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Häring

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Häring

Bd. 8, Sp. 808
Häring, 1) Georg Wilhelm Heinrich, unter dem Pseudonym Willibald Alexis bekannter Romandichter, geb. 29. Juni 1798 in Breslau, gest. 16. Dez. 1871 in Arnstadt, entstammte einer französischen Refugiésfamilie aus der Bretagne, die ihren französischen Familiennamen Hareng ins Deutsche übersetzt hatte, besuchte das Werdersche Gymnasium in Berlin, machte als Freiwilliger den Feldzug von 1815 mit, widmete sich hierauf in Berlin und Breslau juristischen Studien und wurde Auskultator und Kammergerichtsreferendar in Berlin. Bald entsagte er jedoch der juristischen Laufbahn und widmete sich ausschließlich der schriftstellerischen Tätigkeit, wobei er mitten im Gewirr publizistischer Vielgeschäftigkeit große poetische Pläne festhielt und künstlerisch gestaltete. 1856 hatte H. das Unglück, bald nach seiner Übersiedelung nach Arnstadt in Thüringen, wo er sich ein anmutiges Heim gegründet, von einem Gehirnschlag getroffen zu werden, von dem er sich nie wieder vollständig erholte. Seine eigentliche literarische Tätigkeit begann H. mit einem idyllischen Epos in Hexametern: »Die Treibjagd« (Berl. 1820), dem zwei Novellen: »Die Schlacht bei Torgau und der Schatz der Tempelherren« (das. 1822), folgten. Aus einer Wette im Freundeskreis ging ein dreibändiger Roman: »Walladmor« (Berl. 1823–24, 3 Bde.), hervor, eine kecke Mystifikation, indem der Verfasser das Werk für eine Schöpfung Walter Scotts ausgab und damit überall Glauben fand. Der Roman wurde ins Englische und mehrere andre Sprachen übersetzt. Unter derselben Maske erschien auch der Roman »Schloß Avalon« (Leipz. 1827, 3 Bde.), dem die »Geächteten« (Berl. 1825) vorausgegangen waren. Bald aber trat H. mit selbständigern Produkten auf, in denen sich Anklänge an Scott und Tieck mit seinen eignen, von der jungdeutschen Bewegung beeinflußten Reflexionen mischten, ohne daß der Objektivität der Darstellung dadurch Eintrag geschah. Unter seinen »Gesammelten Novellen« (Berl. 1830–31, 4 Bde.) und »Neuen Novellen« (das. 1836, 2 Bde.) sind einzelne, wie »Venus in Rom« und »Acerbi«, vortrefflich in Ausführung und Darstellung. Sein eigenstes Gebiet, das der historischen Romandichtung mit dem Hintergrund märkisch-preußischer Geschichte, betrat H. zuerst in seinem umfangreichsten Werke: »Cabanis« (Berl. 1832, 6 Bde.; 7. Aufl. 1893), einem charakteristischen Bild aus der Zeit Friedrichs d. Gr. Aber bereits mit dem Roman »Das Haus Düsterweg« (Leipz. 1835) schien H. wieder in andre Bahnen einzulenken. Als Reiseschriftsteller trat er in seiner »Herbstreise durch Skandinavien« (Berl. 1828, 2 Bde.), den »Wanderungen im Süden« (das. 1828) und den »Wiener Bildern« (Leipz. 1833) auf, welch letztere in Preußen verboten, während umgekehrt seine »Schattenrisse aus Süddeutschland« (Berl. 1834) von den Liberalen angefeindet wurden. Seine »Zwölf Nächte« (Berl. 1838, 3 Bde.) leiden an einer gewissen Nüchternheit und Breite des Räsonnements, die der sonst trefflichen Darstellung Eintrag tun. Sein »Urban Grandier« (Berl. 1843, 2 Bde.) war als Nachtgemälde des Fanatismus von Interesse. Zwischen der Folge seiner historischen Romane erschienen noch: »Der Zauberer Virgilius« (Berl. 1851), »Märchen aus der Gegenwart« (das. 1852) und das Bruchstück eines unvollendet gebliebenen Zeitromans, das Idyll »Ja, in Neapel« (das. 1860). Für die Bühne schrieb H. in früherer Zeit die Lustspiele: »Der Prinz von Pisa« und »Die Sonette« (1828), das Drama »Ännchen von Tharau« (1829) und den Fastnachtsschwank »Der verschwundene Schneidergesell« (1841). Auch gab er »Balladen« (Berl. 1836) und mit E. Ferrand und A. Müller »Babiolen« (Leipz. 