Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gesanc stNM.
1.1 von menschl. Stimmen
1.2 von Tieren (überw. Singvögeln)
2 ‘Klang, Melodie’
1 ‘Singen, Gesang’ 1.1 von menschl. Stimmen: der ander meister, den er gewan, / der lêrtin wol mûsicam [...] unt von ime selben heven daz gesanc VAlex 182; zelen, tichten und gesang Mügeln 304,7; der brutegoum cumet mit einer menie siner riter, so er sine brut enphahit vnde si mit gesange fúr leitet Lucid 123,4; nv ist allez frolich gesanc hingeleit Spec 38,8; man schol auch mit gesange uber die greber niht mer gen, denne so man die leich legt NüP 158; SM:UvB 6:3,3; RvEBarl 12417; Lanc 112,27; DvAStaff 198; Eckh 5:38,16. – bestimmter Gesang, Lied: daz froͤlich gesanch ‘gloria in excelsis deo’, daz wir ze weihen nachten vil froͤlich singen PrOberalt 13,27; cantemus domino, gloriose. ditz gesanc vindet man in dem salter BuchdKg 32,14; diz gisanc [ canticum ] vom ewangeli BrZw 12. 17. – ‘Stimme, Intonation’ diu kel hât die kraft, daz si münzet und stellet die stimm und daz gesanch BdN 18,28 1.2 von Tieren (überw. Singvögeln): wol troeste mich der vogel gesanc MF:Reinm 6b: 4,9; MF:Wolfr 6:2,4; Georg 3080; HvNstAp 13166; EnikWchr 5551; diu lerch meldet den tag des morgens fruo [...] mit gar frœleichem gesang BdN 171,20; [der Wiedehopf] hât neur ain gesank und ain stimm, wan er singet neur hoz hoz hoz ebd. 228,7; diu pfärt sänftigt [der Hahn] mit seinem gesang des nahts und macht die kämel ungestüem ebd. 192,17; dar nâch huob er [der Esel] ein gesanc, / daz vil gar der walt erhal WälGa 13266 2 ‘Klang, Melodie’ doch so klag ich den summer nicht so sere, / und solt ich in der stuben sein, / da die jungen tretten [stampfen] wol zu preis / den newen gesang Neidh(S) 1,71 c117:2,4; in den oren harpfen klang / und aller seiten spil gesang HvNstGZ 7727. – terminus technicus der musikal. Mutationslehre (vgl. Anm.z.St.): das leret gar uns musica die frie, / wie in der hant [Guidonische Hand] man fint gesenge drie Mügeln 286,10
MWB 2 529,34; Bearbeiter: Graën