Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Donnerstag m.
Donnerstag m.
Donnerstag m. fünfter Tag der mit Sonntag beginnenden Woche, Tag des germanischen Wettergottes Donar (s. Donner), der hier die Stelle des römischen Gottes Jupiter (lat. Iuppiter, Genitiv Iovis, daher Iovis diēs ‘Jupiters Tag’; vgl. ital. giovedì, frz. jeudi) eingenommen hat. Der Name ist eine Übersetzung des lat. Vorbilds. Ahd. thonarestag (11. Jh.), mhd. donerstac, mnd. dōnerdach, donnersdach, mnl. donresdach, nl. donderdag, aengl. (unter anord. Einfluß) þūr(e)sdæg, engl. Thursday, anord. þōrsdagr, schwed. torsdag. Im Bair.-Öst. gilt statt dessen Pfinztag m., mhd. phinztac, das, durch die gotische Mission vermittelt (got. *paíntē dags), auf griech. pémptē hēméra (πέμπτη ἡμέρα) ‘fünfter Tag’ zurückgeht. – Gründonnerstag m. ‘Donnerstag der Karwoche’, mhd. gruoner donnerstac (um 1200), grüener donerstac (1264), seit dem Ende des 15. Jhs. festes Kompositum. Die Deutung ist umstritten. Vielleicht geht grün auf den verbreiteten Brauch zurück, an diesem Donnerstag grüne (frische) Kräuter zu essen. Die Interpretation als Übersetzung von lat. diēs viridium ‘Tag der Grünen, Frischen, d. h. Sündelosen’ ist nicht aufrechtzuerhalten, da dieses im Mittelalter nicht nachweisbar, sondern vielmehr eine jüngere Latinisierung von Gründonnerstag ist (¹DWB 4, 1, 6, 878). Nicht überzeugend in: Sprachwissenschaft 11 (1986) 82 ff., der von ahd. grun m. (bzw. grunnī f.) ‘Verderben, Unglück, Elend, Jammer’ (9. Jh.; nur bei Otfrid) ausgehen will, das volksetymologisch als attributives mhd. grüene, (md.) grūne ‘grün’ aufgefaßt worden sei.