FLUSZ m. ahd. fluz,
mhd. vluz.
as. fluti,
mnd. vlȫte.
abl. von fließen vb. A
gewässer. 1
natürliches (größeres) fließgewässer. hauptgebrauch: 8./9.jh.
fluctibus fluzzim
ahd. gl. 1,166,9 S./S. ⟨1130/40⟩ er gab den uishen den fluz. den uogelen den regenguz. er hiz di erde grunen
bücher Mosis 5 D. hs.M/E13.jh. ez chomen di flv̊ze vnd waten di wînde vnd stiezen an daz hoͮs vnd ez enviel niht wan ez gegrvntvest was oͮf den stain
regula st. Benedicti 168 S. ⟨M14.jh.⟩ do ist er so suͤsse und so frisch und so luter, als alle burnen aller suͤsseste sint in irme ursprunge luter und frisch. mer in den flússen sint sú warm und sur Tauler
55 DTM. u1490 zum dritten mal wirt Affrica geschaiden von Asia durch den alleredelsten fluß Nilum
dt. Ptolemäus c1a F. 1543 es ligt ein doͤrfflin an dem flussz Pado Eppendorff
Plinius 188. 1589 in Indien sol man im fluß Gange aal gefangen haben, so 30. schuch lang gewesen Albinus
land-chr. 1,315. 1619 es gehet im reisen eines heers nimmermehr so schlecht oder gering ab, daß man nicht biß weilen einen fluß antreffe, da man entweder hindurch waten oder vber eine brücken ziehen muß
Mendoza, theorica 90. 1676 er möchte, wann man eigentlich davon reden wölte, viel mehr ein arm des meeres, als ein fluß genennet werden: hat viel kleine insuln
Moxon, schiff-fahrt 172. 1736 daher frieren auch die tieffen flüsse am ersten an den ufern, und am letzten in der mitten, oder da wo der strom am stärckesten gehet Hanow
merkwürdigkeiten (1737)57. 1767 wir heissen einen fluß alles fliessende wasser, welches durch hülfe eigener schwere in einem offenen canal von einem orte zum andern sich beweget Eberenz
wasserbaukunst 1,4. 1810 der gründling wird nicht über fünf zoll lang; hält sich in den bächen und flüssen .. auf
lex. genußmittel 161. 1863 dem landammann der Schweiz stand dafür ein aufsichtsrecht zu über den zustand der strassen, wege und flüsse in der Schweiz Blumer
bundesstaatsrecht 1,38. 1920 stellen wir uns einmal gemäß abb. 94 und 95 das bett eines flusses vor, in dem an einer stelle ein wehr errichtet wird, das das wasser im flußbett aufstaut Hanffstengel
denken 83. 1979 erhaltung der meere und flüsse als nahrungsquellen und nicht als mülldeponien
frankf. rundschau 152,11. 2
verlauf eines fließgewässers in eine bestimmte richtung, flußlauf: ⟨n1231⟩ daz kint den urspringen/ zeigt ir ganc und ir vluz Reinbot
2625 K. ⟨1314⟩ uz dem paradyse gat/ ain wazzer, haizzet Geon,/ in Egypto ist man gewon/ daz man ez nennet Nilus:/ in siben strænge ez sinen fluz/ tailet und giuzzet Johann v. Würzburg
6184 DTM. ⟨1454⟩ vort wisen wir, dat die bach, die van Goedurff heraf fluist, iren floeß und gank vry haven bis durch dit dorf iderman zo nutz und behulp
weist. Rheinprovinz 2,2,104. 1525 dieweil die Rott iren fluß hat durch ir waid und trat
bauernkrieg, aktenbd. 157 F. z.j.1586 das wasser, so aldo fürbey left, würt düe Mur genant, wölches nach Gräz seinen fluß nembt Kiechel
reisen 145 LV. ⟨1618⟩ dem soll man .. bei einer verneren pöen gebieten, seine güeter in wesenlichem baw zue halten und dem waßer sein natürlichen fluß [zu] laßen
württ. ländl. rechtsqu. 2,232. B
körperflüssigkeit. häufig unter voraussetzung von lat. fluxus
m. 1
aus dem körper herausfließende flüssigkeit. a
krankhafter blutiger oder eitrig-nässender ausfluß. als bezeichnung diverser krankheiten häufig in syntagmen wie roter fluß
rote ruhr, weißer fluß
gonorrhöe, fluß der augen
bindehautentzündung, fluß der goldenen ader
hämorrhoidalleiden u. ä. nach dem 18. jh. selten: u830 senu thó uúib thaz thar bluotes fluz tholeta zuelif iár
Tatian 260,3 S. ⟨E13.jh.⟩ dar zuo buozte Jêsus/ daz bluot und anders mangen fluz/ mangem menschen, der si leit Walther v. Rheinau
27721 P. ⟨1349/50⟩ daz zukkerrôsât hât ain kraft ze kreftigen und ze sänftigen wider den rôten fluz und wider daz wüllen, daz von colera kümt Konrad v. Megenberg
