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flut

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
14 in 13 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

flut f.

Bd. 3, Sp. 1858
flut, f. flumen, fluctus, goth. flôdus, ahd. fluot, mhd. vluot, alts. fluod, nnl. vloed, ags. flôd, engl. flood, altn. flôð, schw.n. flod. die nhd. schreibungen fluth und fluht sind schlecht flieszen flosz, flieʒen flôʒ, fleotan fleát fordern ein goth. fliutan flaut (wo nicht þliutan þlaut) und mit diesen allen stimmt der vocal in flut, fluot, flôd, flôdus ebensowenig als die consonantstufe des auslauts oder inlauts. die aus unserm flieszen geleiteten nomina flosz (sp. 1818) und flusz (sp. 1855), der form nach abstehend von flut, haben doch den anlaut fl wie die bedeutung mit ihm gemein. das goth. flôdus begegnet nur einmal und kann m. oder f. sein, wie auch mhd. vluot bald m. bald f. ist, ags. flôd m., altn. flôð n. der sp. 1731 versuchten erklärung ist vielleicht die sp. 1793 entfaltete vorzuziehen, man wird nemlich aller verlegenheit, die der vocal bringt, überhoben, wenn sich flôdus als fl-ôdus fassen und zu manniskôdus, auhjôdus, vratôdus halten liesze. flôdus aber würde gekürzt scheinen aus fluhôdus von fluhôn und sich dem lat. fluctus von fluere für flucere (wie flumen für flucmen, lumen für lucmen und ductus von ducere) nähern, mag auch der anlaut pluere dem deutschen worte mehr entsprechen, denn beide fluere und pluere müssen höher hinauf zusammenfallen; ein goth. fluhôn oder vielleicht richtiger flôhjan darf sich ganz besonders auf das nnl. vloeijen vloeide, nebenform von vlieten vloot stützen, selbst flaien, fleun, waschen, πλύνειν klingen verwandt. so viel erhellt, weder das d in flôdus, das t in fluot, noch das sz in flieszen, das t in fleotan, vlieten gehörten der urwurzel an, wenn letztere schon nachher in eine secundäre, ablautende wurzel eingiengen. bei flôdus und vloed verdient sodann das nnl. vlieden für vlien (fugere sp. 1788) erwägung, da die begriffe und worte des fliegens, fliehens und flieszens sich innerlichst berühren. man halte zu dieser entfaltung von flut die analoge von blut, brut, glut und mut, deren t augenscheinlich den wurzeln fremd ist, und zum uo in fluot und flieszen das in fluoh und fliehen (sp. 1849). 11) flut, fluvius, flumen, aqua. Ulfilas überträgt προσέρρηξεν ποταμός Luc. 6, 48 bistagq ahva und 6, 49 bistagq flôdus, beide ausdrücke gelten ihm also gleichviel, auch bei Kero (Hatt. 33b) heiszt es qhuâmun ahâ, venerunt flumina. mhd. darnâch bî dës Rînes vluot lît ein veste unmâʒen guot. Diut. 1, 62; darnâch bî dës Rînes vluot lît Megenze vil vermëʒʒen. 1, 65; ze samne was gesloʒʒen manic schëf vil guot daʒ in niht enschadete die ünde noch diu fluot. Nib. 1318, 2; daʒ waʒʒer ist engoʒʒen, vil starc ist im sîn fluot. 1468, 3; dër brunne was küele, lûter unde guot. Gunthêr sich dô neigte nider zuo dër vluot. 920, 2; nhd. es komen wasser herauf von mitternacht, die eine flut machen werden. Jer. 47, 2; eins weisen mans lere fleuszt daher wie ein flut und wie eine lebendige quelle. Sir. 21, 16; fluten geben undare, fluctuare; flut, die nicht ersäuft, nur badet. Logau 1, 222, 17; es blitzt und donnert, stürmt und kracht, die fluten reiszen über. Göthe 1, 181; aber ach, wie nah ist der feind! die fluten des Rheines schützen uns zwar, doch ach, was sind nun fluten und berge jenem schrecklichen volke, das wie ein gewitter daher zieht! 40, 268. 22) meerflut, zumal die steigende, brausende, gegenüber der fallenden, sinkenden ebbe, die wallende, die wilde, hohe flut: die flut läuft an, steigt, hebt sich; mhd. ich kan iuch ûf dër fluot hinnen wol gefüeren, daʒ wiʒʒet, helde guot, die rëhten waʒʒerstrâʒe sint mir wol bekant. Nib. 367, 1; wan daʒ ër si hôrte ûf dëm wilden fluote. Gudr. 397, 3; mêr sælden unde güete, denn in des meres flüete sî grieʒes unde sandes. g. schm. 1744; wan ich dës tiefen meres fluot mit sîner breiten flüete, swie in vil sëlten iemen wuot, für disen kumber wüete. Hartm. 