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weil

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weil

Bd. 28, Sp. 760
weil, m. f. nonnenschleier, mhd. wîl(e) mhd. wb. 3, 671a; Lexer 3, 886; Schade 1157a; Scherz-Oberlin (1784) 2033, mnd. wîl Lübben-Walther 581b, mnl. wi(d)el, wijl, wîle Verdam 691 ff., nnl. wijl(e) Franck- v. Wijk 795a. häufig nur vom 14. bis 16. jahrh., von den klassikern nur bei Wieland: die schwestern und die brüder vergessen aller zucht und regel ganz und gar. es ist ein wahrer tanz von faunen und mänaden: hier flieht ein weyhel weg, dort winken runde waden, auch wohl noch mehr, und keine wird's gewahr 22 (1796) 90 Göschen. mundartlich weit verbreitet: wijle Schueren teuth. (Cleve 1477) 501a Verdam; wyle gemma gemm. (Köln 1507) bei Diefenbach gloss. 624b ; wiel Hönig köln. 201b; weile/resicula voc. theut. (Nürnb. 1482); weil, weichel Unger-Khull steir. 626a; wâl Haltrich siebenb. 101; waal Hügel wien. 184; weichel, weil Schmeller bair. 2, 835. 887; weil Schöpf tir. 808. aus lat. velum mit î für mlat. ê wie feier, kreide, pein, seide, speise, seit dem 13. jahrh. bezeugt: einn wîle lieʒ sie dar tragen Ebernant v. Erfurt 3402 Bechstein; sunderlich ein gewîloti magt diu solt iren wîl alwegent vor irem antlüt haben, das man si ouch kûm möchti angesehen altd. pred. 70, 79 Wackernagel. î diphth. zuerst bei Suchenwirt 44, 30 Primisser, u. in e. stiftungsbrief von Rottweil 1387, Münch. sitz.-ber. 1865 II anh. 69. die über frz. voile entlehnten formen mit anl. f s. th. 3, 1221 unter fächel. das mlat. wort lebt in der bed. 'schleier' weithin in roman. mundarten: it. velo, friaul. vel, afrz. voil, frz. voile, prov. katal. vel, span. velo, port. veo Meyer-Lübke rom. etym. wb. 9184. in der kirche fand seit Augustin und Hieronymus das velum sanctimonialium anwendung als velum conversionis, consecrationis, professionis, ordinationis und praelationis: Ducange 8 (1887) 264b. die herleitung hat schon Luther richtig erkannt: velum Germani imitati sunt et dixerunt in nonnis einen weyl tischr. (1533) 1, 299 Weim., entspr. 1, 343f., was spätere nicht abhält, wider fehlzugreifen: die klosterfrawen ire weyhl hievon (vom hebr. mail) behalten und genent haben Mathesius Sar. 48b; weihel ... weiler ... quasi weiheler, ab initiando Stieler 2474. die bez. zu weihen (auch bei Campe 5, 641b) begünstigt die seit 1528 häufige schreibung mit h: weihel Menius erinnerung C 3b; weihl Luther tischr. 329a Aurifaber; weihel Kramer 2 (1702) 1296a; Bucher kunstgew. (1884) 437a. die flexion ist stark, doch: die nunnen süllent wilen tragen städtechron. 9, 512 (Straszburg um 1400). das geschlecht ist masc., doch: mit der heiligen weile in sand Chlaren orden bedekchet östr. chron. (dtsche chroniken 6) 189, 30; die kutt und weyhl ist schwartz, der rock weisz S. Franck chron. zeytbuch (1531) 481a; (die äbtissin) trug eine weisze weihel Amaranthes frauenz.-lex. 1360. stets masc. ist die nebenform weiler, die sich im 14. jahrh. offenbar unter einflusz des sinnverwandten schleier einstellt und bis ins 18. jahrh. vorkommt: mit dem heiligen weiler geweilet dtsche chron. 6, 196, 11; weihel, corr. weihler, weiler Kramer 2 (1702) 1296a, nam. bei Schwaben: weiler voc. rer. (Augsb. 1468) bei Diefenbach n. gloss. 378a; wiler Eberlin v. Günzburg 1, 31 neudr.; weyller das. 3, 79; weiler Frischlin Wendelg. (1580) v. 358; 848 Rothweiler, und Alemannen: weiler Dasypodius (1537) 185b. 454c; Wurstisen Basl. chron. (1580) 201; weyler Münster kosmogr. (1588) 222. bei weiler etwa an entlehnung aus lat. velarium zu denken, verbietet sich, weil dieses immer nur 'vorhang' und 'durch vorhänge abgesperrter raum' bedeutet, nie 'schleier': Forcellini 6 (1875) 264b; Ducange 8 (1887) 263a. beschreibungen der sache finden sich spät und nur in prot. umwelt: weyel ist ein entweder von weiszen schleyer oder schwartzen flohr umsäumtes langes tuch, so sich die nonnen ... über das haupt um das gesichte herum an statt einer haube zu stecken pflegen Amaranthes 2121; von da Campe. katholiken ist wort und sache ohne weiteres vertraut: die heil'ge frau im ordenskleide! ihr mocht' der weihel süszer stehn, als andern güldenstück und seide Droste-Hülshoff 1, 105 Schücking. der weil gehört notwendig zur tracht der nonne: (papst Sother) satte uf, daz kein nunne si, sü trage einen wile städtechron. 8, 17 (Str. 1362), steht in der reihe der ordenskleider: klosterlüt, was ist ir kut, ir seil, ir wyl, ir schäppler Eberlin v. Günzburg 1, 104 neudr., aber auch der weibl. kopfbedeckungen: (närrinnen) den ich die schleyer, sturtz und wile mit narren kappen hie bedeck Brant narr., vorr. 112. gegensatz ist der weltliche schappel; die nonne wider willen klagt: ain schapel clarauf meinem har trüg ich für den weile Uhland volksl. nr. 327. die novizin hat ihn noch nicht: neben jhnen hatten sie ein wintzige novitzin ... welche den h. weihel noch nicht empfangen K. Vetter jungfraukl. (1614) 7, die in weltlichen stand zurücktretende legt ihn ab: also ward das gerumpfen, alt wyb usz dem hailigen closter genomen und nAvch hingelegtem wyl in kaiserliche wAvt geklaidet Steinhöwel cl. mul. 310, 21 Drescher. er deckt haar und tonsur: die andern junckfrawen, die da beschoren warend, bedecktent ire heubter mitt weilen oder kutten Keisersberg irr. schaf 69a, dazu die obere gesichtshälfte: (bei tisch) begint man die tuecher oder den wil von dien ougen tuon altd. pred. 70, 205 Wackernagel. seine farbe ist meist schwarz: ein schwarcz tuch, daʒ ir den weyel nent Arigo dec. 165, 10 Keller; von da Montanus 62, 32 Bolte; mit einem schwartzen weil und nunnen kleid himl. offenb. Birgitte (1502) 6, cap. 99; das sy abnemen die schwartzen wyl, so ufftragen ettlich beginen Eberlin v. Günzburg 1, 136 neudr.; auff dem haupt schwartze wielen G. Braun beschr. 1 (1572) 39a; die schwestern im schwarzen rock, schwarzen gürtel, schwarzen weihel Gutzkow 2, 92, je nach dem orden auch blau: ein weihel von blawer farb gen. chron. (1576) 27a, oder weisz: sein (des schäfers) weiszer kittel zuckte wie ein weihel Droste-Hülshoff 1, 101 Schücking; schwester Berta, deren sanftes madonnengesicht aus dem schneeweiszen, wundervoll gefältelten weihel so rosig hervorblühte Scherr Michel 1, 84 Hesse. berühmt ist Boccaccios schwank: wie ein ebtessin ... in irem aufsten den weyl auf ir haubte meinte nemen Arigo dec. 551, 4 Keller, und in solchem eylenden anlegen erwüscht sie des pfaffen niderwath an des weyhels statt und legts uff ir haupt, nicht acht hett, ob es ein weyhel oder etwas anders were Montanus 414 Bolte. auszer dem klösterl. bereich nur vereinzelt: bind es (das goldne stirnblatt Aarons) mit einem iacinctin weil 1. d. bibel 2. Mos. 28, 37 Kurrelm. (vitta hyacinthina; gele schnur Luther). — zus.-setzungen: feder-, frauen-, nonnenweil(er).
6715 Zeichen · 174 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weil

