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Husten

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
22 in 14 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Husten

Bd. 9, Sp. 672
Husten (lat. Tussis), stoßweise und tönende Ausatmung unter krampfhaftem Schluß der Stimmritze. Dem Hustenstoß geht eine tiefe Einatmung vorher, die Ausatmungsbewegung geht anfangs gegen die geschlosseneStimmritze vor sich. Öffnet sich diese spaltförmig, so schießt die unter hohem Druck stehende Luft heftig nach außen. Die nächste Ursache des Hustens beruht auf einer Reizung des in der Schleimhaut der Luftwege sich verbreitenden Nervus vagus. Bald sind es fremde Körper (zu solchen gehören hier auch Schleim, Eiter, Blut etc.), welche die Schleimhaut des Kehlkopfes, der Luftröhre und ihrer Äste berühren, bald zu warme und zu kalte, mit Rauch und chemisch differenten Dünsten geschwängerte Luft. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ist der H. Zeichen eines bestehenden Katarrhs der Luftwege oder einer Kehlkopferkrankung, einer Lungen- oder Brustfellentzündung. Die Wirkungen des Hustens bestehen hauptsächlich in der gewollten Entfernung des den H. verursachenden Reizes. Ist ein in die Atmungswege eingedrungener Fremdkörper oder dort angesammelte Sekrete die Ursache des Hustens, so bewirkt dieser meist die Entfernung dieser Ursache und ist hierdurch heilsam. Daneben aber bewirkt starker H. eine heftige Erschütterung des ganzen Körpers, zuweilen Zerreißung kleiner Blutgefäße, ferner Störungen im kleinen Kreislauf, infolge deren der Rückfluß des Blutes aus den Lungen, unter Umständen auch aus dem Kopf gehindert ist, wodurch Beängstigung und Kopfschmerz erzeugt werden können. Heftige Hustenbewegungen können auch Unterleibsbrüche, Abortus etc. zur Folge haben. Die Behandlung richtet sich nur selten auf den H. selbst, sondern auf das Grundleiden (s. Bronchialkatarrh). Man gebraucht daher Mittel, die wie die Samen des Fenchels, Anis u. a. die Schleimabsonderung in den Bronchien dünnflüssiger und daher leichter entfernbar machen (Expectorantia), oder bei zu reichlicher Absonderung solche, welche die Sekretion beschränken (Terpentinöl, Kiefernnadelöl in Dampfform). Als Expectorantia wirken auch die Nauseosa, d. h. brechenerregende Mittel (Ipekakuanha, Apomorphin, Senega), wenn sie in kleinen Gaben angewendet werden. Seltener wird man mit narkotischen Mitteln den H. bekämpfen; immer aber wird man alle zu H. führenden Schädlichkeiten (unreine Luft etc.) zu vermeiden haben. Durch reflektorische Reizung des Nervus vagus kann H. entstehen bei Ohrenleiden, Gebärmuttererkrankung etc. Wenn durch Erkrankung der zum H. nötigen Muskeln und Nerven (z. B. bei der Bulbärkernlähmung, bei der Landryschen Paralyse etc.) H. unmöglich wird, entsteht die Gefahr, daß verschluckte Fremdkörper oder Schleim massen nicht aus den Luftwegen entfernt werden können und hier Zersetzung und Entzündung veranlassen. Dadurch, daß Brechmittel auf die Lunge wirken, und daß bei starkem H. Brechen entsteht, war man darauf gekommen, einen Magenhusten anzunehmen, zumal auch der Nervus vagus sowohl in der Lunge als auch in den Magenwandungen sich verbreitet. Einen Magenhusten aber in dem Sinne, daß der H. auch ein Symptom eines Magenleidens sein könne, gibt es nicht. Das Erbrechen bei starkem H. ist eine mechanische Folge der starken Arbeit des Zwerchfelles. H. ist vielmehr immer ein Anzeichen einer Affektion der Luftwege, neben der allerdings oft, besonders bei ältern Leuten, gleichzeitig ein Magenkatarrh besteht, was wohl auch noch zur Ansicht, es gäbe einen Magenhusten, beigetragen haben mag.
3411 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hûstenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    hûsten swv. ib. getreide u. heu in haufen setzen. hausten Weist.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hūsten

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Hūsten , des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. das Husten, die Ausstoßung der Luft aus der Lunge a…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    husten

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    husten auch subst Inf a als Krankheitssymptom selbst das Dictiren ist mir untersagt wegen des heftigen Reizes zum H. B48…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Husten

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Husten (tussis) , heftiges, mit Schall verbundenes Ausathmen, wobei die Luft durch die Stimmritze gewaltsam herausgetrie…

  5. modern
    Dialekt
    hustenschw.

