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feuern

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

feuern

Bd. 3, Sp. 1597
feuern , intransitiv oder transitiv, was oft schwer zu erkennen. 11) intr. ignescere, ardere, glühen, flammen, ahd. fiurên fiurêta, mhd. viuren viurete, dër alte mit dëme barte, dër erzurnte harte, ime vûreten diu ougen. Rol. 78, 19; hie von sol liebe rîchen, jungen unde niuwen und viuren an den triuwen. Trist. 328, 28, feurig sein, denn lauter intransitiva folgen (armen, alten, kuolen, kalten); ir munt dër viuret (= viurete) unde bran rëhte als ein glüender kol. 441, 14; man mac daʒ waʒʒer slahen zaller vrist, daʒ ëʒ doch enviuret niht, wan im daʒ viur ze hân niht geschiht. w. gast 14645, besser: wan imʒ ze haben niht geschiht, weil in dem zweiten ëʒ auch viur und dies in viuret enthalten ist. nhd. welher senfter regen und abrisender tow ganz erlöschet den fürenden ofen. Keisersberg bilg. 65a; in einem greuslichen feurenden tiefen dobel. dessen trostspiegel l. 5; wer da feuret und flammet hinter dem gruntherren (mit feuer und fl. wohnt). weisth. 2, 251; das herz in lieb uns feurt und brind. Ayrer 345a; ich feuer ganz und brenne liechter loh. Fleming 634; scheinheilger bub. ich beb, ich feur, ich schau mit schrecken. Gryphius 299; wann oft der heisze hund mit seinen dürren flammen und Phöbus goldne glut dann feuren stark zusammen. Logau 1, 193; die göttin macht, dasz hier von heiszer liebe brennt und fewert jung und alt, bis an ihr letztes end. Werders Ar. 18, 127 (139) (e fa la dea, che tutte ardon d'amore, giovani e vecchie infino all ultime ore); es fewret mein gesicht vor scham. Schottels lamentatio; eine eiterbeule, die zu schwären und zu feuern beginnt. Scriver selensch. 1, 310; der magnet glänzet nicht wie ein diamant, er feuret und leuchtet nicht wie ein rubin, sondern ist dunkel, schlecht und recht, wie etwa ein ander gemeiner feld und eisenstein. 2, 375; hab aber schon die gerten eingwaicht und wil dem schwanzmodler sein arsch gärben und zerfetzen, dasz er ihm feuern soll. Schwabe tintenf. 64; mein armer kopf wie er feuert und tobt! Thümmel 3, 387; wie feuerte das herz, wie schlug es einst für dich! Weisze; die dächer feuren im golde des sinkenden tags. Kosegarten ged. (Kalanken); itzt erblaszt, itzt feuert mir die wange (geständnis); jener menschen, grad und gut, die für pflicht und recht noch feuern. (sehnsucht). heute in diesem sinn fast ungebraucht: was dér wein feuert! (für ein feuer hat). 22) tr. brennen machen, entzünden, ahd. fiuran fiurta, mhd. viuren viurte: diu zwei diu wâren verdâht, bekümberet beide mit dem lieben leide, daʒ solhiu wunder stellet, daʒ honegende gellet, daʒ süeʒende siuret, daʒ touwende viuret. Trist. 299, 12, wo wieder gellen auch für süeʒen, siuren, viuren den tr. begrif festigt; diu hërze viuret unde muot. 422, 40; von Agramontîn manic pfëll (= pfëlle) wart dar brâht, swër dës niht gelouben wëll (= wëlle), daʒ sie geniuwet sint, swenn man sie viuret. Lohengr. 5480; nhd. dann wer do drischet vor dem schnit, und ee wil pachen, dann er knit (knetet), und ee wil heizen, dann er feurt, ob der sein müe ein teil verleurt, des schaden niemant klagen sol. fastn. 130, 28; gefeuerter, gesotten wein. weinordn. von 1497; gfewrten Elsaszer darzu trunken. H. Sachs V, 396b; und daselbs (im Aetna) werden die arme seleken (seelchen, wofür 1586 seelenknäblin) so jämerlich gefeurt, geflambt, geräuchet und geröstet, als obs dürre hering oder westfalische schunken weren, die siben jar im rauch gehengt haben, oder als wann man im Elsasz in kellern den wein feuret. bienenk. 112a; den gefeurten ... burterbraten (vgl. 2, 533). Garg. 54b; setze es in ein freies fewr, in einen ofen und fange ganz gelind und gemach an zu fewren, bis der essig aller in den recipienten herüber gestiegen ist. Würtz 114; und vergleichet die reine lere einem reinen oder gefewerten silber. Mathesius 65b; kleinmut, forcht, neid, hasz ... verfinstern seinen tag, als ihres herrens meister, und fewren (erleuchten) seine nacht als ungehewre geister. Weckherlin 515; wenn stilles entzücken bei seinen gesängen deine wangen gefeuert. Zachariä tagsz. 2, 87. 33) feuern, feuer machen und daran kochen: in diesem ofen wird täglich gefeuert; hier in der küche feuert man selten; hier feuert man hartes holz; in Holland wird torf, mit torf gefeuert; nun arm und bein können wir doch nicht unter die casserole thun und damit feuern? Tieck 3, 287. schweiz. füre, feuern, kaffe kochen: es müste doch feuern für die gotte, sagte es, so zleerem (mit leerem magen) lasse es sie nicht fort, und dann für eine mehr oder weniger, selb komme in éins, wenn man einmal gefeuert habe. Gotthelf schuldbauer 67. vgl.anfeuern, befeuern, einfeuern. 44) feuern, engl. fire, feuer geben (feuer 14), abfeuern, losbrennen des gewehrs: das vordere regiment feuert schon; es wird noch nicht gefeuert; auf die knie geworfen feuern die vordern, viele stehen nicht mehr auf. Schiller 7a; erfuhr, was ihm schon der schall des feuerns hätte klar machen sollen, dasz alles für die Franzosen gut stehe. Göthe 24, 155. bildlich, wir feuren aus den stücken, die uns ein glaser geuszt. Fleming 165; wo mich die gewitter überraschten und die breite blühende linde mich unter dach nahm, die blitze feuerten durch ihre tiefhängenden zweige. Bettina tagebuch 44, wo sich feuern doch auch für leuchten, glühen (nach 1) nehmen läszt. man sagt: der stahl feuert gut, schlägt leicht funken; der stein feuert nicht, gibt beim schlagen kein feuer.
5419 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Feuern

