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getümmel

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

getümmel n.

Bd. 6, Sp. 4570
getümmel, n. vgl.gedümmel th. 4, 1 sp. 2051; vgl.gedümpel ebendort. das substantiv wird allgemein als collectivbildung zu tumel (mhd. wb. 3, 128b. Lexer 2, 1566) aufgefaszt. dem stehen jedoch folgende thatsachen entgegen: 11) das einfache tumel, das als grundform anzusetzen wäre, begegnet für die ältere zeit nur im Rolandsliede, wo es den mächtigen ton von Rolands horn kennzeichnet. schon hier, noch mehr aber in den späteren quellen, in denen es häufiger auftritt, liegt die annahme lautlicher verstümmelung aus der präfigierten form nahe. 22) bedeutungsdifferenzierungen lassen sich an den wechsel beider formen allerdings anknüpfen, jedoch mit negativem ergebnis für unsere frage. die verengerte bedeutung, die beschränkung auf geräuschwirkungen, tritt an der präfixlosen form entschieden hervor, so nicht nur im Rolandsliede, sondern vor allem in den verdeutschungen des Petri, der im nachdruck von Luthers neuem testament getümmel mit ungestimb, auffruor, das einfache tümmel jedoch mit gethön, geschrei wiedergiebt, [] vgl. Frommann 6, 42 und 44. diese feststellung scheint aber willkürlich und mit rücksicht auf vereinzelte stellen gegeben zu sein. ähnliche schwankungen begegnen überdies auch beim verbum. zwar überwiegt hier die allgemeinere und umfassendere bedeutung, so in dem althochd. tumilôn rotari Graff 5, 421 (vgl. dazu unser taumeln), und die gleichen bedeutungen liegen auch unserm tummeln zu grunde, s. dummeln th. 2, 1516. daneben macht sich mundartlich die verengerung der bedeutung bemerklich: machten überaus ain grosz knellen und dumlen. Senders chron. von Augsburg, d. städtechron. 23, 105; tumpeln, lärmen, schreien Weinhold schles. wb. 101. 33) wenn also nach der seite der bedeutung der anknüpfung an das verbum nichts im wege steht, so sprechen für diese einige andere bildungen, die nur vom verbum ausgehen können. in den städtechroniken und auch sonst, wo kampfschilderungen gegeben werden, spielt der tumeler als schleudermaschine eine rolle (vgl. Lexer 2, 1566), wobei die drehende bewegung in den vordergrund der begriffsbestimmung tritt. andererseits läszt sich an dem substantiv, das von hause aus mehr auf das akustische moment beschränkt ist, an dem nahe verwandten getummer (s. d.) der charakter eines verbalsubstantivs zu tummern gegen jeden zweifel sicher stellen. 44) so ergiebt sich mit groszer wahrscheinlichkeit als ausgangspunkt ein verbalsubstantiv mit der function eines nomens actionis. den bedeutungsgehalt bildet eine mit geräusch verbundene bewegung. je nachdem das geräusch, je nachdem die nur sichtbare bewegung hervortritt, ergeben sich sondergruppen, die ihre eigene entwicklung erfahren. auf der allgemeineren grundlage halten sich parallelen mit ungestüme, auffruor. das akustische moment tritt in der gleichsetzung mit getön, getöse, geschrei, in älterer zeit wuof, cradem hervor. das optische moment macht sich in der annäherung an gewühl, getreibe u. a. bemerklich. die synonymik pflegt, wo sie sich mit unserem worte befaszt hat, dieses in einer gruppe vorzuführen, in der nur geräusche gekennzeichnet werden. zum unterschiede von getöse und geräusch wird dann aber gewöhnlich das zusammenwirken mehrerer menschen oder thiere als grundbedingung gefordert, vgl. Eberhard 3, 255. in dieser forderung tritt das zu tage, was man neben dem akustischen momente das optische nennen könnte, und was unmittelbar wieder auf die grundbedeutung des verbums zurückführt. auch dieses verbindet sich ja eigentlich nur mit lebenden subjecten. II. erstes auftreten, geltungsbereich, formen. I@11) die ältesten beispiele reichen nicht weiter als bis an den ausgang der mittelhochdeutschen periode zurück. sie weisen sämmtlich auf bairisches sprachgebiet und lassen schon hier das verbalsubstantiv zur geltung kommen neben einigen fällen, in denen auch collectivbildung vorliegen könnte. erst der frühneuhochdeutschen periode gehören mitteldeutsche beispiele an, in denen das verbalsubstantiv sich als solches ausweist. I@1@aa) do warn samint die zwelf botin in der stat da si der heilant bîtin hiez. und wartin des geheizzis des er in getan hete. do wart allis gahis ein crâdim und ein getumele von himele also einis heiʒmuotigin geistis. speculum eccles. 86 Kelle; here, hab guoten muot, die salbe wert in der masze gut, da quam czu dem getummele von einer brucken daz smalcz von (einer) mucken und daz blut von einem schlegele, daz geherne von einer flegele und der groszen glocken klangk und waz der kucket hure gesanck. Innsbrucker auferstehung Christi (14. jh.) Mone 2, 742. das seltsame recept, dem in den entsprechenden krämerscenen anderer osterspiele gerade die stelle mit getümmel fehlt, findet sich genau so später im Gargantua des Fischart wieder, vgl. sp. 4587. viel belegt ist unser wort bei Aventin, der es stets in verbindung mit gerümpel aufführt; die drucke zeigen die präfigierte form, zu der die handschriftliche form timpl, timl sicherlich im verhältnisse mundartlicher weiterbildung steht: damit wir uns selbs nit triegen mit unsern .. aufgeplasnen unnützen titl und nämen, lieblosem gefert, lären plossen worten, unandächtigem grimpl und timpl, ungotsforchtigem prangen und angenumer weis. Aventin (deutsche chron. I, 7) werke 4, 59. im druck getimpl; da ein solchs gerümel und tümel war, rumpleten die feind urbering im schlaf auf, hörten ein solch pusaunen und plasen und geschrei. (chron. I cap. 81) werke 4, 178. variante des drucks gerümpel und getümmel; ruckten für und für mit einem grossen geschrai grümpel und tüml. (chron. I cap. 144) 320 u. a. die lautliche anlehnung an tumultus begünstigt [] die ausbreitung unseres wortes in gelehrten kreisen: tumultus, getumel, timel. vocabular. predicant. 15. jahrh. Diefenbach 601c; getommil strepitus. mitteld. vocab. rer. des 15. jahrh. Diefenbach und Wülcker 618; vgl. auch Kilian a. a. o. ein weiteres zeugnis für den gebrauch des wortes im 15. jahrh. liegt in der Kölner handschr. des Loher und Maller vor. vgl. Lexer nachtrag 205. I@1@bb) diesen spärlichen belegen aus dem 14. und 15. jahrh. steht nun bei Luther eine ganz auszerordentliche entfaltung des gebrauches entgegen. Stade führt in seiner zusammenstellung 'der vornehmsten deutschen wörter, deren sich dr. Mt. Luther in übersetzung der bibel .. gebrauchet' auch unser wort auf. die bibelübersetzung ist ganz durchsetzt von verwendungsformen unseres substantivs, und in keinem einzigen falle hatte die vorlutherische bibel das wort gebraucht. aber auch die späteren übersetzer haben sich vielfach in der verwendung des wortes wieder eingeschränkt und so bietet uns Luthers sprachgebrauch hier nach zwei seiten belehrung. I@1@b@aα) das beispiel Luthers wird von den späteren übersetzern aufgenommen. die vulgata weist in diesen fällen substantiva wie tumultus, confusio; verba wie tumultuare, turbari auf; vereinzelt macht sich das akustische moment allein geltend, das schon in beispielen für tumultus gelegentlich stark hervortrat und für das die lateinischen parallelen sonitus, strepitus zeugnis ablegen. I@1@b@a@11)) I@1@b@a@1@aa)) zu der zeit wird der herr ein gros getümel unter jnen anrichten, das einer wird den andern bei der hand fassen, und seine hand auff des andern hand legen. Luther Sacharja 14, 13 (tumultus), ebenso Dietenberger, ähnlich Eck; genau so 2. Sam. 18, 29, vgl. unten; und er kam in das haus des obersten der schule und sahe das getümel, und die da seer weineten und heuleten und er gieng hin ein, und sprach zu jnen, was tummelt und weinet ir? Luther Marc. 5, 38 (tumultum .. quid turbamini); und her sach daz geluodeme (gelmede handschr.). Beheims evangelienbuch; den wuf (daz geböfel) codex Teplensis; auffrur im Augsb. nachdr. von Luthers übersetzung bei Ramminger (1526), vgl. Reifferscheid Marcusevangelium. Eck und Dietenberger folgen Luther. I@1@b@a@1@bb)) als sie das höreten, wurden sie vol zorns, schrien und sprachen, gros ist die Diana der Epheser. und die gantze stad ward vol getümels. Luther apostelgesch. 19, 28 (et impleta est civitas tota confusione); und di stat wart derfullt mit verwustung. cod. Teplensis, ebenso Eggesteyn und Koburger. Eck, Dietenberger wie Luther. I@1@b@a@1@cc)) und als er in des obersten haus kam, und sahe die pfeiffer, und das getümele des volcks, sprach er zu jnen, weichet. Luther Matth. 9, 23. ebenso Eck und Dietenberger; turbam tumultuantem und sach di ... ludemunde schar. Beheims evangelienb.; und die gesellschafft wussend (wuffend?) codex Teplensis; und da Joab der posaunen schall höret, sprach er, was wil das geschrei und getümel der stadt. Luther 1. könige 1, 41, (quid sibi vult clamor civitatis tumultuantis). ebenso Eck und Dietenberger; was wil im der ruof der stat der wuoffenden. Eggesteyn und Koburger. I@1@b@a@1@dd)) Paulus aber gieng hinab, und fiel auff jn, umbfieng jn, und sprach, machet kein getümel, denn seine seele ist in jm. Luther apostelgesch. 20, 10; (nolite turbari) nichten welt werden betrubt. codex Tepl. ebenso Eggesteyn und Koburger. Dietenberger und Eck folgen Luther. I@1@b@a@22)) I@1@b@a@2@aa)) da aber Pilatus sahe, das er nichts schaffet, sondern das viel ein grösser getümel ward, nam er wasser, und wusche die hend fur dem volck. Luther Matth. 27, 24 (magis tumultus fieret). ebenso Eck und Dietenberger; abir daz daz geschrei wart grôzir. Beheims evangelienbuch; daz mer wuf wurde gegemacht (geschrei). codex Teplensis; einer aber rieff dis, der ander das, im volck. da er aber nichts gewis erfaren kund, umb des getümels willen, hies er in in das lager führen. Luther apostelgesch. 21, 34 (per tumultum); vor dem wuf codex Teplensis, ebenso Eggesteyn; geschrei Koburger. Eck und Dietenberger wie Luther. I@1@b@a@2@bb)) das die leute werden schreien, und alle einwoner im lande heulen, fur dem getümel jrer starken rosse, so daher traben, und fur dem rasseln jrer wagen. Luther Jerem. 