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Weil , eine Partikel, welche auf eine gedoppelte Art gebraucht wird. 1. Als ein Adverbium der Zeit. (1) So lange als; ei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    weil

    Goethe-Wörterbuch

    weil [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weil

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Weil , württemb. Stadt 5 St. westl. von Stuttgart, an der Würm, mit 2000 E., Ackerbau und nicht unbedeutender Industrie;…

  4. modern
    Dialekt
    weil

    Schweizerisches Idiotikon · +8 Parallelbelege

    weil Band 15, Spalte 1232 weil 15,1232

  5. Spezial
    weil

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    weil conj. deache, ajache, ciodí che, incomá che, porchël che, porcí che, porciodí che, por via che. ▬ sie ist nicht gek…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weil

79 Bildungen · 66 Erstglied · 4 Zweitglied · 9 Ableitungen

weil‑ als Erstglied (30 von 66)

Weilach

PfWB

weil·ach

Weilach ON : Name einer Wüstung bei NW-Dürkh, heute Ruine, Forsthaus, Weilach [ NW-Dürkh ]. a. 1490: hoff vnd gut zu Widenlach [ Christmann …

weiland

DWB

weil·and

weiland geht zurück auf einen westgerm. wortgebrauch, der nur dem afries. fremd ist: ahd. hwîlôm, wîlon(t) Graff 4, 1225 ; mhd. wîlen(t) mhd…

Weiland, L

DWBQVZ

Weiland, L. s. chroniken, deutsche, und andere geschichtsbücher.

