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Eigentum

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Eigentum

Eigentum

eigen Adj. ‘jmdm. (als Besitz) gehörend’, dann ‘einer Person oder Sache ausschließlich zukommend, für sie charakteristisch’ und daher auch ‘von besonderer Art, seltsam’, ahd. eigan (8. Jh.), mhd. eigen, asächs. ēgan, mnd. ēgen, mnl. eighen, eighijn, nl. eigen, afries. ēgen, ēin, aengl. āgen, engl. own, anord. eiginn, schwed. egen (got. nur aigin n. ‘Eigentum’, s. unten Eigen), ursprünglich Part. Prät. eines gemeingerm. Präteritopräsens mit der Bedeutung ‘haben, besitzen’, ahd. eigan, mhd. (vereinzelt) eigen, asächs. ēgan, aengl. āgan, engl. to own, anord. eiga, schwed. äga, got. *aigan (1. Pers. Sing. aih mit grammatischem Wechsel). Diesem Verb zugrundeliegendes germ. *aig-, *aih- (s. auch Fracht) steht im Ablautverhältnis zu aind. ī́śē (wohl einem ursprünglich reduplizierenden Perfekt *i-iś-ai) ‘hat zu eigen, besitzt, beherrscht’ und läßt sich mit diesem sowie awest. aēšā- ‘Vermögen, Können, Habe, Eigentum’, toch. B aik- ‘kennen, wissen’ auf eine Wurzel ie. *ēik̑- oder *eik̑- ‘zu eigen haben, vermögen’ zurückführen. Absolute Verwendung des partizipialen Adjektivs ‘in Besitz befindlich’ findet sich (in bezug auf Personen) noch in mhd. eigen ‘unfrei’ (wozu leibeigen, s. Leib). – Eigen n. ‘Eigentum, Grundbesitz’, ahd. eigan (9. Jh.), mhd. eigen. Die gemeingerm. Substantivierung der neutralen Form des Adjektivs ist auch erhalten in Wendungen wie zu eigen haben, sich zu eigen machen, sein eigen nennen, etw. ist sein eigen, wo eigen jetzt adjektivisch aufgefaßt wird. eigens Adv. ‘besonders, ausdrücklich’ (17. Jh.), zum Adjektiv eigen mit adverbialem -s gebildet (bis Mitte 19. Jh. auch eigends mit dentalem Gleitlaut). eigentlich Adj. ‘ursprünglich, wirklich’, als Adverb ‘in Wirklichkeit, genaugenommen’ und häufig partikelhaft ‘denn, überhaupt’, mhd. eigenlich Adj. ‘eigentümlich, eigen, leibeigen, ausdrücklich’, eigenlīche Adv. ‘als Eigentum, ausdrücklich, bestimmt’; Einfügung des Gleitlauts -t- (wie z. B. in öffentlich, ordentlich, s. d.) vereinzelt schon mhd. und allgemein im Frühnhd. Eigenheit f. ‘auffällige Besonderheit’, mhd. eigenheit ‘Eigenschaft, Eigentümlichkeit’, frühnhd. selten, in pietistischen Schriften des 17./18. Jhs. als ‘Ichbezogenheit, auf die eigene Person gerichteter Sinn’ abgelehnt, seit Ende des 18. Jhs. verbreiteter, besonders im Sinne von ‘Originalität’. Eigenschaft f. ‘charakteristisches Merkmal, Wesenszug’, ahd. eiganscaft (Hs. 12. Jh.), mhd. eigenschaft ‘Eigentum, Eigentümlichkeit’, mhd. auch ‘Leibeigenschaft’; alle diese Bedeutungen noch frühnhd., daneben entsteht aus ‘Eigentümlichkeit’ vom Mhd. an der heutige Sinn; dazu Eigenschaftswort n. als Verdeutschung für Adjektiv (s. d.) von Adelung (1781) eingeführt (statt Beiwort, Gueintz 1641, Gottsched 1730). Eigentum n. ‘was jmdm. gehört’, juristisch (im Unterschied zu Besitz, s. d.) ‘was jmds. rechtlicher Verfügungsgewalt unterliegt’, mhd. eigentuom ‘Eigentum, Besitz’; dazu Eigentümer m. ‘wer rechtmäßig über etw. verfügen kann’ (15. Jh.) und eigentümlich Adj. ‘für eine Person oder Sache charakteristisch’, auch ‘seltsam, merkwürdig’ (16. Jh., zuvor, seit 15. Jh.) ‘jmdm. als Besitz gehörend’. Eigenbrötler m., auch Eigenbrödler ‘Sonderling, Einzelgänger’, literatursprachlich seit dem ersten Viertel des 19. Jhs., zuvor im Alem. ‘einen selbständigen Haushalt führender Junggeselle’ (ursprünglich ‘wer selbst sein Brot bäckt’, vgl. mhd. eigen brōt ‘eigenes Hauswesen’ und frühnhd. einbrodig ‘sein eigenes Brot, seinen eigenen Herd habend’, 15. Jh.). Eigenname m. Benennung eines Individuums, besonders ‘Personenname’; als Kompositum zuerst im 16. Jh. bezeugt (für lat. nōmen proprium, s. auch Name). eigensinnig Adj. ‘auf der eigenen Meinung beharrend, starrköpfig’, spätmhd. eigensinnec ‘aus eigenem Entschluß, freiwillig’; wohl daraus rückgebildet ist Eigensinn m. ‘Starrköpfigkeit’ (vereinzelt vom 16. Jh. an neben der Fügung eigen Sinn, verbreitet seit Anfang 18. Jh.).
3894 Zeichen · 131 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Eigentum

