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Zähre

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Zähre

Bd. 4, Sp. 1650
Die Zähre, plur. die -n, Diminut. das Zährchen, Oberd. Zährlein, ein mit Thräne gleich bedeutendes Wort, nur daß es in dem gemeinen Sprachgebrauche wenig, oder gar nicht mehr vorkommt, sondern nur noch in der dichterischen und höhern Schreibart gebraucht wird. Vielleicht begleiten einige wenige deine Zähre mit der ihrigen. Er lief't, und eine fromme Zähre Fließt von des Helden Angesicht, Gell. Dem starren Aug' entfiel der Wehmuth sanfte Zähre, Weisse. Anm. Schon im Kero, Ottfried u. s. f. Zahar, Zaher, im Angels. und Engl. Tear, im Schwed. Tår, Isländ. Deor, bey dem Ulphilas Tagr, in Bretagne Daigr, welches mit dem alten Lateinischen Dacryma für Lacryma, und dem Griech. δάκρυ überein kommt. Daß aber unser Zähre zu eben derselben Verwandtschaft gehöret, und sich bloß durch Milderung des Hauchlautes, unterscheidet, scheinet auch daraus zu erhellen, weil dieses Wort noch im Ottfried Zachar lautet. Das Nieders. Tier, Geschrey, Wehklagen, Lärm, scheinet nicht hierher, sondern zu einem andern Stamme, zu gehören. Wachter macht einen sonderbaren, wenigstens überaus willkührlichen Unterschied, zwischen Thräne und Zähre, indem jenes bloß von dem Weinen und Schmerz, dieses aber von allen aus dem Auge rinnenden Tropfen gebraucht werden soll; ein Unterschied, welcher wider allen Sprachgebrauch, auch wider die Abstammung ist. Von Zähre ist zwar die Stammbedeutung jetzt unbekannt; allein von Thräne ist es das Rinnen. Wäre so ein Unterschied zwischen beyden Wörtern, als Wachter will, so müßte vielmehr Thräne in der weitesten Bedeutung von jedem Tropfen gebraucht werden. Allein, wie gesagt, es ist zwischen beyden kein anderer Unterschied, als welchen die Würde macht. Thräne ist allen Arten des Styles gerecht; allein Zähre wird nur noch in der höhern Schreibart gebraucht.
1785 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zähre

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Zähre , plur. die -n, Diminut. das Zährchen, Oberd. Zährlein, ein mit Thräne gleich bedeutendes Wort, nur daß es in …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zähre

    Goethe-Wörterbuch

    Zähre [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zaehre

16 Bildungen · 13 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

zaehre‑ als Erstglied (13 von 13)

zährenbach

DWB

zaehren·bach

zährenbach , m. , vereinzelt auch f., thränenergusz als bach aufgefaszt. vgl. zähre II, 1 und zährenflusz, -strom: da mir der zährenbach aus…

zährendunkel

DWB

zaehren·dunkel

zährendunkel , adj. , von zähren dunkel ( vgl. zährenhell): befangen im verworrnen streben seh' ich mit zährendunklem blick zurück auf mein …

zährenfeuer

DWB

zaehren·feuer

zährenfeuer , n. , von der hitze der wangen, die durch thränen verursacht wird: denn schon neun schreckliche jahre zährenfeu'r die wange sen…

zährenflusz

DWB

zaehren·flusz

zährenflusz , m. , frühnhd. zeherflusz. 1 1) das flieszen von zähren: wisset, o himelische zaichen, schöne augen, dasz mein verdrusz will du…

zährengrotte

DWB

zaehren·grotte

zährengrotte , f. , vom kerker: auch in des kerkers schauernacht trat die freundschaft, vom himmel gesandt, und hellte meine zährengrotte au…

zährenhelle

DWB

zaehren·helle

zährenhelle , f. : ihrer augen zährenhelle, ihrer wangen purpurschein, ach, in edens lichtem quelle wuschen sie die engel rein Schubart ged.…

zährenlauge

DWB

zaehren·lauge

zährenlauge , f. , von der flüssigkeit, woraus thränen bestehn, wegen ihrer schärfe: wen klag' ich aber an? mich, mich und euch, ihr augen d…

zährennäpflein

DWB

zaehren·naepflein

zährennäpflein , n. , frühnhd. zehernepflein, näpflein zum auffangen von zähren, nach ps. 56, 9 : ach, mein herr, zele meine flucht, und sau…

Zährennaß

Campe

zaehren·nass

Zährennaß , adj . u. adv . von Zähren naß. Ir augen wurden zeher naß (zährennaß). H. Sachs. (R.)

zährennasz

DWB

zährennasz , adj. , nasz von zähren: ir brüstel wurden zähernaʒ Mai u. Beafl. 187, 34 ; ihr augen wurden zehernasz H. Sachs bei Campe. — zäh…

zährenstrom

DWB

zaehren·strom

zährenstrom , m. , mundartlich noch zeherstrom: volksschausp. in Bayern 376 Hartm.: thränenergusz als strom aufgefaszt. vgl. zährenbach , -f…

zährenvoll

DWB

zaehren·voll

zährenvoll , adj. , voll von zähren, in freier anwendung: sieh, die tropfen an den bircken thun dir selbst ihr mitleid kund; weil verliebte …

zährenweise

DWB

zaehren·weise

zährenweise , f. , bezeichnung einer liedweise bei den meistersingern, der früheren form von zähre gemäsz: zeherweis, Nünenpecken H. Sachs g…

zaehre als Zweitglied (3 von 3)

Fischzähre

Wander

fisch·zaehre

Fischzähre Reiche Fischzähre, arme Kornähre. ( Wohlau. ) – Boebel, 101.

freudenzähre

DWB

freude·n·zaehre

freudenzähre , f. freudenthräne: nein, rief der hirt mit einer freudenzähre, der erde tand nimmt mich nicht ein. Burmann fabeln 14 ; empfang…