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ägen

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

ägen

Bd. 1, Sp. 227
Wossidia ägen eggen, häufig in hd. Form eggen, Verbum zum Subst. Äg' (s. d.); nächst dem Pflügen die wichtigste Tätigkeit bei der Bestellung des Feldes. 1. Das Eggen dient verschiedenen Zwecken: mit den schweren Eggen, Schottägen u. a. (Arten der Egge s. ob. Äg'), werden die Ackerfurchen nach dem Pflügen geebnet, die Erdschollen zerkleinert und die im Boden wuchernden Unkrautwurzeln (Quecken u. ähnl.) herausgezogen. Nach dem Säen, Drillen eggt man mit den leichteren Saatägen die Saat ein und vertilgt später das Unkraut, das früher aufläuft als das Getreide. Im Frühjahr eggt man über die junge Saat, um den im Winter fest gewordenen Boden aufzulockern und den Hederich (Harrik, Kütik) und anderes Unkraut, das den Zinken der Egge weniger widersteht als die Getreidepflanzen, zu vernichten. Die Bestellung des Feldes beginnt im allgem. am 25. März: Marien treckt de Landmann mit Haken un Ägd to Fell' StaStargard@LeppinLepp u. öft. In früherer Zeit wurde, bevor die Bestellung mit dem Haken begann, sträkägt; das war der erste Angriff auf den rohen Acker und sollte ihn glatt und eben machen Wi; GüGüstrow@SarmstorfSarmst; diese Arbeit heißt auch dalägen HaHagenow@BelschBelsch oder vörtrekken Ma. Wenn die Zinken der Egge zu tief greifen, flicht man Weidenzweige u. ähnl. dazwischen MaMalchin@DevenDev; im umgekehrten Falle beschwert man die Eggen mit Schleeten oder Balken MaMalchin@DargunDarg. Hat der Acker viele Quekken, so befestigt man ebenfalls Zweige zwischen den Tinnen, dat de Quäken nich dörchwutschen StaStargard@LeppinLepp. Der Gang einer Feldbestellung ist Land. Ann. 6, 72 (1819) beschrieben: 'Sobald die Frühjahrssa at beschafft war, ging in dem umgebrochenen Dreesch auf den schlimmsten Stellen die vierspännige Egge vorauf, alsdann folgten die zweispännigen und zuletzt die einspännigen, so daß der Dreesch ... wenigstens vier bis sechs Zinken erhielt. Sobald nun der Acker die zweite sogenannte Braachfurche erhalten hatte, ging das liebe Eggen erst recht los ... Nachdem die großen Eggen vier bis sechsmal ihre Gänge gemacht hatten, so folgten hinterher die kleineren und zuletzt die hölzernen'. Um den Mergel zu zerkleinern, würd Duurn in de Äg' introcken un denn ägt, dat dat all fin intwei güng HaHagenow@DreilützowDreil; gelegentlich wird die Egge auch zum Reinigen des Hofplatzes benutzt, s. afägen (Sp. 86). 2. Man unterscheidet im wesentlichen 2 Arten des Eggens a. das Lank(s)ägen, Vörlankägen, Lingelankägen, Lanktrecken oder auch Lankdraben; dabei durchmißt man das Ackerstück der Länge nach in gerader Linie, wendet dann und fügt auf dem Rückwege den zweiten Strich neben den ersten. Soll die Egge jedoch zwei Mal über den gleichen Strich gehen, so macht der Egger den Rückweg über dieselbe Strecke wie den Hinweg; dieses Verfahren nennt man duwwelt Tinn oder Tweitinn ägen; die erste Bearbeitung heißt Vörslag oder Vörtog, die zweite Hinner-, Achterslag, Tauslag oder Nahtog; beim Wenden entsteht jedes Mal eine Schleife (s. Abb. 1); häufig wird beim singlecolAbb. 1. Vörslag im Trab geeggt, beim Hinnerslag im Schritt PaParchim@BelowBel oder auch umgekehrt SchwSchwerin@Groß WelzinGWelz; dies Verfahren läßt sich beliebig oft wiederholen; je nachdem, wie oft die Egge über den Acker ging, sagt man: de Acker hett twei, vier, söss Tinnen; oft eggt man später noch einmal quer darüber: vörschrat, dwass ägen RoRostock@BentwischBentw; ist der Acker fertig bearbeitet, so zieht man zum Schluß noch einmal ganz um die Fläche herum, um die Anwenn' (s. d.), also die an den Enden entstandenen Wendeschleifen überzueggen; diese Arbeit heißt: ümsömen oder tauägen HaHagenow@BelschBelsch, dat 't 'n bäten orrig utsüht. Will man die Wendeschleifen vermeiden, so eggt man nicht auf dem gleichen Strich zurück, sondern 2—3 Striche weiter entfernt, macht also den Hinnerslag nicht über dem Vörslag (s. Abb. 2); diese Art, die singlecolAbb. 