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beruhen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

beruhen

Bd. 1, Sp. 1534
beruhen , quiescere, acquiescere, mhd. beruowen (aber wenig im gebrauch), Luther schrieb, mindestens anfangs, berugen. 11) die sinnliche vorstellung drückt lieber das einfache ruhen aus; beruhen ist ruhen, liegen bleiben, wie intr. beliegen, besitzen. auf eingereichtes gesuch wird in canzleien oft der bescheid ertheilt 'beruht', d. h. die sache hat ihr bewenden, es soll jetzt nichts darin geschehn. zumal in der verbindung mit lassen: das wollen wir jetzt auf sich beruhen (bewenden) lassen; im maien soll man solche gewächs beruhen lassen (nicht versetzen). pflanzb. 48; hier wollen wir die ritter von Frankreich beruhen lassen. Fierabr. g; gnedigster herr, laszt den zorn beruen. Aimon k; er liesz die sache eine weile auf sich beruhen. Göthe 19, 124; was einmal gut gedacht und gesagt ist, soll man beruhen lassen und nichts daran mäkeln und ändern. an Knebel 671. es bei, auf etwas beruhen lassen; der hat auch erkent, das sie nicht sollen dabei sein, dabei berugets (bleibts, verbleibts). Luther 1, 163b; und dabei müste es nunmehr auch beruhen. Brandts Taubmann s. 40. seine (Lodmanns) monumenta osnabrugensia erschienen noch vor seinem ende, und seine geschichte, so weit sie fertig geworden ist, beruhet (liegt) bei seinen erben. Möser 1, vorr. beruhen in etwas bezeichnet innerlichkeit der ruhe, der vergnügens, beruhigtseins: in welcher verheiszung der schecher beruhet und davon in seinem herzen friede und freude empfehet. Melanchthon im corp. doctr. chr. 303; wie das kind im sanften wiegen, so beruh ich im begnügen. Logau 1, 7, 87; jeder ruhe wie er wil, ich beruh in dieser ruh. 2, 3, 44; der wolstand des gemütes beruhet in gottesfurcht und tugendliebe. Butschky Patm. 115; wie menschen, die fühlen, dasz ihr glück ganz in ihnen selbst beruht. Göthe 10, 94; jenes beruhen in sich selbst und auf sich selbst. Fichte phil. journ. 9, 298. beruhen auf etwas meint äuszerlichen grund und stütze, haften der ruhe darauf: wo ihr in ein haus kommt, da sprecht zuerst, friede sei in diesem hause! und so daselbst wird ein kind des friedens sein, so wird euer friede auf im beruhen, goth. gahveilaiþ sik ana imma gavairþi izvar, der gr. und lat. text setzen den acc. ἐπαναπαύσεται ἐπ' αὐτὸν εἰρήνη ὑμῶν, requiescet super illum (illam, jenachdem man auf filius oder domus bezieht) pax vestra. Luc. 10, 6; wenn wir aber auf diesem artikel berugen (in hoc articulo acquiescimus). Luthers br. 4, 459; wir sind aber darauf beruhet, dasz wir uns unserer landschaft nicht mächtigen, noch unsre gethane zusage überschreiten können. churf. Moritz bei Melanchth. 6, 7; ein wolhabender, behaglicher, auf seinem dasein beruhender mann. Göthe 29, 170. 22) dies beruhen auf etwas geht leicht über in die vorstellung des beharrens, bestehens, sich stützens, gründens, wie schon einige der eben angeführten beispiele genommen werden dürfen: er will die sache nicht auf sich beruhen lassen (will sie weiter treiben); die knechte hatte man alle examiniert, aber sie sein fast auf meiner meinung beruhet. Schweinichen 1, 287; die braut beruhet (bleibt) auf ihrem gemüt (vorsatz, entschlusz) sich diesen abend nicht trauen zu lassen. 2, 305; verhiesz der fürst ein grosz geschenk dem, so da bei dem der diebstal beruht (auf dem er sitzen bleibt), warhaftig anzeigen und ihm denselbigen wieder zu handen stellen wurde. Kirchhof wendunm. 131a; ihr groszer wesentlicher unterschied beruht darin, dasz der epiker die begebenheit als vollkommen vergangen vorträgt, und der dramatiker sie als vollkommen gegenwärtig darstellt. Göthe 49, 146; diese ansicht beruht auf einer irrigen vorstellung; es beruht auf mir, stat per me; das reich beruht auf vier augen; der schlusz beruht auf dem vordersatz; es beruht alles auf vermutungen. Undeutsch scheint es aber, dies beruhen mit auf und dem acc. zu verbinden, wie er richtig steht bei sich gründen, sich stützen: dasz gelehrter leute zu- und abnehmen auf höhere häupter und potentaten gnade, mildigkeit und willen sonderlich beruhet. Opitz 1, 2a; da das schöne in der kunst mehr auf feine sinne und auf einen geläuterten geschmack, als auf ein tiefes nachdenken beruhet. Winkelmann 1, 130; dasz die bedeutung von vielen allegorischen bildern der alten auf blosze mutmaszungen beruhet. 1, 177; Corneille aber will das vornehmste interesse auf sie beruhen lassen. Lessing 7, 371; denn die beruht im grunde nicht auf äuszerliche verbindungen, die so leicht in bürgerliche anordnungen ausarten, sondern auf das gefühl gemeinschaftlich sympathisierender geister. 10, 299. heute setzt man nur den dativ. 33) selten ist sich beruhen: was könnt ein seufzer wol, ja der geschicktste thun, wenn nicht auf übergab ein herz sich wil beruhn (sich dazu verstehn). Gryphius 1, 667.
4749 Zeichen · 63 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Beruhen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Beruhen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert. 1) Wie das einfache ruhen. So wird euer Friede auf ih…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    beruhen

    Goethe-Wörterbuch

    beruhen 1 (still)liegen, ruhen; bleiben a nicht weiter verfolgt werden, unverändert, unberücksichtigt bleiben, auch idVb…

  3. Spezial
    beruhen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    be|ru|hen vb.intr. 1 basé (basëia) 2 (abhängen) depëne (da). ▬ beruhen auf se basé sön ; etw. auf sich beruhen lassen la…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beruhen

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Ableitung von beruhen

be- + ruhen

beruhen leitet sich vom Lemma ruhen ab mit Präfix be-.

Keine Komposita gefunden — beruhen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
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Cotta, M. (2026). „beruhen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/beruhen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „beruhen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/beruhen/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „beruhen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/beruhen/dwb.
BibTeX
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