47, 3, ebenso Eck und Dietenberger; von der üppigen wispelunge der geweffenten und ir streitter. Eggesteyn; der hochvart der gewaffenten. Koburger. I@1@b@a@2@cc)) und Moab sol sterben im getümel und geschrei und posaunen hal. Luther Amos 2, 3 (in sonitu ... in clangore tube). ebenso Dietenberger und Eck. [] I@1@b@bβ) vereinzelt sind die beispiele, in denen Luthers wortgebrauch von einem der übersetzer nachgeahmt, von andern verlassen wurde. I@1@b@b@11)) o weh der menge so grosses volcks, wie das meer wird es brausen, und das getümel der leute wird wüten, wie grosse wasser wüten. Luther Jesaia 17, 12 (tumultus turbarum). ebenso Eck; dem ungestümen volck. Dietenberger. vgl. die menig der schar als der don maniger wasser. Eggesteyn und Koburger. — und da Saul noch redet mit dem priester, da ward das getümel und das lauffen in der Philister lager gröszer. Luther 1. Sam. 14, 19 (in den ältesten ausgaben findet sich folgende fassung: da hub sich der hauff inn der Philister lager, lieff und ward gros, tumultus). ähnlich Eck; da huob sich ein geschrei. Dietenberger; michel wuof. Eggesteyn; do erhub sich ein grosses bövel. Koburger. I@1@b@b@22)) es ist ein geschrei einer menge auff den bergen, wie eines grossen volcks, ein geschrei als eins getümels der versamleten königreiche der heiden. Luther Jes. 13, 4 (vox sonitus regum gentium congregatarum). ähnlich Dietenberger; stimm des geschrei. Eck; vgl. stim des dons. Eggesteyn und Koburger. I@1@b@gγ) die fälle, in denen die übersetzer übereinstimmend von Luther abweichen, beziehen sich entweder auf verwendungen, innerhalb deren das akustische moment einseitig hervortritt, oder auf übertragungen, die auf der breiten grundlage des verbalsubstantivs ansetzen. I@1@b@g@11)) las fliehen die völcker fur dem grossen getümel, und die heiden zustrewet werden. Luther Jes. 33, 3 (in den sonderausgaben der propheten fur dem getümel der stim); a voce angeli (vor der stim des engels in den übersetzungen vor und nach Luther); und wer sie höret, der entsetzt sich fur dem grausamen gethöne und der grossen menge und gethümel, das sie mit dem harnisch und eisen machten. Luther 1. Macc. 6, 41 (a voce multitudinis et incessu turbe et collisione armorum); erschracken von wegen seiner grösse, unnd ungewoneten gethön der waffen und des volckes. Eck und Dietenberger. I@1@b@g@22)) übertragungen. I@1@b@g@2@aa)) für die verbalthätigkeit wird ein abstractes subject herangezogen: denn man wird hören eine stim des getümels in der stad, eine stim vom tempel, eine stim des herrn der seine feinde bezalet. Luther Jes. 66, 6; vox populi, die stim des volcks. Eggesteyn, Koburger, Eck und Dietenberger; es verlacht das getümel der stad, das pochen des treibers höret es nicht. Luther Hiob 39, 7 (contemnit multitudinem civitatis); er verschmaht die manige der stat. Eggesteyn; veracht die menge. Dietenberger; vile der stat. Koburger und Eck. I@1@b@g@2@bb)) erweiterungen des bedeutungsgehaltes. I@1@b@g@2@b@aα)) weil du dich denn verlessest auff dein wesen, und auff die menge deiner helden, so sol sich ein getümel erheben in deinem volck, das alle deine festen zerstöret werden. Luther Hos. 10, 14 (tumultus); der wuoff stet auff under dem volck. Eggesteyn; geschrei Koburger; ain auflauff wirdt werden in deinem volck. Eck; darumb wirdt under deim volck einn rumor erwachsen. Dietenberger. I@1@b@g@2@b@bβ)) da gieng eins jglichen schwert wider den andern, und war ein seer gros getümel. Luther 1. Sam. 14, 20 (cedes magna); michel erschlachunge. Eggesteyn und Koburger; ain grosse schlacht. Eck; ebenso Dietenberger; mühet euch nicht, mich zu trösten uber der verstörung der töchter meines volcks. denn es ist ein tag des getümels und der zutrettung und verwirrung vom herrn. Luther Jes. 22, 5; tag der erschlachung und der vertrettung und des weinens. Eggesteyn und Koburger. ähnlich Dietenberger und Eck. I@1@b@g@2@b@gγ)) darumb wird uber dich ein unglück komen, das du nicht weisset, wenn es daher bricht, und wird ein unfal auff dich fallen, den du nicht sünen kanst, denn es wird plötzlich ein getümel uber dich komen, das du dich nicht versiehest. Luther Jes. 47, 11 (calamitas); armuot Eggesteyn und Koburger; ain schneller iamer. Eck; unfal Dietenberger; denn es werden grosse getümel sein uber alle die auff erden wonen. Luther 2. chron. 15, 5 (terrores); forcht allenthalben. Eggesteyn und Koburger; es werden grosse schrecken sein. Dietenberger; erschröckung. Eck. I@1@b@g@2@b@dδ)) das getumel deiner widderwertigen nimpt imer zu. Luther psalm 74, 23 (in den ausgaben von 1524 und 25; später das toben deiner widerwertigen wird je lenger je grösser); vergisz nicht des getümmels deren die sich wider dich auflähnen, welches stätiglich zuonimt. Piscator (1610) (superbia eorum qui te oderunt, ascendit semper); ubermuot Notker und Windberger psalmen; hohvart Trierer psalmen; stolczheit Trebnitzer psalmen; hochvart [] Eggesteyn, Koburger, Eck und Dietenberger. — herr wie lange wiltu zusehen? errette doch meine seele aus jrem getümel. Luther psalm 35, 17 (restitue animam meam a malignitate eorum); argwilligi Notker; ubilwillicheite Windberger psalmen; bosheit Trebnitzer psalmen; entwende meine sele von iren getümlen. Melissus im prosatexte (von irm braus in der strophischen bearbeitung); ubeltuoung Eggesteyn und Koburger; boszheit Eck und Dietenberger. I@22) I@2@aa) der geltungsbereich unseres substantivs breitet sich durch Luthers vorgang vor allem in der biblischen litteratur aus. den ersten widerstand, den es hier an alemannisch-schwäbischen sprachgewohnheiten erfuhr, kennzeichnet das glossar von Petri und das verhalten des Augsburger nachdrucks. wie entgegenkommend unter den katholischen übersetzern der Kölner Dietenberger und der bairisch-schwäb. Eck sich verhalten, ist eben gezeigt worden. beide lehnen nur weitgehende erweiterung des bedeutungsgehaltes ab, vgl. unter II. über Luther hinaus geht in der verwendung des substantivs die hessische bibelübersetzung des Piscator (1610), vor allem im register, wobei dieser allerdings an gebrauchsformen Luthers anknüpft. I@2@a@aα) als Heliodorus den tempel zu Jerusalem berauben wolte, entstand ein grosz getümmel. Piscator zu 2. Macc. 3, 18; die leute aber hin und wider in heusern lieffen zusammen. Luther (alii etiam congregati de domibus confluebant); es kamen auch die andern allenthalb ausz den heüsern versamlet. Eck und Dietenberger; aber nun hat er mit der stimm eines groossen getümmels, ein feür umb denselbigen angezündet. Piscator Jerem. 11, 16; mit einem grossen mordgeschrei. Luther (ad vocem loquelae grandis); zuo dem geschrei der red. Eck und Dietenberger. I@2@a@bβ) die zeit kommet, der tag des getümmels ist nahe. Piscator Hes. 7, 7; der tag des jamers ist nahe. Luther (dies occisionis). I@2@a@gγ) war des morgens nicht ein klain getümmel under den kriegsknechten die seiner gehütet hatten, was sich doch mit Petro zugetragen hätte. Piscator apostelgesch. 12, 18; ward nicht eine kleine bekümmernis unter den kriegsknechten. Luther, ebenso Eck u. a.; trubsal cod. Teplensis. ebenso Eggesteyn und Koburger (non parva turbatio). I@2@bb) doch auch in der weltlichen litteratur verbreitet sich das wort rasch. voran stehen fränkische schriftsteller, die dem bairischen sprachgebrauche nahe stehen, wie H. Sachs, der genau so wie Aventin gerümpel und gedümpel zusammenstellt. die schwäbischalemannischen belege setzen etwas später ein, sie begegnen bei S. Franck und später H. U. Krafft an der bairischen grenze, in der Zimmerischen chronik, in Hönigers narrenschiff und bei Fischart im südwesten. in diesen beispielen tritt das akustische moment besonders stark hervor, vgl. II. I@2@cc) unter den wörterbüchern nehmen schon die frühesten, auf alemannischer grundlage geschriebenen (vgl. schon die Straszburger ausgabe des vocab. prädicant. von 1486 unter tumultus) kenntnis von unserem substantiv. verschiedenartig ist der bedeutungsgehalt, den sie verzeichnen: getümmel turba; getümmel viel leuthen tumultus. Dasypodius R 2a; getümmel (das) geräusch, murmur. Maaler 177d; getümmel, tumultus, turba, bellum subitum, concursus rixantium trepidantium. Henisch 1588. bei Stieler fehlt getümmel, doch wird (2361) mit allen hierher gehörigen bedeutungen das einfache tummel aufgeführt. die wörterbücher des 18. jahrhunderts dagegen weisen alle die volle form auf und führen unter tummel nur das zu einem anderen verb gehörende substantiv für crapula vor. I@2@dd) besonders begünstigt scheint die verwendung des substantivs in der sprache der dichtung durch die reimbindung mit viel gebrauchten substantiven. H. Sachs bevorzugte den reim gerümpel, getümpel; andere dichter, vom 16. jahrhundert ab bis in die neueste zeitangehörige der verschiedensten mundartenreimen getümmel auf himmel. I@2@d@aα) von in beiden ward ein gerümpel mit stül und pencken ein gedümpel. H. Sachs (frau und magd) 1, 512c u. a, I@2@d@bβ) ich hert furwar ain grosz gedimel: ich wolt, das got wer in dem himel gantz und gar zu mal gestorbenn, ich wolt nit sein so hart verdorben. Burkard Waldis streitgedichte, neudruck s. 42; sie, förchtend einen sturm, beraitten sich darzu, entzwischen fillen sich das meer, die luft, der himmel mit grausamer geschwulst, mit hagel und unruh, mit dunder und getümmel. Weckherlin 1, 248 (ps. 107, 28) Fischer; ebenso in der ersten ode 1, 99; [] alsbald wurd ein getümmel von ihrer kleinen schaar durch den saphirnen himmel. Fleming (auf A. Rüttings hochzeit 1636) poet. wälder IV, desgleichen (an Olearius 1636) ebendort II und so auch sonst. getümmel .. himmel auch bei Günther 570. vgl. sp. 4586; nun rief er hoch im jubelton: 'ich seh im offnen himmel, zu gottes rechten, gottes sohn!' da stürmte das getümmel und brauste, wîe ein wildes meer, und übertäubte das gehör. Bürger (St. Stephan) werke (1814) 1, 252, vgl. auch 251; mein kind, versetzt der arme herr gemahl. wenn du mich kennst, so weiszt du, das getümmel der groszen welt ist niemahls meine wahl: mit dir allein in diesem schönen thal bin ich, so fern ich dich zufrieden seh', im himmel. Wieland (Pervonte) 18, 193; des dorfs getümmel ... des volkes wahrer himmel. Göthe Faust 937, vgl. sp. 4585; ich stand dir gegenüber in sehnsucht aufgelöst. viel träume ziehn vorüber, nach dir schau' ich hinüber — und wo du bist und stehst, da webt ein klarer himmel um dich den lichten schein, und in dem bunten getümmel bin ich mit dir allein. Th. Körner in der Augustinerkirche zu Wien; vom thurme schlug es, dumpf und bang, sie schieden mit getümmel: die männer deuteten aufs grab, die frauen auf den himmel. Hebbel (geburtsnachtstraum) 72, 121; erst das getümmel, dann folgt der himmel. Wander 1, 1641. I@2@ee) für den allgemeinen gebrauch ist hervorzuheben, dasz getümmel mehr der schrift- und gemeinsprache angehört. die mundarten haben entweder nebenformen vgl. getumbe, getumere u. a., oder sie bedienen sich stärkerer ausdrücke. in der österreichischen mundart hält sich das wort zähe, und deutlich prägt es hier den charakter des verbalsubstantivs aus. I@33) formen. I@3@aa) die formen mit und ohne präfix. aus den beispielen für Aventin oben hat sich das verhältnis der ersteren zu den andern, als das der schriftform zur mundartlichen entwicklung gekennzeichnet; ähnlich zu beurtheilen ist: tumultus, getummel, timmel vocab. 