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Fladen

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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17 in 15 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Fladen

Bd. 2, Sp. 532
Fladen Rhfrk flārə Sg. u. Pl., auch in Saarbr, Ottw hier u. da, sonst hier -ād- [-āje Saarbr-Fürstenhsn Riegelsbg (-jər)]; an der Saar von Merz an -dən, –ōd-, –ād- [in geschlossenem Geb. von Merz, Saarbg -:d-], an der uSaar, Trier, Wittl, Bitb [Bitb-NWeis u. Umgebung kennen das Wort nicht], WDaun, SPrüm [fl:t Saarbg-Freudenbg Ockfen -:t Saarbg-Faha]; sonst in Prüm -ā:dən Sg. u. Pl. u. flā:t, Pl. -ā:dən; OMosfrk -ā:də Sg. u. Pl.; LRip fladəm, Pl. -ę- (mit -ā:-, Pl -E:- durchsetzt); doch Monsch, Aach, Eup, Jül, WDür, Heinsb-Erpen flā:m, Pl. -E:- [Köln-Stdt -ā:də Sg. u. Pl.]; RRip u. Berg kaum bezeugt (-adə Neuw-Dattenbg; -ā:d- Sieg-Ittenb; -adəm Sieg-Stield); SNfrk vlā: Sg. u. Pl. (u. -ā·ə.) in Geilk, Heinsb, Erk, Kemp; vlā:r in MGladb, Grevbr; Klevld nicht bezeugt [Rees-Stdt flā] m. [vlā:(r) f.]: 1. breite, dünne, zusammenhängende Masse, die aus dem flüssigen Zustande erstarrt ist, u. zwar a. der breit daliegende, eingetrocknete Kuhmist, Kuhfl. Allg. RA.: Et es nit alles Botter, wat de Koh git, sat de Mäd, do trot se en ene Fl. Köln. — b. kreisrunder Kuchen, eine Art Torte, zollhoch mit einem Kompott (Spis, Peəper) meist aus getrocknetem Obst oder Gries, Reis belegt, ohne Deckel u. Verzierung, mit erhöhtem Rand, offene Torte im Gegens. zur Tart, die über dem Belag aus frischem Obst kreuzweis angeordnete Teigbänder aufweist; es gibt also Appel-, Birre- (auch Bunnes-, Birrebunnes), Quetsche-, Krock- (Kraut-, Latwerge-), Gressmehls-, Ris-, Zuckerfl. (Sträusselkuchen) LRip, Allg.; dazu Prumme-, Kersch-, Peische- (Pfirsich-), Öftefl. (aus getrockneten Äpfeln oder Birnen), die Tart scherzh. Lödderkesfl. genannt Selfk; die Fl. mit Mus aus getrockneten Zwetschen, Birnen, Äpfeln nennt man auch schwarze Fl., die mit Griesmehl oder Reis weisse Fl. RA.: Et es igal (egal), wie der Fl. heəscht, wenn e mär got schmacht Aach. — Der Fl. ist Festgebäck bes. für die Kirmes; in Koch-Urschmitt am Abend der Hilich; in Sieg-Ittenb bezeichnet Fl. dünne Waffeln zu Fastnacht oder Neujahr (RRip sind Fl. sonst wenig bekannt; Trier-Stdt kennt nur Kuhfl.); in Kreuzn-Pferdsf »bestrichenes Brotstück«; die Vorliebe für Fl. wird oft verspottet, z. B. hipp, h., hurra, Langbröker Fl. (Geilk-Langbr)! RA.: He hat der Nam en auch der Flam er ists nicht bloss dem Namen, sondern auch der Tat nach; ich ha der N. en du der Fl. ich habe zwar den moralischen, du aber den materiellen Nutzen Eup, Aach; de hät der N., on angere Löck eisse der Fl. wenn jmd. einer Tat beschuldigt wird, die ein anderer begangen hat Schleid-Reifferschd. Der Geistesschwache oder Ängstliche os mot dem Fl. auskunn (ausgangen) (ein dünnes Backwerk braucht nicht lange im Ofen zu liegen, also = er os schwach (möll) gebach) Prüm. Em Ousteren muss mer en Ei om Koren verberge konnen on em Pengsten e Fl. Prüm-Ihren. I, u, e, o, a, geəf mech e Stöck Fla; geəf mech och et derbi, bliəf ech och noch et hi Heinsb-Bocket. Flädem striche die Butter dick auftragen Schleid-Hellenth. Himmlische Flat, bat os dat schin! Koch-Laub. — In Bitb-Ginting u. Umgegend (vor 1856) war zur Kirmes das Fl.klatschen im Brauch; die Hütejungen gingen in die Nachbarorte, zwei stellten sich vor ein Haus u. klatschten mit ihren Peitschen, worauf die Leute ihnen einen Fl. gaben, den sie in eine Stange steckten, die von zwei andern Burschen getragen wurde. — c. grosses Stück Brot oder Kuchen Simm. — 2. übertr. a. sachl. scherzh. α. Zunge Daun-OBetting. — β. plumpe, schwere Hand Kreuzn. — b. persönl. α. Mensch, der nirgends Platz genug hat; frecher, plumper, ungeschickter Mensch, Grobian in Reden u. Manieren Saarbr, Ottw, Saarl; grosser, starker Mann Ottw-Hangard. — β. flappiger M., der sich durch Geckigkeiten lästig oder auch lächerlich macht, nicht recht bei Trost ist uSaar, Trier, Wittl, WEif; auch in Saarbr, Saarl hier u. da. — γ. unflätiger M. Simm. — δ. flā:t f. Frauensperson, die viel schwatzt Malm-Vith.
3934 Zeichen · 104 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fladen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Fladen , des -s, plur. ut nom. sing. ein jeder breiter dünner und weichlicher Körper, doch nur noch von zwey Arten s…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Fladen