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +3 Parallelbelege

    eigen Adj. ‘jmdm. (als Besitz) gehörend’, dann ‘einer Person oder Sache ausschließlich zukommend, für sie charakteristis…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Eigentum

    Goethe-Wörterbuch

    Eigentum -thum, mit Ausnahme von -tuhm B1,175,2 FOeser 6.11.68 1 Besitz a Grund- u/od Hausbesitz; mehrf auch für Herrsch…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Eigentum

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Eigentum ( Dominium ), die vollkommenste, ausschließliche, rechtliche Herrschaft über eine Sache. Während alle andern di…

  4. modern
    Dialekt
    Eigentum

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    Eigentum Band 1, Spalte 148 Eigentum 1,148

  5. Spezial
    Eigentum, geistigesn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Eigentum , n , geistiges собственность , ж , интеллектуальная

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit eigentum

58 Bildungen · 53 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von eigentum

eigen + -tum

eigentum leitet sich vom Lemma eigen ab mit Suffix -tum.

eigentum‑ als Erstglied (30 von 53)

Eigentum ist Diebstahl

Meyers

Eigentum ist Diebstahl (franz.: La propriété c'est le vol ), eine Folgerung, die Proudhon (s. d.) aus seinen sozialistischen Anschauungen zo…

Eigentumsaufgabe

DERW

eigentum·s·aufgabe

Eigentumsaufgabe, F., ›- rechtsgeschäftli- cher - Verzicht auf das Eigentum (Dere- liktion)‹, 20. Jh.?, s. Eigentum, Aufgabe

Eigentumsbefugnis

GWB

eigentum·s·befugnis

Eigentumsbefugnis iSv Eigentumsrecht, idVbdg ‘Eigentums- und Dispositionsbefugnisse’ B34,371,27 ABrentano [6.4.21] K Elke Umbach E. U.

Eigentumsbindung

DERW

eigentum·s·bindung

Eigentumsbindung, F., ›Beschränkung der Herrschaftsmacht des Eigentümers‹, 20. Jh.?, s. Eigentum, Bindung

Eigentumserwerb

DERW

eigentum·s·erwerb

Eigentumserwerb, M., ›Erlangung des Ei- gentums an einer Sache‹, Badisches Land- recht 1809, vgl. Weiske 1839ff., Lüs. lat. acquisitio domin…

eigentumsgrenze

DWB2

eigentum·s·grenze

eigentumsgrenze f. grenze eines waldbesitzes: 1827 Behlen/L. hdb. forstgesetzgebung Baden 193. 1856 Fischbach forstwiss. 233.

eigentumsgut

DWB2

eigentum·s·gut

eigentumsgut n. allodialgut: 1450 urkb. Neuzelle 1,100 Th./L. 1769 land-recht Bamb. 381.

eigentumshuhn

DWB2

eigentum·s·huhn

eigentumshuhn n. abgabe der leibeigenen: ⟨1662⟩ in: Wigand provinzialrechte Minden ( 1834 ) 2,298.

eigentum als Zweitglied (5 von 5)

Nutzungseigentum

DRW

nutzung·s·eigentum

Nutzungseigentum, n. Übs. von dominium utile die dem Obereigentum entgegengestellte Rechtsposition desjenigen, der ein Gut tatsächlich nutzt…

Obereigentum

DRW

ober·eigentum

Obereigentum, n. Übs. von dominium directum, d. eminens die vom Nutzungseigentum (dominium utile) des Untereigentümers (Lehnmann usw.) unter…

Privateigentum

Pfeifer_etym

privat·eigentum

privat Adj. ‘persönlich, vertraulich, nicht amtlich, nicht öffentlich, einem oder mehreren einzelnen gehörend, nicht staatlich’, Entlehnung …

Schatzeigentum

DRW

schatz·eigentum

Schatzeigentum, n. in Livland: abgabenpflichtiges Eigentum selbiges recht hat ebenfalls der schatz-bauer auff seinem sonderbaren schatz-eige…

Selbsteigentum

DRW

selbst·eigentum

Selbsteigentum, Selbeigentum, n. persönliches Eigentum zeucht ainer ... aus dem land und mitler zeit ... fiele ime ain erbschaft oder selbai…