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Drall

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
19 in 12 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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20
Verweise raus
15

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Drall

Bd. 5, Sp. 169
Drall, die Drehung (Windung) der Züge in Feuerwaffen. Gerade Züge (16. Jahrh.) dienten lediglich als Schmutzrinnen, aber auch die Einrichtung gewundener Züge durch Kutter (17. Jahrh.) verschwand wieder, sogar die Büchsen der Jäger (1813) hatten gerade Züge, in denen der Geschoßspielraum durch das Pflaster ausgefüllt wurde. Erst die Anwendung von Spitz- und Langgeschossen machte den D. nötig, damit jene durch Bleiführung eine Drehung um die Längsachse und hierdurch größere Treffähigkeit erhielten. Man mißt den D. durch die Drallänge, d. h. die Länge, auf der die Züge eine einmalige Umdrehung machen (ganzer, halber, 5/4, 3/4 D.), in Metern oder Geschoßkalibern. Diese Bezeichnung ist jedoch, da man sie erst mit Länge und Kaliber des Rohrs in Beziehung setzen muß, unbestimmt, bestimmter wird die Stärke beim D. durch den Drallwinkel bezeichnet, den Winkel, den die schraubenförmig geführte Zugkante mit einer parallel zur Seelenachse in der Seelenwand gedachten Linie bildet. Der D. muß für die Treffähigkeit möglichst günstig bestimmt werden, und zwar kommen dabei Seelenlänge, Ladungsverhältnis, Länge und Einrichtung der Geschosse, Kaliber etc. in Betracht. Im allgemeinen werden bei beständigem (konstantem) D. für lange Rohre 1–4 Grad, bei flachem D. für kurze Rohre 7–8 Grad, bei steilem D. bei leichten Geschossen (Gewehre) 5–6 Grad angewendet. Bei Geschützen wird jetzt vielfach der veränderliche (Progressiv-) D. vorgezogen. Im Gegensatze zu dem beständigen, der in der ganzen Seelenlänge der gleiche bleibt, beginnt der veränderliche mit ∞ oder sehr kleinem Winkel (1–2 Grad, bei kurzen Rohren mehr) und vergrößert sich bis zur Mündung zum Enddrall. Bei der langen 15 cm-Kanone beträgt der D. 3–7, bei der 15 cm-Haubitze 4–12 Grad.
1758 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Drall

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Drall , des -es, plur. die -e, oder die Dralle, plur. die -n, bey den Büchsenmachern, die krummen oder geraden Reife…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Drall

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Drall , die Drehung (Windung) der Züge in Feuerwaffen. Gerade Züge (16. Jahrh.) dienten lediglich als Schmutzrinnen, abe…

  3. modern
    Dialekt
    drall

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    drall Band 4, Spalte 4,142

  4. Spezial
    drall

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    drall adj. 1 (gedreht) intort (-rc, -a) 2 (kräftig, straff) sterch (-rsc, -rscia) 3 (rundlich) toronn (-ogns, -ona), tor…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit drall

14 Bildungen · 10 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

drall‑ als Erstglied (10 von 10)

Drallarsch

SHW

Drall-arsch Band 1, Spalte 1635-1636

drallen

WWB

dral·len

drallen V. [verstr.] ineinanderdrehen. — Spez.: zu dicken, lockeren Fäden spinnen (von Garn).

Dralles

RhWB

dral·les

Dralles m.: 1. derbes Mädchen Saarbr-Sulzb ; schwerfälliger. unbeholfener Mensch May-Rieden . — 2. ungewöhnlich grosser Hornknopf Ottw-Eppe …

drallig

WWB

drallig Adj. [verstr.] 1. stramm, gespannt. — 2. rundliche kräftig-straffe Formen habend. Ne drallige Dän ( Tek Rb).

drallliwig

MeckWB

drall-liwig füllig, von üppiger Gestalt Gild. Eddel. 3, 128.

drall als Zweitglied (2 von 2)

Ableitungen von drall (2 von 2)

Dralle

WWB

Dralle f. Schleife, die in zu fest gedrehtem Garn entsteht ( Wal Bh).

erdralle

DWB

erdralle , f. rallus crex, landralle, wiesenschnarcher, schnarz.