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Heu

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
28 in 19 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Heu

Bd. 9, Sp. 287
Heu (Dürrheu, Grünheu), jedes getrocknete Futter, vorzugsweise aber Wiesengras, im Gegensatz zum Kleeheu, Lupinenheu etc. Man spricht auch von süßem und saurem H., letzteres als das Produkt nasser Wiesen mit vorherrschend sauren Gräsern gedacht, das nur den Zugochsen gefüttert werden sollte. Das auf Wiesen und auf Feldfutterschlägen gewonnene H. ist außerordentlich verschieden an Wert, je nach der Reifezeit des Grases, nach Boden und Bestand der Grasnarbe und nach der Witterung bei der Heubereitung (vgl. Futter und Fütterung). Alles Futter, das zu H. gemacht werden soll, muß mit beginnender Blüte oder in der Vollblüte der Gräser etc. geschnitten werden, weshalb für Wiesen die möglichst gleiche Reifezeit der Gräser und Kräuter wichtig ist. Zu früh geschnitten, gibt es zu kleine Quantitäten, zu spät, eine um so geringere Qualität, je weiter die Samenbildung schon vorgeschritten ist. Findet die Heuernte bei vorherrschend und andauernd trocknem Wetter statt, so trocknet das Gras infolge der durch die Sonnenwärme und den Luftzug ungehinderten Wasserverdunstung nicht nur rascher, sondern es gehen auch um so weniger Nährstoffe verloren; es behält insbes. den würzhaften Geruch, und hält sich bei der Aufbewahrung in unveränderter Güte. Die Heubildung beruht außer auf einem Gärungsprozeß, der das Trocknen beeinflußt, die Rohfaser auflockert und durch Bildung aromatischer Stoffe die Schmackhaftigkeit und Gedeihlichkeit des Heues erhöht, auf der Verminderung des Vegetationswassers der grünen Pflanzen von 75–85 Proz. durch Verdunstung bis auf 14–15 Proz., somit um 60–70 Proz. Je stärker die normale Gärung verläuft, um so wertvoller ist das H. gegenüber ohne Gärung schnell an der Sonne getrockneten Heues. Beregnetes H. ist mehr oder weniger ausgelaugt, verliert Farbe und Geruch, verursacht große Kosten wegen der mehrmaligen Bearbeitung und erhitzt sich bei der Aufbewahrung bis zum vollen Verderben, wenn nicht besondere Vorsicht beim Einschichten angewendet wird (Durchschichten mit Stroh). Wo die Witterung unsicher ist, bedient man sich zum Trocken besonderer Gerüste (Kleereuter, Kleehiefel, Heinzen, Reuter, Heugalgen, Trockenpyramiden), d. h. Stangen mit kreuzweise eingeschobenen Querhölzern oder Pyramiden von Stangen in der Höhe bis zu 1,25 m, auf deren jede man das Grünfutter für etwa 0,5, bez. 3,5–4 dz H. hängt und allmählich an der Luft von selbst trocknen läßt. Sie empfehlen sich besonders für feuchte Gebirgsgegenden und solches Futter, das, wie Klee und Lupinen, viel Blätter hat und diese bei öfterm Bearbeiten leicht verliert. Bei großer Unsicherheit der Witterung dient als Notbehelf die Ensilage (s. Futterbereitung) oder die Braun- und Brennheubereitung. Man schichtet bei letzterer die geschnittenen Pflanzen, nachdem sie auf der Wiese einen oder mehrere Tage in Schwaden gelegen haben, auf große Haufen und überläßt sie sich selbst so lange, bis die Hitze im Innern der Haufen das Hineinstecken der Hand nicht mehr erlaubt. Sowie das geschehen, wirft man das H. rasch auseinander und läßt es an der Luft abdampfen, worauf es sofort eingefahren werden kann. Grünes H., Dürrheu, muß man soviel wie möglich der Luft und der Sonne aussetzen und vor Regen und Taubeschlag bewahren. Zu dem Zweck recht man das H. in Schwaden und wendet diese öfters, oder man läßt es zunächst breit liegen und wendet es dann durch Handarbeit oder mit Heuwendemaschinen. Dann setzt man es vor Abend auf kleine Windhaufen und wirft diese bei Sonnenschein wieder auseinander, fährt mit dem Wenden den Tag über fort und bildet abends wieder Haufen, diesmal aber größere, und so fort, bis das H. so dürr geworden ist, daß die um den Finger gewickelten Halme weder brechen (Überreife), noch wässerige Feuchtigkeit, selbst beim Zerquetschen, von sich geben Je nach der Witterung kann das Trocknen in 1–2 Tagen vollendet sein oder Wochen in Anspruch nehmen. Beim Einfahren kann man je nach Größe und Art des Zugviehes, nach der Beschaffenheit des Wiesenbodens und nach dem Zustande der Wege bis zum Lagerplatz 5–12 dz und mehr laden und erntet vom Hektar auf Wiesen 7–35–75 dz, auf besten Rieselwiesen auch wohl 100 dz und mehr. Zur Erleichterung des Heusammelns dienen einfache leiterartige Heuschleifen, in Amerika ähnlich den Gabelheu wendern gebaute, nur schräg gestellte Schwadmaschinen; zum Heuaufladen Heulademaschinen, die vor oder hinter dem Heuwagen angebracht werden. Zum Abladen vom Wagen und Versetzen des Heues in die Scheunen oder Schober dienen in Amerika Heuaufzüge, hay-carriers. Näheres s. Heuerntemaschinen. Aufbewahrt wird das H. in Mieten oder Scheunen und zwar in erstern mit und ohne Bedeckung, in letztern auf Unterlage von Stroh, vielfach auch in Heufeimen, d. h. auf eisernen Gestellen (vgl. Feimen). Es unterliegt noch einer Nachgärung bei der Aufbewahrung. Die Aufbewahrung über Räumen, in denen sich viel Dunst entwickelt (z. B. Stallungen), muß vermieden werden, da das H. diese anzieht. Zum Zweck weitern Transports wird neuerdings das H. gepreßt (s. Heupresse), besonders für Armeezwecke, Eisenbahnfrachten etc. Da, wo man Wert darauf legt, das Vieh regelmäßig zu füttern, bindet man das H. in Bündel von solcher Größe, wie sie dem Tagesbedarf der einzelnen Tiere entsprechen. Vgl. Böhmer, Heubereitungsarten (Berl. 1890); Albert, Konservierung der Futterpflanzen (das. 1903).
5336 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    heustn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    heu stn. prät. s. houwe, houwen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    heuN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    heu , N. Vw.: s. höü

