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hame

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

hame m.

Bd. 10, Sp. 307
hame, hamen, m. in mehreren bedeutungen: 11) es ist eine hölzerne gebogene fessel, zum leiten und festhalten eines thieres: wie ein metzger ein schwein bei dem hamen zu der metzige füret. Keisersberg seelenpar. 38a; wenn er (der feind) in mag erwüschen bei dem hamen der unkeuscheit, so füret er in damit zu dem ewigen tod. das.; numella ein kuowham, kamwid, ein hölzen ring, damit man das vich an die krüpfe bindet, hülzen halsband. Dasypod. 155c. 360d; im nd. westf. ham ist der name auf das kummet des pferdes gewendet, wie im engl. hame kummet; in der Eifler mundart hamen kummet. Frommann 6, 15. 22) eine allgemeinere bedeutung scheint hervor, wenn viminetum durch hame glossiert wird, es meint das schwanke holz wie es zu flechtwerk verwendet wird, betont also auch, wie vorher, die eigenschaft des biegsamen und zu krümmenden: viminetum wideham, een ham van widen Diefenb. 619c, aus einem niederländ. glossar. 33) unter vermittelung der vorigen bedeutung hat sich hame, hamen zu der bedeutung angel losgelöst, die, über Süd- und Norddeutschland gleichmäszig verbreitet, den zusammenhang mit den beiden ersten nicht ohne weiteres noch klar zeigt. ursprünglich verschieden von angel, was zunächst den köderhaken beim fischfange bezeichnet, war hame die schwanke, gebogene angelrute, wie aus Graff 4, 946 hervorgeht, wo calamum durch hamon übersetzt wird; der name gieng nachher auf das ganze instrument, den angelhaken inbegriffen, über: kanstu den Leviathan ziehen mit dem hamen (ἐν ἀγκίστρω Septuag.)? Hiob 40, 20; so er (der fürst) durch ungerechte mittel, böse streiche, falsche hamen und angeln, ein stück landes erfischet. Butschky Patmos 524; aufs glück der fischer warf sein ham, gar bald ein kleines fischlin kam, wardt mit dem hamen aufgezohen. B. Waldis Esop 1, 83; verblendte sterbliche! die bis zum nahen grabe, geiz, ehr und wollust stäts an eitlen hamen hält. Haller ged. (1768) s. 43; doch still! was seh ich dort, vor jenem boot, im wasser hin und wieder fliegen? beim element! ein fetter bissen brot! er (der hecht) schnappt ihn auf, und läszt, dem netze kaum entgangen, sich nun durch einen hamen fangen. Pfeffel. 44) in der sprache der fischer Niederdeutschlands bezeichnet man durch hamen einen eigenthümlich gestalteten angelhaken aus zinn oder messing, in form eines kleinen fisches, mit einem widerhaken versehen und an einer schnur hängend. Jahn syn. s. 5. An eine entlehnung dieses wortes, das, wie man sieht, mit dem vorigen hamen keine verwandtschaft hat, aus lat. hâmus ist schon aus formellen gründen nicht zu denken, weil das deutsche wort im ahd. mhd. kurzen, das lat. langen vocal zeigt. alle bedeutungen des wortes führen auf die vorstellung des gebogenen, krummen zurück, und zeugen für eine deutsche wurzel ham biegen, krümmen, einengen, die in dem otfriedschen adj. ham, gen. hammes lahm, gichtbrüchig (Graff 4, 945) hervortritt, zu der sicher das irische cam krumm, lat. camurus einwärts gebogen, gekrümmt (camura cornua Vergil.) verglichen werden können, und die wol auch dem unten folgenden hamm, hamme zu grunde liegt, in etwas geänderter bedeutung wahrscheinlich auch dem hammel; eine weiterbildung derselben, wie in griech. κάμπη biegung, erscheint schon in goth. hamfs, ahd. hamf, alts. hâf handlahm; vergl. unten hampel und humpeln. auffallend berührt sich mit hame der form wie der bedeutung 1 nach das fem. kamme, kampe 5, 107, das dennoch seinen ursprung nur in einer begrifflich verwandten wurzel, aber mit ungleichem anlaute, haben kann.
3523 Zeichen · 47 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hamef.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    hame f. s. hamme.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    hameF?.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    hame , F?. Vw.: s. ham (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    hamem.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    hame , hamen , m. in mehreren bedeutungen: 1 1) es ist eine hölzerne gebogene fessel, zum leiten und festhalten eines th…