2. besonders bei schmalen Ackerstücken angewendet wird — man eggt dabei quer zur Längsrichtung — heißt mit Ümsweif ägen SchwSchwerin@DambeckDamb oder auch rundägen, weil die Pferde eine Art Kreis beschreiben: rundägen as 'n Gosei HaHagenow@BahlenBahl; dat möt so rund sin as 'n Mützenschirm SchwSchwerin@RubowRub; davon unterscheidet sich jedoch als gänzlich andere Gewohnheit b. das eig. Rundägen oder Kawelägen, das in älterer Zeit bevorzugt wurde, aber auch heute noch vielfach in Anwendung ist. Dabei führt ein Knecht etwa 3—4 Pferde, die je eine Egge ziehen und so angespannt sind, daß sie schräg hintereinander gehen und jeweils mit einer Leine, dem Ägtœgel, an der vor ihnen gehenden Egge befestigt werden. Das vorderste Pferd, de Linmähr, wird von dem Knecht an einer etwa 25 m langen hanfenen Leine, der Äglin, geführt, und zwar so, daß dieser in der Mitte des zu bearbeitenden Ackerstreifens, der Ägkawel, steht und die Pferde um sich herum im Kreise gehen läßt. Die Ägkawel wird vorher durch Abschreiten ausgemessen, das ganze zu eggende Land also in Streifen aufgeteilt, die die Breite des Durchmessers des Kreises haben. Sind die Pferde einmal oder so oft, wie es nötig erscheint, im Kreise herum gegangen, so geht der Knecht einige Schritte in der Längsrichtung der Ägkawel weiter und läßt sie einen zweiten Kreis beschreiben, der den ersten überschneidet (s. Abb. 3). singlecolAbb. 3. Da man mit der Peitsche die Pferde nicht erreichen kann, geschiecht das Antreiben durch Zuruf oder Peitschenschlagen. Man läßt gewöhnlich die älteren Pferde die inneren, jüngere die längeren äußeren Kreise gehen: to dat hinnelst Pierd würden sonn Pier nahmen, de de Knecht nich liden kunn, de slagen deden oder nich orrig trecken wullen, de würden so massregelt Schö Schönberg@DamshagenDamsh; SchwSchwerin@BoekenBoek; WaWaren@FinckenFinck; gelegentlich wechselte man die Plätze, um die Tiere nicht zu überanstrengen SchwSchwerin@DambeckDamb. Wegen der dabei benutzten langen Äglin nannte man das Rundeggen auch lang Lin ägen StaStargard@HinrichshagenHinr; es wurde vor allem beim Intrecken (Einebnen) der Saat und beim Auseggen von Grasbüscheln und Quecken angewendet; daher auch die Bezeichnungen: utkaweln, utklœtern, utkreiseln, utküseln: de grisen (Quecken) utklœtern GüGüstrow@JürgenshagenJürg; wenn Brok wrausig wir in de Grünn', denn hebben wi dat mit isern Ägen utkawelt WaWaren@FinckenFinck; verqueckte Stellen im Acker wurden auf diese Weise besonders behandelt; häufig gehen die Pferde dabei im Trab, daher auch: runddraben. Anstatt vom Mittelpunkt des Kreises aus zu lenken, kann der Knecht auch auf dem mittleren Pferd reiten, was freilich sehr ermüdend ist: bi 't Utkaweln hebben wi oft den 'Wulf' krägen un de Schum hett uns vör 'n Hinnelsten stahn. Wenn denn 'n Waterlock kem, trocken wi de Bücks run un käuhlten uns ut RoRostock@DoberanDob. Geht eins der Pferde nicht genau neben dem anderen, so bleiben hier und dort ungeeggte Stellen stehen, die etwa die Form eines Mützenschirms haben; daher Tadel zum Knecht: hest wedder sonn Mützenschuten maakt WaWaren@LudorfLud; andere Bezeichnungen dafür: Ägslag, Bislag, Bülten, Og' (Auge) SchöSchönberg@HarmshagenHarmsh; WaWaren@LexowLex. — Ältere Beschreibungen bei Heinze Buchw. 26 (mit Abb.), der die meckl. Gewohnheit für Dänemark empfiehlt; ähnl. Leng. Landw. 2, 70 und 8; Land. Ann. 6 (1819) 73. 3. Im Spott auf Leute, die in einer abgelegenen Gegend wohnen: in Kakeldütt (StaStargard@KakeldüttKak) ägen se mit Dannenstruk StaStargard@WesenbergWes; vom Tanz mit einer schlechten Tänzerin: dat 's grad, as wenn 'n mit 'n möd' Pierd ägt SchwSchwerin@WarsowWars; Rda. beim Anblick eines Windwirbels: dor ägt de Düwel mit sin Grotmudder RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; Anruf an die Weihe: Wih, Wih, äg' mal! d. h. die Weihe soll oben in der Luft im Kreise herumfliegen, im Vergleich mit dem Rundeggen Wo. V. 2, 1212; in einem Schwank: een Knecht hett Order krägen, he sall een Tinn ägen — he hett de Tinnen ruthaugt un mit de Balken ümherslööpt da er den Ausdruck een Tinn ägen wörtlich genommen hat (s. o.) Wo. Sa.; in der Schatzsage: der Schatz bleibt so lange verborgen, bet einer mit 'n Klüterhahn (scherzhaft für Egge) Johanni Middag drei Mal in de Krüz rœwerägen ded StaStargard@HolldorfHolld. Vgl. auch Ägkalf. — Dä. 103a; Me. 1, 1008.
7728 Zeichen · 93 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. modern
    Dialekt
    Ägen