b. d. natur 345 P. ⟨u1440⟩ vnd dar mit sol man den fulen fluß wol laußen von den vigwarczen fliessen vnd rynnen
v. falken, hunden u. pferden 2,111 L. ⟨u1527⟩ ein fluß von augen, von oren, von zenen; nemens nicht mit schrepfen, so sei kein ruhe da Paracelsus
I 4,428 S. 1592 so offt auch diser Justinianus die fluͤß so jme zur nasen außgestossen geschweisset, so offt hat er befolhen, seiner widerwertigen einen zu toͤdten Hertzog
chr. Alsatiae 1,141. ⟨1631⟩ es vertreibet die flüße der augen an jungen pferdten Neuneck
roßarzneib. 152 M. ⟨1674⟩ was ist zu thun, wann einer einen fluß zwischen zween zähnen hätte Bürger
candidatus (1692)358. 1718
(er) continuirte damit täglich einmahl biß auf den dritten tag, da denn der fluß nachließ, und nach dreytägigen ferneren verband alles völlig trucken war Hütter
observationes 42. 1757 fistel, ist bey den pferden ein salzichter fluß, wodurch die natur sich zu reinigen suchet Eggers
kriegs-lex. 1,892. 1803 bei .. weißem fluß hilft das öftere waschen der leidenden theile mit kaltem wasser Styx
arzneiwiss. 1,128. 1871 gewöhnlich zeigt sich unter dem mikroskop oder vergrößerungsglas ein bemerkbarer unterschied in der masse zwischen den absonderungen des weißen flusses und des trippers
Foote, menschensystem 413. 1949 als dieser fluß
(aus der brust, bei tumorerkrankung) aber aufhörte, starb die frau Schinz
krebs 24. b
monatsblutung. in syntagmen wie monatlicher fluß, fluß der reinigung
u. ä.: ⟨1349/50⟩ daz fünft ist, daz diu frawe den mônâtleichen fluz niht hât dar nâch und si swanger wirt Konrad v. Megenberg
b. d. natur 38 P. 1489 ist der harme pleyfar vnnd in dem ein schwartzer sant auff dem grunt ligt bezeichent der frauen flus menstruū genant
versehung leib sel 30a. ⟨1542⟩ namlich in vnmessigem fluß weiblicher reinigung werden schrepffkoͤpff vnder die brüst gesetzt, damit solchs gebluͤt zuruck zuziehen Ryff
spiegel (1544)142b. 1568 warumb sind der weiber leibe .. ohn haare vnd geringer dann der manns leib? darumb, dieweil sie den fluß der monatsreinigung haben
problemata Aristotelis R7b. 1610 wie werden dann die weiber vom mond vnd jrer blödigkeit bewegt, darumben auch selbiger blutige fluß menstruum, das ist, monatlich von dem mond genennt wirdt, wie hat der mond ein gewise vnd ordenliche wirckung in jenes blut, vnd in der andern nit? Guarinonius
grewel 1013. ⟨1698⟩
(sie sind) auch schwanger worden und
(haben) kinder gezeuget; da hergegen andere, aus mangel solchen flusses, wie gedacht, unfruchtbar blieben Jüngken
leib-artzt (1699)710. 1733 wenn ihr monathlicher fluß nicht von statten gehet, so bleibet das geblüte voll überflüßiger materien
Fauchard, zahn-artzt 1,86. 1768 um diese zeit fänget sich .. bey denen weibspersonen aber, der fluß ihrer reinigung an
Faselius, arzeneygelahrheit 44. 1871 in der that, alles, was die oeffnung der gebärmutter hemmt, kann die regelmäßigkeit und leichtigkeit des monatlichen flusses stören
Foote, menschensystem 423. 2
im rahmen der vier-temperamenten-lehre stockung, ergießung oder krankhafte ansammlung der körpersäfte innerhalb des körpers als ursache für erkrankungen wie rheuma, gicht, schlaganfall u. ä. häufig in syntagmen wie kalter, hitziger, feuchter fluß
. seit der 2. hälfte des 18. jhs. auslaufender gebrauch. zum teil in unklarer abgrenzung zu DWB21
. vgl. feuchte f. 3
sowie hauptflusz, schlagflusz
m. 1DWB: ⟨u1300⟩ der menscheit vîrleiartic vluz,/ sam ist sangwis, colera,/ phlegma, melancholia/ (der complexjen vîr gezalt) Johannes v. Frankenstein
3736 LV. 1473 nach grosser arbeit vnd wegnuͤsz sol man nit visch essen dz sie nit vnuerdoͤwet in die glider gezogen werden vnd kalt schlimrig fluͤß machen Steinhöwel