    Goethe-Wörterbuch

    Fladen rundes, flaches Brot, Kuchen a im Vergl Tgb 19.3.87 b metaphor für eine Gabe, bes für das Werk des Dichters Wirf …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fladen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Fladen , Kuchen; F. krieg , die unblutige Fehde zwischen Kurfürst Johann Friedrich u. Herzog Moriz von Sachsen während d…

  4. modern
    Dialekt
    Fladen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Flade n [Flâtə fast allg.; Flôtə K. Ingenh. — Pl. meist Flátə. — Demin. Flátəli Sier. ; Flátlə Ruf. Logelnh. ; Flátələ I…

  5. Sprichwörter
    Fladen

    Wander (Sprichwörter)

    Fladen 1. Gleiche Fladen macht gleich Aufladen. – Simrock, 3692. 2. Man riecht die Fladen, das Dorf ist nicht weit.

  6. Spezial
    Fladen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fla|den m. (-s,-) 1 fiacia (-ces) f. 2 (Kuhmist, Kuhfladen) ciorda (de vacia) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fladen

51 Bildungen · 42 Erstglied · 8 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von fladen 2 Komponenten

fla+den

fladen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fladen‑ als Erstglied (30 von 42)

fladenapfel

DWB

fladen·apfel

fladenapfel , m. annona reticulata, zimmetapfel, nnl. vladeappel, engl. custardapple.

fladenbischof

DWB

fladen·bischof

fladenbischof , m. hat er sich ... wider sein eigen gewissen zum beptischen pfaffen durch einen weihbischof, welchen er pflegt fladenbischof…

fladendach

DWB

fladen·dach

fladendach , n. tectum placentis stratum: bratwürstzäun, honiggips, fladendächer. Garg. 96 a , vgl. kinderm. n o 15.

fladengecke

DWB

fladen·gecke

fladengecke , m. stultus placentarius: spotteten auch gesangsweis durch ein rebblat, mit abgestollener stimme, der armen fladengecken und nu…

fladenhaus

DWB

fladen·haus

fladenhaus , n. im fladenhaus, da man die gäns schieret. Fischart groszm. 104 .

