Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
genge
1.1 bezogen auf Pferde ‘zugeritten, gut zu reiten’
1.2 ‘schnell (bei der Hand)’
1.3 geschickt (?)
2 ‘gängig, üblich’ (vgl. gengic )
2.1 ‘bekannt, (weithin) verbreitet’
2.2 von Münzen ‘im Umlauf, gültig’ (vgl. WMU 1,545 mit zahlreichen Belegen)
1 ‘gangbar, gut im Gange’ gar genge waz ir worte pflug, / si menten [führten] in her und dar MinneR480 292; die gesoten ruoben waichent den leip und machent in geng [lösen die Verstopfung] BdN 419,11 1.1 bezogen auf Pferde ‘zugeritten, gut zu reiten’ ezn wart nie ros so genge, / wil manz ze allen ziten / ungezoumet riten, / ane gerten und ane sporn, / elliu sin tugent si verlorn StrKD 86,172; ‘wâ nû ros? ich wil rîten!’ / [...] ein zelter schœne und genge / hiez der künic ziehen dar Flore(S) 2736 1.2 ‘schnell (bei der Hand)’ Nectarius von Karnand / sprang uss dem getrenge, / zü füss waz er genge / da er die minenklichen vand GTroj 6008; mit präp. Erg.: den bosen was er herte, / er strafte ir geverte / an gerichte strenge, / zu ir straphe genge Elis 3994. – sô er wînglocken hœre liuten, / daz er kome ginge [Hs. genge ] / und sîn silber bringe Niemand 169. – Monagris waz strenge, / Paris unmassen genge [streitlustig] . / [...] mitt grossen schlegen manig valtt GTroj 8414; owê spotlîchez schimpfen, / wie bist du dâ sô genge Hadam 459,2 1.3 geschickt (?): dô wundert’ vrouwen unde man, / daz der jung’ vürste wære / ein genger videlære Bussard 464 2 ‘gängig, üblich’ (vgl. gengic ): swer kunst in sînem herzen hât, / den kan si [ valsche milte ] wol versmâhen, / swer aber âne fuoge stât, / dem wil si balde nâhen. / si [Kunst âne fuoge (?)] kan dur valsche missetât / die gengen gâbe emphâhen KvWKlage 17,6 2.1 ‘bekannt, (weithin) verbreitet’ din [Marias] lenge reichet von des hohen trones vunt / mit voller kraft biz in der tiefen helle grunt: / ach Got, wa wart ein maget ie so genge AveMaria9 8; sein nam der wær noch genger / in manigen landen worden Suchenw 16,176; sine [Platos] kvnst vnde sine list, / die zv Paris genge ist / me denne anderswa: / daz ist dialetica Herb 10672. – in der Verbindung ~ mære: ez waz ein gengez mære, / waz im âventiure was geschehen UvZLanz(K) 7812; daz was ein gengez mære / in allem dem lande Iw 3374; Dietr 2873; präd.: ouch wart des heilegen mære genge / an die breite und an die lenge LvRegFr 1372 2.2 von Münzen ‘im Umlauf, gültig’ (vgl. WMU 1,545 mit zahlreichen Belegen): zwai phunt phenninge, die ze Nvrenberch genge sint UrkCorp (WMU) 949,7; die münze sint nu sêre genge worden Renner 13815. – meist in paarigen Ausdrücken, v.a. mit gæbe: swer einem phenninge gelobet, der sol enem phenninge geben die dâ genge unde gæbe sint SchwSp(W) 251,3; hundirt marc gengis vnd gæbis silbers UrkCorp (WMU) 150B,13; sessuntryzig marg pening, gengir und gebir, [...] an gereydeme gelde UrkFrankf 2,186 (a. 1323). – mit gibe bzw. guot: mit guten Regenspurger phenningen, die denn gib vnd geng sind ze Regenspurch UrkCorp (WMU) 2823,33; mit gvͦtem vnd gengem silber ebd. 1341,16
MWB 2 459,6; Bearbeiter: Runow