Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
got stM.
1.1 allg.
1.2 in trinitarischer Sicht
1.2.1 auf die erste Person der Trinität bezogen (Gottvater)
1.2.2 auf die zweite Person der Trinität bezogen (Christus, s.a. gotmensche )
1.2.3 in Verbindung mit geist auf die dritte Person der Trinität bezogen (heiliger Geist)
1.3 in Bezeichnungen für Maria
1.4 in Verbindung mit lîcham oder brôt ‘Hostie’ (s.a. gotlîcham )
1.5 in Verbindungen und Fügungen, die Gottes Eigenschaften und das Verhältnis zwischen Mensch und Gott charakterisieren
1.5.1 Gott als Allmächtiger, Herrscher und Gebieter
1.5.2 Gott als strenger Richter oder zorniger Rächer
1.5.3 Gottes Gnade, Barmherzigkeit
1.5.4 Gott als Beschützer, Erhalter, Helfer und Erlöser
1.5.5 in Verbindung mit Vorstellungen von Gottes Körperlichkeit oft pars pro toto
1.5.6 Dienst an Gott
1.5.7 liebende, innige Hinwendung zu Gott
1.6 phras. (ausführliche Darstellung s. Friedrich, PhrasWB, S. 172-179 und TPMA 5,135-209)
1.6.1 in Begrüßungen (s.a. gotewillekomen )
1.6.2 bekräftigend, emphatisch
1.6.2.1 bî
1.6.2.2 durch
1.6.2.3 in gotes namen
1.6.2.4 sam/ sô mir/ dir/ iu ( helfe )
1.6.2.5 als Interj.
1.6.2.6 s.a. gotelop ; gotsene ; gotweiʒ , weiʒgot
1.6.3 gesach jmdn. ‘jmd. ist von Gott gesegnet’ (vgl. ergaz im got ergëʒʒen 2 )
1.6.4 gebietet über jmdn. ‘beruft jmdn. aus dem Leben ab’ gebieten 2
1.6.5 sprichwörtl. Wendungen
1.6.5.1 wem Gott hilft, dem kann niemand schaden
1.6.5.2 Gott verlässt den/ die Seinen nicht
1.6.5.3 Gott fürchten (dienen) ist aller Weisheit Anfang
1.6.5.4 Gottes Wille geschieht
2 in Beschreibungen der Göttlichkeit des Menschen
3 nicht-christlicher, heidnischer Gott (vgl. abgot )
1 der Gott der jüdisch-christlichen Tradition (s.a. hêrre , truhtîn , vrô swM.) – Lit. zur christl. Gottesvorstellung im MA: A. Angenendt, Geschichte der Religiosität im Mittelalter, Darmstadt 2009, S. 89-147; H.-W. Goetz, Gott und die Welt, Berlin 2011. 1.1 allg.: got voni himili ÄJud 219; got, der du minni ist SuTheol 195; ich mac der kristenheite gote / alêrste nu grôzes wunders jehen Wh 107,18; diu vorhte des oberisten gotes / daz ist diu gebe zaller vordirest Vateruns 25. – anrufend: ware got, ih lobin dih SEzzo 17; ey got daz dûs verhanctes! Wh 419,5. 49,16; ach, got, hæt ich für sterben / mit einem rôtem munde doch gedinget SM:Tu 2: 1,6; ach got, des hilf, das sie ir güte kere / zu mir Mügeln 333,12; TannhBu 53. – gegenbildlich für den Antichrist: so kumt der unselden barn [Antichrist] , / der also strenget sin gebot / daz her sich selben nennet got, / und der also wanewitzet / daz her in gotes tempel sitzet HeslApk 18868 1.2 in trinitarischer Sicht: die drie sint allentsamen / ein war got under den drin namen / got vater, got sun und got geist HeslApk 11177 u.ö.; dar umbe sprechent die meister, daz got, der himelsche vater, ist des sunes vater und niht herre, noch des heiligen geistes herre. aber got-vater-sun-und-heiliger-geist ist ein herre und ein herre der crêatûren Eckh 5: 37,1. 