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1DOCKE

mhd. bis sprichw. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
Anchors
33 in 18 Wb.
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

1DOCKE f.

Bd. 6, Sp. 1194
1DOCKE f. (1) ahd. tocka, mhd. tocke. mnd. docke; mnl. nnl. dok; fries. dok; ae. docca in fingirdoccuna (g. pl.)fingermuskeln(hierher?), me. dok, ne. dock ‘schwanzstummel’; an. dokka, norw. (regional), dokka n. dukke; schwed. docka. herkunft unklar; wohl mit diminutivem -k- suffix gebildet. (2) schwaches fem. – d-anlaut seit 11./12. jh., mhd. meist t-, seit 16. jh. überwiegend d-, mdal. im obd. auch t-. (3) im nhd. allmählich zurückgedrängt durch das konkurrenzwort puppe f., seit 19. jh. auf mdal. und fachsprachlichen gebrauch beschränkt von da her noch gelegentlich in literarischen quellen. A allgemeinsprachlich. 1 puppe als kinderspielzeug, marionette u. ä.: 10.jh. mima tohcha ahd. gl. 2,734,43 S./S. 11./12.jh. popeta docca ebd. 4,207,58. u1200/10 er dructe daz kint wol gevar/ als ein tocken an sîne brust Wolfram Parzival 7395,23 L./H. hs.15.jh. die mairin an mir hat ersehen/ ein tocken, domit kan sie wol spilen fastnachtsp. 1,115 LV. 1735 doch spielt der kleine sohn inzwischen mit der docke Zinzendorf ged. 1,99. 1844 wie eine docke/ ein armes kind im flitterstaat Droste-H. 1,1,152 Sch. K. 1968 still sitzt sie in der bank – wie eine docke Fussenegger pulvermühle 120. redensart (mit jmdm.) der docken spielen sein spiel mit jmdm. treiben, unnütze dinge tun: u1217 si (die kämpfenden) enspilten niht der tocken:/ ez galt ze beider sît daz leben Wolfram Willehalm 6222,18 L. hs.u1310/30 als der tokken spilt der Walch (papst) mit tiutschen vürsten minnesinger 2,361a H. 1534 gott laͤßt sie (die gottlosen) also der docken spilen, .. das wesen .. der ding würt jn nimmer Franck paradoxa (o. o. u. j.) O 5a. – tabubezeichnung für männliches glied: hs.15.jh. ich solt mir vor abschneiden lan/ das heutlein an der tocken mein fastnachtsp. 1,124 LV. 2 mädchen; nhd. oft pejorativ: 1293 div himilschlichiv tocke (Maria) Hugo v. Langenstein Martina 24,56 LV. 13./14.jh. er sprach zuo ir: ‘vil liebe docke,/ ..’ n. gesamtabenteuer 18,261 N. 1540 mein schone tock Wickram 5,208 LV. 1782 die neubegier/ der geschminkten bleichen docken Goeckingk ged. (1780)3,65. jünger noch mdal., vor allem im obd. B fachsprachlich und mdal. 1 zapfen, stützholz u. ä. als teil verschiedener geräte und gegenstände: u1330/40 als er ûf dî tocken (schwungbaum der steinschleuder) saz Nicolaus v. Jeroschin kronike 12704 S. 1400 wen er (ziegelbrenner) in den model werkat, so sol er die ersten token inschlahen obrhein. stadtrechte II 1,76. 1629 hatt es (halterung des schiffsankers) ein docken (die man sonsten herauß ziehen kan, ..) Furttenbach architectura navalis 64. 1740 es laufft also dise spindel (bei der drehbank) in 2. docken Teuber dreh-kunst 134. 1757 docken, rungen .. heißen an einem wagen die etwas krummen stützen Eggers kriegs-lex. 1,689. 1860 eine eiserne docke mit der drehbankspindel Kluge edelsteinkde. 123. 1957 bevor sie (bettücher) auf die docke (der wäschemangel) gerollt wurden Kästner ges. schr. (1959)6,152. baluster, auch geschnitzte seitenlehne der kirchenbank u. ä.: 1525 di tocken an den formen ader gestulen im chor zcuschlagen akten bauernkrieg Mitteldtld. 2,75 M./F. 1606 die böck und docken (an der kirchenbank) uf das allerzierlichest geschnitten schweiz. id. 12,1152. 1757 docken, sind kurze .. gedrechselte säulen, die einige gleichheit mit der kinder-spiel-docken haben Eggers kriegs-lex. 1,688. 1967 baluster, auch docken genannt Brockhaus enzykl. (1966)2,266a. teil des cembalo: 1741 tocke, in den clavier-flügeln, die schmahlen höltzlein, so die saiten mit einem stücklein vom raben-kiel rühren, daß sie klingen Frisch wb. 2,375a. 1967 Brockhaus enzykl. (1966)3,660a. 2 bund, strang, besonders von flachs, nähgarn u. dgl.: 1340 ein malter guͦter zwibellen vnd zwo tocken klobelochez zfgObrh. 7,467. u1530 das geyßmar garn der zentener zwentzig docken .. ein dock acht strenge frankf. amtsurk. 274 B. 1666 eine docke seiden schweiz. id. 12,1154. 1797 ein paar docken vom schönsten hanf Goethe IV 12,325 W. 1909 wir wollen es (fädchen beim spinnen) winden/ und docken von binden Busch 6,387 N. 1967 WDG 2,834a. mdal. im md. und nd. auch strohbündel zum dachausbessern, seltener im obd. getreidehaufen. 3 im hess., auch im mnd. und älteren thür. weibliches schwein; unsicher, ob hierher: 1415 wan ein dogke ir ersten frucht brengit, so sin die ferkelin des zehenden fri weist. 3,397 G. 1553 6 junge docken Lasch/ B. mnd. hdwb. 1,440. 1868 Vilmar Kurhessen 74. 1897 Crecelius obhess. wb. 1,278. 1902 Bauer/C. waldeck. wb. 21. H. Albrand
4535 Zeichen · 173 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    dockeswf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    docke swf. s. tocke.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dockeN., F.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    docke , N., F. nhd. Dock, Schiffsdock Vw.: s. döpe- Hw.: vgl. mnl. docke E.: Herkunft unklar, vielleicht von lat. ductio…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Docke