15. jahrh. Diefenbach 601c. ebenso setzen Adam Petri (1522) in Basel, Knobloch in Straszburg (1524) und Gutknecht in Nürnberg (1526) in ihren nachdrucken von Luthers bibel das einfache tumel an stelle der präfigierten form ein. noch in dem gedichte des 17. jahrh. 'die schmiede' (des knaben wunderhorn 12) wechseln, sofern die herausgeber richtig aufgezeichnet haben, beide formen: sa, sa, sa, mein schimmel mach nicht viel getümmel. 12, 449; nachdem nun das eisen genugsam gelitten, kömmt Wagner Franz vor die schmiede geritten, er bringt mit sich der räder drei 'die müssen flugs beschlagen sein!' giebt wieder ein rummel, gemummel und tummel. 12, 446. Stieler führt, wie schon hervorgehoben, nur das einfache tummel auf s. 2361. von da ab herrscht mit der schriftform auch das präfix vor. die einzigen mundarten, die an unserem worte antheil behalten, schwanken auch in bezug auf das präfix, je nachdem das verbalsubstantiv im vordergrunde steht oder nicht: tummel, tümmel m., getümmel, getöse; tümmeln, schlagen; gatümmelach n., brato, batteria. Schmeller cimbr. wb. 240; tümmeln lärmen, tumult machen; tümmel m. getümmel. setti communi, vgl. Schmeller 12, 605; über a nieds getümmaill do dakimmd der Lümmail. ged. im Tirol. dial. 17, Schöpf 775. I@3@bb) am lautkörper unseres wortes selbst sind fast alle factoren schwankungen ausgesetzt, so dasz die schreibung eine ungemeine mannigfaltigkeit der formen aufweist. I@3@b@aα) der stammvocal. der umlaut bildet die regel, setzt jedoch in einzelnen bildungen nachweisbar aus. für den umgelauteten vocal andererseits kommen schwankungen der aussprache zur geltung. I@3@b@a@11)) die schreibung bei Luther, der z. b. für Marc. 5, 38 in der septemberbibel und anderen ausgaben bis 1526 getummel setzt, ist nicht kennzeichnend, da Luther überhaupt anfangs in der bezeichnung des u-umlautes zurückhält. die bairischen quellen lassen frühzeitig aus ihrer schreibung (i) den umlaut erkennen. in der Zimmerischen chronik wechselt in einem satze getumel [] und getimul vgl. sp. 4580. die unumgelauteten formen scheinen aber nicht blosz der schreibung anzugehören; gedumel in Baumanns quellen (vgl. sp. 4581), noch mehr rummel, gemummel und tummel in des knaben wunderhorn 12, 446 weisen auf lautliche geltung hin; vgl. tummel, tümmel bei Schmeller cimbr. wb. 240. bedeutungsdifferenzierungen lassen sich nicht wol mit diesen schwankungen verknüpfen, eher ausgleichungsbestrebungen und verschiedenartige anlehnung an verwandte formen. vgl. auch die nebenform tümmeln neben tummeln. I@3@b@a@22)) die ungerundete ausprache: timel vocab. prädicant. Diefenbach 601c. ebenso Aventin und Zimmerische chronik s. oben; getimel Eck apostelgesch. 21, 34 u. a.; gedimel B. Waldis neudruck 42. endlich vgl. die reime auf himmel. I@3@b@bβ) veränderungen an dem labial, der die stammsilbe schlieszt. die synkope des vocals der ableitungssilbe rückt in einzelnen mundarten die liquida des suffixes an den schlieszenden labial der stammsilbe. der übergangslaut, der hieraus sich entwickelt, läszt sich bei Aventin und bei H. Sachs in den formen timpel, gedümpel beobachten. in zusammenhang mit solchen bewegungen steht teilweise auch die quantität des stammvocals, die wiederum in der schreibung des labials zum ausdruck kommt. schon früh überwiegt die doppelsetzung, nur bei Luther neigen die bibeldrucke von 1534, 1540 und 1544 zum einfachen m, vgl. auch gedimel bei Waldis. I@3@b@gγ) der anlautende dental erscheint als media in der mitteldeutschen nebenform gedummer bei Jeroschin (s. d.), vgl. auch holländisch gedommel Kramer 1, 135. ähnliche formenentsprechend den oberdeutschen schwankungen in der dentalbezeichnungim süden: gedimel bei Waldis; gedümmel im Aimon, bei Fischart Garg. neudr. 154, in der neuen zeitung aus Überlingen (1606) und in Baumanns quellen vgl. sp. 4581; andererseits gethümel bei Fischart (aller praktik groszm. 26. neudr.), in Hönigers narrenschiff (vgl. sp. 4580) und in Aristoteles problemata (1585) 131b. sonst bleibt dem dental die form der tenuis treu, wofür die schriftmäszigkeit des wortes und die anlehnung an das lateinische tumultus wol auch von einflusz ist. I@3@cc) die suffixe: I@3@c@aα) das auslautende suffix ist fast durchweg der apokope verfallen; ältere beispiele für getumele im specul. eccles. eine vereinzelte bildung, die aber bei den eigentlichen collectivformen sonst gern verwendet wird, liegt in der form getümmelt vor, in der Keil 255 aus einem briefe der frau rath an Göthe die verbindung unruhe und getümmel (vgl. sp. 4579) wiedergibt. I@3@c@bβ) die bildungssilbe, die im verbum tumeln, im substantiv tumel vorliegt, fehlt ganz in volkstümlichen bildungen oder wird durch entsprechende andere ersetzt. I@3@c@b@11)) her adler, ich swer bei meiner ere, ir dorft wol guter witz und weiser lere, her adler, secht euch umbe: und pricht dem schimpf den boden ausz, so wird ein grosz getumbe. Rosenplüt von den Türken (1459) Liliencron 109, 22. ebenso findet sich gethum in varianten zu S. Francks chronik, vgl. unten sp. 4579. vgl. auch getrumbe unter getrümmel. I@3@c@b@22)) für die ältere zeit überwiegt im mitteldeutschen sprachgebiet die form gedumere, gethumere, getumere (s. d.), die erst durch Luthers einflusz zu gunsten unserer bildung verdrängt wurde. I@44) der numerus. entsprechend dem abstracten vorstellungsgehalt hält sich das substantiv ganz im singular. ausnahmen sind völlig vereinzelt: es werden grosze getümel sein über alle, die auff erden wonen. Luther 2. chron. 15, 5 (terrores. vgl. oben sp. 4573); und wir Nimfen solcher ruh, solches friedens geniesen, dasz wir die angräntzenden feuer der blutigen Bellonen, diese klägliche getümel der waffen bisz anhero zwar von ferren angeschauet haben und gehöret, aber (welches zu einer guten stunde geredt sey) nie erfahren dürffen. Opitz (poet. wälder 4) 2, 269. IIII. die bedeutungsentwicklung bewegt sich in zwei hauptrichtungen: auf der grundlage des gesamtinhaltes, in dem sich die vorstellungen des geräusches und der bewegung vereinigen, bauen sich weiterbildungen und übertragungen auf. durch verengerung des umfanges löst sich die eine oder die andere vorstellung vom inhalt ab. die wörterbücher folgen, wie schon oben bemerkt wurde, in verschiedener form diesen bewegungen, die einen lassen den reichtum der begriffsbestimmungen hervortreten, die anderen geben der verkümmerung desselben ausdruck. für die letztere gilt das akustische moment als das entscheidende (vgl. 2, b). II@11) die umfassende bedeutung. [] II@1@aa) die wörterbücher: Dasypodius führt tumultus und turba auf, vgl. oben; bei Henisch tritt dazu noch bellum subitum, concursus rixantium, trepidantium. noch ausgiebiger ist Stieler für das einfache tummel: gyrus, circumductio, circumflexus, circumactus, vexatio, exagitatio, insectatio, vexamen 2361. andere anhaltspunkte gibt Kramer, der für gedommel (1, 135c) nur geräuschbezeichnungen aufführt, für getümmel dagegen (2, 133a) die bedeutungen geraas, getier, gebaar, gerugt, oploop auseinanderlegt. die bedeutungen von strepitus, tumultus, turba treten bei Schönsleder (1663), Dentzler (1677) 116, Frisius (1700) 112, Weissmann (1715) 155, Kirsch (1764) 179 hervor; dazu vgl. getümmel, a tumult, a tumultuary noise, a viot, a bustle. teutsch-engl. wb. (1716) 767. II@1@bb) getümmel, ungestimb, auffruor. vgl. Petri im Basler nachdruck von 1523. II@1@b@aα) die dritte schell der kirch narren ist, ein thumult und gethümmel in der kirchen erregen oder machen .. ein auffruhr erwecken oder geschrei machen oder sonst ein thumult anfahen. Höniger narrenschiff (Scheibles kloster) 464; zu der zeit wird der herr ein gros getümel unter jnen anrichten, das einer wird den andern bei der hand fassen, und seine hand auff des andern hand legen. Luther Sach. 14, 13; ist alsbald ein erschrecklich rumor und gethümel gehort worden. eine wellische lügenschrift (1545) A 3b; solch ein gebeisse, getümmel und unordnung ist drinnen gehalten. von den conciliis (1539) y 2b. vgl. Luthers übersetzungen des lat. tumultus sp. 4572; welch ein getümmel ward und ein aufstand! purpurn das blut lief, mit dem weine vermischt, gräulich dem gegner vom haupt. Göthe (der neue Pausias) 1, 310; in der verwirrung der heutigen nacht, da die pforte offen, wir alle voll angst, entkam es dem stall und ward nimmer gesehn! .. nicht meine schuld war's fürwahr! der schrecken heut nacht, das getümmel, der lärm — da geschah's. Grillparzer (Argonauten II) 55, 57. II@1@b@bβ) auszerordentlich beliebt ist in dieser bedeutung die verwendung für kampf- und schlachtscenen; getümmel verkörpert hier die mit geräusch verbundene bewegung in einem kriegsheere; und wie ein getöne des allmächtigen, wenn sie giengen, und wie ein getümmel in einem heer. Luther Hes. 1, 24 (als ein don einer menig. als ein don der herbergen. Eggesteyn. ebenso Koburger); vor dem getümmel der waffen und des streitvolcks. Dietenberger Jerem. 47, 3; sobald sie das getümmel bei des hertzogen von Alanzon gezält vermerckt. C. Hedio Commines (1566) 50; da nun die feind in der statt Lüttich dise gelegenheit ersehen, seind sie an dem orth, da die mauren abbrochen waren, herausz gerumplet .. haben die reutknecht .. in grosser anzal erstochen, vnnd die vbrigen in die flucht triben. von den vnsern seind in dem getümmel bisz in die achthundert, vnder denen hundert kürisser waren, erschlagen worden. 47; die Griechen, wann sie jre pferd wolten gewänen, dasz sie zukünfftig des wesens und getümmels inn kriegen wern gewont, so schällten unnd lütten sie jnen mit grossen cimbaln und glocken für den orn. Fischart Garg. neudr. 244; wann sie (die kriegshelden) nur hör'n die trummel, trommeten und getümmel, thun sie vor freud aufspringen, mit ihrem feind zu ringen. tympanum militare 1615, Hoffmann gesellschaftslieder 2, 25; in dem getümmel der schlacht dans le tumulte de la bataille. Schwan (1782) 740; kaum gesprochen, so geschah es: im getümmel, im getrappel flohn die Mauren zu den zelten, wer nicht fliehen konnte, blieb. Herder (Cid 54) 28, 516; die Huris schaut auf den herab, der im getümmel fällt, und trocknet seine wunde ab in einer andern welt. Schubart (schlachtgesang eines russ. grenad.) 