5: 41,21; Parz 817,16; HvNstGZ 6875 1.2.1 auf die erste Person der Trinität bezogen (Gottvater): got uater unser, du bist in den himelen, geheilegot werde din name Spec 156,13; herro got uater min / daz sol imer din lop sin VMos 67,9; got der vater niht in im enwürket diu werk Eckh 5: 19,6; sun gotis, barn der magidi. / er nam von uns di doticheit SuTheol 122 1.2.2 auf die zweite Person der Trinität bezogen (Christus, s.a. gotmensche ): dô sprach der rîter grâ gevar / meint ir got den diu magt gebar? Parz 448,2; nu wil ich bitten den got, / der von den juden wart gemarterot Wahrh 1; VatGeb 64; VEzzo 233. – gottes geburt ‘Christi Geburt’ (auch in Datierungen): diu hilig schrift diu nach gotes geburt geschriben ist, diu hiligen ewangelia, apostolus und ander hilig schrift PrOberalt 87,19; dis geschach [...], do von vnsers heren gottes geburt waren zwelfhundert vnd nv́nzig iar UrkCorp (WMU) 2389,32 u.ö. 1.2.3 in Verbindung mit geist auf die dritte Person der Trinität bezogen (heiliger Geist): got geist der von in beiden [Gottvater und Christus] schein, / daz wort in ir [Maria] entprante, / daz got vater ir dar sante HeslApk 636; dâ ist ûzvluz und ursprunc des heiligen geistes, von dem aleine, alsam er gotes geist und geist got selber ist Eckh 5: 41,12; der geist, der gotes und got ist ebd. 5: 43,4; ouch vliuzet von uns got-der-heilige-geist ebd. 5: 42,4; RvEBarl 2916 1.3 in Bezeichnungen für Maria: gotis brut, du seli adilvrowi SuTheol 275; si was aller magede herist von diu [...], / daz si gotes maget ware AvaLJ 2,3; da gent si nach deme lambe. gotes muͦter ist ein mait VMos 60,11; ave, [...], / gotes muter Maria. / frou dich, gotes porta, / diu verslozzen gebære MarseqS 4; dat ich dich, vrow, gods thron mach nennen, / wand de overst godesthron bis du, / selich muͦder ’s selgen Jhesu! MarlbRh 62,17 1.4 in Verbindung mit lîcham oder brôt ‘Hostie’ (s.a. gotlîcham ): dez selbin tages, so wir gotis lichamen nemen Lucid 114,12; VatGeb 49; dich wundert, wie das brot wirt gotes lichnam [...], / ab es got selber si ader ein zeichen? / ein zirkel ist ein zeichen und bedütet win. / wie gotes brot im zirkel, nicht ein zeichen sin / sal unde mag Mügeln 15,5 1.5 in Verbindungen und Fügungen, die Gottes Eigenschaften und das Verhältnis zwischen Mensch und Gott charakterisieren 1.5.1 Gott als Allmächtiger, Herrscher und Gebieter: ich geben mich an des almehtien godes gewalt SüklU 9; [Eva] brach gotes gebot / und verlôs sich selben unde got Tr 17945; nu hilf mir, alwaltintir got ÄJud 195; dem geweltigen gote VEzzo 140; herre got der gvte ReinFu K,1296; ich pin niht got, / ich leiste ab gerne sîn gebot Parz 122,29. 414,15 1.5.2 Gott als strenger Richter oder zorniger Rächer: unz an die zît / daz gotes gerihte râche gît / nâch sînen werken über in Wig 9940; si [die Sünder in der Hölle] pineget eyn vuer heyz / nach gotes rechte Hiob 9884; hie ist geschen / gotes rache ReinFu K,975; daz wir des almæchtigen gotes zorn und sines gerihtes uͤberich werden PrOberalt 66,9; gottes urtêl SSp 197,19; StatDtOrd 36,26; AvaJo 30,6; Mühlh 106,7 1.5.3 Gottes Gnade, Barmherzigkeit: von gottes barmherzekeit und von siner bekorunge und gerehtekeit Mechth 3: 22,1; gots gerechtikeit was im wol kundic, / gots irbarmde was im unirvundic HeslApk 17582; mâze machet gottes gunst, / so hât unmâze der helle brunst / gemêret SM:JvR 1: 7,11; der engili minni undi gotis huldi / virluri wir durch disi sculdi SuTheol 117; dar ane ist gotes gnaden ouch worden scin Himmelr 4,20; Gen 2779; Parz 186,26 1.5.4 Gott als Beschützer, Erhalter, Helfer und Erlöser: der almæchtig got der haist von recht ‘herre’, wan er ist schepphær und beschirmær aller geschepfte PrOberalt 158,33. 