auswerfen ,
ejicere, excutere, nnl. uitwerpen. 11) den teufel auswerfen,
s. austreiben 2:
mhd. der tuvel wart dô grâʒen, dô in Syrus nicht ûʒ warf.
pass. K. 409, 75; und es ward ausgeworfen der grosze drach, die alte schlang, die da heiszt der teufel und satanas.
offenb. Joh. 12, 9. menschen auswerfen,
in verbannung, aus dem haus treiben: wirf aus die diern und ir kind. Schwarzenberg 156, 1; die welt hatte mich ausgeworfen, wie einen verpesteten. Schiller 710; gleichviel, wo ich diese heiden auswerfe (
aus dem schiffe setze). Klinger 4, 168; ein auf einer wilden insel jung ausgeworfener naturmensch. 11, 324; vorausgesetzt, er sei nicht von frühster jugend auf eine einsame insel ausgeworfen worden. 11, 97; wa die brüder zusamen thun und werfen den abt zum fenster aus.
Garg. 95
b. 22)
von innen auswerfen: speichel, schleim, blut auswerfen: der kranke warf stücke, flocken der lunge aus; gerunnen blut auswerfen wie wamstermel.
Simpl. 2, 474; samen, koth, unrat auswerfen; alles was zum munde eingehet, das gehet in den bauch und wird durch den natürlichen gang ausgeworfen (
ahd. al daʒ in mund ingêt, in wamba ferit, inti in ûʒgang wirdit gisentit).
Matth. 15, 17; das verschluckte durch erbrechen wieder auswerfen; dem falken zur reinigung federn eingeben, die er dann mit dem gewell wieder auswirft.
weidw. 2, 31
b; der mund musz es brockend auswerfen. Wirsung
Cal. C 1
b; das meer wirft muscheln und pflanzen ans ufer aus; aber die gottlosen sind wie ein ungestüm meer, das nicht stille sein kan und seine wellen kot und unflat auswerfen.
Es. 57, 20; der Vesuv warf steine und asche aus; die see wirft wellen aus: wo seine wellen mit sturme wirfet aus mein deutscher ocean. Fleming 113; werfen von in aus die unart, darinnen sie klebten so hart. H. Sachs II. 2, 89
b. 33)
von auszen auswerfen: er hob einen stein auf und warf ihm damit ein auge aus; einem drei zähne auswerfen; wenn ein burgermeister oder richter straft, so wirft man inen die fenster aus. Luthers
tischr. 401
a; grenzsteine auswerfen.
weisth. 2, 163; stein auswerfen mit frevel. 2, 167; als weit man ein reiszaum mit dem zügel in die Mosel auswerfen kan. 2, 256; unkraut auswerfen,
ausreiszen; aber Belial sind allesampt wie die ausgeworfen disteln, die man nicht mit henden fassen kan.
2 Sam. 23, 6. 44) ein geschrei der tochter Zion, die da klagt und die hende auswirft.
Jer. 4, 31; dasz ihr hände voll geld unter die arme auswerfet. Schuppius 748; es ist vergeblich das netze auswerfen fur den augen der vogel.
spr. Sal. 1, 17; und die so netze auswerfen aufs wasser, werden betrübt sein.
Es. 19, 8; ich wil mein netz uber dich auswerfen.
Ez. 32, 3; derhalben werfen sie ir netze noch imer aus.
Habac. 1, 17; far auf die höhe und werfet ewer netze aus (
goth. athahiþ þô natja izvara).
Luc. 5, 4; auf dein wort wil ich das netz auswerfen (
goth. vairpam natja). 5, 5; diese buhlerin hatte schon lange ihr netz nach ihm ausgeworfen; wurf das netz aus.
Garg. 179
a; den anker auswerfen; am dritten tage wurfen wir mit unsern händen aus die bereitschaft im schiffe.
apost. gesch. 27, 19. 55) der säemann wirft seinen samen aufs land aus; laszt uns den samen auswerfen, sehen wir ihn auch nicht reifen, so wird er zu seiner zeit schon auftreiben. Klinger 4, 257; er gieng um die neuigkeit aus seinem säetuch in gutes land auszuwerfen. J. Paul
Hesp. 4, 162; geld mit voller hand auswerfen; ein herr der das ganze jahr titel und bänder an alle welt ausgeworfen.
die alte sprache setzte statt des acc. den dat. oder instr. (
gramm. 4, 710. 711): mit dem stein werfen, mit dem samen werfen,
und wenn Luther 1, 362
b sagt: haben sie den gast mit dreck wöllen auswerfen,
so läszt sich das umsetzen in dreck auswerfen an den gast. 66)
abstract bedeutet auswerfen,
wie abwerfen,
ertragen, einbringen [] und aussetzen: groszer herren dienst werfen etwas aus, wenn nur die herrn mittel haben. Schuppius 115; die stelle wirft 100 thaler aus; auch das ist in der kasse stehn geblieben, was du mir einmal ausgeworfen. Lessing 2, 235; dasz ich dem preiswürdigen erfinder eine jährliche pension von 25000 gulden rheinisch für ihn und seine ehelichen leibeserben schöpfe und auswerfe. Wieland 15, 353; die armselige pension, die man uns auswirft, kann kaum gerechnet werden. Tieck
ges. nov. 5, 154. 77)
intransitiv steht auswerfen,
wenn der acc. unausgedrückt, aber verstanden wird: das pferd wirft aus,
wendet die füsze im gehen auswärts; die uhr wirft gut aus,
wenn ihr pendel weit schwingt; auswerfen unter die buben.
Garg. 51
b,
nemlich geld; auswerfen,
den ersten wurf im kegel- oder würfelspiel thun; weidmännisch, dem hasen auswerfen,
nemlich das eingeweide, ihn ausweiden; ein schweinchen, ausgeworfen das eingeweid (
exemtis visceribus).
weisth. 3, 760; auswerfen,
sich erbrechen: wenn man auch ihnen baumwollen und jamerhanf in fleisch verborgen und eingewickelt eingibt, dasz sie davon ubergeben und auswerfen, so ist inen geholfen.
weidw. 2, 27
b.
speichel oder blut: er wirft seit einiger zeit stark aus. 88)
zumal hiesz es, einem thiere
oder auch menschen auswerfen,
nemlich die hoden, es verschneiden: zu diser krankheit aber ist nichts bessers, als oft und vil (
blut) gelassen, wann man aber darmit nit gar zu hilf kan kommen, so soll man dem gaul auswerfen, wann im dis nit hilft, so wirt im schwerlich geholfen. Seutter
rosarznei 73; seinen ebern, widern soll er nicht auswerfen oder verschneiden, dann im wachsenden mon. Sebiz 48; die Curetes wurfen in selbst aus (
entmannten sich selbst), daher sie Galli oder verschnittenen hieszen. Aventin
chr. 31; man schol im auswerfen sein gail.
fastn. sp. 785, 21.
auch einer hündin auswerfen.
weidwerk 1, 9
a.
vgl. Schmeller 4, 151.