuorha:
‚Kiefer; pi-(frühnhd. kienfer, ält. nhd. kienföhre,
nus‘
nhd. mdartl. schwäb. †kienforche [Fischer,
Schwäb. Wb. 6, 2 Nachtr. 2292], bair. kien-
fören [Schmeller, Bayer. Wb.2 1, 1256],
schles. kienföhre, kienfer [Mitzka, Schles.
Wb. 2, 647], nhd. Kiefer; vgl. mhd. kien-
vorhîn
‚von der Kiefer‘). Im Ahd. Wb. ist der
Gl.beleg jeweils unter den Simplizia for(a)ha
(3, 1152) und kien (5, 152 vielleicht Komp.?)
angeführt. Nach Pfeifer, Et. Wb.2 652 handelt
es sich nicht um ein Komp., sondern eher um
eine Doppelglossierung kien und foraha. Da
aber das VG kien urspr.
‚Kienholz‘bedeu-
tete, ein Adj. mhd. kienvorhîn (s. o.) und
mdartl. Fortsetzer von kienforaha existieren
(s. o.), kann für das ahd. Wort entweder ein
Determinativ- oder zumindest ein Explika-
tivkomp. angenommen werden. S. foraha,
509 kienapful* – kichir(i)a, kichirraS510
kien. – Ahd. Wb. 5, 152 f.; Splett, Ahd. Wb. 1,
25. 91. 257. 454; Köbler, Wb. d. ahd. Spr.
658; Schützeichel7 175; Starck-Wells 329.
XLIII; Schützeichel, Glossenwortschatz 5,
2206 f.