Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
erstarren swV.
2 ‘fest, hart werden’
3 übertr. ‘gelähmt werden, nichts wahrnehmen’
1 ‘steif, unbeweglich werden’, von Lebewesen und Körperteilen: die in da slahen solten, den erstarroten die arme, das si sin niene mohten geruͦren Konr 14,20; ich etwenn als unwizzentlich waz und als erstarret wenn man mit mir redet EbnerChrist 28,8; die zungen erstarrent und streckent sich auz irn münden, wenn die delphin zürnent BdN 235,21. – mit Dat.: er gewann ain siechtum an der stat / und ain sucht hart, / aller seiner leib im erstart. / er was aldo nachant tod Seifrit 2768. – in etw. ~ : nu waz der poͤz gayst erstarret in seiner hertticheit vnd wolt noch chempfen wider got vnd gieng zuͦ dem menschen GestRom 6. – Part.-Adj.: in sâhen an man unde wîp, / als ob daz antlütze sîn / trüege engelischen schîn. / er lac als ein der tôten niht, / die man erstarret ligen siht LvRegFr 4079 2 ‘fest, hart werden’ sîn ros was als ein bechstein / erstarret und bestecket Wig 6756 3 übertr. ‘gelähmt werden, nichts wahrnehmen’ der vierd grâd di gnâd gepirt; / swenn in ir gepet begozzen wirt / di sêl mit gotez minne / so gar, daz auzzer sinne / an ir üben erstarren MvHeilGr 839
MWB 1 2087,12; Bearbeiter: Pfefferkorn