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Äge n , [Éjə Lützelstn. ; Aiə Wh. ] f. Pl. Abfall von Hanf. [Mər hòn hit kekwêtt, jèts wel eχ nòχ kên t Aie hólə Wh. ].…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aegen

39 Bildungen · 1 Erstglied · 38 Zweitglied · 0 Ableitungen

aegen‑ als Erstglied (1 von 1)

AËGENÉTES

Hederich

AËGENÉTES , æ, Gr . Ἀειγενέτης, ου, ein Beynamen des Apollo, unter welchem ihn insonderheit die Camarinenser, als einen Gott, verehreten, de…

aegen als Zweitglied (30 von 38)

abhägen

DWB

abhägen , sepire, mit hag oder zaun einfriedigen. das feld ist abgehägt. Tobler 10 a .

absägen

DWB

abs·aegen

absägen , serra auferre, den ast vom baum absägen, den baum absägen.

abwägen

DWB

abwägen , ad libram exigere: das brot abwägen, güter abwägen lassen; den fall des wassers, den mahlpfahl abwägen; eine fläche abwägen; seine…

afteutfägen

MeckWBN

afte·utfaegen

Wossidia MeckWB afteutfägen , aftüttfägen 1. sich ungestüm hinwegbegeben: hei ... tüttfägt mit em af Weltz. Jungm. 41. 2. refl. sich abarbei…

afwägen

MeckWBN

Wossidia MeckWB afwägen abwiegen; zu 1: tau Punnen afwägen pfundweise abwiegen Ro Rostock@Kröpelin Kröp .

