Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
bedauern
bedauern
2dauern Vb. ‘leid tun, Mitleid erregen’, mhd. tūren, mnd. dūren, ablautend zum Adjektiv teuer (s. d.), mhd. tiure, daher ursprünglich ‘zu teuer, zu kostbar sein, dünken’, aber schon mhd. auch in der heute allein üblichen Bedeutung ‘schmerzen, leid tun’, vielfach in unpersönlicher Konstruktion. Der d-Anlaut begegnet seit dem 15. Jh. und setzt sich ebenso wie der seit dem 16. Jh. auftretende Wechsel von dauren zu dauern Ende 18. Jh. durch. – bedauern Vb. ‘bemitleiden, Mitgefühl empfinden’, mhd. betūren ‘zu kostbar dünken, leid tun’, Präfixbildung zu tūren (s. oben); daneben auch mhd. betiuren (das formal heutigem beteuern, s. teuer, entspricht). In unpersönlicher Konstruktion steht der Gegenstand des Mitleids, des Bedauerns ursprünglich (wie beim Simplex) im Genitiv, später im Nominativ. Die heutige Verwendung, die den Gegenstand des Bedauerns nur als Akkusativobjekt kennt, entwickelt sich im 17. Jh. Bedauern n. (15. Jh.).