Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
wölben
wölben
wölben Vb. ‘gerundet, bogenfömig anlegen’, reflexiv ‘bogenförmig sein’, ahd. bi(h)welben ‘umwölben’ (um 1000), mhd. welben ‘bogenförmig gestalten’, asächs. bihwelƀian ‘verbergen’, mnl. nl. welven, aengl. behweolfan, behwylfan ‘bedecken’, anord. hvelfa, schwed. välva ‘wölben’ ist wohl Kausativum (germ. *hwalbijan) zu einem starken, nur in mhd. (Prät.) walb ‘dehnte sich aus’ (?), anord. (Part. Prät.) holfinn ‘gewölbt’, norw. kvelva, schwed. (mundartlich) välva resthaft belegten Verb. Dieses kann mit got. ƕilftrjōs (Plur.) ‘Sarg’ (ursprünglich vielleicht zwei ausgehöhlte, übereinandergelegte Einbäume), aengl. hwealf, anord. hvalf ‘Gewölbe, Wölbung’, hvilft ‘Wölbung, Höhle’ und mit griech. kólpos (κόλπος, aus *κϝόλπος) ‘Busen, Bausch, Meerbusen, Bucht’ (eigentlich ‘Wölbung’) auf ie. *ku̯elp- ‘wölben’ zurückgeführt werden; s. auch Gewölbe. Im Dt. erfolgt seit dem 15. Jh. Rundung von e zu ö zwischen w und l (wie bei zwölf, s. d.). In älterer Sprache vor allem in bautechnischem Sinne ‘einen Steinbau mit Bogendecke versehen’ (13. Jh.), dann auch allgemeiner ‘in der Form eines Gewölbes herstellen, bogenförmig gestalten, runden’. – Wölbung f. ‘Tätigkeit und Ergebnis des Wölbens’ (16. Jh.), ‘Gewölbe, Bogen eines Steinbaus’ (18. Jh.).