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Feuern , verb. reg. welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Activum, Feuer machen, Feuer geben, doch nur in …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    feuern

    Goethe-Wörterbuch

    feuern einmal -ren; auch subst Feuer geben, mit Artillerie od Gewehr (auf etw, jdn) schießen, auch im Wechsel mit ‘kanon…

  3. modern
    Dialekt
    feuernschw.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    feuern schw. : 1. a. 'Feuer machen, heizen', feiere [ KU-Bedb ZW-Battw PS-Erfw ]. Zs. einfeuern 1. Bei dem Werrer muß me…

  4. Sprichwörter
    Feuern

    Wander (Sprichwörter)

    Feuern Man feuert nicht um des Rauchs, sondern um des Feuers (der Wärme) willen.

  5. Spezial
    feuern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    feu|ern I vb.intr. 1 (Feuer machen) fá füch, impié le füch 2 (heizen) scialdé (-da) 3 (schießen) stlopeté (stlopëta), tr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit feuern

19 Bildungen · 8 Erstglied · 7 Zweitglied · 4 Ableitungen

feuern‑ als Erstglied (8 von 8)

Feuernadelbüchse

Campe

feuer·nadelbuechse

† Die Feuernadelbüchse , Mz. die — en , in der Lustfeuerwerkskunst, eine Art Lustfeuer, welche auch Chinesisches Feuer genannt wird; auch di…

Feuernapf

Adelung

feuer·napf

Der Feuernapf , des -es, plur. die -näpfe, eine Art eines Lustfeuers, wo viele ungewürgte Bränder neben einander geleget werden, eine Art ei…

feuernessel

DWB

feuern·essel

feuernessel , f. urtica, brennessel: sengt es euch wie feuernesseln. Göthe 5, 104 .

feuerneu

DWB

feuer·neu

feuerneu , recens a clavo, nagelneu, funkelneu: so wiszt, ich kan on laugn und aschen die alten belz so sauber waschen, dasz sie werden bei …

feuerneuen

DWB

feuer·neuen

feuerneuen , renovare, erneuen, mhd. diu viurniuwet im dën muot mit dër glimmenden gluot, diu im doch naht unde tac betrochen in dem hërzen …

feuernis

DWB

feuer·nis

feuernis , f. niederrhein. fernüs, focus: die wolhabenderen kochen auf fernüssen, mit mehreren topflöchern, bei denen sich die kochgeschirre…

feuern als Zweitglied (7 von 7)

abfeuern

DWB

abfeuern , explodere tormenta, nnl. afvuren, losbrennen: das gewehr, die flinte, kanone abfeuern.

anfeuern

DWB

anfeuern , accendere, nnl. aanvuren: den ofen ( im ofen ) anfeuern, heizen; vil weniger sol einer oder der ander das läger anfewren oder ver…

ausfeuern

DWB

aus·feuern

ausfeuern , in verschiedner meinung, 1 1) transitiv, ein zimmer, eine stube ausfeuern, gehörig heizen und erwärmen. den böttichern, ein neue…

befeuern

DWB

befeuern , accendere, stärker als anfeuern: die nüchternheit, die einfalt blöder liebe verlängerten der schäfer müh, wir trinken wein, befeu…

durchfeuern

DWB

durch·feuern

durchfeuern , in feuer setzen, in glut bringen. wie ein durchfeurt ( im feuer gereinigt ) silbr das wort gottes ist lauter Velr m iij a . al…

einfeuern

DWB

ein·feuern

einfeuern , ligna reponere in fornace, accendere, vgl. anstecken , einschüren : der knecht soll nicht so stark einfeuern. figürlich, wo wut …

verfeuern

DWB

ver·feuern

verfeuern , verb. 1 1) durch feuern vernutzen, aufbrauchen: er verfeuerte das holz; die truppen verfeuerten ihre patronen; dann als die Hess…

Ableitungen von feuern (4 von 4)

befeuern

DWB

befeuern , accendere, stärker als anfeuern: die nüchternheit, die einfalt blöder liebe verlängerten der schäfer müh, wir trinken wein, befeu…

entfeuern

DWB

entfeuern , accendere, entflammen, befeuern: noch mehr entfeuerte ihn seine eigne lust. Mascou 1, 21 .

erfeuern

DWB

erfeuern , ardescere: legt das eisen wider in das fewr, das es erfewr und glüend wer. H. Sachs II. 4, 22 b .

verfeuern

DWB

verfeuern , verb. 1 1) durch feuern vernutzen, aufbrauchen: er verfeuerte das holz; die truppen verfeuerten ihre patronen; dann als die Hess…