ordn. 17 faks. ⟨u1520⟩ die speis hat der magen an sich zogen von den flüssen im leib und von dem corpus des fleischs Paracelsus
I 1,124 S. ⟨1589⟩ es
(ein heilwasser) hat fast grosse krafft das hirn zustaͤrcken, vorauß da kalte fluͤß innen sind, die truͤcknet es auß Gäbelkover
artzneyb. (Tüb. 1594)2,408. 1641 der schwartze brambeerstock auch schwartze beeren bringt/ dem hals sie dienlich seind, wan sich im leibe findet/ ein kalter feüchter flus
ber. v. d. fruchtbringenden ges. vorhaben J2a. 1660 ich würde von den flüssen über alle massen geplagt Schupp
streitschr. 2,51 HND. 1715 er .. ist ein gutes wundkraut, tröcknet und stellet die flüsse Muralt
lustgarte 275. 1824 mancher medikus/ trank sich aus dem fluß/ flüsse in die glieder./ wein und frohe lieder! W. Müller
ged. 82 DLD. ⟨1850⟩ schönes wetter heut, herr pastor – zuckt mich da auf einmal wieder der alte fluß im arm Ludwig
ges. schr. 3,57 S./Sch. C
gleichmäßiges fließen und darauf bezogene bewegungsvorstellungen. stets im sing. 1
fließeigenschaft. a
das gleichmäßige bewegen von flüssigkeiten. nachmhd. selten: ⟨u1170/80⟩ di himel unde erde ummeveit,/ des meres vlus bikennit he wale,/ ouch weiz he der sterren zale
d. Wilde Mann
1,45 ATB. ⟨1260/80⟩ des wazzers vluz gap grôzen schal,/ durch daz wilde birge ez gie Pleier
Tandareis 8488 K. ⟨u1300⟩ und möhten si des wazzers fluz,/ der wolken guz, des luftes duz,/ der sterne glast, der sunnen schîn/ enthaben und vor uns sperren în,/ si têtenz gerne Hugo v. Trimberg
21367 LV. z.j.1463 aus eures prunnen flusse/ ich hie nun trinken musse Beheim
Wiener 286 K. 1508 ain wasser oder moͤr, das offt bewegtt wirt von dem wind oder sunst aynen schnellen fluß hat, dz selb wirt frisch vnd sauber Geiler
pred. 36d. z.j.1586 also sas ich neben dem einen kaufman auf dem einen, und der ander kaufmann uf denn andern nackhen, füehren früeh vom schif hünweg, und gübt diser arm an öttlichen orten einen starckhen fluß oder strudl Kiechel
reisen 122 LV. ⟨1627⟩ du kömpst mir, schwester, liebste ziehr/ als ein verschlossner garten für/ als eine zugedeckte quelle;/ du bist ein brunnen dessen fluß/ man zugesiegelt halten muß Opitz
dt. poemata (1629)2,25. 1788 ein anderer fall .. ist bey den kürzlich entbundenen wöchnerinnen, die ihre kinder selbst stillen wollen, und bey denen die milch nicht gehörig zum flusse kommen kann, sondern stockt Marcard
med. vers. 2,91. 1845 unter der voraussetzung .. brauchte es keine sonderliche tiefe, um das innere der erde in glühendem flusse zu finden A. Wagner
urwelt 49. b
durch erhitzung bewirkter flüssiger zustand von metallen, schmelze. häufig in verbindungen wie (ein metall) in den fluß bringen, im fluß stehen
u. ä.: ⟨1525/6⟩ und doch, wiewol sie etwas anhangent den metallen mit dem fluß, so seind sie doch nur basthart der metallen, das ist etwas inen gleich und doch nicht Paracelsus
I 13,105 S. 1600 aber einer solchen solution achten die philosophen weniger als nichts, alldieweil sie viel mehr eine zergnagung vnd zerstörung ist, dadurch ein gantzes in die aller kleinesten stücklein zermalmet wird, welche aber alsbaldt widerumb, wann man das gold oder silber in den fluß bringet, zusammen lauffen Hippodamus
irrwege 100. ⟨1685⟩ etliche können weder in den fluß gebracht noch gebrannt werden, sondern bleiben unbeweg= und unveränderlich, wie das federweiß, beinwelle, kiesel=steine Koschwitz
apotheke (1693)1/4,483a. 1724 noch andere meynen, die stein=kohlen gäben schwere schlacken, und verhinderten den fluß der metallen Fleming
jäger (1719)2,57b. 1762 laß inzwischen einen tiegel glühend werden, und trage per partes die mixtur hinein, lasse sie eine gute stunde im fluß stehen, hernach kugeln daraus gegossen Stahl
jäger 238. 1843 denn die masse soll nicht eigentlich zum vollständigen fluß kommen, sondern nur eine weiche teigartige konsistenz annehmen Karmarsch/H.