1 büchl. 1803. nhd. durch dein blasen theten sich die wasser auf und die flut stunden auf haufen, die tiefe wallet von einander mitten im meer. 2 Mos. 15, 8; deine flut rauschen daher, das hie eine tiefe und da eine tiefe brausen, alle deine wasserwogen und wellen gehen uber mich. ps. 48, 8; ich versinke in tiefem schlam, da kein grund ist, ich bin im tiefen wasser und die flut wil mich erseufen. 69, 3; der da schiffen wil und durch wilde fluten zu faren gedenket. weish. Sal. 14, 1; da ward aus dem roten meer ein weg on hindernis, und aus den mechtigen fluten ein grünes feld. 19, 7; die flut, so hoch sie morgens eintritt, ist des mittags längst verlaufen. Lessing 2, 208; dort stand der alte zecher, trank letzte lebensglut, und warf den heilgen becher hinunter in die flut. Göthe 1, 188; warum der strom des genies so selten ausbricht, so selten in hohen fluten herein braust? 16, 19; doch werd ich wieder steigen, hohe flut wird bald auf diese ebbe schwellend folgen. Schiller 400a, und schon dunkelten die fluten. 60a; und hinab in ihre schlünde reiszt ihn die empörte flut. 60b; und wenn du nicht der Blücher bist, so must du in die flut. Rückert 205. 33) anwendung auf wein und thränen: mhd. ër sprach, daʒ ist ein süeʒiu fluot, diu weschet mir von dëm hërzen unfröude unde smërzen. weinschwelg 232; nhd. hier ist ein saft, der eilig trunken macht, mit brauner flut erfüllt er deine höle. Göthe 12, 44; die lorbeern, tapfrer held, die deine stirn umschlieszen, würd ich mit einer flut von thränen nur begieszen. Weisze trauersp. 1, 232; redet, flut der augen, glut der wangen, redet ihr statt meiner lippe fort. Bürger 97a so wie man überhaupt in Albanos jahren die flut der augen zu hoch anschlägt. J. P. Tit. 1, 202. 44) bildlich: des vaters zornes flut fährt über ihn mit graus und will ihn aus dem land und leben rotten aus. Fleming 9; durch solche flut und see der widerwertigkeit. Weckherlin 69; verdopple deinen mut! der feinde wilde fluten hemmt Friedrich, und dein starker arm. E. von Kleist 1, 17; der unzählbaren ähren unübersehliche fluten. Messias 13, 207 (vgl.kornes fluor sp. 1851 und Haupt 1, 578); seht weg! itzt steigt, itzt fällt der busen! seht hin, dort seht ihr ebb und flut! macht, was ihr wollt, erstaunte musen, ich meid euch schon um dieses gut. Rost im taschenb. für dicht. 6, 116; fleuch zu meiner umarmung, und ersäufe dein erröthen in einer flut von küssen. Kl. Schmidt im alm. der musen 1774 s. 27; so reiszt im haine Teutebergs des sturmes flut die eiche hin. Kretschmanns werke 1, 134; bin ganz entzückung, bin ganz ohr und walle trunken in der flut der hohen harmonie. Gerstenberg 2, 90; das fräulein schien ihn drum noch mehr zu lieben, wenn eben ebb in ihrem blute war, doch kam die flut zum herzen angetrieben u. s. w. Gökingk 2, 180; die hohe flut des reichthums ist zerflossen und tiefe ebbe ist in deinem schatz. Schiller 453a; mit der hohen flut der traurigkeit entschuldige man es. J. P. uns. loge 2, 141; eine warme hand hob Victors bethautes haupt vom schlaftisch auf und richtete es der ganzen daherschlagenden flut des morgens entgegen. Hesp. 2, 1; die leute ziehen ihn von melodischen fluten in fluten. 3, 76; als er nach hause kam, hatte sich nichts gegeben, sondern hoch war die flut des übels (das fieber) gestiegen. Tit. 4, 39; flut von verwünschungen und ähnliches vielfach. 55) im bergbau heiszt flut das vom pochwerk abgefallne wasser, der teich, wohin es abfällt. 66) in der Schweiz sind fluten eine art mehlklösze. Stalder 1, 388. s. liebesflut, meeresflut, sündflut, wasserflut.
7402 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    FlutDie

