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1. Ahnden

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
19 in 13 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

1. Ahnden

Bd. 1, Sp. 185
1. Ahnden, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, eine dunkele Empfindung von einer künftigen Sache haben. Es wird auf gedoppelte Art gebraucht. 1) Als ein persönliches Verbum. Was ahnden sie? was sagen sie? Göthe. Ein kleiner Anfangsversuch[] an dem man aber, was noch dahinten sey, ahnde und rathe, Herd. Daher haben denn auch einige das Particip. Präf. gebraucht. Meine ahnende (andende) Angst hatte nicht falsch geweissaget. Mit ahnender Betrübniß, Schleg. Da diese ganze persönliche Form mehr Nieder- als Hochdeutsch ist, so gilt dieses vornehmlich auch von dem Participio. 2) Am häufigsten unpersönlich, mit der dritten Endung der Person. Es ahndet mir nichts Gutes, oder mir ahndet nichts Gutes. Das hat mir lange geahndet. Meinem Herzen ahndete ein Unglück. Es ahnt mir, Schlesien verliere seine Schwäne; Ich sah sie, sah ich recht, vorlängst nach Norden fliehn, Günth. Anm. Bey den Niedersachsen bedeutet es auch Empfindung, Begriffe von etwas haben; z. B. das Kind ahnet die Schläge noch nicht, hat noch keine Begriffe davon. Eben dieselben schreiben und sprechen gern ahnen, und die gröbern Mundarten aunen, so wie sie das d und t in der Mitte vieler andern Wörter aus Trägheit verschlucken; z. B. been, für beden, oder Hochdeutsch bethen, döen, für tödten, höen, für hüten u. s. f. Indessen ist es doch in diesem Worte bey ihnen nicht allgemein, denn man findet bey ihnen auch aanden. Es ist also ein Fehler, wenn manche Hochdeutsche die Niedersächsische Bequemlichkeit nachahmen und gleichfalls ahnen schreiben und sprechen; zumahl da sogleich erhellen wird, daß das d zur Wurzel gehöret. Denn Frischens Ableitung von an, und Ihre's von ohne, so daß die Empfindung des Mangels der Stammbegriff sey, sind viel zu künstlich und unwahrscheinlich. Es ist vielmehr glaublich, daß in dem vorhin gedachten Niedersächsischen aanden, Begriff von etwas haben, empfinden, der Stammbegriff verborgen liegt, und dann kann man mit Wachtern immer das alte Nordische Ande, Aund, Geist, für das Stammwort annehmen, welches noch jetzt im Isländischen Ond, im Dänischen aber Aand lautet. Ahnden kommt in der Bedeutung der dunkeln Empfindung des Zukünftigen bey den Fränkischen und Alemannischen Schriftstellern, so viel ich weiß, nicht vor, wohl aber das gleichbedeutende Suanon, welches noch in Niedersachsen üblich ist, S. Schwanen, ingleichen das folgende.
2366 Zeichen · 35 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Ahnden

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Ahnden , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, eine dunkele Empfindung von einer künftigen Sache haben. Es wird…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ahnden

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 ahnden vergelten, bestrafen überwiegend im (dichterischen) Werk iUz 1 Ahndung Er schalt die anwesenden Herren, daß sie…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ahnden

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Ahnden (von anado = Gemüth), von der Zukunft ein Vorgefühl haben; dasselbe was ahnen; 2. strafen, rächen (altdeutsch ana…

  4. modern
    Dialekt
    ahnden

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    ahnden Band 1, Spalte 1,233f.

  5. Spezial
    ahnden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ahn|den vb.tr. castié (-iëia), puní (punësc).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ahnden

3 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von ahnden 2 Komponenten

ahn+den

ahnden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ahnden‑ als Erstglied (1 von 1)

ahndenswürdig

DWB

ahnden·s·wuerdig

ahndenswürdig , poena dignus: doch mehr erbarmungswerth als ahndenswürdig schätzt. Günther 533 .

ahnden als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von ahnden (1 von 1)

beahnden

DWB

beahnden , punire, was ahnden: und ist er in diesem betreffe nicht straffällig, so bleibt dennoch die verheimlichung nicht unbeahndet. Klops…