Weiland, Pieter

DWBQVZ

--- nederduitsch taalkundig woordenboek. Amsterdam 1799—1811. VII in XI. ---

weilandszeit

DWB

weiland·s·zeit

weilandszeit , f. vom mittelalter: diese ehrwürdigen lanzenbrecher der w. nachr. v. d. pomm. geschl. d. Schlieffen (1780) 43; allg. d. bibl.…

weilarbeit

DWB

weil·arbeit

weilarbeit , f. überstunden des bergmanns, älter und häufiger als gleichbed. weilschicht ( s. d. ): eine böse oder weilarbeit ist ungeverlic…

Weilberg

PfWB

weil·berg

Weil-berg m. : FlN, amtl. Weilberg [ NW-Ungst ]. a. 1503: am wylnberge [C. Zweck /M. Halfer: Von der Musehelde zur Mäushöhle. Deidesheim 199…

Weilburg

Meyers

weil·burg

Weilburg , 1) Hauptstadt des Oberlahnkreises im preuß. Regbez. Wiesbaden, an der Lahn, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Koblenz-Lollar und W…

weilchen

DWB

weil·chen

weilchen , n. demin. zu weile f. mnl. wijlkijn, wijlken Verdam 693 b . zuerst 1529: er lest sie eyn weylichen wachsen, dornach sturczt er si…

weildasz

DWB

weildasz , conj. ' während ' s. weil III B 3 c ).

weilen

DWB

wei·len

weilen swv. ' mit dem nonnenschleier einkleiden, dem himml. bräutigam antrauen ', ahd. wîlôn Graff 1, 795 , mhd. wîlen mhd. wb. 3, 671 a ; L…

weilen I

SHW

weilen I Band 6, Spalte 391-392

weilen II

SHW

weilen II Band 6, Spalte 391-392

weilendmal

SHW

weilend-mal Band 6, Spalte 391-392

weilen I

RhWB

weilen I s. o. bei Weile;

weilen II

RhWB

weilen II -ai- = welken (s. d.).

weiler

DWB

wei·ler

weiler , m. ' nonnenschleier ' s. weil m. f. sp. 761.

Weilerborn

SHW

Weiler-born Band 6, Spalte 393-394

Weilerwald

SHW

Weiler-wald Band 6, Spalte 393-394

Weilerbach

PfWB

weiler·bach

Weiler-bach ON : Name eines Baches und eines Dorfes im Kr. KL und zweier Wüstungen, mda. Weileʳbach [ KL-Weilb ]. a. 1289: Wilrebach [ Dolch…

weil als Zweitglied (4 von 4)

alldieweil

DWB

all·dieweil

alldieweil , quandoquidem, dum: dasz ich irre bleibt gewis, alldieweil ein mensch ich bin. Logau 2, 5, 23 ; alldieweil aber insonderheit. Mi…

dieweil

DWB

die·weil

dieweil , adv. quoniam, dum, quum, interim, interea. ahd. dia wîla Graff 4, 125 . mhd. die wîle. Luther und andere dieser zeit schieben den …

kurzweil

DWB

kurz·weil

kurzweil , f. zeitvertreib, vergnügen, lust. I I. Formen und entstehung. I@1 1) kurzweil ist der gegensatz zu langweile, was die lange weile…

Ableitungen von weil (9 von 9)

entweilen

DWB

entweilen für entlangweilen, temporis moram tollere: doch meine wenigkeit entweilt kein mädchenspiel, so thu es denn ein gänsekiel. Bürger 1…

geweil

DWB

geweil , n. , bravium, geweill, gemma gemmarum (1507) Diefenbach 81 a ; die parallele mit βραβεῖον ( kampfpreis, vgl. bravium, zil, lauffers…

geweilen

DWB

geweilen , verb. , verstärktes weilen, s. d.: ... das läger thet man schlagen, die im schlosz schoszen zu uns heraus, wünschten uns ein gutt…

unweile

DWB

unweile , f. , mangel an weile ( s. d. II 2), unmusze 1/2 entsprechend: denn was soltestu als ein christlicher vater lieber sehen, denn das …

Verweile

Campe

○ Die Verweile , Mz . u. ein Aufenthalt auf kurze Zeit. »Ih fand bei ihr eine angenehme Verweile .« Wolke.

verweilen

DWB

verweilen , v. , mhd. verwîlen seit dem 13. jh.: mhd. wb. 3, 671; Lexer ; nhd. Diefenbach gloss. 545 a ; Calepinus XI ling. 284 b ; Hulsius …

verweilung

DWB

verweilung , f. Calepinus XI ling. 284 b ; Kramer (1702) 2, 1298 a ; Ludwig teutsch-engl. lex. 2190 . dauer: wie wol diser name nit also bal…

weile

DWB

weile , f. ein idg. verbalstamm q u ĭ ' ruhen ' erscheint in aind. cirás ' langdauernd ', cirayati ' zögern ' Fröhde in Bezz. beitr. 1 (1877…