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zechen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
22 in 15 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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26
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

zechen

zechen

Zeche f. ‘Rechnung für genossene Speisen und Getränke in einer Gaststätte, Bergwerk’, ahd. zehha ‘gemeinsamer Beitrag’ (9. Jh.), mhd. zech(e), mnd. teche ‘reihumgehende Verrichtung, Reihenfolge, Anordnung, Einrichtung, Vereinigung zu gemeinsamen Zwecken (Trinkgesellschaft, Zunft, Bergwerksgenossenschaft und deren Grube), Ort der Zusammenkunft, Geldbeitrag zu gemeinsamem Verzehr’, spätmhd. auch ‘Wirtsrechnung für Gelage und Schmaus’; vgl. dazu ahd. zehōn ‘ausrüsten, in Ordnung bringen, instand setzen, besudeln, färben, verfälschen’ (8. Jh.), mhd. zechen ‘anordnen, verfügen, veranstalten, zustande bringen’, auch ahd. gizeh ‘geordnet’ (10. Jh.), mhd. gezech. Weiterhin sind vergleichbar aengl. teoh m. f. ‘Geschlecht, Trupp, Schar, Bande, Gesellschaft’, (ge)teohhian ‘bestimmen, meinen, beabsichtigen, vorschlagen, betrachten, denken, urteilen’, wohl auch anord. (aus *tehwa) ‘Erlaubnis’. Eine Weiterbildung (mit dem Suffix germ. -sman-) ist mhd. zesem, zesen ‘ununterbrochene Reihe’. Erschließbar ist eine Wurzel ie. *dek̑-, doch außergerm. Beziehungen sind ganz unsicher. Formal könnten herangezogen werden aind. daśasyáti ‘tut Dienste, ist gefällig, unterstützt’, griech. déchesthai (δέχεσθαι) ‘annehmen, aufnehmen, erwarten, scheinen’, lat. decēre ‘zieren, kleiden, sich ziemen, sich schicken’, air. dech ‘der beste’, die ebenfalls eine Wurzel ie. *dek̑- ‘nehmen, aufnehmen’, auch ‘gut passend, geeignet, sich schicken, ziemen’ voraussetzen. Zeche geht sehr wahrscheinlich von der Bedeutung ‘Ordnung, Reihenfolge’ aus, vgl. umzech(ig) Adv. ‘der Reihe nach, abwechselnd, umschichtig’ (15. bis 19. Jh.). – zechen Vb. ‘gemeinsam mit anderen trinken, schmausen, ein Gelage halten’, spätmhd. zechen, zu mhd. zeche in der Bedeutung ‘gemeinsames Mahl, Gelage’. Zecher m. ‘wer gern und oft zecht’ (16. Jh.), mhd. zechære ‘(An)ordner’. Zechbruder m. ‘Zechgeselle, Saufkumpan’ (16. Jh.), spätmhd. zechbruoder ‘Vereinsgenosse, Zunftbruder’. Zechgenosse m. ‘wer mit anderen gemeinsam trinkt und schmaust’ (18. Jh.), älter ‘Genosse einer Zunft, Gilde’ (Anfang 17. Jh.). bezecht Part.adj. ‘betrunken’ (16. Jh.).
2109 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zëchenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    zëchen swv. BMZ tr. fügen, verfügen, anordnen, schaffen, veranstalten, ins werk setzen, zu stande bringen Himlr. Kchr. E…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    zechensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    zechen , sw. V. Vw.: s. sechen (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zêchen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Zêchen , verb. regul. act. & neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. 1. Reichlich trinken; in der …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zechen

    Goethe-Wörterbuch

    zechen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    zëchen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    zëche n [tsaχə Fisl. Roppenzw. Geberschw. Hlkr. Co. ] 1. mühevoll arbeiten, sich anstrengen, ächzen. 2. trinken Hlkr. ze…

  6. Sprichwörter
    Zechen

    Wander (Sprichwörter)

    Zechen 1. Bei vielem Zechen vnd Panketiren thut mancher Zucht vnd Scham verlieren. – Petri, II, 44. Böhm. : Kdo řadu zvy…

  7. Spezial
    zechen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    zechen пировать, устраивать пирушку, пьянствовать, гулять, кутить, бражничать und das große Zechen ging los - и пошли у …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zechen

40 Bildungen · 30 Erstglied · 6 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von zechen

ze + -chen

zechen leitet sich vom Lemma ze ab mit Suffix -chen.