1837, 2 Bde.) heraus. Die längere Zeit geführte Redaktion des »Berliner Konversationsblattes«, womit 1830 »Der Freimütige« verbunden wurde, gab er 1835 auf. Das von ihm mit Hitzig begonnene Werk »Der neue Pitaval« (Leipz. 1842–63, Bd. 1–33) behauptet unter allen für ein größeres Publikum bestimmten Sammlungen von Kriminalgeschichten den Vorrang. Seine eigentliche Bedeutung in der neuern deutschen Literatur errang aber Willibald Alexis lediglich mit den vortrefflichen historischen Romanen, zu denen »Cabanis« der Vorläufer gewesen war. Nacheinander erschienen: »Der Roland von Berlin« (Leipz. 1840, 3 Bde.; 6. Aufl. 1902), der die letzten Kämpfe des altmärkischen Bürgertums gegen den neuaufstrebenden Hohenzollernstamm im 15. Jahrh. zum historischen Hintergrund hat; »Der falsche Woldemar« (Berl. 1842, 3 Bde.; 5. Aufl. 1893), der die denkwürdigste Episode der mittelalterlichen Geschichte der Mark Brandenburg behandelt; der Doppelroman »Die Hosen des Herrn von Bredow« (das. 1846–48, 5 Bde.; 14. Aufl. 1900), in zwei Abteilungen: »Hans Jürgen und Hans Jochem« und »Der Werwolf« (in 3 Büchern, 7. Aufl. 1899), welche die Zeit des Kurfürsten Joachim I. und der Reformation zum Hintergrund haben; »Ruhe ist die erste Bürgerpflicht« (das. 1852, 5 Bde.; 5. Aufl. 1898), die traurigste Zeit Preußens vor der Katastrophe von Jena darstellend; »Isegrimm« (das. 1854, 3 Bde.; 5. Aufl. 1899), aus den Tagen der Erhebung und des Aufschwunges nach 1806, und endlich »Dorothe« (das. 1856, 3 Bde.; 4. Aufl. 1896), welcher Roman wiederum in die letzte Zeit des Großen Kurfürsten zurückgreift. Alle diese Romane, obschon nicht völlig von prosaischen Elementen frei, erheben sich doch in der Hauptsache durch die Fülle charakteristischer Gestalten sowie durch die Wiedergabe der Zeitstimmung und die Schilderung märkischer Landschaften, aus denen die Eigentümlichkeiten der Menschen erwachsen, zu wahrhaft poetischer Bedeutung. Härings »Gesammelte Werke« erschienen in 20 Bänden (Berl. 1374), die »Vaterländischen Romane« besonders in 8 Bänden (zuletzt das. 1884); seine »Erinnerungen« gab M. Ewert heraus (das. 1899). Vgl. Julian Schmidt, Neue Bilder aus dem geistigen Leben unsrer Zeit (Leipz. 1873); G. Freytag in den »Gesammelten Werken«, Bd. 16 u. 23; Ad. Stern, Zur Literatur der Gegenwart (das. 1879). 2) Theodor, protest. Theolog, geb. 22. April 1846 in Stuttgart, war 1873–76 Repetent am evangelisch-theologischen Stift in Tübingen, 1876–81 Diakonus in Kalw, 1881–86 in Stuttgart und wurde 1886 als ordentlicher Professor der systematischen Theologie nach Zürich berufen, von dort 1889 in gleicher Eigenschaft nach Göttingen. Seit 1895 ist er Professor und zweiter Frühprediger in Tübingen. Er schrieb: »Über das Bleibende im Glauben an Christus« (Stuttg. 1880); »Die Theologie und der Vorwurf der doppelten Wahrheit« (Zürich 1886); »Zu Ritschls Versöhnungslehre« (das. 1888); »Zur Versöhnungslehre« (Götting. 1893); »Unsre persönliche Stellung zum geistlichen Beruf« (das. 1893, 3. Aufl. 1899); »Die Lebensfrage der systematischen Theologie« (Tübing. 1895); »Das christliche Leben auf Grund des christlichen Glaubens. Christliche Sittenlehre« (Stuttg. 1902).
6747 Zeichen · 126 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Häring

