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duften

ahd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
18 in 17 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

duften

Bd. 2, Sp. 1503
duftendüften, mhd. tüften Servatius 1424, n. dufte, fehlt wo auch das subst. duft fehlt. selten vom 14ten bis 17ten jahrhundert, Dasypod., Maaler, Schönsleder, Henisch, Stieler führen es nicht an, erst Frisch und Steinbach, bei Rädlein tüften 894a. 11. intrans. duft, feuchtigkeit von sich geben, dampfen, dünsten, ausdunsten, bradmen, vaporare, wie düfteln Steinbach 1, 303. 1@aa. im allgemeinen. von einem kranken sagt man er liegt im bette und duftet dünstet gelinde aus. ie mitten sach man tüften (weinen) sîniu liehten ougen snelle, gelîch des meien lüften Jüng. Titurel 2511. Wolfhart vor sweis do dufte Kaspar v. d. Röhn Rosengarten 75. die wände duften verbreiten feuchtigkeit Frisch 1, 210b, und den widerlichen geruch der feuchtigkeit Stalder 1, 324. sanft düftet der abend Fr. Müller 1, 101. so glimmte, so duftete, so lispelte, so zauberte niemals ein thal J. Paul Hesp. 4, 59. siehe, wie klar fernher duftet das blaue gebürg Platen 122. bb. wolgeruch verbreiten. die blumen sind welk und duften nicht mehr. wo in den thälern, in den triften sich seine (des baches) milde flut ergeuszt, lacht fetter klee und blumen duften Uz 1, 203. um deren vollen busen die frischen rosen düften ders. ihm duften frühe violen, ihm grunt der erde beschatteter schosz ders. für uns düften die blumen E. v. Kleist 2, 168. 191. dort duften blum und gras, hier grünen berg und fläche. Hagedorn 3, 87. ambrosia düftete aus den flatternden locken Wieland 10, 54. am abend duftet alles was man gepflanzt hat am lieblichsten Liesewitz Julius v. Tarent 86. unserm schlummernden gebein, von dem tod umdüstert, duftet nicht der rosenhain, der am grabe flüstert Hölty 204. mir düftete nicht Paphos myrtenhain Gotter 1, 1. es duftete der pfad den Flora mit dem gatten jüngst, hand in hand, betrat 1, 26. und blumen düften auf jeder höh Gökingk 1, 174. durch die ewige natur düftet ihre (der liebe) blumenspur, weht ihr goldner flügel Schiller 11. in meiner tage morgen da lag auch ich einmal von blumen ganz verborgen: in einem schönen thal; sie dufteten so milde Uhland Ged. 74. s.abduften. anduften. aufduften. verduften. uneigentlich. der verstand duftet mir recht daraus entgegen Lessing 1, 248. düftet freud und frühlingssegen mir im trüben herbst entgegen, blumen die die holde band J. M. Miller 371. dich (nacht des 12. septembers 1772, die stiftungsnacht des hainbundes), die scheitel umrauscht von der eiche duftender jugend, mit des stolzen triumphs lautem getön zu empfahn! Voss im musenalmanach 1778 s. 76. glühst du, Laura, schwillt die stolze brust? lern es, mädchen, dieser trank der lust, dieser kelch, woraus mir gottheit düftet, Laura, ist vergiftet Schiller 4b. die edelsten der jungfraun blühn, sie bluhn und duften nur für ihn Bürger 51b. es duftet wieder alte liebe, es grunet wieder alte lust Uhland Ged. 60. 22. transitiv, ausdünsten, als duft aufsteigen lassen. vergl. beduften. seine (Amors) lippen düften rosen, wenn er mit euch (mädchen) spricht Uz 1, 238. das gebüsch blinket er (der strom) durch oder wallt in die luft, hohes gewölk duftend Klopstock 2, 89. sie haben mir die quelle geschöpft, mich gesalbt (Arabiens stauden duftet' er) ders. Mess. 15, 494. der balsam welchen sie (die hyacinthenblüten) aus ihren höhlen düften, ist selbst die fünfte kraft aus reinen himmelslüften. Drollinger 71. uneigentlich. seine (des maies) kindheit hauchte freude, freude düftet sein alter Ramler. ein filosof der alle wohlgerüche von Arabien und Indien um sich duftet Wieland 1, 187. goldgelockte. frische bubenschaar: die duften jugend! Paris duftete einzig so, als er der königin zu nahe kam Göthe 41, 204. leben duftet nur die frische pflanze die die grüne stunde streut Schiller. 33. unpersönlich. es duftet im zimmer nach rosenöl. und die gewitter entfliehen, es säuselt und düftet. Fr. Müller 1, 111. und da duftets wie vor alters, da wir noch von liebe litten und die saiten meines psalters mit dem morgenstrahl sich stritten Göthe 5, 18. die sonne war schon untergegangen und es dämmerte und duftete feucht vom see 17, 360. wie frisch man der liebsten sie (die blumen) bietet, sie nahmen sich zierlich aus. dann erst begann es zu düften, da hob ein frischer flor zu leichten äthers lüften in tönen sich hervor 47, 129. da duftete es wie von einem walde voller blüten Gutzkow Ritter v. geiste 6, 168.
4385 Zeichen · 92 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    duften

