Wossidia MeckWBN
Bänk Bank
f., Pl. -en Bank; der
mnd. Wechsel umlautloser Formen im Nom. und Akk. Sg. und umgelauteter in allen übrigen Fällen, der auf die alte i-Deklination zurückgeht, ist zu Gunsten der umgelauteten ausgeglichen, doch zeigt die Verbindung dörch de Bank
noch die ursprüngliche Verteilung; verstreut begegnet, unter städtischem Einfluß und in der Nähe der märkischen Grenze,
z. B. in WaWaren@WredenhagenWred, das umlautlose Bank; dieses gilt in der Seemanns- und der gewerblichen Fachsprache sowie als Ausdruck der Wetterkunde und eines landwirtschaftlichen Druschverfahrens. Bank, Pl.
banken ist die gemeindeutsche Form für die Geld- und Wechselbank, dabei fällt die regelmäßige Ausnahme in Bänken (
s. 1 d) auf. Die Konsonantengruppe -nk palatalisiert den Vokal, so daß die ältere Mda. durchweg geschlossenen, bisweilen zu i gehobenen Vokal, zum Teil unter Dehnung zur halben Länge spricht,
vgl. be·ᶛk Jac. 1, 51; Kolz 35. 1. Gerät aus Holz a. zum Sitzen:
Benk Egg. Trems. 190;
Bänk Mi 6
a; 'zwey Bänken' (1717) SchöSchönberg@OthenstorfOth; 4 Bencken (1782) Horn Selmsd. 2, 39; die Dönß hatte an den drei Seiten Bänke Jb. 2, 148; 'Tische, Stühle und Banken' (1655) Spald. Land. 3, 238; andere Verwendungen, auch zum Liegen, lassen die Zss. erkennen: Aben-, Bier-, Disch-, Faut- (zum Aufsetzen der Füße), Ful- (eine Art Chaiselongue), Gängel- (an der kleine Kinder das Laufen lernen), Räkel- (gleich Ful-), Rauh-, Reck- (als Totenlager), Rumps-, Slag-, Wagenbänk. Feste Verbindungen bezeichnen das Sitzenbleiben einer unbegehrten Tänzerin auf dem Tanzboden: dee möt de Bänken schüern muß Mauerblümchen sein LuLudwigslust@EldenaEld; HaHagenow@BelschBelsch; ...
afschüern StaStargard@ConowCon; dörch de Bank die ausnahmslose Reihenfolge,
d. h. einer nach dem andern, wie sie auf der Bank sitzen: ji möt all dörch de Bank an glöben Ro; freier: Reut. 2, 180; Denn Jeder ett hüt dörch de Bank Stillfr. Biweg 160. In die Tanzsituation führt der Tanzreim: 'Mädchen, um deinethalben bin ich von die Bänk gefallen' GüGüstrow@Groß WokernGWok. In Verbindung mit einem viereckig-länglichen Kasten, einer Lade, wobei die Bezeichnung Bank für das ganze Möbel gilt, in einem Reim von der untreuen Frau, deren Liebhaber bei der überraschenden Rückkehr des Ehemannes in die Bank geschlüpft ist, und die, als sie dessen Rockzipfel anfangs noch hervorlugen sieht, singt: O Jochen, din Slipp, o Jochen, din Slipp! Gott sei dank, Jochen is rinne nah de Bank! RoRostock@DierhagenDierh; ebenso bei Me. 1, 227. Syntaktische Knappheit macht aus: Ick gäw för de Bank Bier ut die Kurzform:
Ick gäw ne Bank ut WaWaren@JabelJab, wodurch die scheinbare Bedeutung Lage Bier vorgetäuscht wird. b. im Rechtsleben: twischen Bedd un Bänk scheiden die Ehe scheiden Wa; up de lang' Bänk schuben ein Rechtsausdruck, aufgekommen im 15. Jahrh. nach der Einführung des römischen Rechts, ursprünglich 'in die langen Truhen spielen, bringen',
d. h. in die als Aktenschrank dienende Truhe und damit aufschieben, hinausschieben,
vgl. Götze Zs.
f. Deutschkunde 1924, 94: 'solcke Sake ... int wyde Velt tho spelende, up de lange banck ... tho schuvende' Gry. Lb. 2, N 2
b; 'bringen ... Saken ... up de lange bancke in dat wyde Velt' 2, O 3
a; hadd 't ... up de lange Bänk schawen Reut. 2, 371; dee is uppe lang' Bänk schaben, wenn die jüngere Schwester vor ihr heiratet HaHagenow@RedefinRed; Gerichtsbank: '(wor late wi solange dat Lubsche Recht?) Legge wy achter de banck' (Wi 1566) Jb. 58, 58; von de Bänk fallen unehelich geboren werden: dee is von de Bänk follen Schw. Die soziale Stellung verrät die Bezeichnung 'die Herren von der Langen Bank' (Wi 16. Jahrh.) von Mitgliedern der Papagoyengesellschaft D. Schrö
d. Pap. 2, 2044; Wohlhabenheit: Herr Ladwig sitt up hogen Bänken (ist wohlhabend), Dee ward wenig an uns denken Reim in einer Sage StaStargard@GöhrenGöhr. Die Folter-, Züchtigungs- und Strafbank, zunächst die erste, ist durch die Zss. Pin- und
Treckbänk angedeutet, auf die Kirchenzucht gehn Gretel-, Huren-, Schimp-, Slüngelbänk, auf die Schulzucht Äselbänk (
Sp. 472);
vgl. noch in ä. Spr. Speebank. c. das gewerbliche und bäuerliche Arbeitsgerät mannigfacher Art; des Tischlers: Discher-, 'Hubelbanck' (1782) Horn Selmsd. 2, 39 (ebenso modern), Plattbank, Snicker- (Snitker-), Snid'-, Snitt-, Stöt- (
d. i. Hobelbank), Tog-, Treckbänk; des Drechslers: Dreihbank; der Zimmerleute im Walde: Haubänk; des Kürschners: Fleischbänk; der Schlachter: Rack-, Slacht-, Störbänk; der Weber: Blatt-, Häfel-, Kammbank; der Torfarbeiter, die auf einem Holzgestell (Bänk) den Torf zerhacken RoRostock@SülzeSülze; auch des Eisen bearbeitenden Handwerks,
z. B. Filbank; u. v. a.; im bäuerlichen Betrieb
u. a. Brakel-, Kes'bänk.
