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kaule

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
8 in 6 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kaule f.

Bd. 11, Sp. 348
kaule, f. grube, loch, ein mitteld. wort, nd. kûle, specus, spelunca, latibulum u. s. w. Chytraeus c. 8, mnd. cûle Diut. 2, 205a, rhein. 14. jh. cûle, lacus, fovea, spelunca. Mones anz. 7, 299, nd. md. 15. jh. Dief. 521a u. o.: weil solcher wald .. nur mit lochbäumen, brunnen, flöszeren, kaulen und traufen oder wasserfällen abgetermbt (abgegrenzt) worden. weisth. 1, 795, gegend von Trier, 16. jh., wasserlöcher oder graben, wie kule cisterna Dief. 124a aus rhein. und nd. vocc. des 15. jh.; und wer der letzte dazu kommt, soll ihn in die kaule werfen (den vom hochgericht abgefallenen gehenkten). rechtsalt. 885 anm., die schinderkûle, nl. vilkuil. aber auch das grab heiszt so, daher nordd. kulengräber todtengräber; schon im 12. jh. md.: si legent dih under di erde. dâ mûstû in der cûlen stinken unde vûlen. Hartman vom glauben 2526. ferner lehmkule, mergelkule, torfkule oder kaule: in einer leimkaulen oder gruben ersaufen. Henneberger preusz. landtafel (Königsb. 1595) 310. wolfskaule weisth. 1, 638 aus dem Westerwald, zugleich als grenzmark dreier gebiete. kammkule in der mühle gleich kammgrube. auch eine schlucht heiszt rhein. kaule, götting. kûle, wie 'graben'. die mittelrh. form ist jetzt kaul (Kehrein), nrh. kull Aachener mundart 135 (stêkull steinbruch), altnrh. kuile Fromm. 2, 454a, wie nl. kuil, mnl. cuil. Von hd. wbb. geben kaule Schottel 1343, Stieler 912, kaul m. (?) Rädlein, von älteren nur der voc. th. 1482 r 6a: kulgrub, loch, fovea, lacus, latebra, wie er auch sonst manche md. anklänge hat. auch Trochus prompt. Leipz. 1517 O 5a gibt ertkule, hypogeum, während es jetzt Sachsen fremd ist, aber thür. mistkûle, kalkkûle. die Straszb. gemma gibt scrobs, ein cuyl, wol nur aus ihrer vorlage, der Cölner ausg. (Dief. 521a) beibehalten; doch mochte es dem Elsasz nicht fremd sein. denn auch in der Schweiz ist eine spur davon, wol nur vom Rhein her vorgedrungen, in Bern küle, külli n. grübchen wie es kinder beim schusserspiel machen Stalder 2, 142, eben das heiszt nd. auch külken. merkwürdig ist kyler scrobs in der gemmula Dief. 521a. n. kule, schwed. kula scheinen nur entlehnt. Merkwürdig klingt aber an finnisch kulju, lache, pfütze, und oberd. gülle f. in gleicher bed., vgl. mhd. scrops scolle sumerl. 16, 39 (s. dazu sp. 14. 196). darf man in betracht der k- : h- sp. 306 höhle, mhd. hüle herzuziehn? und nd. md. schûlen latere? kule wird öfter eben mit latebra, latibulum erklärt, s. vorhin. wäre aber das verhältnis zu hüle, hohl wie sp. 306, so käme κοῖλος u. s. w. in die verwandtschaft; vgl. dazu Woeste bei Frommann 5, 165. s. auch kolk, kaute grube.
2630 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    KauleDie

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    † Die Kaule , Mz. die — n . 1) Eine Kugel. Dies Wort kömmt in den Zusammensetzungen Kaulbörs, Kaulhaupt, Kaulquappe  vo…

  2. modern
    Dialekt
    Kaule

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Kaule Allg. mit Ausnahme der bei Kaute gen. Geb. im Rhfrk, u. zwar Rhfrk kaul, –ǫu- [ Birkf-Idar -ō- ; Wend hier u. da -…

  3. Sprichwörter
    Kaule

    Wander (Sprichwörter)

    Kaule 1. Die Kaule läuft so. D.h. so geht es. »So leuft die Kaul, wenn man ein Christ ist mit dem Maul.« ( Ringwald. ) 2…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kaule

47 Bildungen · 46 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

kaule‑ als Erstglied (30 von 46)

kaulech

LothWB

kaul·ech

kaulech [khauleχ D. Si. ] adj. mit Vertiefungen versehen: kauleje Bodem; e k. Stek Land. — lux. 215 ebenso; mnd. kulich.

kaulein

DWB

kaul·ein

kaulein , n. kleine kaue: ( so ) wohne man in seiner hütten, bleibe daheime in seinem kawlein. Mathesius Syrach 1, 57 a .