4, 252; weisz zu fusz ihn zu tanzen, den tanz des schrecklichen Ares, weisz auch rasch im getümmel die fliegenden rosse zu lenken (ἐνὶ σταδίη). Voss Ilias 7, 241; denkt ihr wohl gar mit den waffen noch durchzureissen? schaut doch um euch, schaut doch um euch! das werdet ihr doch nicht denken, das wäre itzt kindische zuversicht. — oder schmeichelt ihr euch wohl gar als helden zu fallen, weil ihr saht, dasz ich mich aufs getümmel freute? Schiller (räuber 2, 3) 2, 107; wo am wildesten das getümmel wüthet, wo in person mein Fiesko kämpft. (Fiesko 5, 5) 3, 142; canonenschläge und kleingewehrfeuer sondern sich von beiden seiten [] erkennbar ab, das orchester arbeitet wie ein schlachtgewühl und getümmel, das wirklich aus musikalischen aneinanderhängenden gedanken besteht. Zelter an Göthe (über Beethovens schlachtsymphonie) 2, 261; mittlerweile ward der see ganz bedeckt von kähnen, barken, schützen saszen drin und schoszen nach den brücken, flöszen, furthen. trafen freilich im getümmel viele ihrer eignen brüder, doch sie trafen auch gar manchen hochvortrefflichen hidalgo. Heine Vitzliputzli 1; wo sie Girolamo bedrängen, ist das getümmel also dicht, dasz sperrend sich die arme zwängen und mancher mit den zähnen ficht. Lenau (Savanarola) 2, 285; müh, angstschweisz und getümmel drängen sich in der seelen hinterm trosz, denn jeder sucht hindurch zu sprengen den andern nach mit tritt und stosz. 239; wie sie, die röcke bis zum knie aufgeschürzt, mit dem schrubber hin und her fuhr, als wie ein reiter im getümmel mit der lanze. W. Alexis die hosen des herrn von Bredow 2, 106 von solcher bedeutung aus findet das wort auch in die bühnenanweisungen eingang. Göthe verlangt für den einzug des 'wilden heeres' im Faust vers 5801 ff. getümmel und gesang. ebenso schreibt Hebbel für die eröffnungsszene der Judith (werke 12, 11) vor: zelte, kriegsvolk und getümmel. II@1@b@gγ) eigenartig ist hier ein gebrauch bei Bürger, der bis zur personification vorschreitet: und horch! ein dumpfer lärm erscholl, es knirschte das getümmel. er aber ward des geistes voll, und blickt' empor gen himmel. Bürger (Sanct Stephan) werke (1814) 1, 251. ebenso es stürmte das getümmel. 252. vgl. oben sp. 4575. II@1@cc) getümmel = turba: die weisheit ruoffet fornen an den gassen, da ein getümmel ist. Piscator spr. Salomonis 1, 21 (1610); Luther: 'unter dem volk' (sapientia foris praedicat, in plateis dat vocem suam); ein getümmel oder getöse auf einem marcktplatz, der voller leute ist, a hurly-burly, buz or din of people in a market place where there is a great crowd or throng. teutsch-engl. wb. (1713) 767; mancher, der nicht raufen konnte, oder durch sonderbare art etwas für sich bekam, hatte noch keinen bissen gekost, die andern hingegen, die fest am tische sassen, hatten ganze hühner, und kapaun in ihren säcken, ich selbst sah ein frauenzimmer im getümmel mit einem geflügelstück in ihrem französischen sack hineinfahren. der hausball (1781) Wiener neudrucke 3, 20; wie nun an beiden enden des corso sich bald das getümmel verliert, desto unbändiger häuft sich's nach der mitte zu, und dort entsteht ein gedränge, das alle begriffe übersteigt. Göthe (der Römische carneval) 29, 273; als wir nun aber den weg, der quer durchs thal geht, erreichten, war gedräng und getümmel noch grosz der wandrer und wagen. Göthe (Hermann und Dorothea) 40, 238; und so gewann das ganze da droben auf der kleinen bühne das ansehen eines Artushofes, der freilich aus kontrastirendem rahmen, vergnüglich auf das getümmel unten im saal niederschaute. Immermann memorabilien 1, 177; sich durch das getümmel drängen to squeeze ones' self through the crowd Hilpert 461. II@22) die verengerung der bedeutung. II@2@aa) die bewegung allein tritt in den vordergrund. II@2@a@aα) in sinnlicher grundbedeutung: ich sah ein grosz getümmel, da des königs knecht, Joab mich, deinen knecht, sandte, und weisz nicht, was es war. Luther 2. Sam. 18, 29; heute wird's gar nicht hell werden — es hängen dicke regenwolken am himmel, da werden wir wohl warten bis mittag, eh wir weiter fahren. du solltest nur das getümmel von nebel sehen auf dem Rhein, und was an den einzelnen felszacken hängt! Bettina briefe 1, 273. eine ähnliche verwendung bei Th. Körner vgl. sp. 4584; der flöte lispeln scheint mir totensang, wenn Pedros lippe nicht die harmonie der süszen töne in dem rohre weckt, der tanz scheint mir bachantisches getümmel, wenn nicht an meines Pedro brust gelehnt ich auf dem glatten marmorboden schwebe. Grillparzer (Blanka von Castilien 3, 4) 105, 102; dadurch herangelockt, drang eine meute schöner hunde herein, ein zahmes reh erschien neugierig unter der thür, eine prachtvolle graue katze folgte und schmiegte sich durch das getümmel, [] die spielenden und zutäppischen hunde würdevoll abweisend. G. Keller (grüner Heinrich 1, 18) 1, 179; 'aber die maschine (die buttermaschine) ist gut. bringen sie mir einen löffel und das weiszbrot, ich fische heraus, was ich finde, man musz sich zu helfen wissen'. der prinz fuhr mit dem löffel in das getümmel, holte in der bildung begriffene butter heraus und strich sie .. auf sein weiszbrot. G. Freytag (verlorene handschr.) 7, 18. II@2@a@bβ) in übertragener bedeutung für unruhige thätigkeit, woran sich leicht die nebenbedeutung des planlosen, zwecklosen knüpft, vgl. getriebe sp. 4536: was er mit diesem getümmel und unruow vermein. Kirchhof wendunmut 1, 514 Österley; ihr nachahmende heerd, ihr lastvieh! o wie so oftmals galle mir, oft ein gelächter, erregt hat euer getümmel. Voss Horaz; Schreyvogel hatte bereits mit den schauspielern gesprochen, denen er die rollen zugedacht hatte .. Heurteur, der den Jaromir geben sollte, besuchte mich in meiner wohnung .. in diesem getümmel verlor ich ganz den überblick. ich machte die verlangten änderungen, durch welche mein stück (die ahnfrau) nicht besser wurde. Grillparzer (selbstbiographie) werke5 19, 66; durch ihn erfuhr ich die innersten verhältnisze fast aller der vornehmen personen, deren äuszeres ich in der gesellschaft hatte kennen lernen, und ich war froh, von meiner warte dem getümmel von weitem zuzusehen. Göthe (W. Meisters lehrjahre 6) 19, 317; unruhe und getümmel war von jeher meine sache nicht, und ich danke der vorsehung vor meine tage. frau rath an Göthe (17. nov. 1786) schriften der Göthegesellschaft 4, 354 (vgl. sp. 4576); lang wälzt sie seufzend sich um, bis endlich, vom innern getümmel der seele betäubt, ihr haupt herab zum busen sinkt. Wieland Oberon 5, 1. diese übertragene verwendung von getümmel liegt Wieland besonders nahe, vgl. sp. 4586. II@2@a@gγ) im besonderen ist es die unruhe des welttreibens, die in dieser übertragung schon frühzeitig gekennzeichnet wird. vergl. getriebe sp. 4535/6: er (Democrit) gab sich in einen garten bei der statt maur, zuo betrachten die natur der ding, vnd (als Tullius sagt) das er dester höhere von allem getümmel erhebtere gedancken möcht haben. S. Franck chronik (1543) 1, 124b (in älteren lesarten gethumm); die Sirer .. seind schwarz gerade starcke leüt, wie die Ethiopen oder Moren, leben ziemlich on überflusz, ir geschmuck ist nit also massig, seind stille leüt, haben kein freüd ab grossem getümmel. weltbuch 193a; brich ab diesz erdenhausz und führ' die seel' heraus, entreisz sie dem getümmel, bring sie zu wahrer ruh, und stell ihr wieder zu ihr vaterland, den himmel. S. Dach (disz pilgerland läszt keinen ruhig bleiben) s. 164 Österley. vgl. oben aus Wieland (sp. 4575) getümmel der grossen welt; das getümmel der welt, l'embarras du monde Schwan (1782) 740; das getümmel der welt, der stadt. Hilpert 461. andere beispiele vgl. unter III (sp. 4585); erst das getümmel, dann folgt der himmel. Wander 1, 1641; wenn ich einen gehaltvollen der einsamkeit getrauten, sich selbst kennenden kopf gefunden zu haben glaubte und nur einen getümmel suchenden strohkopf entdeckte. G. Keller bei Bächtold 1, 64. II@2@bb) das geräusch bildet den einzigen inhalt der begriffsbestimmung. II@2@b@aα) von wörterbüchern gehören hierher: getümmel, murmur, geräusch Maaler 177d; getümmel, rumore, strepito Hulsius (1618) 135; getümmel, bruit, tintamarre, strepitus. dictionaire du voyageur 144; getümmel, bruit, vacarme, huée Rondeau-Buxtorff 253. II@2@b@bβ) ebenso ausschlieszlich wie in den eben verzeichneten wörterbüchern des südwestens so hält sich für frühere zeit bei bairischfränkischen schriftstellern die beschränkung auf das akustisehe gebiet. so bei Aventin, wo grümpl und tüml; geschrei grümpl und tüml die ständige verbindung bildet, s. sp. 4571. das gleiche gilt für H. Sachs s. sp. 4580. II@2@b@gγ) im allgemeinen lassen sich auch hier verschiedene gruppen bilden, die sich namentlich auch in den syntaktischen verbindungen unseres wortes mit anderen substantiven (vgl. III) gegen einander abheben. die akustischen wirkungen scheiden sich, je nachdem sie rein dynamischer art sind, der musikalischen klangwirkung sich nähern oder die menschliche stimme ohne bezug auf die tongebung im auge haben. [] II@2@b@g@11)) das dynamisch wirkende geräusch. II@2@b@g@1@aa)) elementare erscheinungen: crâdim und getumele von himele. spec. eccles. Kelle; mit dunder und getümmel. Weckherlin 248. vgl. oben sp. 4574; das thonnern würd meh gethümmels han, dann der plitz. wann es regnet würd es weniger bestäubt schuoch geben. Fischart aller praktik groszmutter, neudr. 26. vgl. noch heute in den setti communi: der tümmel, getümmel, donner. Schmeller 12, 605; spornt die entzügelten ströme! jener gebots; sie kehren zurück und lösen der quellen mündungen und mit getümmel entrollen sie all in die meerflut. Voss Ovid (Deukalion 23) 1, 24. II@2@b@g@1@bb)) gespenstererscheinungen: ein weib, die der teufel im hause mit gepolter und getümmel des nachts verirte und plagte. Luther tischreden 3, 48 Förstemann; das des nachts ain solch getumel, klopfen und schlagen in tom urschaidenlichen gehört worden, als ob man alle schlosz und thuren uffbrech und ein grossen gewalt anlege .... so baldt man hinein trang, war alles getimul vergangen. Zimmerische chronik 4, 185; hiemit ward der Beutler bewegt, der gleichwol vorhin ain (an?) argkwon, sasz eilends wider uf sein rosz und kam unversehens ins haus. der Maienbron hort gleichwol ein getumel und wardt im grausen. 2, 547; man hat ein zeichen von im gefordert, ob er ein stummender geist sei, da hat er widerumb ein getümmel und wesen angefangen, dieses war statt eines zeichens. Kirchhof wendunmut 1, 513 Österley. II@2@b@g@1@cc)) ausgehend von der tierwelt: die andern all erwachtent von wegen des gedümmels, das der braun treib. Aimon bog. 6b (1535); etiiche haten nichts zu thun dann mit eim grossen getümmel nachts und tags in den bienenkorb zu schwarmen. Fischart bienenkorb (1586) 238a; sie stiegen in den faethon; drauf rasselten die schimmel stracks über stock und stein davon mit donnerndem getümmel. Hölty (Leander u. Ismene 1) ausg. von 1801 s. 28. vgl. der ross getümmel sp. 4585. II@2@b@g@1@dd)) geräusche von menschen verursacht. dieselben sind entweder durch werkzeuge oder durch organe des menschen hervorgebracht, oder sie entspringen einer zusammenwirkung beider. II@2@b@g@1@d@aα)) da war ein sehr grosz geprässel und getümmel worden, gleich als wenn viel geharnischter leute ein ander geschlagen hätten. Luther tischreden 3, 58 Förstemann. vgl. 1. Macc. 6, 416 sp. 4587; die magd die sprach: das ist nit war da platzet ir die fraw ins har von in beyden ward ein gerümpel mit stül und pencken ein gedümpel zugen einander hinter thür inn der stuben wider herfür theten die zöpff einander denen vnd griszgrambten mit den zenen. H. Sachs (frau und magd) 1, 512c. vgl. Keller-Götze 21, 178; 17, 13 u. a. vgl. getümmel machen unter III. vgl. auch getümel .. von spieszen, schwertern und andern instrumenten sp. 4587; wer ein voll macht, auch billich leid, dasz man jhm in den busen speit. man musz hie keine stillmett halten: sonder im getümmel als zerspalten: nun zuck den banck, nun wirf den stul. Fischart Garg. (trunckenen litanei) 147 neudruck; thet in ausz dem bethe ziehen, in der kammer gleichfalsz: gar jämmerlichen auff und ab, bisz dasz er thet erworgen, und seinen geist auff gab. ein magd, wie ich euch sage, hört das gedümmel im hausz. neue zeitung (1605) Adrian mittheil. 