Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Drüse f.
Drüse f.
Drüse f. Körpersäfte absonderndes Organ, ahd. thruos f. ‘Drüse, Geschwulst’, (durch die Form motiviert) ‘Eichel’ (8. Jh.; ein Sing. ahd. thruosī ist nicht zu sichern), mhd. druos, drüese ‘Drüse, Beule’, asächs. thrōs f., mnd. drōs m., drȫse f. ‘Drüse, Drüsenschwellung, Geschwulst, Geschwür’, daraus entlehnt nl. droes ‘Geschwür, Kropf’. Nhd. Drüse entspricht der alten Pluralform ahd. thruosi, die sich in spätmhd. drüese als Sing. verselbständigt (ähnlich wie Blüte, Hüfte u. a.). Mit der Bedeutung ‘Pestbeule, Geschwür’ (14. Jh.; vgl. Sterbedrüse ‘Pestbeule’, 16. Jh.) geht das Wort in Flüche und Verwünschungsformeln ein (habt euch die drues!, 15. Jh., poz peul poz drüß!, 16. Jh.) und steht euphemistisch für ‘Teufel’ (16. Jh.). Die unumgelautete Form Druse f. hält sich fachsprachlich. Sie bezeichnet eine Pferdekrankheit (eitriger Nasenkatarrh mit Entzündung der Lymphdrüsen, 19. Jh., zuvor noch mit Umlaut, 18. Jh.) und in der Bergmannssprache einen Hohlraum im Gestein (16. Jh.), dann in zusammenhängenden Kristallen ausgebildete Mineralien (18. Jh.). Die Etymologie ist ungeklärt.