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Heu

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    2. Das Heu , des -es, plur. inus. in weiterer Bedeutung, alles abgehauene und gedörrete Gras, besonders so fern es zum F…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Heu

    Goethe-Wörterbuch

    Heu Kleinschr 38,485 Späne , ‘Hey’? B29,419 Tagebuchnotizen 1818 getrocknetes (Wiesen-)Gras; meist als Viehfutter, geleg…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Heu

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Heu , das gemähte u. trocken gemachte Wiesengras des ersten Schnitts; ebenso hat man Klee-H., Espen-H., Lucerne-H.

  6. modern
    Dialekt
    Heu

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Heu , s. Heu(w).

  7. Sprichwörter
    Heu

    Wander (Sprichwörter)

    Heu 1. Alt Heu, alt Geld und alt Brot schützt vor vieler Noth. 2. Altes Heu ist schwer anzuzünden, aber noch schwerer zu…

  8. Latein
    heu

    Mittellateinisches Wb.

    heu (eu, hev sim. ) interi. script.: neu: Aldh. ad Acirc. 71,6 (F 2 ). 92,7 (B). hen: Aldh. ad Acirc. 83,7 (R) . (h)eum …

  9. Spezial
    Heu

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Heu n. (-[e]s) fëgn m. ▬ den Boden der Barge mit Heu bedecken afunsé le tablé ; kurzgeschnittenes Heu avaié m. ; halbtro…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit heu

1.346 Bildungen · 1.305 Erstglied · 39 Zweitglied · 2 Ableitungen

heu‑ als Erstglied (30 von 1.305)

Heu(w)

Idiotikon

Heu(w) Band 2, Spalte 1815 Heu(w) 2,1815

Heu(w)ankeⁿ

Idiotikon

Heu(w)ankeⁿ Band 1, Spalte 342 Heu(w)ankeⁿ 1,342 u.