Kaulenauge

RhWBN

kaulen·auge

Kaulen-auge Wuppergeb. n.: Scherenauge, auf dessen Rand K. als Verzierung angebracht sind.

Kaulenaus

RhWBN

kaule·naus

Kaulen-aus ky˙l.yt (grosser Brachvogel) gehört nicht hierher; der Vogel ist nach seinem Ruf benannt.]

Kaulenball

RhWB

kaulen·ball

Kaulen-ball Trier , Eusk-Zülp , Aach-Eschw ; kę·i.lχəs- Prüm ; -ȳ:- Sieg-Eitorf , Grevbr ; ky·l.kə- MGladb-Helenabrunn m.: ein Ballsp.; sovi…

Kaulendopp

RhWB

kaulen·dopp

Kaulen-dopp kȳ:lχəsdǫp Eusk-Rheder Weingarten ; ky·l.əkəs- Düss-Stdt ; kę·i.lχəs (dildǫp) Merz-Saarhölzb m.: Kreisel, der auf der Kopfseite …

Kaulendutz

RhWB

kaulen·dutz

Kaulen-dutz -ǫ- Bergh m.: dicker Klicker aus Stein oder Gips, mit dem nach der Kaule 1 b μ αα geworfen wird.

Kaulenkadett

RhWB

kaulen·kadett

Kaulen-kadett Bo-Stdt m.: einer aus dem berüchtigten Stadtteil Sandkaule, auch K.kerl.

Kaulenkind

RhWBN

kaulen·kind

Kaulen-kind -ki˙ŋ.kə Geilk-Immend n.: Hüllname für noch ungetauftes K.

Kaulenlänger

RhWB

kaulen·laenger

Kaulen-länger kū:lę·ŋ.ər Düss-Elsiepen Serm m.: Schreckgespenst für Kinder, in Kaulen hausend.

Kaulenloch

RhWB

kaulen·loch

Kaulen-loch ku·l.ǫk, –lkskə (s. S.) Grevbr-Hochneuk , Düss , MülhRuhr , Ess-Werden n.: 1. Kaule, bes. zum Stucken beim Klickern. — 2. Grab.

Kaulenmann

RhWB

kaulen·mann

Kaulen-mann m.: 1. Bergmann, Steinbrucharbeiter Mayf. — 2. übertr. a. ku·l.əmę·n.kə, Pl. -kəs Erdgeist, Heinzelmännchen Heinsb-Schalbr . — b…

Kaulenmeister

RhWB

kaulen·meister

Kaulen-meister kū:lmēstər Köln-Kalk Widdersd , Bergh-Hüchelhv (kǫ·u.əl-) m.: dritter im Range der Knechte, der bes. die jungen Pferde anlern…

Kaulenmesser

RhWBN

kaulen·messer

Kaulen-messer (s. S.) Wuppergeb. n.: Buntschälmesser mit länglichen Kaulen in der Klinge.

Kaulenmöpp

RhWB

Kaulen-möpp ku·l.mp Aach-Merkst m.: Neckn. für den Bergmann.

Kaulenmutze

RhWB

kaulen·mutze

Kaulen-mutze kū:lmuts f.: 1. kurze, irdene Tabakpfeife Wurmgeb . — 2. übertr. Neckn. für den Bergmann Jül-Mersch .

Kaulenpack

RhWB

kaulen·pack

Kaulen-pack Bo-Stdt n.: das niedrige Volk, das in dem Stadtteil en der Kul wohnt, Gesindel.

kaule als Zweitglied (1 von 1)

Scheidekaule

DRW

scheide·kaule

Scheidekaule, f. als Grenzmarkierung dienende Kuhle vgl. Kaule (I 1), Scheidezeichen (I) der da, wenn die hiengstweide ausgetheilet ist, übe…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kaule". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kaule/dwb?formid=K02864
MLA
Cotta, Marcel. „kaule". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kaule/dwb?formid=K02864. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kaule". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kaule/dwb?formid=K02864.
BibTeX
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