160,9; Iw 1172; SpdtL 81,7; vil lieber vriunt, swer sô dû sîs, / got müeze dich gehalten! Tr 2683; gott halte dich, konig Artus Lanc 47,14; Wig 11529; Mechth 5: 35,45; min geist is gevröwet sere / in minem god, mim heilere! MarlbRh 74,32; Rol 3482; nu hilf mir, got der guote, / uz der starchen note Hochz 1032; SM:We 1a: 1,6; Parz 121,2; got bewar nv mich ReinFu K,1832; Tr 12620; mit sinem vil heren bluote / lost uns got der riche / alle geliche Hochz 875. 995; got der hat dich erlost Herb 6019; Tannh 13,36; ÄJud 139 1.5.5 in Verbindung mit Vorstellungen von Gottes Körperlichkeit oft pars pro toto: sone wizzen wir armen toren / niht, daz uns gotes oren / so nahen an unserm munde stent, / daz diu wort elliu drin gent StrKD 120,64; daz hvn were / heilic vor gotes gesichte ReinFu K,1497; da ich schuldig an bin vor gottes oͮgen Mechth 7: 38,4 u.ö. 1.5.6 Dienst an Gott: da dient er dem almehtigen got vnd vnser frowen mit sinem ambet vil fleizecliͤchen mit vasten, mit wachen, mit sinem reinem gebet und mit anderen heiligen werchen Konr 7,10 u.ö.; gott zu dienen das ist die gröst zuversicht zu freuden Lanc 19,4; Hochz 412; SM:Pf 1: 2,5; Eckh 5: 189,4; êhafte nôt [...] : daz ist vancnüsse, oder ob er in des rîches dienst ist oder in gotes dienst ûzerhalp landes, oder siechtuom SpdtL 109,23; Mechth 5: 23,27. – in Verbindungen, die den Gottesdienst bezeichnen (s.a. gotesdienest ): sante Barlââme was / worden baz, unz er gelas / und gar gesanc die messe hie / und gotes ambet gar begie RvEBarl 15572; LobSal 134; Konr 3 W1,206; die brûdere phaffen unde leigen sulen gemeinlîche kumen tages unde nahtes zu gotes dieneste unde zu ir gezîten StatDtOrd 34,28; swie vil man gote gediente oder iemen dâ gesanc, / des dûhte Prünhilde diu wîle gar ze lanc NibB 844,1; KlageB 3393; Kudr 1671,4 1.5.7 liebende, innige Hinwendung zu Gott: des bekennen ich mich gode hie SüklU 54; Eckh 5: 117,3 u.ö.; SuTheol 192; HeslApk 259; gedenkt an got ze aller zit TannhHofz 24; Wig 5388; StatDtOrd 26,13; dir enbiutet der keiser uon Rome, / [...], / daz du dich touphest, / an einen waren got geloubest Rol 2029; Hochz 87; Parz 817,13; Wh 100,29; ob man hât grôze hoffenunge und zuoversiht ze gote Eckh 5: 238,9; ich hoff auch zu got Lanc 250,21 u.ö.; des scul wir gote wol getruwen Rol 198; Eckh 5: 20,19; SM:JvR 1: 2,11; SuTheol 266; wir schulen got furhten unde minnen – / so mugen wir sin hulde gewinnen Hochz 576; der scol in der waren gotes minne / ain pater noster singe Rol 9087; do wurden die anderen engel so ueste in der gottes minne, daz sie niemer mothen gewenken von dem gotes lobe Lucid 6,17; Mechth 2: 22,8; PrBerthKl 5,70; SpdtL 80,10. – spez. (An-)Beten, Bitten u.