    Adelung (1793–1801) · +14 Parallelbelege

    2. Die Docke , plur. die -n, in den Seestädten, ein besonderer Ort in den Häfen oder an dem Ufer des Meeres, wo neue Sch…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Docke

    Goethe-Wörterbuch

    Docke Pack, Bündel ein Paar D-n vom schönsten Hanf B12,325,1 Christiane 13.10.97 → Putz- Josef Mattausch J. M.

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Docke

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Docke , ein im landwirthschaftlichen Betriebe häufig gebrauchter Ausdruck, z.B. für einen Pack Strähne von Flachs von ve…

  6. modern
    Dialekt
    Docke

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Docke Band 3, Spalte 3,1810–1813

  7. Sprichwörter
    Docke

    Wander (Sprichwörter)

    Docke 1. Ein schön docke mit jhrem rocke kan einen wol zum trunck locken. – Henisch, 721. 2. Eine schöne docke ist ein g…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit docke

125 Bildungen · 81 Erstglied · 44 Zweitglied · 0 Ableitungen

docke‑ als Erstglied (30 von 81)

Dockele

ElsWB

dock·ele

Dockele , Dockle , Dockel [Tùkəlì Banzenh. ; Tokələ Obhergh. Su. Geberschw. ; Tòkələ Dü. ; Tòklə Co. Horbg. ; Tòkəl(ə) K. Z. ] n. 1. dicke, …

dockeleinsflachs

DWB

dockeleinsflachs , m. feiner flachs Schmeller 1, 365 ; s. döckchenzwirn.

Dockel(e)muser

ElsWB

dockel·e·muser

Dockel(e)muser [Tùklmýsər Henfli. Heidolsh. ; Tùkəlimýsər Schlierb.; Tykələmýsər Lutterb. ; Tòkələmûsər Urbis Hüss. ; Tòkələmýsər Osenb. bis…

dockelmacher

DWB

dockel·macher

dockelmacher , m. s. dockenmacher . drechslerkrämer, dockelmacher, spiegelmacher Fischart Groszmutter 89 .

dockenbänke

DWB

dockenbänke , f. pl. engl. dockbanks. gänge und absätze die in der hafendocke rund herum in einigen reihen stufenweise über einander herlauf…

Dockenbank

Campe

docken·bank

Die Dockenbank , Mz. die — bänke, die in den Docken zum Schiffsbau angebrachten breiten Absätze und Gänge, die rund um die Docke in einigen …

dockenbild

DWB

docken·bild

dockenbild , n. pupula Stieler 147 . dockenbilder gegossene bilder, sigillaria Henisch 721 .

dockenblätter

DWB

docken·blaetter

dockenblätter , n. pl. rumex acutus ( Nemnich ), die gemeine oder spitzige grindwurz. bei Henisch pestilenzkraut 721 . die breiten dockenblä…

dockenflutthür

DWB

dockenflutthür , f. die thüre zu dem dock, engl. dockgate Beil 146 .

docke als Zweitglied (30 von 44)

drehdocke

DWB

dreh·docke

drehdocke , f. womit der bohrer in der bohrmühle in bewegung gesetzt wird, franz. manche à tarière, engl. puppet Beil 151 . der bohrer wird …

geländerdocke

DWB

gelaender·docke

geländerdocke , f. in der baukunst, docke, wie sie das geländer stützen oder bilden. Adelung. vgl. dockengeländer vorhin.

gliederdocke

DWB

glied·er·docke

-docke hölzerne puppe mit beweglichen gliedern (zum studium der maler) Voigt hwb. f. d. geschäftsführ. (1807) 1, 346 ; gliederdokn, beweglic…

Griesdocke

Adelung

gries·docke

Die Griesdocke , plur. die -n, Docken oder kleine Säulen zwischen den Griessäulen auf den Fachbäumen an den Mühlen und Wasserwehren, zwische…

hofdocke

DWB

hof·docke

hofdocke , f. in bezug auf aufgeputzte, vornehm scheinende jungfrauen: die beide hoffdocken. Laz. de Tormes. 83. vergl. docke 2, th. 2, 1210…

hohldocke

DWB

hohl·docke

hohldocke , f. docke oder spindel bei drechslern ( vgl. th. 2 sp. 1211), um feine zu drechselnde arbeiten einzuspannen.

judendocke

DWB

juden·docke

judendocke , physalis alkekengi, solanum halicacabum, vulgare, weil die früchte dieses gewächses einem kopf mit rotem schleier gleichen ( Fr…

kramdocke

DWB

kram·docke

kramdocke , f. wie krampuppe, ergibt sich z. b. aus dem entlehnten dän. kramdukke, ' Nürnberger puppe '.

Ladocke

BWB

Ladocke Band 3, Spalte 3,1814

nageldocke

DWB

nagel·docke

nageldocke , f. ein starkes nageleisen, worin der kopf eines groszen nagels geschmiedet wird. Jacobsson 3, 123 b .

putzdocke

DWB

putz·docke

putzdocke , f. , s. butzdocke : putzdocke, ein frauenzimmer, so sich stets putzt. Steinbach 1, 279 , putztocke Holtei Lammf. 2 5, 121.