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Häring , des -es, plur. die -e, ein Seefisch, welcher besonders in den Nordischen Gewässern in großer Menge gefangen…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Häring

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Häring , 1) Georg Wilhelm Heinrich , unter dem Pseudonym Willibald Alexis bekannter Romandichter, geb. 29. Juni 1798 in …

  3. modern
    Dialekt
    Häring

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Häring hEriŋ, –ē-, –E:-, –reŋk Allg.; doch sind noch mdl. Formen in Gebrauch: hīriŋ Koch-Laub ; hęrək Koch-Kaisersesch ,…

  4. Sprichwörter
    Häring

    Wander (Sprichwörter)

    Häring Häring , s. Hering.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit haering

72 Bildungen · 63 Erstglied · 8 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von haering 2 Komponenten

haer+ing

haering setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

haering‑ als Erstglied (30 von 63)

Häringer

Adelung

haer·inger

Der Häringer , des -s, plur. ut nom. sing. ein nur in einigen Oberdeutschen Gegenden übliches Wort, einen Höken zu bezeichnen, welcher vorne…

Hǟringesbändiger

WWB

haeringe·s·baendiger

Hǟringes-bändiger m. [verstr.] 1. Verkäufer (Lehrling) im Lebensmittelgeschäft (spött.). — 2. wer sich stark vorkommt (iron.) ( WmWb ).

Hǟringeskoªrf

WWB

Hǟringes-koªrf m. Behälter für Heringe (Frbg.) ( Lhs Lh).

Häringsbauch

Campe

haering·s·bauch

Der Häringsbauch , des — es, Mz. die — bäuche , der Bauch des Häringes; uneigentlich, Х ein sehr schmächtiger, leerer Bauch.

Häringsblick

Adelung

haering·s·blick

Der Häringsblick , des -es, plur. die -e, der Blick oder blitzende Glanz, welchen die Häringe von sich geben, wenn sie in großen Haufen schw…

Häringsbrühe

Adelung

haering·s·bruehe

Die Häringsbrühe , plur. inus. 1) Die salzige Brühe von eingesalzenen Häringen; die Häringslake. 2) In den Küchen, eine Brühe, zu welcher Hä…

Häringsbude

Adelung

haering·s·bude

Die Häringsbude , plur. die -n, eine Bude, in welcher gesalzene Häringe verkauft werden.

Häringsbüse

Adelung

haering·s·buese

Die Häringsbüse , plur. die -n, eine Büse, oder kleines Schiff, so fern es zum Häringsfange gebraucht wird. S. Adelung Büse .

Häringsfang

Adelung

haering·s·fang

Der Häringsfang , des -es, plur. inus. der Fang des Häringes. Auf den Häringsfang gehen, segeln.

Häringsfaß

Campe

haering·s·fass

Das Häringsfaß , des — sses, Mz. die — fässer ; Verkleinungswort das Häringsfäßchen, des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein Faß mit eingesalzenen H…

haering als Zweitglied (8 von 8)

Brandhäring

Adelung

brand·haering

Der Brandhäring , des -es, plur. die -e, Häringe, welche etwas später als andere, z. B. um Bartholomäi, mit den Schiffen ankommen; von dem Z…

Flickhäring

Adelung

flick·haering

Der Flickhäring , des -es, plur. die -e, auch am häufigsten in Niedersachsen, ein geräucherter fetter Häring, der am Rücken aufgeschnitten i…

Hohlhäring

Adelung

hohl·haering

Der Hohlhäring , des -es, plur. die -e, eine geringe Art eingesalzener Häringe, welche zu einer Zeit gefangen werden, da die Häringe weder R…

Maykenshäring

Adelung

Der Maykenshäring , oder Maikenshäring, des -es, plur. die -e, in dem Häringshandel, besonders Niedersachsens, früh gefangene Häringe, welch…

Pökelhäring

Adelung

poekel·haering

Der Pökelhäring , des -es, plur. die -e, ein eingesalzener Häring, zum Unterschiede von den an der Luft getrockneten oder geräucherten Härin…

Zirkelhäring

Adelung

zirkel·haering

Der Zirkelhäring , des -es, plur. die -e, in der Handlung, Häringe, deren Fässer, worein sie gepackt worden, mit einem Zirkel bezeichnet sin…

Ableitungen von haering (1 von 1)

Häringe

Meyers

Häringe , Zeltpflöcke zum Befestigen der Haltleinen.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „haering". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/haering/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „haering". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/haering/meyers. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „haering". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/haering/meyers.
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