ä.: daz aneruofen und gebet enwil got niht morgen erhœren, wan er hât ez erhœret in sîner êwicheit Eckh 5: 415,8; Mechth 7: 3,37; JPhys 6,8; dar umbe bit ich got ze helfe SpdtL 80,5; Iw 5351; Wig 3500; got hat si wol gewert / des si an in gerten Rol 228; wil got geben, des ich beger, dar ane sô hân ich ez und bin in wunne Eckh 5: 23,5; Vateruns 135; Konr 10,156; MF:Mor 7: 6,3 1.6 phras. (ausführliche Darstellung s. Friedrich, PhrasWB, S. 172-179 und TPMA 5,135-209) 1.6.1 in Begrüßungen (s.a. gotewillekomen ): got grvͤz vch, gevater min ReinFu K,178; got grüeze dich, muome Renner 1569; Mechth 1: 1,2. – sint, frouwe, gote willekomen! KvWWelt 113; KvWHvK 724; vrowe mîn, / du solt willekomen sîn / dem rîchen got unde mir UvZLanz 1087; sitt mir und got wilkuͦmen, edeler ritter! Lanc 560,34. 48,28; Tr 5188; Parz 305,27 1.6.2 bekräftigend, emphatisch 1.6.2.1 bî ~ : das will ich dir pey got jehen HvNstAp 4227; wærlîche, wærlîche, bî gote, bî gote, und sît des als gewis, als daz got lebet Eckh 3:364,2; 1.6.2.2 durch ~ : hêr, durch got, die rede lât Parz 368,2. 556,15; ‘dû redest sam ez sî dîn spot.’ / ‘wê, nein ez, durch got.’ Er 7513; lât stân! durch got, waz gât ir an? Tr 2794; SM:Te 10: 3,7 1.6.2.3 in gotes namen: ich hup mich uz [zog los] in gotes namen Rol 1074. 8158; sîn schiffelîn daz stiez er an / und vuor in gotes namen dan Tr 6786. 2370; Konr 3 W1,50; Eckh 5: 306,6 1.6.2.4 sam/ sô mir/ dir/ iu ~ (helfe): sam mir got der guote Tr 10076; ir sit hubisch, so mir got Herb 8207; Lanc 168,22 u.ö.; sô helf mir got, des vreut ich mich Iw 6163. – ir aller nîden unde ir haz / nu sô dir got, waz schadet dir daz? Tr 8394. 2231; so dir got der gute! Herb 9632; sô helf iu got, wie varnt ir sô? UvZLanz 486. 4292; Wig 4805 1.6.2.5 als Interj.: sie sprach: got, du [Salmans Frau] bist mir zu swere SalMor 589,5; ach got, das ir nicht leret / der romer tat, ir richen Mügeln 325,13 1.6.2.6 s.a. gotelop ; gotsene ; gotweiʒ , weiʒgot 1.6.3 gesach jmdn. ~ ‘jmd. ist von Gott gesegnet’ (vgl. ergaz im got → ergëʒʒen 2 ): jâ süezer got, wie liep ein lîp! / gesach in got, der ir vil reinen lîbes hât gewalt! KLD:GvN 8: 3,4; eya, wel geselschaft, wel vroͤlich lant! gesach in got, daz er ie geborn wart, der iemer hie wonen sol! Seuse 244,5 u.ö.; gesach mich got SpJesu 395; gesach dich got, daz dich dîn muoter ie getruoc! PrBerth 1:337,8; TrudHL 140,33 u.ö.; VMos 61,12 1.6.4 ~ gebietet über jmdn. ‘beruft jmdn. aus dem Leben ab’ → gebieten 2 1.6.5 sprichwörtl. Wendungen 1.6.5.1 wem Gott hilft, dem kann niemand schaden: nu ergienc daz sprichwort, als ich las: / swem got wol, dem nieman übel HvFreibTr 3193; ach herr, wie ist daz wort so war, daz man von dir seit: dem got wol, dem nieman úbel! Seuse 130,4. – daz habet ir wol gehœret, vil dicke ist daz gesagt: / swem got sîn leben wil fristen, niht leides dem geschiht WolfdA 87,3 1.6.5.2 Gott verlässt den/ die Seinen nicht: jâ verliez got den sînen nie HartmKlage 808; er hêt vor ougen ie / got, der die sînen nie verlie Wig 1621; iedoch sô hôrte ich sagen ie / daz got die sînen nie verlie Gauriel 4382.34; got die sinen nie verlie / swa sie warn benoͤtet Rennew 5860. 6516; Mai 205,31; HvNstAp 1444; Reinfr 50. 