  4. modern
    Dialekt
    Hame

    Südhessisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Hame Band 3, Spalte 73-74

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hame

199 Bildungen · 181 Erstglied · 18 Zweitglied · 0 Ableitungen

hame‑ als Erstglied (30 von 181)

Hamecker

PfWB

ham·ecker

Ham-ecker m. : 1. 'Neckname für die Bewohner von Bergzabern', Hammeckeʳ . — 2. Dim., scherzh. Bez. für die Lokalbahn Winden — Bergzabern, Ha…

Hāmediᵉken

WWB

Hāme-diᵉken f. [ Enr Isl] Teil des Pferdegeschirrs.

hamedius

KöblerAhd

hamedius , M. nhd. Eidhelfer, Eideshelfer ne. conjurator ÜG.: lat. coniurator Cap, ahd. gieido Cap Q.: Cap (9. Jh.) E.: s. gieido L.: ChWdW9…

Hāmegeschirre

WWB

hame·geschirre

Hāme-ge-schirre n. [verstr. südl.] 1. Vordergeschirr des Pferdes (Frbg.) ( Arn Ar ). — 2. Geschirr um den Hals (Kummet) (Frbg.). ( Isl Hz).

hameide

KöblerMnd

hame·ide

hameide , F. nhd. Verzäunung, Sperrung, Riegel, Schlagbaum, Befestigung durch Verhau, Mauerwerk vor dem Stadttor, Staket ÜG.: lat. clathrus?…

Hameie

Campe

† Die Hameie , Mz. die — n , in manchen, vorzüglich N. D. Gegenden, ein Gatterthor mit einem Pförtchen zu jeder Seite, im gemeinen Leben auc…

Hame II

RhWB

Hame II dass. Wort, aber wegen der Bed. u. Zs. getrennt behandelt, u. zwar ham, ha·m. Saar von Saarbr-Dudw (-ǫ-) Göttelborn Ziegelbg an, Mos…

Hameine

Campe

hame·ine

† Die Hameine , Mz. die — n , im N. D. ein Gehege, ein Zaun, besonders von Pfählen. I Bremen wird der äußerste Sperrbaum vor dem Stadtthor H…

Hameister1

MeckWB

Hameister 1 m. s. Hagemeister .

Hameister2

MeckWB

Hameister 2 m. Hofmeister, Aufseher über eine Hofhaltung, eine Gutswirtschaft, aus ält. hove-, havemeister, dem früh die Form hofmeister den…

hameisterieren

MeckWB

hameisterieren (lautl. -å- ) den Hofmeister, d. i. den Gutsinspektor spielen, nur im Sinne des ständig Tadelnden, Zurechtweisenden verstande…

hameistern

MeckWB

hameistern wie d. Vor.: Preußen wull sick ... nich ... hameistern laten Stend. Bill. 101; mit jungem -o- und deutlicher Anknüpfung an den Er…

Hāmelāger

WWB

hamel·ager

Hāme-lāger n. Fläche zwischen Hals und Vorderbeinen des Pferdes (Frbg.) ( Alt Sb).

Hamelbein

MeckWB

hamel·bein

Hamelbein n. Hammelbein; im Necknamen Johann Hamelbein für einen Mann mit dünnen Waden (1885) Ro; auch im Neckreim: Gust mit de Wust, mit de…

Hāmelbē²n

WWB

hamel·ben

Hāmel-bē²n n. [verstr.] Bein des Hammels. — Ra.: Anne Hammelbǟine krīgen zur Verantwortung ziehen ( Dor Wl || mehrf.). De Hammelbeene lang t…

Hamelbuff

MeckWB

hamel·buff

Hamelbuff verkürzt aus Hamel di buff, womit ein Fangspiel der Kinder, namentlich der Mädchen, benannt wird, bei welchem Ringe aus 4—10 zusam…

Hamelbutt

MeckWB

hamel·butt

Hamelbutt m. das Ende des Dickdarms vom Hammel, worein die Mettwurst gestopft wird Schö Dem ; Ha Witt .