Heu(w)balm

Idiotikon

Heu(w)balm Band 4, Spalte 1216 Heu(w)balm 4,1216

Heu(w)bargeⁿ

Idiotikon

Heu(w)bargeⁿ Band 4, Spalte 1549 Heu(w)bargeⁿ 4,1549 M.

Heu(w)bargūn

Idiotikon

Heu(w)bargūn Band 4, Spalte 1549 Heu(w)bargūn 4,1549

Heu(w)baum

Idiotikon

Heu(w)baum Band 4, Spalte 1238 Heu(w)baum 4,1238

Heu(w)beriwīb

Idiotikon

Heu(w)beriwīb Band 15, Spalte 157 Heu(w)beriwīb 15,157

Heu(w)bett

Idiotikon

Heu(w)bett Band 4, Spalte 1813 Heu(w)bett 4,1813

Heu(w)bir(eⁿ) I

Idiotikon

Heu(w)bir(eⁿ) I Band 4, Spalte 1488 Heu(w)bir(eⁿ) I 4,1488

Heu(w)bir(eⁿ) II

Idiotikon

Heu(w)bir(eⁿ) II Band 4, Spalte 1501 Heu(w)bir(eⁿ) II 4,1501

Heu(w)bir(eⁿ)baum

Idiotikon

Heu(w)bir(eⁿ)baum Band 4, Spalte 1244 Heu(w)bir(eⁿ)baum 4,1244

Heu(w)birer

Idiotikon

Heu(w)birer Band 4, Spalte 1488 Heu(w)birer 4,1488

Heu(w)birlifön

Idiotikon

Heu(w)birlifön Band 1, Spalte 844 Heu(w)birlifön 1,844

Heu(w)bisseⁿ

Idiotikon

Heu(w)bisseⁿ Band 4, Spalte 1697 Heu(w)bisseⁿ 4,1697 u.

Heu(w)blacheⁿ

Idiotikon

Heu(w)blacheⁿ Band 5, Spalte 49 Heu(w)blacheⁿ 5,49

Heu(w)blackteⁿ

Idiotikon

Heu(w)blackteⁿ Band 5, Spalte 56 Heu(w)blackteⁿ 5,56

Heu(w)bluem(eⁿ)

Idiotikon

Heu(w)bluem(eⁿ) Band 5, Spalte 78 Heu(w)bluem(eⁿ) 5,78

Heu(w)bluemeⁿtämpf

Idiotikon

Heu(w)bluemeⁿtämpf Band 12, Spalte 1908 Heu(w)bluemeⁿtämpf 12,1908

Heu(w)bluemeⁿtē

Idiotikon

Heu(w)bluemeⁿtē Band 12, Spalte 27 Heu(w)bluemeⁿtē 12,27

Heu(w)blächeⁿ

Idiotikon

Heu(w)blächeⁿ Band 5, Spalte 50 Heu(w)blächeⁿ 5,50

Heu(w)blüemd

Idiotikon

Heu(w)blüemd Band 5, Spalte 96 Heu(w)blüemd 5,96

heu(w)blüemeⁿ

Idiotikon

heu(w)blüemeⁿ Band 5, Spalte 79 heu(w)blüemeⁿ 5,79

heu als Zweitglied (30 von 39)

eheu

KöblerIdg

*eheu , Interj. Vw.: s. *ehem

scheu

RDWB1

-scheu risiko~ - боязливый, осторожный, осмотрительный arbeits~ euphem. - ленивый menschen~ - робкий, застенчивый wasserscheu - страдающий в…

abscheu

DWB

abscheu , m. ábschèu, abominatio, heftiger widerwille und verachtung, eigentlich scheu ab ( von ) einem: es ist wahrer tief eingewurzelter a…

ackerheu

DWB

acker·heu

ackerheu , n. heu auf brachäckern gewonnen, zum unterschied von wiesenheu.

