Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
heime Adv.
1.1 allg.
1.2 dâ/ hie ~
1.3 jmdn. ~ suochen : s.u. heime suochen
2 durch analogische Vermischung mit heim Adv.: ‘nach Hause’ , bei Verben der Bewegung
1 ‘zu Hause, daheim, in der Heimat’ 1.1 allg.: die brûdere sulen alle sunnetage, dâ sî heime sint [...], capitel halden StatDtOrd 59,14; ich bin hein Walth 31,30; [Titurel] was nicht gar da [beim Gral] heime: bi got ist unser heim zer zeswen hende JTit 302,4; Iw 2853; Hochz 307. – wol im ze hove, der heime rehte tuot Walth 103,12; beide heime vnde zo hofe Roth 4922; Herb 17887; heime unde uzen FvSonnenburg 54,10; Tauler 105,20. – der heim ist erzougen / den dunkit alles daz gelogen / daz man von frömeden landen seit Martina 257,17; Tauler 10,25; ern hêt sich heime niht verlegen Wig 2888; KLD:Namenlos n III 3,6 1.2 dâ/ hie ~ : sa gaben si Moyse di sculde. / si sprachen algemeine, / si waren baz daheime, / da heten si mit follen / fleisk unde zivollen VMos 48,2; künc Artûs was da heime niht: / er was ûz an daz gejeit Wig 583; diu sêle muoz dâ heime sîn in irm innigesten [...] und niht ûzluogende Eckh 2:164,2; dâheim in tiutschen landen Ottok 54571; da heime vnde in ellende Herb 18447; dâ heime und anderswâ WernhSpr 14,4; die vinde sint da heime und wir gar vremde geste JTit 3155,1; Rothere saz dar heime Roth 5002; hêt er dâ heime sich verlegen Georg 1211; ich hân dâ heime ein êlîch wîp Tr 8189; Gen 2171; AHeinr 1349; HvFreibTr 2956. – so ich wene, du sist hi heime, / so hast du dich hin uz verstoln Kirchenl 449,9; were ouch, daz der keinre, der zuͦ demselben rate korn ist, siech were, oder hie heime nicht enwere WüP 7l,3 (= UrkCorp (WMU) 2302,35 ); der dar niht gerne welle, der mac hie heime bestân NibB 1470,4; hir heime Roth 1546; Kchr 6938; Eracl 3169; KLD:BvH 4: 3,8 1.3 jmdn. ~ suochen: s.u. → heime suochen 2 durch analogische Vermischung mit heim Adv.: ‘nach Hause’, bei Verben der Bewegung: michel angest in nam [...], / wie in sîn bruoder inphienge sô er heime chôme Gen 1485; pei dem tier [Krokodil] verstêt man den wuochrær, der die armen kaufläut haime lädt zuo dem wehsel oder zuo anderm geding, und verslint si dann ze letzst alsô ganz BdN 233,18; daz wort hat ain ieglich mentsch enphangen [...] in sin ore und in sin hertze und treit es mit im haime PrGeorg 6,6; er fvrt si [Braut] heime EvAug 90,6. – s.a. → hinheime
MWB 2 1284,14; Bearbeiter: Bohnert