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genügsam

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

genügsam

genügsam

genug ‘ausreichend, in notwendiger Menge, zufriedenstellendem Maße vorhanden’ (in der Funktion eines Substantivs ‘ausreichende Menge’), ironisch untertreibend auch ‘bis an die Grenze des Erträglichen gehend’ (vgl. die bereits für das Ahd. öfter zu belegende Bedeutung ‘reichlich, im Überfluß’). Die einem Indefinitpronomen oder Adverb ähnelnde, im Nhd. (wie in den anderen modernen germ. Sprachen) stets flexionslose Quantitätsangabe geht (als erstarrte endungslose Form des Neutrums) auf ein altes Adjektiv zurück, das in den frühen germ. Sprachstufen (einschließlich des Mhd.) noch in vielfacher (attributiver, prädikativer und adverbieller) Verwendung lebendig ist, ahd. ginuog (8. Jh.), ginuogi (9. Jh.), mhd. genuoc (selten genuoge mit regulärer Adverbendung), asächs. ginōg(i), mnd. genōch, (en)nōch, mnl. ghenoech, nl. genoeg, afries. (e)nōch, aengl. genōg, genōh, engl. enough, anord. gnōgr, nōgr, schwed. nog, got. ganōhs (germ. *ga-nōga-). Die Bildungen gehören zu einem nur in Resten nachweisbaren germ. Präteritopräsens ahd. ginah (um 800), aengl. geneah, got. ganah ‘es genügt’ (hierher vielleicht auch anord. ‘nahen, erreichen’ mit Ablaut). Dieser germ. Verbalstamm und seine außergerm. Entsprechungen wie aind. aśnṓti ‘erlangt, erreicht’, nákṣati ‘erreicht, kommt an, erlangt’, griech. (Aorist) enenké͞in (ἐνεγκεῖν) ‘herbeischaffen, davontragen’, ónkos (ὄγκος) ‘Tracht, Last’, lat. nancīscī ‘erlangen, bekommen’, aslaw. nesti, russ. nestí (нести), lit. nèšti ‘tragen’ führen auf ie. *enk̑-, *nek̑- ‘reichen, erreichen, erlangen, tragen’. Auf md. Gebiet findet sich seit dem 14. Jh. eine nasalierte Nebenform spätmhd. genunk, nhd. genung, die aber im 19. Jh. wieder aus der Literatursprache verschwindet. – Genüge f. und n. (nur im Sing.) ‘ausreichendes Maß, Befriedigung’, Abstraktbildung zum Adjektiv genug (s. oben), jetzt vor allem inder adverbiellen Fügung zur Genüge ‘in ausreichendem Maße’, ahd. ginuogi n. (9. Jh.; daneben auch ginuogī f.?, 8. Jh.), mhd. genüege f. ‘Genüge, Fülle’, asächs. ginōgi f., mnd. genȫge, (g)nȫge f.; im Nhd. seit dem 17. Jh. auch wieder als Neutr., wohl unter Einfluß von gleichbed. Genügen n. (mhd. genüegen n.), dem substantivierten Infinitiv des folgenden Verbs. genügen Vb. ‘ausreichen, befriedigen, erfüllen’, ahd. ginuogen ‘genügen, befriedigen, reichlich vorhanden sein’ (9. Jh.), mhd. genüegen, genuogen, mnd. (ge)nȫgen, mnl. ghenoegen, nl. genoegen ‘befriedigen, erfreuen, ausreichen’, reflexiv ‘Genüge finden’, anord. gnœgja, nœgja ‘genug, reichlich geben’, got. ganōhjan ‘Genüge leisten’, ganōhnan ‘genug sein’; das Part. Präs. des nhd. Verbs verselbständigt sich im 18. Jh., als genügend Part.adj. ‘ausreichend, zufriedenstellend’ ersetzt es genug in adjektivischem, oft auch in adverbiellem Gebrauch; dazu ungenügend Adj. ‘unbefriedigend, nicht ausreichend’ (18. Jh.). Erweiterungen von genügen sind vergnügen (s. d.) und begnügen Vb. ‘sich zufriedengeben’ (reflexiv seit dem 18. Jh.), mhd. begenüegen ‘befriedigen, zufriedenstellen’, kontaminiert aus mhd. genüegen (s. oben) und mhd. benüegen ‘genug haben’, frühnhd. benügen ‘genügen, zufrieden sein, befriedigen’. genugsam Adv. ‘in ausreichendem Maße, vollauf’ (heute auf altertümelnde Ausdrucksweise beschränkt), ahd. ginuogsam (8. Jh.), mhd. genuocsam Adj. ‘Genüge oder Fülle habend, bietend’, nhd. noch bis zur 1. Hälfte des 19. Jhs. in adjektivischer Verwendung (‘ausreichend, zufriedenstellend’), als Adverb seit dem 15. Jh. üblich; daneben in den älteren Sprachstufen häufiger gleichbed. ahd. ginuhtsam (8. Jh.), mhd. genuhtsam Adj., von einem im Frühnhd. untergehenden Substantiv ahd. ginuht ‘Fülle, Überfluß’ (8. Jh.), mhd. genuht ‘Genüge, Fülle, Freude’ (vgl. aengl. genyht, anord. gnōtt ‘Genüge, Überfluß, reichlicher Vorrat’). genügsam Adj. ‘leicht zu befriedigen, anspruchslos’, umgelautete Form von genugsam (s. oben, nhd. vereinzelt bis in jüngere Zeit noch in dessen Sinn vorkommend), nimmt seit dem 16. Jh. durch Anlehnung an das Verb genügen (s. oben) die heutige Bedeutung an; dazu Genügsamkeit f. ‘Anspruchslosigkeit’, frühnhd. meist genuocsamkeit, Genugsamkeit; in dieser Verwendung vom 15. Jh. an zu belegen, aber erst Ende des 17. Jhs. üblich, anfangs häufiger ‘Genüge, Überfluß’. genugtun Vb. ‘Genüge leisten, befriedigen’ (frühnhd. auch ‘bezahlen, Buße tun’), Übersetzung von lat. satisfacere als Ausdruck des Rechtswesens und der Kirche, zunächst dafür Fügungen wie ahd. ginuog, ginuhtsam tuon, mhd. genuoc, genüege tuon (Getrenntschreibung häufig noch nhd. bis ins 19. Jh.), Zusammenrückung seit dem 15. Jh.; dazu Genugtuung f. ‘Befriedigung, Wiedergutmachung, Buße’ (15. Jh.), entsprechend lat. satisfactio.
4651 Zeichen · 162 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Genügsam