Adelheu

DRW

adel·heu

Adelheu Heu vom ersten Schnitt adelhöw 15. Jh. Elsass/GrW. IV 241 Faksimile

Almosenheu

DRW

almosen·heu

Almosenheu siebb. almesheu "das auf den Almeswiesen gefechste Heu" SiebbWB. I 80

Arbeitsscheu

Campe

arbeits·scheu

○ Die Arbeitsscheu , oder Arbeitscheu, o. Mz. die Scheu vor der Arbeit, die Abneigung von der Arbeit und möglichste Vermeidung derselben.

blattscheu

DWB

blatt·scheu

blattscheu , pavidus: der das rauschende blatt fürchtet. Lohenst. Arm. 1, 930 .

epheu

DWB

epheu , n. m. hedera, κισσός , ein vielgestaltiges, schwieriges wort. ahd. ëbah, ags. ifig, engl. ivy, waran sich scheinbar das eben verhand…

feldheu

DWB

feld·heu

feldheu , n. foenum campi, zum unterschied von dem wiesenheu.

hartheu

DWB

hart·heu

hartheu , n. hypericum perforatum: harthöuw ein kraut, ein art von s. Johans kraut, corion Maaler 212 d ; das andere geschlecht des st. joha…

herbstheu

DWB

herbst·heu

herbstheu , n. foenum serotinum. Frisch 1, 444 a . es ist das heu, was von den nur einhauigen wiesen im herbst gemäht wird.

Hühnerscheu

Wander

huhn·er·scheu

Hühnerscheu Er ist hühnerscheu. – Parömiakon, 3168. Abraham a Sancta Clara gebraucht die Redensart von einem feigen Soldaten.

hundescheu

DWB

hunde·scheu

hundescheu , adj. scheu vor den hunden: ein eber fragt den hirsch: was macht dich hundescheu? Hagedorn 2, 136 .

Kalwerheu

MeckWBN

Wossidia Kalwerheu n. Kälberheu Müll. Reut. 64 b .

Kamehlheu

Adelung

Das Kamehlheu , des -es, plur. inus. eine Art des Bartgrases, welches in Ostindien und Arabien wächset, und daselbst ein gutes Futterkraut f…

katzenscheu

DWB

katzen·scheu

katzenscheu , adj. natürliche scheu gegen katzen habend. Stieler 1764 . Frisch 1, 506 a . als subst. die katzenscheu.

kontaktscheu

RDWB1

kontakt·scheu

kontaktscheu (Lakune) робкий, застенчивый, избегающий социальных контактов

kopfscheu

DWB

kopf·scheu

kopfscheu , von pferden, die sich nicht gern beim kopf angreifen lassen. norddeutsch auch von menschen, gewitzigt, durch schaden klug geword…

lichtscheu

DWB

licht·scheu

lichtscheu , m. lucifuga, hier von einem anonymen schriftsteller: ich lasse es gelten, wenn wir zugleich mit dem namen, und durch den namen …

Medelheu

DRW

medel·heu

Medelheu, n. Heuabgabe vgl. Medem (II) 1421 PublLux. 55 (1908) 53

Nahmaddheu

MeckWBN

Wossidia Nahmaddheu n. Grummet, Heu vom zweiten Schnitt Müll. Reut. 90 b .

Ortheu

DRW

ort·heu

Ortheu, n. Heuvorrat, der für den neuen Pächter eines Gutes zurückgelassen werden muß [der abziehende Beständer eines Leihegutes soll für de…

Ableitungen von heu (2 von 2)

geheuen

DWB

geheuen , s. geheien.

unheu

DWB

unheu , n. , geringes heu (un IV B) Freidank (1539) 16. —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „heu". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/heu/meyers?formid=H04345
MLA
Cotta, Marcel. „heu". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/heu/meyers?formid=H04345. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „heu". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/heu/meyers?formid=H04345.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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