391. II@2@b@g@1@d@bβ)) nun het sein kammer an dem end der reich hecker, hört das gerümpel am dennen, ein ser grosz gedümpel von disem hohen schweren fall. H. Sachs (der hecker mit dem bachendieb) Keller-Götze 21, 150; wie Seneca lehrnet dein stimm soll sein ohn grosz geschrei, und dein gang oder tritt ohn ein gethümel. Höniger narrenschiff, vgl. Scheible 332; ein getümmel mit den füssen machen to rustle or stamp with your feet. teutsch-engl. wb. (1716) 767. II@2@b@g@1@d@gγ)) vnd auff dasz er sich dester mehr gegen den feinden argwönig macht, dasz er sich förchtet, hiesz er den läger mit gröszerm getümmel vnd getösz, dann desz Römischen volcks gewonheit war, befestigen. Ringmann Caesar (bell. gall. 6) 58; bald die feind durch das getümmel in der nacht, vnd durch die wachung ihren zukünfftigen auffbruch gemerckt hetten. 52; singen, dantzen getrümmel und gedümmel .. führen. [] Fischart Garg. 154 neudruck; am abendtt zuvor .. sötztt sich aufs sail unsers schiffs ein kleine durteltauben; die begertt ich mit meinem bürstrhor zu schüessen. aber weil der patron besorgte, ich möchtte das sail abschneiden, wollt er mirs nitt zulassen, befahl den schüffleitten, si solltens durchs getümmel vertreiben. H. U. Krafft reisen s. 28; und ob es wol vil rehen und hasen in solchem schönen wald soll abgeben, so haben wir doch nichtts gesehen, machtt, weil wir ob unsere vil gewesen, haben sie unser getümel zeitlich vernomen und sich von uns absenttiert. 78; ist ein grosser lermen und getümmel entstanden. Kirchhof wendunmut 1, 531 Österley; durch das verworrene geschrei der rasenden donnerten dumpfe stösze gegen verschlossene thüren, krachten zerschlagene vorläden und fenster, und fielen büchsenschüsse. in diesem höllischen getümmel erwachte die ganze stadt. Zschokke (freihof von Aarau) 5, 298; um so mehr jetzt, da das gut von täglichen durchmärschen und einquartierungen geplagt wurde. oft war das grosze haus so besetzt, dasz das getümmel so gar bis in die abgelegene krankenstube drang. Tieck (der geheimnisvolle) schriften 14, 323; es dränge sie nach einem orte, wo recht viel lärm und getümmel sei. R. Stratz die kleine Elten 312; ehe das manöver mit seinem lärm und getümmel begann. dienst 86. II@2@b@g@22)) musikalische klangwirkungen werden selten mit unserem substantiv gekennzeichnet, wie sich aus der stellung desselben im kreise seiner synonyma von selbst versteht, vgl. getön sp. 4389 ff.; getöse sp. 4400 ff. die vereinzelten verwendungen in dieser richtung streifen daher das musikalische gebiet nur leichthin: khomen vier spilman, zwen mit schalmeien, einer mit einer grössern pfeiffen, der viertt mit einer hörbauckhen dem Aga für das hausz, machtten ein grosz unlieblichs getümel ungeschlachtter musica, wölches den Türckhen und auch dem Aga wol gefüel. H. U. Krafft reisen 181; dieser befehl ward wegen des in dem lusthause mit paucken und hörnern verübten getümmels so unvermerckt vollbracht. Lohenstein Arminius und Thusnelda 1, 464 (1689); sprecht, wie ein jedes kan, im tantz einander an. der grosse drang im reien, die seiten vnd schallmeien, vnd des getümmels fug ertheilen anlasz gnug, sucht freundlichkeit vnd lachen das wort für euch zu machen, wer hie kein hertz zu hat dem weisz ich keinen raht, Simon Dach in H. Alberts arien, neudr. s. 203; es hatte sich jeder zu den seinen gesellt, da ward getanzt und gesungen, und man hörte pfeifen dazu und hörte schalmeien. freundlich schaute der könig von seinem saale hernieder, ihm behagte das grosze getümmel, er sah es mit freuden. Göthe (Reineke fuchs 7) 40, 113 (groete grael). II@2@b@g@33)) die menschliche stimme als alleinige trägerin des geräusches. die dynamische wirkung steht im vordergrunde, und zwar auf der grundlage einer mehrheit von stimmerzeugenden subjecten. mit dem letzteren moment verbindet sich wiederum die vorstellung einer ungeregelten, ungeordneten stimmgebung. II@2@b@g@3@aa)) das dynamische moment steht voran. als synonyma oder als vorgänger des substantivs sind getöse, geschrei, wuof zu beobachten, vgl. tümel, gethön, geschrei bei Petri; aber er hat ir sprach nitt verstanden, und auch ettwa ir geschrei nitt gehert, vor dem gedeüsz oder getimel des folcks, und ist für geritten. S. Fischer Ulmer chronik 154 Veesenmeyer; was will das geschrei und getümmel der stadt. Luther 1. n. 1, 41 (was wil im der ruof der stat dez wuoffenden Eggesteyn, ebenso Koburger); und da Eli das laute schreyen hörete, fragte er: was ist das für ein lautes getümmel? Luther 1. Sam. 4, 14 (was ist der don des ruoffes. Eggesteyn, ebenso Koburger); kennzeichnend ist auch das verhalten Dietenbergers, der in der stelle Jes. 13, 4 (vgl. oben sp. 4573) für geschrei bei Luther seinerseits getümmel einsetzt und andererseits Luthers getümmel mit geschrei wiedergibt; und mainten die von der gemaind, man zug gleichdaher, deshalben ain grosz gedumel und geschrai under der gemaind was, wie dann gemelter Ritsch meins gnedigen herren bott, selbs gesehen und gehört hat. Baumann quellen (litter. ver. 139) 55; so sol sich ein getümel erheben. Luther Hos. 10, 14 (der wuoff stet auff under dem volck. Eggesteyn; daz geschrei. Koburger); genau so apostelgesch. 21, 34 u. a.; [] tönen klagen aus allen gegenden, die Phöbus strahlenwagen auf seinem ewig unverrückten lauf erwärmt, zum thron des weltregierers auf. die klage wird — geschrei, und das geschrei — getümmel. Gotter (Jupiter und sein repräsentant) 1, 62. II@2@b@g@3@bb)) das dynamische moment tritt hinter der vorstellung der vielköpfigkeit und der unordnung zurück; getümmel, das stimmengewirr: es war allenthalben ein grosz vnd erschröcklich getümmel, dann jeder seinem theil (wie beschicht) zuosprach vnd zuoruoffte. C. Hedio Commines 51 (1566); dagegen was ich dawider auffbrachte, ward mit züschen, rauschen und getümel verlacht und veracht. Luther schrifft an hertzog F. zu Sachsen (über die begegnung mit dem legaten in Augsburg 1518) 1, 129 Jena; dise vermahnung des stattvogts hatte nit einen menschen gereitzt zu rathen, auch kein getümmel oder murmelung einer so grossen versamlung, darinn doch so mancherlei volck zu hauff kommen war, mögen bewegen. Rihel Livius deutsch (Straszburg 1598) 418 (32. buch); warumb mag ein hauffen weiber unter einem hauptmann on gethümmel nit geführet werden? Aristoteles probl. 131a (1585). II@2@b@g@3@cc)) die vorstellung ungeordneten, ungeregelten stimmgebrauches leitet zur verwendung für entsprechende äuszerungen des einzelnen individuums über. vgl. nur weit hin dan von mir mit dem grimpl und timpl deines plerren, dein geigen und pfeifen wil ich nit hören. Aventin 4, 60. II@2@b@g@3@dd)) an diese verwendungen knüpfen übertragungen an: die spottrede, die verleumdung, das falsche gerücht fallen in den bedeutungsgehalt des substantivs. hierher gehört getümel für superbia bei Luther vgl. oben sp. 4573; ebenso wird für derisionem et blasphemiam insultationem (Luther operat. in psalm 1519 —21), das von Roth mit die verspotung, gotteslesterung, das auffrucken wiedergegeben ist, in der Nürnberger deutschen übersetzung von Mayr (1524) eingesetzt: dise verspotung, lesterlich getümmel Luther 5, 618 anmerk. Weimar; dann das getümmel (der verdacht, das gerede) wollt auf sie fallen. Wickram rollw. 89. IIIIII. gebrauchsformen. III@11) der absolute gebrauch des substantivs ist verhältnismäszig zahlreich belegt; er begegnet nicht nur in präpositionalverbindungen und bei syndetischer zusammenstellung mehrerer verwandter begriffe, sondern auch im freien object- und subjectgebrauch neben dem verbum. III@1@aa) von hierhergehörigen präpositionalverbindungen sind die meist verwendeten: im getümmel, das vorwiegend für kampf- und schlachtszenen verwendet wird (sp. 4577), und mit getümmel, das gerne in den fällen eintritt, wo es sich um blosze kennzeichnung von geräuschen handelt (vgl. sp. 4580). der bestimmte artikel, der sich mit der präposition 'in' verbindet, tritt auch in den lockeren verbindungen ein: si solltens durchs getümmel vertreiben. H. U. Krafft reisen 28; das ich mich aufs getümmel freute. Schiller 2, 107; sich aus dem getümmel weg machen, ex turba discedere Steinbach 880. III@1@bb) die syndetischen verbindungen mit anderen substantiven sind schon oben für die begriffsbestimmung des wortes herangezogen worden (vgl. II); es wurde dabei wol beachtet, dasz das verhältnis zu diesen substantiven mannigfach wechselt und dasz es nicht immer möglich ist, zu unterscheiden, ob es sich um synonyma handelt oder um verwandte begriffe, oder um ergänzungen, die sich auf der vorstellung des gegensatzes aufbauen. III@1@b@aα) als synonyma dürfen in solchen verbindungen gelten: crâdim, vgl. sp. 4571; gerümpel sp. 4571. 74 u. a.; getrümmel sp. 4580; gepolter sp. 4580; geprassel sp. 4580; getöse sp. 4581; murmelung (oben); in einigen beispielen auch geschrei, vgl. sp. 4581; getümmel und wesen, vgl. sp. 4577. 4580. rumor und gethümel ( Luther) sp. 4577; tumult und getümel sp. 4577; unruhe und getümmel sp. 4579; 'ich weisz gar nichts', sagte sie, 'als dasz du den tag nachdem wir uns das letzt' mal gesehen haben, in der sonne bist gefangen genommen worden, und dasz es da wieder einen kampf und ein getümmel geben hab'. H. Kurz (der sonnenwirth) 6, 149; eine art wollüstigen getümmels und gewimmels in der ganzen seele. Forster briefwechsel (Th. Huber) 1, 220; was mancherlei gewimmel und getümmel, geheckel und gepäckel! wie sie sich an einander halten, aus interesse und aus lobsucht einer dem andern den steisz beleuchten. F. Müller (Fausts leben) 2, 19. III@1@b@bβ) dagegen stehen sich geschrei und getümel bei Luther 1. n. 1, 41 und in anderen fällen als ergänzende begriffe gegenüber; ebenso getümmel und lärm bei Grillparzer 55, 57; getümmel und gesang bei Göthe sp. 4578; getümmel und getrappel [] sp. 4577; gebeisse, getümel und unordnung. Luther sp. 4577. III@1@b@gγ) vielfach enthält getümmel den allgemeineren begriff, dem sich die besondere form, in der das geräusch zum ausdruck gelangt, syndetisch anschlieszt: dunder und getümel sp. 4574; trommeten und getümmel sp. 4577; züschen, rauschen und getümel. Luther, vergl. sp. 4582 unten; rummel, gemummel und tummel. des knaben wunderhorn 12, 446; getümmel und geschrei und posaunen hal. Luther Amos 2, 3; das getümmel und das lauffen in der Philister lager. 