techn. wb. 1,616. 1884 hat man dasselbe alsdann in gehörigen fluss gebracht und bis zur gaare getrieben, .. so folgt ein tüchtiges durchrühren der flüssigen metallmasse Schlösser
münztechnik 118. 2
etwas als in gleichmäßiger, fließender bewegung stehend gedachtes. unter voraussetzung von flüssigkeitsvorstellungen. a
das kontinuierliche dahinströmen, fortschreiten, sich verbreiten von seelischen zuständen, akustischen, optischen, musikalischen u. ä. empfindungen: ⟨1212⟩ zuo flieze im aller sælden fluz Walther
1118,25 K. ⟨M14.jh.⟩ Postumius mins lobes fluß –/ uß hoer milde tugende guß –/ von schulden immer prisen muß Heinrich v. Mügeln
kl. dicht. 1,443 DTM. v1496 durch daz, jungfraw, den millten flus/ der parmung dein wend von unß nicht Folz
meisterlieder 14,136 DTM. 1515 Arispus/ der ward bewegt inn zornes flus Morszheim
regiment 20 LV. 1599 der trost wuͤrdt sich hin vnd wider auff beyden seiten durch einen fluß vnd widerfluß in der liebe erstrecken Rücker
Guazzo, de conversatione 95. ⟨1641⟩ solcher massen pfleget auch das meer aller künste und wissenschaften in unserem gedächtniß auszutrocknen, wann nicht täglich sich die flüsse des fleisses, (wann so zu reden verlaubt) durch lesen, hören und nachsinnen dahin ergiesen Harsdörffer
gesprechsp. 1(1644) 64. 1669 alda wil er das griechische wort ῥόδον
d. i. rose, von .. flus und .. geruch herleiten .., weil sie einen großen flus des geruchs,
d. i. einen starken geruch, von sich giebet Zesen
rosentahl 26. 1752 aber Noah verweilte die thür der arche zu öffnen,/ ob ihn die frauen gleich baten, damit sie die flüsse des lichtes/ draussen mit freyen zügen einsögen Bodmer
Noah 372. 1793 so sehen wir .., daß einige .. einen solchen fluß der rede besitzen, daß sie aus dem stegreife von der ceder, oder vom ysop an der wand reden halten können Bode
Montaigne, gedanken 1,69. 1838 einen solchen mann, mit einem so weltumfassenden gesichtskreise muß man nie im flusse der worte stören Immermann
1,21 M. 1859 allein der fluß der gedanken beschleunigt sich bald und wird heftiger Schön
geistesgestörte 243. ⟨1917⟩ die reihenfolge ist es tatsächlich, und zwar die reihenfolge des bedarfs, die den fluß der begriffe vom notwendigen verbrauch bis zum frivolen luxus ordnet Rathenau
ges. schr. (1918)3,98. ⟨1975⟩ er .. führt diese möglichkeit der distanzierung und kritik auf die tatsache zurück, daß das geschriebene in einer weise überprüft werden kann, die beim gehörten nicht möglich ist, wo der fluß der zeitlichen kommunikationsabfolge wohl hinterher überdacht .., jedoch nicht in eine gegenständlichkeit ausgelegt werden kann Rüegg
lebensordnung [1978]215. b
feste verbindungen: – in fluß bringen
durch aktives handeln (erneut) in bewegung bringen: 1775 ruhe und poetische freunde müßen sie erst wieder in fluß bringen Hölty
2,170 M. 1806 anfangs wird die aufmerksamkeit durchaus nicht in einen gleichförmigen fluss zu bringen seyn Herbart
pädagogik 156. 1877 vor allem gebührt Glaser das verdienst, durch seine klassische abhandlung über ‘das prinzip der strafverfolgung’ (1860) die frage neuerlich in fluß gebracht .. zu haben Liszt
aufs. (1905)1,37. ⟨1904⟩ wenn sie sich auch mühe gaben, die unterhaltung in fluß zu bringen, so waren sie doch viel zu wenig geschult, um den gewohnten heiteren ton anzuschlagen Thoma
