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ABMERKEN

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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

ABMERKEN vb.

Bd. 1, Sp. 588
ABMERKEN vb.  1 bemerken, wahrnehmen. a jmdm. etwas abmerken ‘anmerken’, auch sich etwas abmerken lassen, meist seelische vorgänge, persönlichkeitsmerkmale u. ä.: ⟨u1340⟩ sicht er danne daz die frawe clar/ daz selbe (seine zuneigung) im ab gemerket hat minneburg 1147 DTM. 1510 das ander zeichen der hochffart ist inn wendig, das selb mag dir niemans abmercken, denn du allein Geiler paradiß 15d. 1541 ob ers guͦt meyn .. wirstu jm an .. geberden, reden .. abmercken Franck sprichw. 1,21b. 1565 daß ers jhm ansehen vnnd leicht abmercken konde, wie er bekuͤmmeret were Heyden Plinius 212. 1645 ich hab’ es der gräfin ab-gemärket, daß si ihr geschwündes verfahren sehr beräuet Zesen Rosemund 138 HND. 1665 (sie) verhehlete jhre traurigkeit so best sie kunte, aber es ward jhr dieselbe bald abgemerket Bucholtz Herkuliskus 1188b. 1778 konnts ihm .. an der physiognomie abmerken, daß er was in petto hab’ Musäus reisen 1,16. ⟨1828⟩ laß dir deinen dummen betrug nicht so abmerken Tieck (1828)24,250. 1843 kleine zierliche gestalten und gesichtchen, denen man die resolute arbeit nur an den braunen händchen abmerkt Droste-H. br. 2,203 Sch.K. 1907 du bist hier nicht ohne bundesgenossen, die dir heimlicherweise gewogen sind. ich habe es der kleinen abgemerkt G. Hauptmann jungfern 64. ⟨1939⟩ eine eigentliche schulung hat er seinerzeit nicht erfahren ... das wird ihm niemand so leicht abmerken Th. Mann (1965)7,65. auch sachbezogen: ⟨1782/7⟩ diese ernsthafte rede .., welcher kein .. spott abzumerken war Musäus volksmärchen 2,66 M. 1804 es gibt künste in der welt, denen man ihren wesentlichen nutzen nicht wohl abmerken kann Hebel br. 192 Z. 1858 aufsätze .. welche mir aber mehr .. mühe kosteten als man ihnen bei oberflächlicher betrachtung abmerken dürfte Hebbel III 6,128 W. ⟨v1936⟩ ist diesen versen weniger der ursprung schöpferischer gnade als jener ehrenwerten gesinnung abzumerken Kraus sprache (1954)378. b etwas (an bestimmten merkmalen) erkennen: 1517 das Vnfalo ward merckhen ab/ ein künfftiges wetter Maximilian i./P. Theuerdank 61b H. 1522 man merckt einem ding gar bald ab .. es bleibt kein buͦlschafft vber ein fierteil iar verschwigen Pauli schimpf 107 LV. 1523 ey schone argument seint diß, Erasme .., dauon man feyn kan abmercken, wie dich der großen Hanßen gunst .. sticht vnd kutzelt Hutten 2,217 B. ⟨1579⟩ daß man keyn spalten noch hoͤle .. inn der zusamenfuͤgung der rinden kan abmercken Sebiz feld-bau (1580)331. 1643 die kräftige füglichkeit unserer sprache ist sonderlich auß denen doppelungen abzumerken Harsdörffer gesprächsp. (1641)3,295. ⟨v1661⟩ weiln sie .. des orts gute gelegenheit abmerckten, fiengen sie an, ihr .. handels-haus in etwas zu bevestigen Wurffbain reise 1,56 M. 1695 man konte .. aus der menge der zerschmetterten glieder .. ihren (d. feinde) schaden gnungsam abmercken Ziegler u. K. schau-platz 125b. 1723 so daß derjenige, welcher nicht weiß, wie es (weben) geschiehet, solches durch das vergrösserungsglaß abmercken kan Ch. Wolff vers. (1721)3,333. 1778 ich merkt bald ab, wo sie damit (diebesgut) hin wollten Musäus reisen 1,179. 1798 ein kind .., welches in die mütterliche familie einschlägt (wie man es auch aus der gestaltähnlichkeit abmerken kann) Kant 7,217 ak. ⟨1856⟩ (ein kriterium für die wahl der gattin:) merk’ auf, wie sie lacht; nicht so pflatschig zum ausschütten, .. nein, so von innen heraus. ich wollt’, du wüßtest wie du lachst, dann könntest du’s schon abmerken Auerbach (1857)9,183. 2 erkunden; sich beobachtend aneignen. a erkunden, in erfahrung bringen: 1461 (ein kundschafter soll) die stad Francfort umb und umb besehen, abegemyrcket und erfunden han, das man Francfort zu beiden sijten beligen muße Frankf. reichscorr. 2,1,178 J. ⟨1531⟩ ein scheühen hetten sy (mönche) ab Franckfurt von wegen des frembden geschwinden kauffmans, die yn yr faulen anschleg (vorgetäuschtes wunder) moͤchten abmercken Franck zeitb. (1536)1,255a. 1602 (er kam) in .. seines nachbaurn hauß, daselbst abzumercken, wenn der pfarherr nach seinem hauße .. trollet Kirchhof wendunmuth 2,129 LV. ⟨1631⟩ scharffe augen .., die art der regierung dessen landes, in dem er ist, abzumercken Opitz Argenis (1644)2,75. ⟨1682⟩ des gutes .. beschaffenheit .. aus dem grund erlernen, der unterthanen vermögen erfahren, der nachbarn gute oder böse neigungen abmercken Hohberg georgica (1687)1,26a. 1697 so kan auch niemand in gottes verborgenen rathschluß sehen und seinen willen und vorhaben abmercken Ettner doctor, anh. 43. 