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blutig

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

blutig

blutig

Blut n. lebenserhaltende, rote Körperflüssigkeit. Ein alter ie. r/n-Stamm zur Bezeichnung des Blutes, erhalten z. B. in griech. éar (ἔαρ) ‘Blut’, wird in einzelnen ie. Sprachen, wohl aus Tabugründen, durch neue, etymologisch oft kaum deutbare Wörter ersetzt, vgl. griech. há͞ima (αἷμα) (vgl. Hämoglobin und s. Hämorrhoiden), lat. sanguis (s. sanguinisch). Zu solchen Ersatzwörtern gehört auch der gemeingerm. Ausdruck für ‘Blut’ ahd. (8. Jh.), mhd. bluot, asächs. aengl. blōd, engl. blood, mnd. blōt, mnl. bloet, nl. bloed, afries. blōd, anord. blōð, schwed. blod und mit grammatischem Wechsel got. blōþ. Diese Formen setzen germ. *blōþa- (mit Betonung auf der zweiten Silbe in allen Sprachen mit Ausnahme des Got.) voraus. Dieses läßt sich deuten als Bildung zu der in blühen, Blume, Blüte (s. d.) vorliegenden Wurzelerweiterung ie. *bhlē-, *bhlō- mit dem (auch für Verbaladjektive verwendeten) Suffix ie. -to-, germ. -þa-. Hervorquellendes Blut würde danach metaphorisch als ‘etw. üppig Gesprossenes’ vorgestellt. Oder ist in germ. *blōþa- ein vorie. Substratwort zu sehen? – Blutbank f. ‘zentrale Aufbewahrungs- und Abgabestelle für Blutkonserven’ (20. Jh.). Blutbuche f. Buche mit rötlichen Blättern (18. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet bluten Vb. ‘Blut verlieren’, ahd. (8. Jh.), mhd. bluoten, mnd. blȫden, blōden, mnl. nl. bloeden, afries. blēda, aengl. blēdan, anord. blœða. Bluter m. ‘an der Bluterkrankheit Leidender’ (18. Jh.). Bluthund m. ‘Schweißhund’ (2. Hälfte 15. Jh.). blutig Adj. ‘voll Blut’, ahd. bluotag (8./9. Jh.), mhd. bluotec. blutjung Adj. ‘sehr jung’ (17. Jh.), Analogiebildung zu älteren Adjektivkomposita wie blutarm ‘arm bis aufs Blut’ (d. i. bis aufs Leben), ‘sehr arm’ (15. Jh.), wobei das erste Kompositionsglied intensivierenden Sinn hat und auf das Vorbild mhd. bluotrōt ‘blutrot’, d. h. ‘rot wie Blut’ als verstärkender Vergleich, zurückzuführen ist; vgl. auch ahd. bluotrōtī ‘Purpurröte’ (Hs. 12. Jh.). Dagegen (ab 19. Jh.) blutarm ‘arm an Blut, blaß, schwächlich, anämisch’. Blutrache f. ‘Tötung als Vergeltung für einen getöteten Sippenangehörigen’ (17. Jh.). Blutschande f. ‘Inzest’ (1. Hälfte 16. Jh.). Blutschuld f. ‘aus Mord erwachsene Schuld’ (16. Jh.). blutsverwandt Adj. ‘durch gleiche Abstammung verwandt’ (1. Hälfte 16. Jh.), davon abgeleitet Blutsverwandtschaft f. (1. Hälfte 16. Jh.).
2332 Zeichen · 120 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Blutig

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Blutig , -er, -ste, adj. et adv. 1) * Blut habend. In dieser Bedeut. nannte man ehedem das Vermögen, welches in Vieh ode…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    blutig

    Goethe-Wörterbuch

    blutig ganz überwiegend im dichterischen Werk, im Vers mehrf mit Synkope 1 a aus Wunden (auch der Nase) blutend u vom ei…

  3. modern
    Dialekt
    blutig

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    blutig Band 2, Spalte 2,1470f.

  4. Sprichwörter
    Blutig

    Wander (Sprichwörter)

    Blutig 1. Es geht so blutig her wie im Fladenkriege. – Wurzbach II, 109. Zwischen dem Kurfürsten Johann Friedrich von Sa…

  5. Spezial
    blutig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    blu|tig adj. (blutbefleckt) da sanch, ajié da sanch, insangoné (-ná, -nada). ▬ blutig er Schleim sanjara f. ; sanjöm m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit blutig

13 Bildungen · 9 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von blutig

blut + -ig

blutig leitet sich vom Lemma blut ab mit Suffix -ig.

blutig‑ als Erstglied (9 von 9)

Blutige Hand nimmt kein Erbe

Meyers

Blutige Hand nimmt kein Erbe (mag kein Erbgut empfahen), altes deutsches Rechtssprichwort, bedeutend: wer den Tod des Erblassers, mit oder o…

blutigel

DWB

blut·igel

blutigel , m. hirudo für blutegel: blutigel, die sich gerne von dem mästen, was unser einem abgeschröpft wird. Fr. Müller 1, 275 ; schaue nu…

blutigellich

DWB

blutig·ellich

blutigellich , in weise der blutigel: unkraut, das den wurzeln blutigelig ( so ) leben entzog. Hippel 7, 136 .

Blutiger

Wander

Blutiger Den Blutigen scheut, den Milchigen beleckt jeder. ( Lit. )

Blutiggeröthet

Campe

◬ Blutiggeröthet , adj. u. adv. so viel als blutroth, roth wie Blut. — — — Die sinkende Rechte Hielt arbeitend das flammende Schwert und im …

blutigkeit

DWB

blutig·keit

blutigkeit , f. immanis saevitia: also das aller krieg und bluotigkeit wird durchs fewer verzert werden. kriegsb. des friedens 16.

Blutigroth

Campe

blutig·roth

○ Blutigroth , adj. u. adv. roth wie Blut. Und aus den Wolken, blutigroth Hängt der Herrgott den Kriegsmantel 'runter. Schiller.

blutigtrübe

GWB

blutig·truebe

blutig-trübe Zusammenschreibung 15 2 ,77 wohl iSv Blutvergießen verheißend u düster [ Helena üb Phorkyas: ] Gebietrisch mir den Weg vertrete…

blutig als Zweitglied (3 von 3)

unblutig

DWB

unblutig , adj. adv. , gegentheil von blutig. ags. unblôdig; nl. onbloedig; Frisius incruentus 678 a : in dem andern unbluotigen opffer der …

Ableitungen von blutig (1 von 1)

unblutig

DWB

unblutig , adj. adv. , gegentheil von blutig. ags. unblôdig; nl. onbloedig; Frisius incruentus 678 a : in dem andern unbluotigen opffer der …