Zerlegung von zechen 2 Komponenten

zec+hen

zechen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zechen‑ als Erstglied (30 von 30)

zechenältester

DWB

zechen·aeltester

zechenältester , m. , handwerkszunftältester: zechenältister tribunus plebis Golius onom. Colon. 113 ; Hübner 31 4, 1001 b ; Krünitz 241, 79…

zechenbuch

DWB

zechen·buch

-buch , n. , ein buch, in welches von dem revierbeamten bergpolizeiliche anordnungen eingetragen werden ( zu zeche 8): Veith bergwb. 585 ; d…

zecheneisen

DWB

zechen·eisen

-eisen , n. , ein hammer, welcher mit dem zeichen des hammerwerksbesitzers versehen ist, um das stabeisen damit zu zeichnen: Krünitz 241, 79…

zechenen

KöblerMhd

zech·enen

zechenen , sw. V. nhd. zechen Q.: AvaLJ (1. Drittel 12. Jh.) E.: s. zechen (1) W.: nhd. DW- L.: MWB (zechenen)

Zechenhalle

RhWB

zechen·halle

Zechen-halle Saargeb. f.: Haus, in dem sich die Bergleute vor der Einfahrt versammeln.

zechenhaus

DWB

zechen·haus

-haus , n. , gewerkschaftshaus einer zeche (= zeche 8), früher auch huthaus genannt, worin sich die bergleute zum gebet versammelten und die…

zechenholz

DWB

zechen·holz

-holz , n. , holz für die grubenzimmerung, jetzt dafür grubenholz: Krünitz , Voigtel, Beil, Veith 252 . —

Zechenhuppler

ElsWB

Zeche n huppler [Tséχahùplər Obhergh. ] m. auf den Zehen gehender Mensch.

zechenmeister

DWB

zechen·meister

-meister , m. , 1) vorgesetzter der bergleute einer zeche, der über einnahme und ausgabe rechnung führt, knappschaftsältester: Hübner 4, 100…

zechenrauch

DWB

zechen·rauch

-rauch , m. , 1) hüttenrauch ( s. th. 4, 2, 1998), beim rösten, schmelzen und anderen hüttenmännischen processen entstehendes staub-, dampf-…

zechenregister

DWB

zechen·register

-register , n. , zechenbuch, das der steiger über die täglichen arbeiten führt: A. v. Schönberg 1, 188 ; Minerophilus 726; Hübner 4, 1002 a …

zechenschuld

DWB

zechen·schuld

-schuld , f. , bergschuld: die schulden, welche der zehenden, die gewercken und andere zu fordern haben Minerophilus 725; welcher schichtmai…

zechensohle

DWB

zechen·sohle

-sohle , f. , auch verhaus- oder werksohle: Scheuchenstuel idiot. d. österr. berg- u. hüttenspr. 227 . —

zechenstübel

DWB

zechen·stuebel

-stübel , n. , kleine im gestein ausgehauene kammer zur verwahrung des berggezähes: Krünitz 241, 79 . —

zechentheil

DWB

zechen·theil

-theil , m. : eine zeche hat 32 zechentheile oder 128 kuxe Krünitz 241, 79 . —

zechenīsen

KöblerMhd

zechenīsen , st. N. nhd. „Zecheneisen“, ein Hammer ÜG.: lat. cauterium VocOpt Q.: VocOpt (1328/1329) E.: s. zechen (1), īsen (1) W.: nhd. (ä…

zechen als Zweitglied (6 von 6)

auszechen

DWB

aus·zechen

auszechen , epotare: wir haben manche flasche miteinander ausgezecht, ausgestochen, ihr den hals gebrochen; ich gieng keinmal schlafen, ich …

bezechen

DWB

bezechen , madidum, ebrium reddere, berauschen. Stieler 2604 : als sie nun wol bezecht waren. Wickram rollw. 26 ; mit sampt seinen gästen, d…

gezechen

DWB

gezechen , verb. , verstärktes zechen, s. gezech I.

Nachtzechen

DRW

nacht·zechen

Nachtzechen, n. eine Nachtzeche halten die bußen ... als von zutrinkens zerhouwnen kleydern nachtzächen, tantzen schweren 1548 NydauFrhB. 54…

nachzechen

DWB

nach·zechen

nachzechen , verb. : unter den nachzechenden gästen .. war auch ein stattlicher alter mann, der sich uns schon bei tische bemerklich gemacht…

verzechen

DWB

ver·zechen

verzechen , vb. , seit dem 16. jh. lexikalisch und literarisch reich bezeugt. 1 1) etwas ( bes. geld und gut ) durch zechen verschwenden bez…

Ableitungen von zechen (4 von 4)

bezechen

DWB

bezechen , madidum, ebrium reddere, berauschen. Stieler 2604 : als sie nun wol bezecht waren. Wickram rollw. 26 ; mit sampt seinen gästen, d…

erzechen

DWB

erzechen , potando parare, quaerere: günstiger winde harrend sasz mit treuen freunden mir geduld und guten muth erzechend ich im hafen. Göth…

gezechen

DWB

gezechen , verb. , verstärktes zechen, s. gezech I.

verzechen

DWB

verzechen , vb. , seit dem 16. jh. lexikalisch und literarisch reich bezeugt. 1 1) etwas ( bes. geld und gut ) durch zechen verschwenden bez…