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grasen

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
25 in 19 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
43
Verweise raus
44

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

grasen

grasen

Gras n. in Halmen wachsende grüne Pflanze mit schmalem Blatt und ährenförmigem Blütenstand, auch ‘Rasen, Wiese’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. gras, afries. gers, gres, aengl. græs, gærs, engl. grass, anord. gras, schwed. gräs, got. gras (germ. *grasa-) läßt sich mit lat. grāmen ‘Gras’ (aus *grasmen) verbinden. Daraus ist ie. *ghrəs- ‘Gras, Pflanzentrieb’ zu erschließen, das mit erweiterndem s auf ie. *ghrə-, eine Form der Wurzel ie. *gher(ə)- ‘hervorstechen’ (von Pflanzentrieben, Stacheln, Borsten, Erderhebungen, Kanten), weiterführend auch ‘wachsen, grünen’, zurückgeht. Zur gleichen Wurzel gehören Grat, Gräte, Granne und grün (s. d.). – grasen Vb. ‘Gras abfressen’, ahd. grasōn ‘weiden, Gemüse pflanzen’ (9./10. Jh.), mhd. grasen ‘Gras schneiden, weiden’; abgrasen Vb. ‘Gras abweiden, abmähen’ (15. Jh.), übertragener Gebrauch seit dem 19. Jh. Graser m. (Jägersprache) ‘Zunge des Rotwildes’ (18. Jh.). grasig Adj. ‘mit Gras bewachsen, grasähnlich’, ahd. grasag (um 1000), mhd. grasec. Grasmücke f. kleiner, in Gebüsch und Hecken lebender Singvogel, ahd. grasmugga (Hs. 12. Jh.), mhd. gras(e)mucke (aus *grasa-smukka). Im zweiten Bestandteil des Vogelnamens sieht man ein Nomen agentis zu dem unter schmiegen (s. d.) behandelten Verb. Das Nomen, das das anlautende s- früh verloren haben muß, weist Schwundstufe und die für Intensiv- bzw. Iterativbildungen (wie schmücken, schmuggeln, s. d.) charakteristische Konsonantengemination auf; semantisch folgt es mhd. smiegen und smucken, smücken, beide ‘in etw. eng Umschließendes drücken’, reflexiv ‘sich ducken’. Die ahd. Überlieferung bietet zahlreiche Varianten (mit und ohne Fugenvokal); neben den Formen auf -mugga stehen von Anfang an solche auf -mucca. Das beweist, daß irrtümlich schon früh Zusammenhang mit ahd. mugga, Variante mucca, nhd. Mücke (s. d.) empfunden wird.
1845 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grasenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    grasen swv. intr. grasen, gras schneiden. sie graset dicke unde klêt Krone 24253. das ros gienc grasen in den walt Sigen…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    grāsenswv.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    grāsen , swv. , grasen 1. Gras fressen, weiden; Weiderecht ausüben, sein Vieh weiden lassen; trans. begrasen, de hêide g…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grasen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Grasen , verb. reg. neutr. mit haben. 1) Das Gras abfressen, von dem Viehe; im mittlern Lat. graminari. Die Kühe grasen …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    grasen

    Goethe-Wörterbuch

    grasen a weiden, Gras abfressen [ Thomas zum Knecht: ] Hier [ am Haus ] ist eine Wiese .. Treibt nur das Vieh alle da hi…

  5. modern
    Dialekt
    grasen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    grase n [krâsə allg. ] Gras mähen od. abschneiden (bes. mit der Sichel) und heim bringen; ( Blumen, Erdbeeren, Heidelbee…

  6. Sprichwörter
    Grasen

    Wander (Sprichwörter)

    Grasen 1. Ein jeder graset sein Kelbichen, weil er kan. – Petri, II, 200. 2. Hei graset dör de Tuine (Zäune). ( Sauerlan…

  7. Spezial
    grasen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    gra|sen vb.intr. (weiden) pascenté (-tëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grasen

13 Bildungen · 4 Erstglied · 5 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von grasen 2 Komponenten

gra+sen

grasen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grasen‑ als Erstglied (4 von 4)

grasensgerechtigkeit

DWB

grasen·s·gerechtigkeit

grasensgerechtigkeit , f. , berechtigung zur grasnutzung, zu grasen, vb.; vgl. grasgerechtigkeit unter gras- kompositionstypen 3 b α : hat a…

grasen als Zweitglied (5 von 5)

abgrasen

DWB

abgrasen , gramen depascere, das gras wegfressen. die lämmer grasen den anger, die junge saat ab.

begrasen

DWB

beg·rasen

begrasen , nnl. begrazen, in verschiednem sinn, 1 1) sich begrasen, herbascere, gramine vestiri, sich berasen: die hügel der gefallenen begr…

gegrasen

KöblerMhd

gegrasen , sw. V. nhd. grasen Q.: Krone (um 1230) E.: s. ge, grasen (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 181 (gegrasen)

nachgrasen

DWB

nach·grasen

nachgrasen , verb. grasen, wo schon gegrast worden ist; sprichwörtlich: er hat ihm ziemlich nachgegraset. Wander 3, 836 ; grasend nachfolgen…

vergrasen

DWB

ver·grasen

vergrasen , verb. 1 1) intransitiv, zu gras werden: ein platz vergraset, wenn er mit gras überwächst. Adelung 4, 1437 . 2 2) transitiv, das …

Ableitungen von grasen (4 von 4)

begrasen

DWB

begrasen , nnl. begrazen, in verschiednem sinn, 1 1) sich begrasen, herbascere, gramine vestiri, sich berasen: die hügel der gefallenen begr…

ergrasen

DWB

ergrasen , 1 1) cespite, gramine obduci, die hügel der gefallnen ergrasen schon. 2 2) tr. depascere, demetere: die wiese ergrasen, abweiden,…

gegrasen

KöblerMhd

gegrasen , sw. V. nhd. grasen Q.: Krone (um 1230) E.: s. ge, grasen (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 181 (gegrasen)

vergrasen

DWB

vergrasen , verb. 1 1) intransitiv, zu gras werden: ein platz vergraset, wenn er mit gras überwächst. Adelung 4, 1437 . 2 2) transitiv, das …