Eintrag · Mhd. Handwörterbuch (Lexer)
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Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
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- 1050–1350
-
15.–20. Jh.
Neuhochdeutschgiegem.
Grimm (DWB, 1854–1961)
giege , m. , narr, tor. in älterer sprache dünn bezeugt; mit l- suffix mhd. giegel ' narr, tor ' Lexer 1, 1010 . dazu mh…
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Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit giege
77 Bildungen · 73 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen
giege‑ als Erstglied (30 von 73)
giegel (?)
MWB
giegel (?) stMN. Hs. gigel. Bed. und Ansatz unklar; möglicherweise i.S.v. ‘Unfug, Dummheit’ zu giege swM.; oder verwandt mit erst später bel…
giegelwêch
Lexer
giegel-wêch adj. s. gickelvêch.
giᵉgenan
WWB
giᵉgen-an Adv. [verstr.] nebenan. ¶ Viele Gewährspersonen betrachten giᵉgen an in Sätzen wie Daor gao ik teggen-an! (WMWB) als ein Wort. Die…
giᵉgenander
WWB
giᵉgen-ander Adv. [verstr.] 1. gegeneinander. — 2. nebeneinander [WMünsterl].
giᵉgenbē¹den
WWB
giᵉgen-bē¹den. keggen- gegenbieten, gegen ein anderes Kaufgebot bieten ( Lin Be).
Giᵉgenbes¹k
WWB
Giᵉgen-be-so¹k m. Teggenbesöök Besuch, mit dem man jmds. Besuch erwidert (WMWB).
giᵉgenbī
WWB
giᵉgen-bī Adv. tiegenbie nebenbei ( Rek Hv).
Giᵉgenbred
WWB
Giᵉgen-bred n. Täggenbrett Seitenbrett des gewöhnlichen Ackerwagens (Frbg.) ( Bor Bo).
Giᵉgend
WWB
Giᵉgend f. [verstr.] 1. Gegend, Landstrich. Ne schoine Giegend ( Mes Br ). Doue Gïegend Einöde ( Rek Da ). In dai Gīegend es dat Maude ( Dor…
giᵉgendāle
WWB
giᵉgen-dāle Adv. „danebenher“. Dat gönk d’r em ganz kiᵉggendāler das ging ihm daneben; es geriet ihm nicht ( Tek Me ). ¶ Vgl. → ~an .
giᵉgendeªßen
WWB
giᵉgen-deªßen Adv. [ Hal Wie] 1. indessen, inzwischen. — 2. bis dahin. ⟨ ›giᵉgen‹- u. ›giᵉn‹- ⟩
Giᵉgendē²l
WWB
Giᵉgen-dē²l n. [verstr.] Gegenteil. Iek bestoh oppem Giegendäil ( Mes Br ). He dee dat Teggendeel, wat Mooder sagg (WMWB). — Ra.: In’n Giäge…
giᵉgendē²lig
WWB
giᵉgen-dē²lig Adj. gegenteilig. Ik häör teggendeelige Naorichten (WMWB).
giᵉgendern
WWB
giᵉgen-der-na Adv. [verstr. Lst Mes] nachher. ⟨ ginter- ( Mes Br ) und tinder- ( Lst Rü) ⟩
giᵉgendes
WWB
giᵉgen-des Adv. tinndess’ unterdessen ( Bek Al).
giᵉgendō¹n
WWB
giᵉgen-dō¹n V. a) dagegen, dazu stellen; dazutun. De Hengst konnen se bi Mähren nich teggendoon. — b) Widerrede geben, widersprechen; gegena…
giᵉgendrükken
WWB
giᵉgen-drükken V. teggendrucken, -drücken gegendrücken (WMWB).
Giᵉgendüᵉre
WWB
Giᵉgen-düᵉre f. [ Stf Tek] Seitentür.
giᵉgendul
WWB
giᵉgen-dul Adj. teggendull verquer, querköpfig (WMWB).
Giᵉgenē²n
WWB
Giᵉgen-ē²n f. Giegeneun Zwiespalt ( Arn Wa).
giᵉgenē²nander
WWB
giᵉgen-ē²n-ander Adv. jiejeneunanner gegeneinander ( Det Is = PLATENAUWB).
Giᵉgener
WWB
Giᵉgener m. „Gegner“ ( Arn Wa).
giᵉgenfallen
WWB
giᵉgen-fallen V. a) mißfallen. Et föllt teggen. — b) fehlschlagen, mißlingen (WMWB).
Giᵉgenfüᵉrmund
WWB
Giᵉgen-füᵉr-mund m. Gïegenfǖamund „Gegenvormund“ ( Dor Wl ).
Giᵉgengänger
WWB
Giᵉgen-gänger m. [Münsterl Wie] dass. ⟨ Anlaut: K- u. T- ⟩
Giᵉgenger
WWB
Giᵉgen-gaer m. [WMünsterl] Täggengaoer ( Ahs St ) Brautführer, Trauzeuge.
giᵉgengn
WWB
giᵉgen-gan V. [Münsterl] 1.1. entgegengehen (WMWB). De Bruudslöö teggengaon (WMWB). — 1.2. als Trauzeuge fungieren. — 2. fehlschlagen, mißli…
giegengêre
Lexer
giegen-gêre , gugen-gêre swm. BMZ gêre eines toren Ms.
giᵉgengesettet
WWB
giᵉgen-ge-settet Adj. tigensat entgegengesetzt ( Rek Hv).
Giᵉgengewichte
WWB
Giᵉgen-ge-wichte n. Teggengewich(t) „Gegengewicht“ (WMWB).
‑giege als Zweitglied (4 von 4)
gugelgiege
Lexer
gugel-giege swm. BMZ törichter geck? Frl. Ms.
hellegiege
Lexer
helle-giege swm. höllennarr, teufel Mart. 61,3.
klôstergiege
MWB
klôstergiege swM. ‘Klostertrottel, Klosternarr’ (vgl. klôsternarre ): her Hof, her Hof, wie lange sol ich daz vertragen, / daz iu behagen / …
klōstergiege
KöblerMhd
klōstergiege , sw. M. nhd. Klosternarr, Klostertrottel Q.: Frl (1276-1318) E.: s. klōster, giege W.: nhd. DW- L.: MWB 3, 364 (klôstergiege),…