1724 so viel man von einigen derselben (frauen) .. abmercken können, halten sich (ihre männer) im Fichtel-wald .. auf d. neueste v. gestern 2,124 B. ⟨1796⟩ daß einer dem andern alles zu gefallen thut, was er ihm nur abmerken kann Tieck (1828)15,43. ⟨v1827⟩ es ärgerte ihn etwas, er wußte nicht recht was. endlich merkte er sich ab, was ihn ärgerte, und das war – sein (köhler-)stand Hauff 6,217 F. ⟨1950⟩ sie (natur) hat sich einen eigenen allumfassenden sinn vorbehalten, den ihr niemand abmerken kann Guardini ende (1956)51. b sich beobachtend aneignen, zur nachahmung übernehmen: ⟨1508/16⟩ was er gerüst mit zwölf wissen pfaͤrden .. darzuͦ luffend 12 wisse windspiel mit im. das marktend nun die von Zúrich im ab, ruͤstend .. der glich ross .. und hund zuͦ Brennwald schweizerchr. 1,134 L. 1641 wir vermögen nicht den frömden völckeren auch diesen sehr grossen vortheil abzumercken und unserer hauptsprache jhr völliges vermögen .. zugeben Schottel sprachkunst ):( IVb. 1649 ein meisterstukk aber wird genennt, was aus einem oder mehr gemählen abgemerket, nachgemachet .. worden Harsdörffer gesprächsp. (1641) 8,180. 1715 viele thun auch ein ziemlich theil cardemomen darzu, nachdem man der herrschafft den goust abgemercket Amaranthes frauenzimmer-lex. 583. 1731 worinnen (pflege d. weinstöcke) ich bey meinen lieben pflege-vätern .. ziemliche kunstgriffe und vortheile abgemerckt Schnabel Felsenburg 1,149 DLD. 1783 ich hatte mir dieß vom vikar von Wakefield abgemerkt, der auch seine wirthe immer dadurch gesprächig macht, daß er sie mit sich trinken läßt Moritz England 108 DLD. ⟨1800⟩ also will das eine genie dem andern nur gewisse vortheile abmerken, .. die es künftig bei seinen eigenen werken anwenden .. könne Engel (1801)2,217. ⟨1825⟩ ich merkte ihm .. seine augenbrauenfalten, sein ernstes .. auge, so viel es ging, ab Hauff 4,36 F. 1846 er wird sich .. bald zurecht finden und den sekretairen den richtigen takt abmerken Hanssen in: Weinlig br. 208 M./S. ⟨1896⟩ es ist schon ein .. vergnügen, um ihre (poesie) schöpfungen herumzugehen und ihnen manches abzumerken Hofmannsthal prosa 1,243 S. 1947 es galt, (beim reiten) vom hals des pferdes und den flanken jede schürzung seiner muskeln abzumerken, eh es sich vor löchern .. hierhin oder dorthin warf Bartning erdball 264. 3 (durch zeichen) markieren, abgrenzen (vgl. abmarken): 1483 (hierher?) ob man die gemeind teilet und inen die ordnung verlesen, ursach halb man daz volk nit also abmerket bayer. rechtsqu. 2,574 ak. 1589 erbguter gegeneinander .. abzumercken luxemb. weisth. 307 H. ⟨1593⟩ (ist das land) nicht .. affgemercket mit stenen jüt. lowbuch (1717)35. 1602 werden .. gantze nationen, religionen und landschafften durch die manier und art der kleidung unterscheiden und abgemerckt Kirchhof wendunmuth 3,153 LV. 1675 als er den abgemerckten ort erreichet hatte Weise leute 155. ⟨1692⟩ daß sie (auswärtige bettler) mit einem gewissen zeichen mögen abgemerkt werden slg. gesetze livländ. landrecht 2(1821)1654. 1880 abmärken waren, eisenbahnwagen märken Sallmann n. beitr. Estland 114. 1886 abmerken eine vermerkung machen durch irgend ein zeichen Gutzeit Livland, nachtr. 11a.anführen notieren: ⟨1843⟩ die scheußlichen „disteln“ .. sind wol kaum das abmerken werth (herausgabe von gedichten) Storm brw. 76 T.Huber
7874 Zeichen · 192 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Abmèrken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Abmèrken , verb, reg. act. durch Aufmerksamkeit von einem erlernen, oder zu erkennen suchen, absehen. Einem einen Handgr…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    abmerken

    Goethe-Wörterbuch

    abmerken meist mit Dat der Pers od Sache etw an jdm deutlich bemerken, es ihm anmerken könnte es etwas bedenklich schein…

  3. modern
    Dialekt
    abmerkenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ab-merken schw. : etwas a. 'bemerken', abmerke [Pirmas NW-Dürkh ]. Rhein. V 1087 .

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Cotta, M. (2026). „abmerken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/abmerken/dwb2
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Cotta, Marcel. „abmerken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/abmerken/dwb2. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „abmerken". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/abmerken/dwb2.
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