ges. w. 6,100 K. 1971 was in Portugal damals zur stauung kam und sichtbar im knabenhaft bleibenden Affonso
V. ausdruck fand, das brachte Heinrich in fluß Häusler
Heinrich 159. – im fluß sein
sich (noch) stetig verändern, noch keinen abschluß gefunden haben: 1843 denn wenn er .. durchströmt wird von den unsichtbaren elementen, die zu allen zeiten im fluß sind und neue formen und gestalten vorbereiten, so darf er dem zug seines geistes getrost folgen Hebbel
I 11,9 W. ⟨1878⟩ alles auf dem gebiete der moral ist geworden, wandelbar, schwankend, alles ist im flusse Nietzsche
w. 1,514 Sch. ⟨1914⟩ aber das führt hinüber auf die komplizierten verhältnisse und bedingungen der auswärtigen politik, die so im fluß sind, daß ich sie diesmal nicht behandeln will H. Delbrück
krieg (1918)1,43. 1979 der griff auf eine alte hypothese des deutschen forschers Alfred Wegener .. brachte das neue bild der erde: alles ist im fluß
zeit 27,48. – in fluß kommen, geraten
(erneut) in bewegung kommen, wieder einsetzen: 1845 da er nur dann in fluß kommen kann, wenn er bestimmt organisirt ist, .. so ist er selbst eine besondre arbeit, und begründet einen besondren beruf und stand Rothe
ethik 2,82. 1863 alle ökonomischen existenzen geriethen in denselben fluß Frantz
quelle 32. 1933 es ist wohl richtig, daß etwa in der historisch=alttestamentlichen theologie der offenbarungsgeschichtliche gesichtspunkt, das substantielle denken, bislang nicht recht in fluß kam Wehrung
gesch. 190. 1971 so ist zugleich mit der ausdehnung und technisierung der militärischen mittel die scheidung zwischen frieden und krieg immer stärker in fluß geraten Bracher
dilemma 423. D
(durch mischung, verarbeitung hergestellte) anorganische stoffverbindung. 1
dem edelstein ähnliches natürliches mineral, auch künstlicher edelstein: 1682 und werden itzo überaus künstliche flüsse von topas und andern farben gemacht, daß sie auch mit den edlen steinen scheinen zu competiren Hohberg
georgica 1,60b. 1715 statt des wolffs=zahns pfleget man auch offtermals crystall oder einen andern länglicht rund geschliffnen stein oder fluß einfassen zu lassen Amaranthes
frauenzimmer-lex. 2133. 1783 bisweilen hat es sich gefüget, daß man in aufgeschlagenen steinen vieleckige sogenannte flüsse, theils ungefärbt, theils bläulich angelaufen, angetroffen Bock
Ostpreussen (1782)2,367. 1822 hierauf folgt nun eine besondere zugabe, welche unterweis’t und anleitet: wie man sowohl gläser als flüsse oder künstliche edelsteine zur größten perfection und härte bringen solle Goethe
II 12,152 W. 2
zusatzmittel zur verringerung des schmelzpunktes bei metallen; zum teil auf flußspat bezogen (vgl. flußspat m.). im kontext alchemistischer und chemischer verfahren: 1693 das glas, eingestossene farbe, fluß und andern vorrath, wohl verwahren Schönberg
berg-information 1,61. 1716 endlich schmeltze das ertz mit einem der folgenden flüßen Pachelbel
Fichtel-berg 322. 1787 ferner wird in dem 26. § der begriff von flüssen (die man den erzten bey dem schmelzen zusetzt) mit dem begriff von zusätzen für gleichbedeutend genommen
magazin bergbaukde. 4,134 L. 1843 fluß (flux). mit diesem worte bezeichnet man in der technischen chemie eine jede substanz, die durch ihren zusatz zu einem erze oder irgend einem erdigen körper die schmelzbarkeit derselben erhöhet Karmarsch/H.
techn. wb. 1,760. Harm