aufwägen

DWB

auf·waegen

aufwägen , pendĕre, expendĕre, nnl. opwegen, 1 1) eine last, einen stein aufwägen; menschen wägen auf deinem dolch keine luftblase auf. Schi…

ausprägen

DWB

aus·praegen

ausprägen , signare, accurate exprimere: das gold, silber ausprägen, münzen, thaler, geld ausprägen. figürlich: ich lasse gern die thoren ge…

auswägen

DWB

aus·waegen

auswägen , ponderare, expendere: ewr brot sol man mit gewicht auswegen. 3 Mos. 26, 26 ; du solt nicht pondus et pondus, d. i. zweierlei gewi…

bewägen

DWB

bewägen , trutina examinare: die weisen bewägen ihre wort mit der goldwage. Sir. 21, 27 . richtiger bewegen.

darwägen

DWB

dar·waegen

darwägen , vorwägen, zuwiegen, appendere, gold und silber darwägen trutinando addicere Henisch 660 . Stieler 2523 . Abraham gehorchte Ephron…

durchsägen

DWB

durch·saegen

durchsägen , mit der säge zerschneiden Stieler 1662 . Rädlein 207 b . niederl. doorzagen. 1 1. untrennbar. das holz in die quere durchsägen.…

ehrentwägen

MeckWBN

Wossidia ehrentwägen -willen ihretwegen Müll. Reut. 33 a .

Einhägen

Adelung

ein·haegen

Einhägen , verb. reg. act. mit einem Hage oder Gehäge einschließen. Einen Acker, eine Wiese einhägen, sie mit einem Zaune oder Gehäge umgebe…

einprägen

DWB

ein·praegen

einprägen , imprimere, insculpere, bei Stieler 1476 einpregen, dän. indpräge, schw. inprägla: dort in der despotie wären nur statt der köpfe…

einsägen

DWB

eins·aegen

einsägen , serra incidere, nnl. inzagen, dän. indsave: eingesägte blöcke; er schob das hölzerne gitterfenster zurück und fand in dessen glei…

einwägen

DWB

ein·waegen

einwägen , 1 1) pendendo inserere: mandeln, rosinen in den sack einwägen; erzproben werden eingewogen, in den tiegel; du wegest dein gold un…

erwägen

DWB

erwägen , expendere, perpendere, für erwegen = erwëgen, wie wir auch wägen, abwägen, aufwägen, doch nicht bewägen ( mhd. bewëgen) und verwäg…

Gewitterrägen

MeckWBN

Wossidia Gewitterrägen m. Gewitterregen Wa Waren@Liepen Liep .

Holzsägen

Wander

holz·saegen

Holzsägen Holzsägen vnd Wassertragen wird mich noch auss der Statt jagen. – Petri, III, 7.

Junirägen

MeckWBN

Wossidia Junirägen m. Juniregen; Bauernregel: Junirägen kümmt meist tau lat un selten gelägen Ro Rostock@Heiligendamm HDamm .

nachwägen

DWB

nach·waegen

nachwägen , verb. gleich nachwiegen Stieler 2524 : es wär ein guter brauch, dies quentchen, jenes loth, den centner wol zu legen auf scharfe…

prägen

DWB

prae·gen

prägen , verb. , mhd. bræchen, præchen, md. brêchen, prêchen und mit übergang des ch in g brêgen, prêgen ( Lexer 1, 338 und nachtr. 99), wor…

schrägen

DWB

schra·egen

schrägen , verb. 1 1) schräg machen, schräg setzen, causativbildung zu schräg, s. daselbst: ein todtenkopf über zwei geschrägten knochen gem…

sinetwägen

MeckWBN

Wossidia sinetwägen seinetwegen Müll. Reut. 119 a .