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Äolĭer

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Äolĭer

Bd. 1, Sp. 605
Äolĭer, einer der vier Hauptstämme des griech. Volkes, der seinen Ursprung von Äolos ableitete und sich durch einen besondern Dialekt von den übrigen unterschied. Der Name findet sich an verschiedenen Orten von Griechenland, in Thessalien, Elis, Messenien, Lokris, Ätolien und Kephallinia; aber geschichtliche Bedeutung erhielt der Stamm erst an der Küste Kleinasiens, in Lesbos und Kyme, von wo aus er in langwierigen Kämpfen zusammen mit Achäern Troas und Mysien eroberte; die aus der thessalischen Heimat mitgebrachten Sagen wurden damals zu der bekannten Achilleussage ausgebildet und mit peleponnesischen zu den Homerischen Gesängen zusammengearbeitet (s. Achäer). An dem üppigen Gestade zwischen dem Kaikos und dem Hermos, auf einem Raum von 53 km Länge und ebensoviel Kilometer Breite, erhoben sich 30 äolische Städte, von denen 11 als die bedeutendsten genannt werden: Kyme (Cumä), Larissa, Neonteichos, Killa, Notion, Ägiroessa, Pitane, Ägää, Myrina, Gryneia, Temnos. Sie schlossen untereinander ein Schutzbündnis, zu dem eine Zeitlang auch das mächtige Smyrna gehörte, das später gezwungen wurde, dem Ionischen Bunde beizutreten. Unter Krösus mußten sie Lydiens, darauf Persiens Oberhoheit anerkennen. Die Perserkriege gaben ihnen ihre Freiheit zurück, aber der Friede des Antalkidas (387 v. Chr.) brachte sie von neuem unter persische Herrschaft. Nach Alexanders d. Gr. Tode kamen sie unter syrische Gewalt und wurden dann, weil sie sich mit Mithradates verbündet hatten, durch Sulla der römischen Provinz Asien einverleibt. S. Karte »Alt-Griechenland«. – Über den äolischen Dialekts. Griechische Sprache. In der Literatur ist der äolische Stamm nur für die älteste Zeit von Bedeutung. Sprachliche Spuren in den Homerischen Gedichten erweisen sehr wesentlichen Anteil der Ä. an der Ausbildung des epischen Gesanges, und der Begründer des didaktischen Epos ist der Äolier Hesiodos. Für Musik besaßen die Ä. besondere Anlage und Empfänglichkeit: aus dem äolischen Lesbos stammten Terpandros, der Schöpfer der klassischen Musik der Griechen, und Arion, und dieselbe Insel ist die Heimat des Alkäos und der Sappho, der ersten Meister des melischen Liedes.
2166 Zeichen · 22 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Aeolier

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Aeolier , Aeoler, griech. Hauptstamm, der Mythe nach von Hellens Sohn Aeolus so genannt, erstritten sich Sitze in Thessa…

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Cotta, M. (2026). „aeolier". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/aeolier/meyers
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Cotta, Marcel. „aeolier". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/aeolier/meyers. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „aeolier". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/aeolier/meyers.
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