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    giduftenAWB sw. v. I, nur Gl. 1, 120, 37. 121, 37 Abrogans: Pa caduftic [= it], K kithuf : tit[hot] (hot ist Rest des in…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Duften

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Duften , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben. 1) In Gestalt eines Duftes aufsteigen, oder sich verbreiten, besond…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    duften

    Goethe-Wörterbuch

    duften einmal trans, mehrf attr PartPräs 1 (angenehm) riechen, (Wohl-)Geruch ausströmen, auch ‘schön d.’, vereinzelt als…

  4. modern
    Dialekt
    duften

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    dufte n [tùftə Horbg. Dü. K. Z. Lobs. Wh. ] 1. unpers. Reif fallen. Dë n Morje n het s arig ge duft et , s is t alles wi…

  5. Sprichwörter
    Duften

    Wander (Sprichwörter)

    Duften Willst du wohl duften, so gehe zum Parfumeur. – Talmud. Segen guten Umgangs. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Einer d…

  6. Spezial
    duften

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    duf|ten vb.intr. 1 (riechen) tofé (tofa), avëi le tof da, avëi l’odur da 2 (wohlriechen) tofé bun. ▬ es duftet nach Brat…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit duften

8 Bildungen · 0 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von duften 2 Komponenten

duf+ten

duften setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

duften als Zweitglied (5 von 5)

ausduften

DWB

aus·duften

ausduften , halare, exhalare, sowol duft verbreiten als verlieren: die blumen duften süsz aus; welchen wolgeruch das beet ausduftet!; dasz e…

giduften

KöblerAhd

gid·uften

giduften , sw. V. (1a) nhd. vorwerfen, vorrücken, versammeln, vereinigen ne. throw forward, advance (V.) ÜG.: lat. exprobrare? Gl, provocare…

umduften

DWB

umduften , auch umdüften ( vgl. teil 2, 1503), vb., untrennbar, um — herum duften: o wie errötheten nicht die stolzen eröfneten rosen, die d…

verduften

DWB

ver·duften

verduften , verdüften , verb. sich in duft auflösen, in gestalt des duftes verfliegen, fehlt mhd., auch nhd., erst bei Adelung versuch 4, 14…

zuduften

DWB

zuduften , v. , poetenwort: es war mir, als ob mir rosen zudufteten, und ein nachtigallenchor mich einsänge F. H. Unger Julchen Grünthal (17…

Ableitungen von duften (3 von 3)

beduften

DWB

beduften , vapore, odore aspergere: zu trücknen an dem kalten luft, weil es mit feuchte war beduft. H. Sachs I, 484 d ; von reif, schnee, ei…

entduften

DWB

entduften , efflari, exhalari: ihrem ambrosischen haar entdufteten göttliche rüche. Stolberg 10, 380 ; wolgeruch entduftet dem heu.

verduften

DWB

verduften , verdüften , verb. sich in duft auflösen, in gestalt des duftes verfliegen, fehlt mhd., auch nhd., erst bei Adelung versuch 4, 14…