    Campe (1807–1813) · +5 Parallelbelege

    Die Flut , Mz. die — en . 1) Der Zustand, da das Wasser im Steigen oder in einer heftigen Bewegung ist; ohne Mehrzahl. E…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Flut

    Goethe-Wörterbuch

    Flut meist -th; häufig pl 1 größere Wassermasse; auch Flüssigkeitsmenge a (stark, heftig) strömendes od bewegtes Gewässe…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Flut

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Flut , s. Ebbe und Flut .

  4. modern
    Dialekt
    Flut

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Flut Hundename für Hof- und Hirtenhunde, wie Wasser und Strom hd. und in dem Volksglauben begründet, daß ein vom Wasser …

  5. Sprichwörter
    Flut

    Wander (Sprichwörter)

    Flut 1. Auf hohe Flut folgt niedrige Ebbe. Wen das Glück hoch geführt, den stürzt es oft desto tiefer. Holl. : Na hooge …

  6. Spezial
    Flut

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Flut f. (-,-en) 1 (Wassermasse) eghes f.pl. 2 ‹fig› (große Menge) massa (masses) f. , sdreja (-jes) f. meja (mejes) f. 3…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit flut

178 Bildungen · 163 Erstglied · 9 Zweitglied · 6 Ableitungen

flut‑ als Erstglied (30 von 163)

Flutgraben

SHW

Flut-graben Band 2, Spalte 829-830

flutbach

DWB

flut·bach

flutbach , m. f. torrens, gieszbach: mich reisze ja die flutbach nicht mit ihr. Opitz ps. 69 .

flutbank

DWB

flut·bank

flutbank , f. effluvium: liesz die flutbank seines lachens los. Harnisch 248.

Flutberg

Campe

flut·berg

Der Flutberg , des — es, Mz. die — e , im Bergbaue, Berge oder Haufen von geringhaltigen Zwittern, welche in der Flut d. h. in dem Abfalle d…

flutberge

DWB

flut·berge

flutberge , f. geringhaltige zwitter, die sich in der flut, d. i. dem vom herde fallenden wasser absetzen oder bergen ( vgl. flut 5). gebild…

flutbespült

DWB

flutbespült , fluctibus elutus: die tugend und die freiheit fliehn auf flutbespülte felsen hin, und sehen ängstlich weit umher ob da kein re…

flutbett

DWB

flut·bett

flutbett , n. 1 1) an der müle, wassergerinne von eichenbohlen: ein erbärmlicher streich, indem sich ein sechsjähriger knabe allzuweit in da…

flutboge

DWB

flut·boge

flutboge , m. an brücken, hochwegen u. s. w. zum durchlassen der flut.

Flutbrecher

Meyers

flut·brecher

Flutbrecher , in das Wasser vorgebauter Steindamm, der den Wellenschlag vermindern (brechen), hierdurch das Eindringen der Flut in Häfen, Bu…

Flutchen

RhWB

flut·chen

Flutchen -u- u. -tχər Altk-Horhsn OIngelb , Neuw-Rengsd Pl.: Flügel.

Flutcherware

RhWB

Flutcher-ware -wār Goar-Trechtinghsn f.: Tand, Geflitter.

Flutdeich

Campe

flut·deich

Der Flutdeich , des — es, Mz. die — e , in den Marschländern, ein Deich innerhalb des Hauptdeiches, die Flut bei einem möglichen Deichbruche…

Flûtedouce

GWB

flute·douce

Flûte-douce frz Schnabel-, Blockflöte [ G-s Vater ] blies .. auf einer Flûte-douce uns etwas Faßliches im Dreiviertel-Tact vor, und wir bewe…

fluten

DWB

flu·ten

fluten , 1 1) intr. aestuare, undare, mhd. vluoten: und aber sînes hërzen kiel begunde in ungedanken vluoten unde wanken. Trist. 486, 2 ; nh…

flutenbett

DWB

fluten·bett

flutenbett , n. was flutbett: da wars, als ob das meer die oberhand gewonnen über land und frühling hätte, da eine rose, wie sich dort nicht…

flutenbraus

DWB

fluten·braus

flutenbraus , m. aestus maris: bald schwamm ich sacht durch schilf und seegestäude, bald in des meeres ofnem flutenbrause. Rückert ges. ged.…

flutendonner

DWB

fluten·donner

flutendonner , m. fragor fluctuum: sturmläuten, jammerruf und hülfeschreien und flutendonner, schlagend an die wände, sind diesmal, frühling…

flutengedräng

DWB

flutengedräng , n. stets umdroht uns flutengedräng. Platen 116 .