    Pfälzisches Wb. · +7 Parallelbelege

    husten schw. : 1. wie schd., huschde (hūšdə) [allg.]; vgl. poltern 1 a, gauzen 2 c, kollern , kotzen . Er huscht so aric…

  6. Spezial
    husten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    hus|ten vb.intr. 1 (beim Mensch) tossí (toss) 2 (beim Tier) bossí (bussa).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit husten

49 Bildungen · 32 Erstglied · 15 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von husten 2 Komponenten

hus+ten

husten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

husten‑ als Erstglied (30 von 32)

Hustenguts

SHW

Husten-guts Band 3, Spalte 857-858

Hustensaft

SHW

Husten-saft Band 3, Spalte 857-858

Hustentee

SHW

Husten-tee Band 3, Spalte 857-858

Hustenbewegung

GWB

husten·bewegung

Hustenbewegung als willkürl ausgelöster physischer Reiz, in Sprichwort-Paraphrase Der Herr kützelt sich, um zu lachen; und wenn das .. nicht…

Hustenbonbon

PfWB

husten·bonbon

Husten-bonbon m. : wie schd., -bombon [vereinzelt]; vgl. Hustenbollen , -brocken , -guts(chen) , -heil . Südhess. III 857 . —

Hustenburg

PfWB

husten·burg

Husten-burg f. : scherzh. 'Lungenheilanstalt', -buʳch [ BZ-Albw ]. —

hustenfieber

DWB

husten·fieber

hustenfieber , m. das mit dem husten verbundene fieber. Adelung : hustfieber, febris tussiculosa Frisch 1, 479 a .

Hustenguts(chen)

PfWB

husten·gutschen

Husten-guts(chen) n. : = Hustenbonbon , -guts (-ū-), Pl. [vereinzelt], -guts'che [ KU-Herschw/Petth ], -gutsje [Kaislt], -gutselche [ NW-Fre…

Husten II

RhWB

Husten II Rhfrk hūšdə, –ōu- bis zur št/st- L.; hū:sdə, –ō:- über Koch Kobl , May , mosfrk Westerw zum Siegld ; sonst hat das Mosfrk (schon v…

Hustenkirbe

PfWB

husten·kirbe

Husten-kirbe f. : 'Oktobermarkt in Kaislt', auf dem sich viele Besucher den Husten holen. Wääscht du iwwrichens, daß am nächschde Wochenend …

Hūstenkūchen

Adelung

husten·kuchen

Der Hūstenkūchen , des -s, plur. ut nom. sing. in den Apotheken, ablösende Mittel wider den Husten, welche mit Gummi Tragahth in die Gestalt…

Husten (Subst.)

Wander

husten·subst

Husten (Subst.) Husten (Subst.). 1. Der Husten bringt nicht stets den Tod, er hilft oft auch aus Noth. Dän. : Hoste hielper mangen præst og …

Hustentee

PfWB

husten·tee

Husten-tee m. : wie schd., -tee [ PS-Schmalbg ]. Südhess. III 857 ; Rhein. III 1030 . —

Husten (Verb.)

Wander

husten·verb

Husten (Verb.) Husten (Verb.). 1. War lang host (hustet), labt lang. ( Franken. ) – Frommann, VI, 317, 195. Wenigstens so lange als er huste…

husten als Zweitglied (15 von 15)

aufhusten

DWB

auf·husten

aufhusten , evomere tussiendo: der kranke konnte den schleim von der brust nicht mehr aufhusten.

Fuchshusten

Wander

fuchs·husten

Fuchshusten Er hat den Fuchshusten. – Masius, Naturstudien, 368. Toux de renard, d.i. er pfeift auf dem letzten Loche.

Geldhusten

Wander

geld·husten

Geldhusten Wenn der Geldhusten kommt. Hoffnung auf ausserordentlichen Gewinn, auch einen Glücksfall ausdrückend.

Gelegenheitshusten

Wander

gelegenheit·s·husten

Gelegenheitshusten Den Gelegenheitshusten bekommen. Von denen hauptsächlich Redner befallen werden, denen die Gedanken ausgehen.

Keichhusten

Adelung

keich·husten

Der Keichhusten , des -s, plur. inus. ein mit Keichen verbundener Husten, welcher von einem schweren Athemhohlen begleitet ist und mit Ersti…

schafhusten

DWB

schaf·husten

schafhusten , m. trockener husten, wie ihn die schafe haben: ein dürrer husten sive schafhusten. Stieler 868 . Frisch 2, 157 a . Bernd 247 .…

steckhusten

DWB

steck·husten

steckhusten , m. , selten für das gewöhnliche stickhusten ( s. unten ) Adelung; Nemnich ; husten der erstickungsnoth macht Höfler krankheits…

stickhusten

DWB

stick·husten

stickhusten , m. 1) wie das seltenere steckhusten ( s. d. ), ' mit atemnot verbundener husten ', bes. auch ' keuchhusten ': hierher ( zu den…

Ableitungen von husten (2 von 2)

behusten

DWB

behusten , gleichsam circumtussire: will der pusterich nun gar pfaffenkuchen pusten, teufelsjungenküchenschar wird den teig behusten. Göthe …

verhusten

DWB

verhusten , verb. durch husten beseitigen: einen seufzer zu verhusten, ist ihnen sehr früh eine kleinigkeit. Lichtenberg 4, 218. hustend ver…