Fladenkalk

MeckWB

fladen·kalk

Fladenkalk m. scherzhaft Kuchenteig als Baustoff im Schlaraffenland: 'de Hser ... mit Specksyden unde honnichzucker Fladenkalcke upgemret'…

Fladenkante

RhWB

fladen·kante

Fladen-kante flā:kaŋk Erk , Heinsb f.: in dem Spr.: Et schmät (schmeckt) nicks besser em Jülicher Langk als deck Botter op e Stöck Fl. Erk-K…

Fladenkirmes

RhWBN

fladen·kirmes

Fladen-kirmes Heinsb-Wassenbg f.: Spätkirmes, weil als Spezialität Obstfladen gebacken werden.

Fladenkraut

RhWB

fladen·kraut

Fladen-kraut flā:krūt Heinsb n.: Obstmus für die Fladen. RA.: Ech kann gen Ferkesseri utstoəhn, sät de Frau, do knätschte se de Flege en et …

fladenkrieg

DWB

fladen·krieg

fladenkrieg , m. bellum inter placentarios et pastores. Rabelais 1, 25. 26 . Garg. cap. 28. 29; es verlohnte sich wol der müh, dasz er so ei…

Fladenkuchen

PfWB

fladen·kuchen

Fladen-kuchen m. : ' dünner Kuchen mit Apfelbrei als Auflage ', Flarekuche [KU-Nd'staufb]; vgl. Backofenfladen , Schmierkuchen . Südhess. II…

Fladenlava

Meyers

fladen·lava

Fladenlava , Lava mit wulstig runzeliger Erstarrungsrinde; s. Lava .

Fladenmarie

RhWB

fladen·marie

Fladen-marie flā:dəmarī: Malm-Vith ; -marĭkęt Aden-Borler n.: Frau, die viel sinnloses Zeug spricht.

fladenmaul

DWB

fladen·maul

fladenmaul , n. placentophagus: nach disem hulfen die fladenmäuler ihrem haubtman Saurimars wider uf die gur. Garg. 198 b .

Fladenmühne

RhWB

Fladen-mühne -m:n Schleid-Hellenth f.: Frau, die Kirmes von Tür zu T. geht mit Handkorb im Arm, um Fladen bettelnd.

Fladenpann

MeckWB

Fladenpann f. Kuchenpfanne: testus 'ein Fladenpanne' Chytr. 420.

Fladenpitsche

RhWB

fladen·pitsche

Fladen-pitsche flā:məpetš Dür-Langerwehe f.: Instrument, mit dem der Teigrand der Fladen ein wenig erhöht wird.

fladen als Zweitglied (8 von 8)

aufladen

DWB

auf·laden

aufladen , onerare, onus imponere: holz, heu, steine, fässer aufladen; höher aufladen; bürde, last aufladen; eine tracht schläge aufladen; a…

Eyerfladen

Adelung

Der Eyerfladen , des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Eyerkuchen .

käsefladen

DWB

kaese·fladen

käsefladen , m. nl. kaasvlade, kaasvlaa ( Kilian kaesvlaye), breiter dünner quarkkuchen, besonders ein ostergebäck, fastenspeise ( s. z. b. …

kaufladen

DWB

kauf·laden

kaufladen , m. taberna mercatoria. Maaler 241 c u. a., im leben meist kurz laden; eigentlich nur der nach vorn umzulegende fensterladen, auf…

Krǖterfladen

Idiotikon

Krǖterfladen Band 1, Spalte 1168 Krǖterfladen 1,1168

Kuhfladen

Adelung

kuh·fladen

Der Kuhfladen , des -s, plur. ut nom. sing. der Auswurf oder Koth des Rindviehes, wegen seiner breiten flachen Gestalt, S. Adelung Fladen . …

osterfladen

DWB

oster·fladen

osterfladen , m. fladen als osterspeise, osterkuchen, placenta paschalis Stieler 494 . vergl. myth. 4 31. Birlinger volksth. 2, 83, 108 : vo…

Ableitungen von fladen (1 von 1)

unfladen

MeckWB

unfladen a. Spr. sich erbrechen: '(der) Supridder ... spyet unde unfladet darher, dat Huß und Hoff styncket' Gry. Lb. 2, R 4 b .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „fladen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fladen/rhwb?formid=F03168
MLA
Cotta, Marcel. „fladen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fladen/rhwb?formid=F03168. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „fladen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fladen/rhwb?formid=F03168.
BibTeX
@misc{lautwandel_fladen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-12},
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