d. Verkaufs-, Auslagebank: Toonbank; hierher auch die Wechselund Geldbank, die ursprünglich eine wirkliche Auslagebank war, in der modernen Zeit den Begriff zum Gebäude, in dem Geldgeschäfte getrieben werden, erweitert hat: Geld-, Wesselbank, doch mit regelmäßigem Umlaut in der Verbindung in Bänken: in Bänken hewwen Geld im Vermögen haben Mi 6
a; bei Bri. aber durchaus mit der Vorstellung der Anlage des Geldes auf der Bank: sonn teihn Mille in Bänken 6, 195; 'haben Sie nur hübsch was in Bänken' 7, 80; 81; 94; jedoch freier in Vorrat haben: 6, 31. e. im Schiff die Stelle, wo de Kiel ankümmt, up de Banken, dor kamen twee Planken Ro;
s. Nagelbank; beim Mühlenbau Kihrbank. 2. bankförmige Schicht a. aus Erde; eine Grasbänk,
vgl.: Sett he sick up de Benk van Graß Babst 2, 10; Bank das Quadrat Zieglererde, das ausgestochen wird StaStargard@GevezinGev; 'eine Bank Mergel' Land. Ann. 1852, 1, 261; Bänk Mergel WiWismar@NeuklosterNKlost; grote Banken von rotem Sand RoRostock@WarnemündeWarn; 'daß keine Banken, oft von 4—6 Fuß Breite, zwischen den ausgestochenen Torfkuhlen stehen bleiben' Land. Ann. 1815, 194; 'soll der Anfang des Brennens mit dem Schmauchfeuer gemacht werden, legt man etwas fein gespaltenes und zuvor ganz trocken gemachtes Holz auf die Röste, welche zwischen den Bänken im Boden des Ziegelofens gelegt und vorgerichtet sind' Gem. Aufs. 1803, 65; Beschreibung und Abb. bei Behr. Landbauk. 161 und Taf. 27 und 28; Schicht gelöschten Kalks: de Ollen, de süs nicks mihr kœnen, kamen an de Bank to 'n Kalkmaken zur Herrichtung des Mörtels Wa; aus Steinen: der Haufen aufgesetzter roher Steine für den Chausseebau heißt Roh-, der geschlagener Steine Schotterbank. b. aus Holz, Korn; Holzstapel: '(daß) jeder Hauswirt die ihm zur Abfuhr zugeteilten Faden auf den Ablagerstellen zur bessern Nachsicht in Banken, den Faden zu 8 Fuß weit und 7 Fuß hoch gerechnet, allein aufsetzen solle' (1815) Sa. Land.-Ges. 5, 130; Bank das auf der Dreschtenne nach dem Drusch an die Wand aufgeschaufelte Korn, das auch
Kuurn-, Roggenbank, Bankkuurn, anschaben, up-, ranschüppt Kuurn, Sidenkuurn und Bilag, Bislag genannt wird (
s. Kuurn); das Korn an die Wand schaufeln oder schieben heißt in (an, up) dei Bank schüffeln, schüppen, schuben, bringen, setten und Bank maken oder auch banken (
s. banken 1); aus der Bank gelangt das Korn zum Reinigen in die Rummel; Lehmbeimischung in die Bank als Mittel, das Korn vom Staube zu befreien, empfiehlt Land. Ann. 1818, S. 366. Bank fehlt in dieser Verwendung in Sta. c. geologische und meteorologische Schicht; Erhebung des Meerbodens: uppe Banken, so nennen wi (Seeleute)
dat von 'n Kanal nah Grimsby dal Ro Rostock@RibnitzRibn; 'über alle die Schiffe betreffende Vorfälle ein richtiges Journal zu führen und darin nicht nur die Tiefe des Wassers und die Stelle der Bank, den herrschenden Wind ..., sondern auch sonstige wichtige Vorkommenheiten zu bemerken' (1802) Sa. Land.-Ges. 6, 121; Zss.: Fisch-, Pramrüsen-, Rosenuurtsbank; Wolken-, Nebel-, Eisschicht: dor steiht sonn Bank (Wetterwolke) œwer de Oostsee SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; de Sünn geiht in de gris' Bank RoRostock@RibnitzRibn; dor steiht ne Bank Wetterwand Pa Parchim@DobbertinDobb; dor is ne Bank vörschaben Wolken vor der Sonne SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; auch umgelautet Bänk Gewittergewölk HaHagenow@BesitzBes; Zss.: Näbelbank,
Karrbank (zusammengeschobene Eisbarre). 3. sonstige Eigenschaften, die sich in den Zss. äußern, wie Stoff, Form
u. a.:
Feldbänk scherzhaft vom Zaun gebraucht; Spraten-, Traljenbänk; Sackbänk über Säcke gelegtes Sitzbrett; Knarrbänk; nach den Eigentümern oder Benutzern bezeichnet: Buern-, Jungfernbänk. — Mnd. bank, banke, benk
f. — Br. Wb. 1, 48; Dä. 22
b; Me. 1, 227; Schu. 16.