1. Sam. 14, 19. III@1@cc) in den freien verbindungen des substantivs mit dem verbum als subject oder object tritt entweder der bestimmte oder meistens der unbestimmte artikel vor. ohne artikel führen höchstens wörterbücher das wort ein. getümmel machen, sausen, turbare, tumultuari, strepere, strepitum ciere Henisch 1588. III@1@c@aα) mit dem bestimmten artikel: wie .. sich bald das getümmel verliert. Göthe 29, 273. vgl. sp. 4578; das getümmel wüthet. Schiller 3, 142; das getümmel wächst im thal. Lenau 2, 239. III@1@c@bβ) mit dem unbestimmten artikel. III@1@c@b@11)) wart ein getumele. spec. ecclesiae. vgl. sp. 4571; alsbald ward ein getümmel. Fleming, vgl. sp. 4575; weszwegen sich ein getümmel erhub und viele darauf stimmeten, man solte sich nicht weiter, an ihm, vergreiffen, sondern ihn los lassen. anhang zu Widmanns Faust (77) 706 Keller; es erhebt sich ein getümmel. Kirsch (1764) 179; es entstund ein getümmel tumultuantium fremitus exoriebatur; es erhebt sich ein getümmel strepitus fit Steinbach 881. III@1@c@b@22)) ein getümmel einem für den ohren machen obstrepere auribus alicujus Henisch 1588; si machen ein getümmel edunt strepitum, tumultuantur Steinbach 881; ein getümmel machen. Kirsch (1764) 179; so ferr si nur still zügen und kein getümmel machten. D. Hedio Commines (1566) 50. vergl. auch sp. 4580; hat ein junger knab ein getümmel angefangen. Kirchhof wendunmut 1, 531 Österley; haben umb ihn ein getümmel, certatim ceteri circumstrepunt Schönsleder (1663); ein gedümmel führen. Fischart Garg. 154 neudr.; ein getümmel hören strepitum audire Steinbach 881; man höret ein getümmel. Kirsch (1764) 179. III@22) der relative gebrauch. III@2@aa) kennzeichnung durch pronomina. III@2@a@aα) der sogenannte artikel erscheint als kennzeichnendes pronomen: ach junckherr, was ist das gedümpel? was macht ir allhie ein gerümpel. H. Sachs (der parteckensack) 17, 13 Keller-Götze; bei den sämmtlichen hausgenossen ward nun nachgeforscht .. aber auch hier wollte sich eben so wenig irgend eine spur finden; die gerichtspersonen waren schon im begriff sich zu entfernen; als eine strumpfstrickerin, die diesem hause gegenüber ihren laden hatte, durch das getümmel herbeigelockt ward, und von dem vorfall hörte. A. G. Meissner franz. justizmord (d. litt. denkmale 66 ff.) s. 64. III@2@a@bβ) das eigentliche demonstrativpronomen: mit diesem getümmel und unruow. Kirchhof wendunmut 1, 514 Österley; nach dem aber dises getümmel gestillt, hielten die fürsten gesprech mit einander. Hedio Commines 51 (1566); bald schwieg ich als ein stein, bald schrie ich überlaut, bald schlug ich an die brust: ich führt ein solch getümmel, dasz jedermann erschrak, der mich schaut in der noht. Rist Parn. 449 (1562). III@2@a@gγ) possessivpronomen: unser getümmel (H. U. Krafft), vgl. sp. 4581; aus irem getümel. Luther psalm 35, 17, vgl. sp. 4574; euer getümmel sp. 4579. III@2@bb) attribute. III@2@b@aα) das beliebteste und schon in den obigen beispielen meist verwendete attribut grosz läszt sich allerdings kaum unter den relativen gebrauch einreihen, weil es dem bedeutungsgehalt des substantivs nicht eigentlich einen neuen zug beifügt, ihn vielmehr nur allgemein steigert: ist ain grosz getümmel erstanden in den zälten der Philister. Eck 1. Sam. 14, 19; ich sah ein grosz getümmel. Luther 2. Sam. 18, 29 u. a.; auff den bergen höret ich ein grosz getümmel als eins grossen volcks. Dietenberger Jes. 13, 4 (geschrei einer menge. Luther; stimm der mänige. Eck). vgl. Luther Sach. 14, 13. Matth. 27, 24 u. a. immerhin tritt dieses attribut nur in bestimmten verwendungen des substantives auf und nimmt einen bescheidenen antheil doch auch an der begriffsbestimmung; die umfassendere bedeutung in der anlehnung an tumultus, die engere bedeutung in der hervorhebung [] des dynamischen momentes der geräuschwirkung nimmt das beiwort grosz an: groszer lermen und getümmel. Kirchhof wendunmut 1, 531 Österley; also gingen sie hin mit groszem getümmel, vor allen Reineke mit den wärtern des kreises. Göthe (Reineke fuchs) 40, 223 (mit groteme schalle). in anderen verwendungen, so für übertragene bedeutungen, ist das beiwort selten, vgl. groszes getümmel für weltgetreibe sp. 4579; da wo klangwirkungen gekennzeichnet werden, findet das beiwort leichter eingang (vgl. sp. 4581), während es bei der einschränkung des bedeutungsgehaltes auf die bewegung (sp. 4578) nur ganz vereinzelt eintritt. III@2@b@bβ) dem eben behandelten beiwort stehen einige andere für die dynamische richtung nahe: und da der man in die stad kam, sagt ers an, und die gantze stad schrei. und da Eli das laut schreien höret, fragt er, was ist das fur ein laut getümel. Luther 1. Sam. 4, 14. ebenso Dietenberger; quis est hic sonitus tumultus hujus. was ist disz für ain thon des getümels (laut geschrai). Eck; don des ruoffes. Koburger und Eggesteyn; umtönt von lautem getümmel. Voss Ilias 10, 185; donnerndes getümmel. Hölty. vgl. sp. 4580. III@2@b@gγ) auch gemüthsempfindungen, die sich für den handelnden oder für den wahrnehmenden an das substantiv knüpfen, werden gerne im beiwort angedeutet. III@2@b@g@11)) der wolgestirnte himmel erschallte durch und durch vom frölichen getümmel der gantzen göttligkeit, als deiner mutter mund dir gab den ersten kusz. Fleming (poet. wälder II an Olearius 1636) 95; die jauchzen um ihn her auf der und jener seit' und schreien in die luft.der gleich erfreute himmel sieht mit ergötzung zu dem lustigen getümmel. 152 bei Lappenberg; mit der freude lichten träumen saszen wir im muntern kranz, auf den wellen, auf den bäumen lag des tages milder glanz. wie ein freudiges getümmel war ein glühen überall: dort im abendrot der himmel, hier im weine der pokal, Th. Körner erinnerungen an Karlsbad 11. III@2@b@g@22)) grosz und erschröcklich getümmel. sp. 4582; wie der erdboden von dem schrecklichen getümmel der stadt erzittert. Kirchhof militär. discipl. 163; grosz unlieblichs getümel. vgl. sp. 4581; mit grausem getümmel verschwunden vom himmel sind wolken voll nacht. Matthisson frühlingsbilder; das unselige getümmel. F. H. Jacobi 5, 44. III@2@b@dδ) für die kennzeichnenden beiworte steht das moment der bewegung im mittelpunkte: III@2@b@d@11)) buntes getümmel. vgl. oben sp. 4575; welch ein harmonisches getümmel, welch ein göttlicher einzug! wie glänzt der thron des neuen königs von ferne. Wieland (psalmen 2, 5) supplement 3, 265; fahr auf, du siegesfürst, in aller himmel himmel, und lasz dich holen ein mit prächtigem getümmel, Fleming 27 Lappenberg. III@2@b@d@22)) wir haben gehört ein grosz gerümpel oben ein häderisch (haderisch) gedümpel, mein Calandrin, was ist dir geschehen? H. Sachs (die unsichtigen schwarzen stein) 21, 178 Keller-Götze; dass nicht dem gaste die mahlzeit durch das wüste getümmel der trotzigen würde verleidet. Voss Odyssee 1, 134; seit der harte himmel, von sünden aufgereizt, ein blutiges getümmel auf unser vaterland, das arme, hat erregt, das achtzehn jahre nun auf eine stelle schlägt und noch nicht höret auf. Fleming (poet. wälder 4, 52) 182 Lappenberg; höllisches getümmel. Zschokke. vgl. sp. 4581; da entstand ein unbeschreibliches getümmel. Moltke briefe 92. III@2@b@d@33)) in dem ein plötzliches getümmel, welches er unversehens hört, füllet den abgrund und die himmel und seine sehl noch mehr bethört. Weckherlin (1. ode) 1, 99 Fischer; ihr gewaltigen hingegen (wind und sturm), deren weit gehörtes blasen oft die erde will bewegen, hebet euren heftigen, fürchterlichen schall gen himmel! offenbart mit lauten tönen und mit brausendem getümmel, den, durch dessen macht ihr ras't. (impetuous song) Brockes jahreszeiten (lobgesang 50); [] glücklich durch den reinen einklang der herzen, fänden beide liebende dann, unbetäubt vom brausenden getümmel und ungeblendet vom schimmernden maskenspiele des weltlebens, den höchsten genusz am treuen busen der natur. Matthisson (erinnerungen 8) 2, 370; in dem schwärmenden getümmel grosser angefüllter städte lasz, mit drengendem gewimmel, den zusammenflusz von menschen mit der orgel tiefem klang, stimme, ton und schall verbinden (in swarming cities). Brockes jahreszeiten (lobgesang 90); der tanz scheint mir bacchantisches getümmel. Grillparzer vgl. sp. 4578. III@2@cc) verbindung mit substantiven. III@2@c@aα) die genetivverbindungen sind einseitig. das substantiv selbst tritt nicht leicht in ein unterordnungsverhältnis zu anderen; fügungen wie: der tag des getümmels (vgl. sp. 4573) sind vereinzelt und entspringen auch für Luther den besonderen verhältnissen der bibelübersetzung. um so ausgiebiger ordnen sich fremde substantive dem unsrigen unter in den mannigfaltigsten formen der zusammengehörigkeit. III@2@c@a@11)) für subjecte des nomens actionis: III@2@c@a@1@aa)) persönliche subjecte: III@2@c@a@1@a@aα)) getümmel viel leuthen, tumultus Dasypodius R 2a; getümmel der leute. Luther Jes. 17, 12; getümel der versammelten königreiche der heiden. 