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Faust

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Herder
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16 in 14 Wb.
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Faust

Bd. 2, Sp. 671
Faust, Dr., dem Helden einer bekannten Volkssage, welche ihn als Vertreter der ganzen Schwarzkünstlerzunft auffaßt und sich an eine Persönlichkeit anlehnt, die in der 2. Hälfte des 15. Jahrh. wahrscheinlich zu Knudlingen od. Knittlingen in Schwaben geb. wurde. Er soll in Ingolstadt Theologie studiert und unbefriedigt aufgegeben, dann Medicin, Astronomie und Magie getrieben, das reiche Erbe eines Oheims verpraßt und sich endlich dem Teufel mit Leib und Seele unter der Bedingung verschrieben haben, daß ihm 24 Jahre lang alle Wünsche erfüllt würden. In Wittenberg soll er zuerst als Zauberer aufgetreten und nach 24 J. in der Nähe von Wittenberg vom Teufel geholt worden sein. Ihm diente ein Geist, Mephistopheles, mit dem er bald über die tiefsinnigsten Fragen der Theologie und Philosophie disputirte, bald lustige Streiche und Kunststücke ausführte, z.B. dem Bischof von Salzburg seinen Keller austrank, bei Regensburg auf der Donau Kegel schob, den Erfurter Studenten die Helden vor Troja citirte. Die Buhlschaft mit der wiedererwachten classischen Helena birgt einen tiefen Sinn in sich, wie das Gebahren des silbenstecherischen Famulus Wagner. F. repräsentirt die Empörung des Menschengeistes gegen die göttliche u. kirchliche Autorität, den ruhelosen Drang seiner Zeit nach großartigen Erfindungen, Entdeckungen, nach Enthüllung der Geheimnisse des Naturlebens u. nach irdischen Genüssen. Durch Göthe am tiefsten erfaßt, wurde F. der Held einer Weltdichtung, der Repräsentant der Neuzeit. Vortrefflich hat die F.sage Achim von Arnim aufgefaßt, Lessing, Klinger, Klingemann, Maler Müller, Lenau, Grabbe, Lord Byron haben sie dramatisch oder in Form von Romanen behandelt, Simrock gab das ehemals sehr beliebte Puppenspiel F. 1846 heraus. Vgl. Peter, die „Literatur der F.sage” 2. Abth. Leipz. 1851.
1809 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Faust

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Faust , plur. die Fäuste, Diminut. das Fäustchen, Oberd. das Fäustlein. 1) Eigentlich, die zusammen geballte Hand. E…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Faust

    Goethe-Wörterbuch

    Faust 1 konkr: die geballte Hand; mehrf in Bildbeschreibungen a die zuschlagende, zupackende, auch: etw festhaltende Fau…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Faust

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Faust , Dr ., dem Helden einer bekannten Volkssage, welche ihn als Vertreter der ganzen Schwarzkünstlerzunft auffaßt und…

  4. modern
    Dialekt
    Faust

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Faust Name des bekannten Dr. Faust des Puppenspiels: pass up, dee geiht mit uns los as de Düwel mit Dr. Faust Ro; seem.:…

  5. Sprichwörter
    Faust

    Wander (Sprichwörter)

    Faust 1. Aus seiner Faust einen Hammer machen, ist Thorheit. 2. Besser in die Faust, als ins Gesicht lachen. – Simrock, …

  6. Spezial
    Faust

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Faust f. (-, Fäuste) 1 (Hand) pügn (-s) m. 2 (Schlag) pügn (-s) m. ▬ mit Fäusten dreinschlagen dé de pügns ; auf meine e…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faust

134 Bildungen · 132 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

faust‑ als Erstglied (30 von 132)

Faustball

SHW

Faust-ball Band 2, Spalte 387-388

faustdick

SHW

faust-dick Band 2, Spalte 387-388

fausthoch

SHW

faust-hoch Band 2, Spalte 387-388

Faustrecht

SHW

Faust-recht Band 2, Spalte 387-388

Faustring

SHW

Faust-ring Band 2, Spalte 387-388

Faustsäge

SHW

Faust-säge Band 2, Spalte 387-388

Faustamboß

Campe

faust·amboss

Der Faustamboß , des — sses, Mz. die — sse , bei den Kupferschmieden, ein kleiner Amboß mit ebner und glatter Bahn, auf welchem gerade Blech…

faustanfüllend

DWB

faustanfüllend , χερμάδιος , faustgrosz: denn am knöchel des rechten schienbeins traf ihn ein rauher faustanfüllender stein. Bürger 219 b .

faustbalger

DWB

faust·balger

faustbalger , m. pugillator: der farnesische Herkules hat den charakter eines faustbalgers. Ardinghello 2, 71.

faustbauderig

DWB

faustbauderig , Garg. 70 b . s. 1, 1170 bauderfäustig.

Faust, Bernhard Christoph

Meyers

Faust, Bernhard Christoph , Mediziner, geb. 23. Mai 1755 zu Rotenburg in Hessen, gest. 25. Jan. 1842, studierte in Göttingen und Rinteln, wu…

faustbirn

DWB

faust·birn

faustbirn , f. volemum, pirum praegrande, inde dictum quod volam impleat.

Faustbrett

Campe

faust·brett

Das Faustbrett , des — es, Mz. die — er , bei den Seidenwebern, ein kleines Brett, so groß, wie die flache Hand, mit Leder überzogen und auf…

Faustbuch

DWBQVZ

faust·buch

Faustbuch: das Faustbuch des christlich meynenden. nach dem druck von 1725 hg. v. S. Szamatólski. Stuttgart 1891. (= DLD 39).

Faustbügel

Meyers

faust·buegel

Faustbügel , am Ritterschwert des 16. Jahrh. ein Parierstange und Knauf verbindender Bügel zur Deckung der Hand. Aus mehreren Bügeln entstan…

Ableitungen von faust (2 von 2)

befausten

RhWB

be-fausten: 1. -fǫusə befühlen Kobl-Winning . — 2. -fūstə, einen b., bestechen; einem etwas in die Faust drücken; he löt sech b. uWupp, Sol …

fauste

MLW

adv. fauste . prospere, feliciter – glücklich, wunschgemäß : Epist. Alcuin. app. 4 tit. fratribus felicibus -e fauste viventibus et ad felic…