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Genügsam , -er, -ste, adj. et adv. geneigt, sich genügen zu lassen, d. i. aus erkannter Hinlänglichkeit einer Sache zu u…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    genügsam

    Goethe-Wörterbuch

    genügsam 1 bescheiden, nur gering(st)e Ansprüche stellend, frei von Begehrlichkeit, zurückhaltend; meist positiv, als si…

  3. modern
    Dialekt
    genügsamAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ge-nügsam Adj. : 1. 'bescheiden'. Frieher waren die Leit noch geniegsam [Zweibr.]. — 2. 'hinreichend'. a. 1513: nach ge…

  4. Spezial
    genügsam

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ge|nüg|sam adj. 1 da püces pretenjiuns, contënt cun püch 2 (bescheiden) modest (-s ć , -a).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit genuegsam

5 Bildungen · 3 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von genuegsam 2 Analysen

ge- + nugen + -sam

genuegsam leitet sich vom Lemma nugen ab mit Präfix ge-, mit Suffix -sam, mit Umlaut-Wechsel, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: genug+-sam

genuegsam‑ als Erstglied (3 von 3)

genügsamfroh

GWB

genuegsam·froh

genügsam-froh id Vbdg ‘genügsam-froh und -klug’ [ aus seinen Dichtungen abgeleitete Charakteristik Hafis’ ] Im Engen g. froh und klug 7,65,1…

genügsamkeit

DWB

genuegsam·keit

genügsamkeit , f. 1 1) animus contentus Frisch 2, 23 b : die gnügsamkeit ist ein grosz ding und steht fest, sie hat keine neider und verfolg…

genügsamklug

GWB

genuegsam·klug

genügsam-klug 7,65,1 Div Not Hafis [ Zit s v genügsam-froh ] → selbst- un- hold-genügsam subaltern-g. Syn zu 1 anspruchslos begnüglich besch…

genuegsam als Zweitglied (1 von 1)

ungenügsam

DWB

ungenügsam , adj. adv. , gth. von genügsam 1: des andern teuffels hauffe wird sein ein teufflischer hundestall voller geitziger und ungengs…

Ableitungen von genuegsam (1 von 1)

ungenügsam

DWB

ungenügsam , adj. adv. , gth. von genügsam 1: des andern teuffels hauffe wird sein ein teufflischer hundestall voller geitziger und ungengs…