13, 4; ein getümmel des volckes hominum turba Steinbach 880; des unthiers, das aus der waldung herkommt durch das gebirg', umtönt von lautem getümmel treibender männer und hund' (πολὺς ὀρυμαγδὸς). Voss Ilias 10, 185; den geschichten nach hofft Domitius Scipionem zum streit zu locken, ... als dieselbigen hinauszgezogen, und schon für der ersten scharen haltstatt kommen waren, namen sie argwon ob der rosz getümmel, und huben sich an wider zu den ihren zu thun. Ringmann Cäsar (1588) 120b. III@2@c@a@1@a@bβ)) im wogengetümmel, wie lieder im himmel, so rauschte der chor! der tag, der Carln das leben zum segen des landes gegeben, stieg röthlich empor. .. unterm getümmel des festlichen chor stieg es zum himmel wieder empor. Schubart 4, 17; ich freue mich auf ein süsses wort von dir im masken getümmel, freue mich aber nicht auf das getümmel, was heute unser schönes ruhiges zusammensein unterbrechen wird. Göthe briefe 5, 249; diese lange rede würde vielleicht noch länger und noch entscheidender für die streitenden theile geworden sein; wenn nicht das getümmel derer, die mit derselben schlecht zufrieden waren, den gott unterbrochen, und mich selbst aufgeweckt hätte. Uz 2, 246; und wer hier in Paris nicht mit dreisten händen zugriff, ward von den nachdrängenden unerbittlich under die füsze getreten ... mitten im getümmel der bittenden und bietenden kleinen stand mit selbstgewisser gönnermiene der viel umworbene preuszische gesandte Lucchesini. Treitschke deutsche geschichte 1, 185; kein getümmel von dienerschaft oder fremden, keine equipagen, und niemand kann ahnen, dasz hier (in Balmoral) der hof eines der mächtigsten staaten residirt. Moltke (briefe) 6, 230. III@2@c@a@1@bb)) das subject ist localisiert. III@2@c@a@1@b@aα)) getümmel der stadt. Luther Hiob 39, 7; getümmel der städte. Brockes. vgl. oben; wie blinkt mir der himmel im grünen so hehr! der städte getümmel ist rauschend und leer. Matthisson die einsamkeit; die wenigen wochen, die sie im getümmel der residenz zugebracht hatte, waren nicht hinreichend gewesen, ihr den geschmack an ihrer bisherigen stille zu verleiden. Ch. L. Heyne Antonie (litterar. denkmale 66 ff.) 16. III@2@c@a@1@b@bβ)) man weis, dasz nie an leiden der heiraht was gebricht, es fehlt jhr auch an frewden vnd süssen seiten nicht: gott hat der welt getümmel auch gnug mit rhue bedacht, nur dasz der mensch den himmel jhm selbst zur hellen macht, Simon Dach in H. Alberts arien, neudruck s. 244; sanfter schlummert aus der welt getümmel nicht der gottversöhnte sich in's grab. Bürger ged. (Heloise an Abelard); [] euch alpensöhnen gab ein milder weiser himmel den vollen reichthum der natur: genieszt ihn fern von dem getümmel der trügerischen welt. H. Clodius Göttinger musenalmanach auf 1770 neudruck s. 82. andere beispiele siehe auf sp. 4579. III@2@c@a@1@b@gγ)) ich höre schon des dorfs getümmel, hier ist des volkes wahrer himmel, zufrieden jauchzet grosz und klein: hier bin ich mensch, hier darf ich's sein. Göthe (Faust 937) 12, 54; ich sehe sie, liebste, theuerste mutter, zwei- dreimal dort im getümmel des marktes, hatte aber nicht den muth, sie unter den vielen fremden menschen anzureden. Tieck (weihnachtsabend) novellen 5, 184; allmählig verstummte das getümmel des hafens und man hörte nur noch von zeit zu zeit in den schiffen das dumpfige läuten der betglocke. Matthisson (erinnerungen 7) 2, 359; die herrscher ruhn in gräberhallen, die helden sind im kampf gefallen. verhallet war der burg getümmel. Uhland die drei schlösser. III@2@c@a@1@b@dδ)) im getümmel der strasze, auf steinpflaster und frisch beschütteter chaussée ist das nicht angenehm. Moltke (briefe) 6, 319. III@2@c@a@1@cc)) übertragungen III@2@c@a@1@c@aα)) auf situationen: das getümmel des beschäftigten lebens. Wieland (Peregrinus) 27, 343; mit jubelton begrüsz ich feld und himmel, gebirg und see und wies' und hain, entronnen dem getümmel der assemblée. Matthisson die befreiung; hier ist papier und feder; ich will gehn, zwei zeilen, die ihr schreibt, mit zeit und ort, genügen mir. — wenn heim die gäste kehren, nah im getümmel ich mich euch des aufbruchs und lese, was ihr schriebt. Grillparzer (ein treuer diener 2) 65, 189; der fernen schlachten getümmel erklingt vor ihren ohren, es sauset schon der sturm des gefechts um sie her. Göthe (Achilleis) 40, 355; es war mein los, unablässig im getümmel des krieges herumgeworfen zu werden. G. Freytag (aus einer kleinen stadt) 13, 258. III@2@c@a@1@c@bβ)) auf gemüthsbewegungen vgl. oben sp. 4579: nie hat das stürmische getümmel der leidenschaft ihr herz aus seiner ruh geweckt, nie den entwölkten geist mit ihrem dunst befleckt. Wieland (Idris 1, 78) 17, 52; in dieser tiefen ferne vom getümmel der leidenschaft, in dieser heil'gen nacht, die ihn umschlieszt, erwacht der reinste aller sinne. Wieland Oberon 8, 29 Hempel; mitten im getümmel mancher freuden, mancher sorgen, mancher herzensnoth, denk ich dein, o Lottchen. Göthe (an Lottchen) 1, 84. III@2@c@a@22)) werkzeuge des nomens actionis: getümmel der waffen. Opitz 2, 269. vgl. sp. 4576. III@2@c@a@33)) ergänzungsbestimmungen: schlugen und scharmützelten sie (Abies und Amadis) one underlasz, unnd one athem fassen, dermaszen, dasz man durch das getümmel der streich geachtet, dasz mehr denn zwentzig mit einander kempfften. Amadis (1, 10) litt. ver. 40, 101; machten ein grosz unlieblichs getümel ungeschlachter musica. Krafft reisen. vgl. sp. 4581. III@2@c@bβ) composition auf grund der genetivverbindungen. III@2@c@b@11)) poltergeistergetümmel. Fischart Bodinus 3. III@2@c@b@22)) ihm krümmt, was er nicht sieht noch hört, der todtentanz des weltgetümmels kein haar. Thümmel das erdbeben von Messina; geschwinder als ein wetterstral, durchschweif' ich erd' und himmel, und kizle mich nach herzenswahl am tollen weltgetümmel. Voss oden und lieder 2, 3; hell würde sich des reinsten glückes spur mir dann entwölken, fern vom weltgetümmel; wo liebe, freundschaft, weisheit und natur in frommer eintracht wohnen, ist der himmel. Matthisson der Genfersee; verdrängt eine epoche der liebhaberei mit unglaublicher schnelligkeit immer die andere, und die muse des gesanges hat sich aus dem literarischen marktgetümmel und krämergewühl zurückgezogen. erinnerungen 9. III@2@c@b@33)) erdgetümmel vgl. th. 3, 769; der muth entspringt vom himmel; giebt dieser sonnenschein, so läszt sich jener aus; hingegen bringt der süd ain finstres luftgetümmel, so kriecht die munterkeit nach art der schneck' ins haus. Günther (briefe 1, 1) 570 (1751); [] so lächelt nach wogengetümmel und sturm dem nächtlichen schiffer der leuchtende thurm durch nebel, welche die auen der heimath umgrauen Matthisson alpenreise. III@2@c@b@44)) und ins wirre tanzgetümmel drängen sich die beiden tänzer, und die lauten pauken wirbeln, und es schmettern die drommeten. Heine (don Ramiro) romanzen 9; vgl. th. 11, 126; jagdgetümmel vgl. th. 4, 2, 2208; entflohn dem kriegsgetümmel trübt unmuth deinen blick; umgrämt vom alpenhimmel verklagst du dein geschick. Matthisson die kinderjahre; welche rasche bewegung, welch wildes kriegsgetümmel im ersten chore der Griechen (in Glucks Iphigenie in Aulis). erinnerungen 2, vgl. th. 5, 2272; die ländliche muse .. blieb in den öden moorgegenden von Flandern, wie an den malerischen gestaden der Seine, in den friedlichen hirtenthälern der Rhätischen alpen, und zuletzt auch im heergetümmel des krieges, seine unzertrennliche gefährtin. 9; schlachtgetümmel vgl. th. 9, 247; so bald wir Achaier gegen die reisigen Troias' das scharfe treffen beginnen, wirst du sehn, so du willst, und solcher dinge dann achtest, wie Telemachos vater sich mitten ins vordergetümmel Troischer reisigen stürzt. Bürger (Ilias 4, 355) 3, 402 (1797); wann wir Achaier gegen die reisigen Troer die wuth des Ares erregen; wirst du schaun, so du willst, und solcherlei dinge dich kümmern, auch Telemachos vater, gemischt in das vordergetümmel Troischer reisigen dort. Voss Ilias 4, 355. III@2@c@b@55)) freudengetümmel th. 4, 1, sp. 149; aus moor, gewimmel und schimmel hervor dringt, chor, dein bimmel getümmel ins ohr. Voss klingsonate (verm. ged. 16); donnergetümmel th. 2, sp. 1244; mordgetümmel th. 6 sp. 2545. III@2@c@gγ) präpositionalverbindungen. III@2@c@g@11)) es erhebt sich wider ein grosz getümmel von schieszen, werffen, schlagen und schreien. Ayrer (kaiser Otte) 451 Keller; bald darnach wurd ein getümmel gehört von spieszen, schwertern und andern instrumenten, dasz in dunckte, man wolte dasz hausz mit stürmen einnemmen. historia von d. Fausten Spies 1587, neudr. 22. III@2@c@g@22)) den glockenklang, und was heur der guckgauch sang, das plo vom himmel, und desz bösen gelts schimmel, von der prucken das getümmel. Fischart Garg. 305 neudr. vgl. sp. 4571 im osterspiel; das gedümmel im hausz. newe zeitung (1605) Adrian mittheil. 391; nun stürzen sich ins heer der streiter auf rossen: weisz, rot, schwarz und fahl, die vier apokalyptischen reiter, und das getümmel wächst im thal. Lenau (Savanarola) 2, 239. III@2@dd) verbindung mit verbis. der schon beim absoluten gebrauch des substantivs beobachtete kreis von verbis erweitert sich beim relativen vor allem nach der seite engerer begriffsbestimmung. neben einzelnen verbis, die die umfassende bedeutung des substantivs charakteristisch zur geltung bringen, zeigen sich solche, die die verengerung des bedeutungsgehaltes deutlich hervortreten lassen. III@2@d@aα) III@2@d@a@11)) am selbigen tag wirdt ain grosz getümmel des herren under in. Eck Sacharja 14, 13, vgl. auch sp. 4583; ist ein grosser lermen und getümmel entstanden. Kirchhof wendunmut 1, 531 Österley. vgl. Eck 1. Sam. 14, 19. III@2@d@a@22)) der entsetzte sich vor dem grausamen getöne und der groszen menge und getümmel, das sie mit dem harnisch und eisen machten. Luther 1. Macc. 6, 41 (vor der stimm ir menig vnd von dem gang der schar vnd von dem zuo einander ruren daz harnasch. Eggesteyn); sie werden ein getümmel machen wie ein herd in ihrem schaaffstall. Piscator (1610) Micha 2, 12 (wie eine herd in seine hürten, das es von menschen dönen sol. Luther, ähnlich Dietenberger, tumultuabuntur a multitudine hominum); erwacht der strenge feind, da bleibt nichts unversehret, gar kein gesetze gilt, kein recht wird mehr gehöret, weil waffen und gewehr zu viel getümmel macht. Opitz, vgl. Steinbach 2, 881. III@2@d@a@33)) sie werden ain grosz getümmel haben, vor vile der menschen. Eck Micha 2, 12. III@2@d@a@44)) wird der herr ein grosz getümmel unter in anrichten. Luther Sacharja 14, 13; des ... mit paucken und hörnern verübten getümmel. Lohenstein, vgl. sp. 4581. [] III@2@d@a@55)) ich führt ein solch getümmel. Rist Parnasz 449. III@2@d@bβ) III@2@d@b@11)) III@2@d@b@1@aa)) das getümmel .. häuft sich nach der mitte zu. Göthe vgl. sp. 4578; und so wogte das getümmel hin und her, so dasz am selbigen tage der beste theil der einwohner, so viele deren in der stadt waren, erschlagen wurden. Eichendorff Lucanor 170. III@2@d@b@1@bb)) das getümmel des hafens verstummt, sp. 4586; verhallt, verklingt. ebendort; seine innere unruhe wurde besänftigt. das kriegerische getümmel verlor sich und es blieb nur eine klare bilderreiche sehnsucht zurück. Novalis Heinrich von Ofterdingen 15, 71. III@2@d@b@1@cc)) um welche das unselige getümmel sich wälzt und wirrt. F. H. Jacobi 5, 44. III@2@d@b@22)) III@2@d@b@2@aa)) grosz getümmel hören, sp. 4583; getümmel stillen. ebendort. III@2@d@b@2@bb)) grosz getümmel sehen, sp. 4583.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    getümmelstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    getümmel stn. getümmel, lärm. Mone altd. schausp. 2,742. vgl. getummer.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Getümmel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Getümmel , des -s, plur. ut nom. sing. heftiges dumpfiges Getöse, besonders so fern es von lebendigen Geschöpfen err…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Getümmel

