befrieden,
protegere, tueri, pacare, ahd. fridôn,
ags. friðian,
mhd. bevriden,
wurde zumal auf das hegen und schirmen des landes und feldes gegen feinde und schädiger angewandt: ob mîn lant mit mir bevridet wære.
Iw. 1905; sît ich ân einen vrumen man mîn lant nicht bevriden kan. 1910;
so heiszt es in einer niederd. urkunde von 1255: de velde mit lantwere bevreden.
Lisch 17, 97;
in diesem sinne steht 2
Macc. 1, 34 da versuchts der könig auch und liesz den ort aussondern und befrieden; ich lerne auch, dasz gott durch solche gebot mir mein gut befriedet und verheget. Luther 6, 313
a; friedhof
ist ein gehegter ort, ein asyl und einfriedigen
einhegen, einzäunen. mehr unter friede
und frieden.
aus der sinnlichen vorstellung entfaltete sich leicht die abgezogene des schützens, schirmens, beruhigens, befriedigens, wofür hier belege folgen (
vgl. mhd. bevriden
Barl. 324, 21.
pass. K. 69, 22. 205, 28. 332, 46. 385, 90. 389, 93. 682, 32). davon das herz getröstet wird und befriedet. Luther 1, 63
b; es ist nicht gnug sagt, das concilium habs gethan, man musz grund anzeigen, die widersacher zu schweigen, und uns selbst zu befrieden. 1, 344
b; da sie wolten mit iren klügsten anschlegen und rethen ire königreiche befrieden und erhalten. 1, 444
a; mein gewissen zu befrieden. 3, 415; darnach unter dem keiser Constantius ward die kirche befriedet und das evangelium on verfolgung gepredigt. 6, 478
b; das schwert ist mit solcher kunst geschmitt, das sich ein man da mit befritt vor hundert mannen, wenn ers auszeuht.
fastn. sp. 763, 21; in dem, dasz wir in hond geklagt die sünden, die uns hond genagt, und drumb gklagt, das unser gwissen befridet würd. Brants
Freidank 5; Hester das jüdisch volk befried. H. Sachs I, 362
c; die burg war nach der Römer art gewölbt, vor fewer zu befrieden. I, 399
a; die weil wir nun befridet sinn. III. 2, 158
d; auch unser gschrei und sehnlich bit erhört, und uns gnedig befridt vor vil unglücks und brechlichkeit. V, 24
d; wo ir jetzund abgiengt mit tod, darvor euch wöll befriden gott. V, 229
d; dem leibe, der mich getragen, zu eren sollen die Römer von mir erledigt und befridet sein. Albr. von Eybe 10
b; ob ir k. maj. nicht befriden oder fridlichen anstand annemen. Chmels
Maximil. s. 212; es musz ihn doch nicht sättigen, befriden. Agricola
spr. 148
a; die sach zwischen uns sei in guttem ufgehapt und mit gebot befridet und zu entlichem rechtspruch gegen ainander vertragen. Reuchlin
verst. 13
b; dadurch gott die gekreuzigten müseligen christen befridet. Frank
chron. 2
b; Ecius schicket botschaft zu dem künig Theoderico, sich mit einander zuo befriden. 156
a; zuoletzt zohe er aus Rom, liesz Welschland befridet und wendet den spisz wider die Winden. 178
b; der bapst sagt im davon, dasz er sich also übt und bemüt zu befriden die kirchen.
chron. Germ. 245
b; damit die kirche einmal befriedet und alle völker einerlei glaubens sein möchten. Kirchhof
wendunm. 377
b; Christus ist erschienen uns mit gott zu befrieden. Reiszner
Jer. 1, 5
a; Alexander der grosz hat alles Griechenland befriedet. 2, 46
b; Julius Cesar hat alle land befriedet. 2, 76
a; so hat uns auch der herren augustiner, der karmeliten trost, die gunst der kapuziner, der Englischen gespräch und der Franzosen scherz (Batavien war feind) befriedet oft das herz. Fleming 209; plötzlich mildert sich die glut, wie du uns befriedest. Göthe 41, 339; beschlossen wir, mit unserm stiefsohn Ernst, der nach des reiches spruch gefangen lag, uns wieder zu befrieden, ihn durchaus in würden und in ehren herzustellen. Uhlands
Ernst 30; o komm genius, befriede dich mit mir. Bettine
tageb. 143.