18974. – got gelie die sinen nie, / daz wizzt sicherlichen WhvÖst 17268; got [...], / der die sîne niemer uerlat Wernh D 3346; NvJer 15295 1.6.5.3 Gott fürchten (dienen) ist aller Weisheit Anfang: anegenge des wihstuomes diu vorhte des herren [interl. zu initium sapientiae timor domini ] PsWindb 110,10; daz urhap aller wîsheit / ist diu grôze vorhte gotes RvEBarl 14815; die vorchte des almaͤchtigen gotes, diu ist ein angenge des wistumes PrOberalt 4,37; PrLeys 19,31; PrLpz 74,40. 388,9; HlReg 76,16; ein anevang (ân allen spot) / der wîsheit, das ist vürhten got Ammenh 16418; ‘aller wîsheit anevanc / ist gotes vorhte sunder wank’ / sprach der wîse Salomôn Helbl 7,2; Erlös 6801; Martina 44,105; Hiob 658. – gote dienen âne wanc / deist aller wîsheit anevanc Freid 1,5; Renner 17613; der rehte wîstuom ist / got dienen zaller vrist WälGa 11796 1.6.5.4 Gottes Wille geschieht: swaz got wil, daz mvͦz geschehen! TürlArabel *A 150,10; RvEGer 4141; Dulcifl (N) 939; Waldbruder 89; swaz got wil, daz sî getân RvEBarl 8905; gotes wille muͦze irgan! Vät 4511; RvEGer 4129; gotes wille ie geschach / und sal an uns vil gar geschehn LivlChr 10306; Kröllwitz 2153. 2650 2 in Beschreibungen der Göttlichkeit des Menschen: dis enmag man nit anders betúten won daz wir goͤtte werdent mit gotte und werdent im glich an der gothait PrGeorg 321,15; also sprichit únsir herre: ‘ego dixi dii estis [Ps 81,6; Io 10,34] .’ ‘ich spriche, daz ir gotte sint.’ PrGeorg (Sch) 2,16; in der liebe bin ich me got, dann ich in mir selber bin. der prophet spricht: ‘ich hab gesprochen, ir sind gött und kinder des aller höchsten’. daz hellt wunderlich, daz der mensch also mag got werden in der liebe; doch so ist es in der ewigen warheit war Eckh 1:80,2 3 nicht-christlicher, heidnischer Gott (vgl. abgot): swenne aver sî [die Israeliten] von im gechêrten / unde einen andern got êrten, / sô wurden sî gevangen unde erslagen JJud 618; si brâhten opfers vil ir goten Parz 45,1; nu merkend hie das erst gebott! / das ist: du hab kain fraͤmden gott! KvHelmsd 626. 1945; von des gewalt und sim gebot / únser goͤtt und goͤttinnen / sint alle geflochen hinnen WernhMl 4181. 4119; alle úwer goͤtter sint dúfel, alleine ist ein got der den himmel het geschaffet ElsLA 293,24 u.ö.; BdN 377,22; welhen got an betestu? Konr 13,66. – mit Namensnennung: Mars des wîges got En 5626; mîn kreftec got Jupiter / dirre sælden was mîn wer. / gote unt gotinne, / iwer kraft ich immer minne Parz 748,21; noh wart der valschen goͤte me, / die dú scrift úns nennet sus: / Mars und Saturnus, / Jupiter unde Archas RvEWchr 3209; ein got in Kreten saß, / Saturnus, wisse sunder haß, / der aller göter vater was Mügeln 242,1; KvHelmsd 2021; MNat 16,13; sînem liebisten got Mahmeten / und andern goten sînen, / den liez er dicke erschînen / mit opfer mange êre Wh 9,8 u.ö.; Rol 7274. – von Götterbildern: do sy das kalb gar ungesund / hatten gemacht uss goldes letten / und das begunden an betten / fúr gott mitt schalle und lobes pris KvHelmsd 1487; Parz 454,3; do wart gesait im och zehant / wie sin goͤtte da geschant / lægent schamlichen gar / und zervallen har und dar / zestuken vil uf den esterich / in dem tempel alle gelich WernhMl 4136; LBarl 13265
MWB 2 857,40; Bearbeiter: Helmichg