Flutenmitte

GWB

fluten·mitte

Flutenmitte -th- bezogen auf Meereswogen [ Prometh: ] Gerettet ist er [ Phileros ]? .. [ Eos: ] er taucht in F. | Schon hervor der starke Sc…

flutenpferd

DWB

fluten·pferd

flutenpferd , n. navis, wie ags. brimhengest, merehengest, væghengest u. s. w. Andr. u. El. xxxiv . xxxv. und soll das flutenpferd nicht meh…

flutenreich

DWB

fluten·reich

flutenreich , n. aequor: hoch in seinen flutenreichen wälzt der gott die heilgen leichen und er selber ist ihr grab. Schiller 61 a .

Flutenschisser

RhWB

fluten·schisser

Fluten-schisser -ūtəšesər Daun-Üdersd Steining Tettschd ; -udə- Daun-Ellschd Schalkenmehren ; -utə- Aden-Engeln ; -o- Aden-Wanderath ; -ou- …

flutenspiegel

DWB

fluten·spiegel

flutenspiegel , m. da wird einst am flutenspiegel über der entschlafnen hügel einsam die cypresse wehn. Matthisson 178 .

Flutensystem

GWB

fluten·system

Flutensystem -th- idVbdg ‘mechanisches und Flutensystem’, für eine (von G abgelehnte) Erklärungstheorie der Gebirgsbildung [ in der ‘dynamis…

flutenweise

DWB

fluten·weise

flutenweise , fluctuatim: Bacchus voran bewapnet mit stürmen und platzregen flutenweis. Willamov dithyramben 44 ; flutenweise strömte die to…

flut als Zweitglied (9 von 9)

Sintflut

RDWB1

Sintflut f nach uns die Sintflut idiom. - после нас хоть потоп идиом. , а там хоть трава не расти идиом.

Aprilenflut

Wander

april·en·flut

Aprilenflut Aprilenflut führt den Frosch weg mit seiner Brut. – Körte. S. 556.

Juniflut

Wander

juni·flut

Juniflut Juniflut bringt den Müller um Hab' und Gut. It. : Acqua (pioggio) di giugno rovina il mugnaio. ( Giani, 1350. )

Lustflut

Wander

lust·flut

Lustflut Wenn die Lustflut verlaufen ist, wird auch nur Schlamm sichtbar.

Märzenflut

Wander

maerzen·flut

Märzenflut Märzenfloth is sau bitter es Rahmen Roth (Russ). ( Westf. ) – Boebel, 85.

sündflut

DWB

sund·flut

sündflut , f. , diluvium, cataclysmus. herkunft und form. ahd. sinvluot, aus germ. sin- ' immer, überall ' und vluot ( zu sin- s. teil 10, 1…

Ableitungen von flut (6 von 6)

Befluten

Campe

△ Befluten , v. eigentlich ntr. uneigentlich und mit der Fügung eines trs. flutend berühren, beströmen. Das Meer beflutet die Küsten. Der St…

entfluten

DWB

entfluten , effluere: kein stundenschlag ertönt, kein tropfen zeit entflutet, dasz nicht ein edles herz um edle herzen blutet. Matthisson 35…

Flute

RhWBN

Flute f.: Flügel; hierzu vgl. vor allem Fluchte, dann auch Flitsche (Wb u. N), Flitte, Flittich, Flutsche II. — Zu 2. Drehflügel im Butterfa…

urflut

DWB

urflut , f. , flut der urzeit F. Schlegel 13, 226 .

verfluten

DWB

verfluten , verb. zusammensetzung zu fluten th. 4, 1861. 1 1) intransitiv, flutend sich verlieren: das gewisse .. das nimmer verfluthen kann…

Zerfluten

Campe

Zerfluten , v. trs . flutend zerbrechen, zerstören. D. Zerfluten .