    Goethe-Wörterbuch

    Getümmel 1 ungeordnetes (geräuschvolles) Durcheinander(wogen); auch neben ‘Gedränge’, ‘Gewimmel’ a festliches, buntes Tr…

  4. modern
    Dialekt
    Getümmel

    Rheinisches Wb.

    Ge-tümmel Sg. t. n.: in der RA:. No dem Gemimmel (Gerücht) kennt et G. die Katastrophe Saarl-Diefflen Niedaltorf .

  5. Sprichwörter
    Getümmel

    Wander (Sprichwörter)

    Getümmel Erst das Getümmel, dann folgt der Himmel. – Parömiakon, 1096 u. 3123.

  6. Spezial
    Getümmel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|tüm|mel n. (-s) 1 (Gedränge) fola (foles) f. 2 (Durcheinander, lebhaftes Treiben) confujiun (-s) f. , moscedoz (-oc) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit getuemmel

58 Bildungen · 6 Erstglied · 51 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von getuemmel

ge- + tummel

getuemmel leitet sich vom Lemma tummel ab mit Präfix ge-, mit Umlaut-Wechsel.

getuemmel‑ als Erstglied (6 von 6)

getümmelich

DWB

getuemmel·ich

getümmelich , veraltete adjectivableitung vom vorigen: grosz getümlich tumultuosus Dasypodius R 2 a .

getümmelmüde

DWB

getuemmel·muede

getümmelmüde , adjectiv, vereinzelte zusammensetzung, die Campe 4, 681 aus Kosegarten belegt: süsze, störungsfreie ruh lächelt dem getümmelm…

getümmelreich

DWB

getuemmel·reich

getümmelreich , adjectiv, ebenfalls von Campe (2, 334) aus Kosegarten beigebracht: Thames getümmelreiche gestade.

Getümmelße

WWB

Ge-tümmelße n. Schar Kinder ( Kr. Detmold Det Is).

getümmelvoll

DWB

getuemmel·voll

getümmelvoll , adjectiv: aber es war bereits nacht, als wir in dem getümmelvollen gasthofe von den pferden stiegen, und kaum tag, als wir un…

Getümmelwoge

GWB

getuemmel·woge

Getümmelwoge gedenke deines Freundes im stillen Parke .. indessen du in Prachtherrlichkeit, Trommelrausch und G. der Königstadt [ Berlin ] d…

getuemmel als Zweitglied (30 von 51)

Badegetümmel

GWB

bade·getuemmel

Badegetümmel idVbdg ‘Welt- u Badegetümmel’ GWB B25,320,16 Knebel 10.5.15 [ Zit s v Weltgetümmel ] Brigitte Mattausch B. M.

donnergetümmel

DWB

donner·getuemmel

donnergetümmel , n. bildlich, so scholl in der heiligen frühe des schlachtrufs donnergetümmel dem feind Pyrker Tunisias 12, 23 .

freudegetümmel

DWB

freude·getuemmel

freudegetümmel , n. soll ich dies freudegetümmel in starren schrecken, stumme trauer wandeln? Gotter 2, 493 .

freudengetümmel

DWB

freude·n·getuemmel

freudengetümmel , n. tumultus laetus: im arm der nymphen wachsend war freudengetümmel deine lust. Willamov dithyramben 15 .

frühlingsgetümmel

DWB

fruehlings·getuemmel

frühlingsgetümmel , n. ein durch den frühling oder wie durch diesen erregtes lautes frohes durcheinander. unter dem frühlinggetümmel der leb…

geistergetümmel

DWB

geister·getuemmel

geistergetümmel , n. : das geistergetümmel der einsam mit einander redenden töne ( der Äolsharfe ). J. Paul Tit. 2, 237 , vgl. geisterharfe.…

herzensgetümmel

DWB

herzen·s·getuemmel

herzensgetümmel , n. : vom heiszesten herzensgetümmel der hohen leidenschaften bis zur frischen besonnenheit. Heinse Ardingh. 2, 97 .

kampfesgetümmel

DWB

kampfe·s·getuemmel

kampfesgetümmel , n. wie kampfgewühl: unzählige scharen folgten ihm dürstend nach blut und brausendem kampfesgetümmel. Pyrker Tunisias 2, 25…

kriegsgetümmel

DWB

kriegs·getuemmel

kriegsgetümmel , n. tumultus belli ( Campe ): ich bin froh, dasz mir der himmel solche gunst hat angethan, dasz ich unser kriegs-getümmel ka…

Luftgetümmel

Campe

luft·getuemmel

△ Das Luftgetümmel , — s, Mz . u. ein Getümmel in der Luft; uneigentlich auch, was in der Luft getummelt wird, Wolken  Hingegen bringt der …

lustgetümmel

DWB

lust·getuemmel

lustgetümmel , n. : diesz alles machte die burg zu einem aufenthalt, woraus, wiewohl er beständig von lustgetümmel erschallt, sich jedermann…

Maskengetümmel

GWB

maske·n·getuemmel

Maskengetümmel Trubel bei einem Maskenfest Ich freue mich auf ein süses Wort von dir im Masken Getümmel, freue mich aber nicht auf das Getüm…

Menschengetümmel

Campe

menschen·getuemmel

○ Das Menschengetümmel , — s , o. Mz . das Getümmel vieler bei und mit einander lebender Menschen, das geräuschvolle unruhige menschliche Le…

Meßgetümmel

GWB

mess·getuemmel

Meßgetümmel macht mich das schöne Septemberwetter ganz unruhig, so daß mich nur sehr bedeutende Hindernisse von einem Besuch [ in Frankfurt …

mordgetümmel

DWB

mord·getuemmel

mordgetümmel , n. getümmel beim mord, in der schlacht: verwüstung herrschet überall; geschrei und klagen fliehn zum himmel; es übertäubt den…

morgengetümmel

DWB

morgen·getuemmel

morgengetümmel , n. getümmel zur morgenzeit: der rührende abstich des morgengetümmels mit der nachtpause, des sonnenfeuers mit dem monddämme…

nachgetümmel

DWB

nach·getuemmel

nachgetümmel , n. : unfreundlich verwies ich ihm ( dem führer, welcher umständlich erzählte, wie Hannibal hier vormals eine schlacht geliefe…

nachtgetümmel

DWB

nacht·getuemmel

nachtgetümmel , n. nächtliches getümmel: da flogen sie, wie ins nachtgetümmel siegesfeuer. Herder 1, 427 Hempel.

orkanengetümmel

DWB

orkan·en·getuemmel

orkanengetümmel , n. : er ( der nordwind ) wüthete, stürzende felsen schleudernd mit lautem gekrach, orkanengetümmel und gluthsturm weit in …

prunkgetümmel

DWB

prunk·getuemmel

prunkgetümmel , n. : das prunkgetümmel ( der zug des zur huldigung bei hofe erschienenen adels ) rauschte bald in den saal zurück. J. Paul T…

reisigengetümmel

DWB

reisigen·getuemmel

reisigengetümmel , n. eine gesammtheit, menge von reisigen, mit dem nebenbegriff des ungestümen durcheinanders: ( ich ) sah wie ... des volk…

rundgetümmel

DWB

rund·getuemmel

rundgetümmel , n. : anfangs saszen beide liebende dem fernen rund - getümmel ( dem tanze ) mit wonne gegenüber. J. Paul leben Fibels 108 .

schlachtgetümmel

DWB

schlacht·getuemmel

schlachtgetümmel , n. : antwort ihnen ward hierüber aus dem schlachtgetümmel. Fr. Müller 1, 359 ; ein kurzes schlachtgetümmel fast ohne blut…

Ableitungen von getuemmel (1 von 1)

Getümmele

WWB

Ge-tümmele n. anhaltender Lärm ( Kr. Lippstadt Lst Ge).