Hameldaler

MeckWB

hamel·daler

Hameldaler m. Geld vom Hammelverkauf: dei (der alte Schäfer) hett Hameldaler Sta Gramm ; im Schäfergruß: süll hei hebben Hameldaler? Krick; …

Hameldanzke

MeckWBN

Wossidia Hameldanzke m. Spottname des Schäfers Wo. Sa.

Hameldeif

MeckWB

hamel·deif

Hameldeif m. Neckname des Schäfers (1885) Gü Gülz ; zwei Schäfer begrüßen sich: Goden Dag, Broder Löw — Schönen Dank, du Hameldeef Wa Penzl …

hame als Zweitglied (18 von 18)

fahame

KöblerAe

fah·ame

fahame , sw. F. (n) nhd. Graupen? ÜG.: lat. polenta Gl Q.: Gl I.: Lw. lat. polenta E.: s. lat. polenta, F., Gerstengraupen; vgl. lat. pollen…

jāgehāme

MNWB

jage·hame

jāgehāme , m. , Netz in das die Fische durch Schlagen des Wassers hineingejagt werden.

lasterschame

MWB

laster·schame

lasterschame stF. ‘Schmach, Schande’ si sollent [...] / iren namen laessen vinden / altzyt aen laster schame, / so wert gecroent ir werde na…

līchhame

KöblerMhd

līch·hame

līchhame , sw. M. nhd. Leib, Körper, Leichnam Hw.: s. līcham, līchham Q.: s. līchham* E.: s. līchham, līcham W.: s. nhd. Leichnam, M., Leich…

ouzerschame

KöblerMhd

ouzerschame , st. F. Vw.: s. ūzerschame

¹schām(e)

MNWB

sch·ame

1 schām(e) , f. , 1. Scham, Schamgefühl, Keuschheit, Sittsamkeit; Schande, Unehre, sch. unde schande krîgen, nôt unde sch. lîden. 2. Scham, …

scherrehame

KöblerMhd

scherre·hame

scherrehame , sw. M. nhd. Fischernetz Q.: WeistGr (14. Jh.) E.: s. scherre, hame W.: nhd. DW- L.: Lexer 182a (scherreham), LexerHW 2, 711 (s…

stöckehāme

MNWB

stock·e·hame

°* stöckehāme Fischhamen, Fischreuse, Stellnetz. Vgl. ° stōkenette, ° stōkewāde.

strîkhāme

MNWB

strik·hame

strîkhāme , m. , Fischnetz mit weiter Öffnung das über den Grund eines Gewässers gezogen wird.

unschame

Lexer

un-schame stf. impudentia Dfg. 290 b , impudenda n. gl. 212 a .

vlôthāme

MNWB

vlot·hame

° vlôthāme , vluͦt- , m. , Fischzaun der nur in die Strömung gesetzt ist (: vulhāme) ?

vulhāme

MNWB

vul·hame

°(vulhāme) , vol- , m. , durch den ganzen Fischgrund gesetzter Fischzaun (: vlôthāme, s. d.)? (Schwabstedter Buch 3168 f. ) .

ūzerschame

KöblerMhd

ūzerschame , st. F. nhd. Scham vor den Leuten E.: s. ūzer, schame W.: nhd. DW- L.: Lexer 262a (ūzerschame)

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APA
Cotta, M. (2026). „hame". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/hame/dwb?formid=H01637
MLA
Cotta, Marcel. „hame". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/hame/dwb?formid=H01637. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „hame". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/hame/dwb?formid=H01637.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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  year         = {2026},
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  urldate      = {2026-05-14},
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