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weidenbaum

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weidenbaum m.

Bd. 28, Sp. 577
weidenbaum, m. tritt im 15. jahrh. auf: weydenpawm voc. theut. (Nürnberg 1482) bei Diefenbach gloss. unter taxus, und steht zunächst an stellen, wo der wuchs der weide zum baum betont werden soll: weidenbäum und wilgenbusch Fischart Garg. 122 neudr.; der weidenbaum ... die weide, salix, so fern sie als ein baum gewachsen oder gezogen ist Adelung 4 (1801) 1449. hochalem. begegnet im 16. jahrh. die zweisilbige form weydböum Frisius dict. (1556) 1175; Maaler 491a. 509a, die sonst nur im zwang des verses widerkehrt: bruder hielt im sinken einen weidbaum feste Herder 25, 189. in der verbreitung des wortes gehen Schweiz und Elsasz voran, charakteristisch bietet die Zürcher bibel (1531) ps. 137, 2: da hattend wir unsere harpffen an die wydböum gehenckt, wo Luther weide bot; von dort auch hist. volksl. 4, 28 Liliencron; Thurneysser m. alchymia 86; Wickram 7, 242 Bolte; Scheidt fr. heimfart C 2b; Fischart Garg. 369 neudr. auch in lebender mundart gilt das wort dort vor allem: schweiz. id. 4, 1249; Henry colm. 237; Martin-Lienhart els. 2, 45a; wîdəbaum mündlich aus Zell b. Offenburg. sonst in hd. ma. selten: waëre-, weire-bâm Crecelius oberhess. 900, so dasz es wol nicht zufällig bei Klopstock, Lessing, Schiller, Wieland fehlt. dagegen nd. gut bezeugt (trotz wilge): so hebbe ick in ein holen widenboum gestecken Kirchhof wendunm. 1, 135 Österley; wîenbâm Schambach gött. 297a; wedenboom Richey hamb. 336; wiën-boom brem. wb. 5, 214. 11) die bed. 'salix' steht fest mit einer ausbiegung: im Berner oberland bez. widenbaum viburnum lantana (sonst schneeball, schlinge) wegen seiner weidenartig biegsamen äste: Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen 435; Kanngieszer etym. d. phanerog. 186. von dort wol auch Dietrich vollst. lex. d. gärtn. 10 (1811) 449. sollte Diefenbach gloss. 612b viburnum statt verebrum widenbaum zu lesen sein, so wäre diese bed. schon für das 15. jahrh. belegt. 22) im übrigen entfaltet sich die wortgeschichte entspr. der bed. 1) von 1weide. am weidenbaum in der natur ist dem Deutschen sein stand am wasser das auffälligste: die weidenbäum ... wöllen ... eyn feucht erdtrich haben Herr feldbau 34a. bach Heine 5, 439 Elster, tümpel Holtei 2, 122, see G. Keller 7, 313 sind dabei gleich bezeichnend. der baum zeigt die gegenwart von wasser an: ein paar graue weidenbäume ... verriethen ihm, dasz wasser in der nähe seyn müsse Ch. v. Schmid 1 (1858) 217. er gedeiht dort so üppig, dasz er zum gleichnis taugt: da Sparta unter seinen gesetztafeln blühete, wie ein weidenbaum an den wasserbächen Hippel lebensl. 3 i 81. auch dasz er ohne menschliches zuthun wächst, wird zum bilde: mancher wächset in seinem freyen willen auff wie ein weydenbaum Lehman flor. pol. 4, 121. seltener prägen sich seine sonstigen eigenheiten sprachlich aus: er ist im frühling einer der ersten: grünen am ersten die illmenbäwm, weidenbäwm Sebiz feldb. 53, er wächst nieder: sie hüpft dann auf den weydenbaum S. Gessner 1 (1777) 54, bildet nur ausnahmsweise wälder: ländereien ... mit den schönsten wäldern von weidenbäumen Ritter erdk. 2, 138, trägt keine nutzbaren früchte: und regneten die wolken lebensbäche, nie wird der weidenbaum dir datteln tragen Herder 26, 380, wird im alter hohl: den guckguck ... in den holen weydenbäumen verstecket Prätorius winterfl. 92, und ist dann mit moder gefüllt: man ... leerte ihm seine tabaksdose aus und füllte sie mit staub aus weidenbäumen J. Gotthelf 5, 49. das laub hat graugrüne farbe: es neigt ein weidenbaum sich übern bach und zeigt im klaren strom sein graues laub Schlegels Shakespeare 3, 319, und glänzt von fern: auf dem raine sahen wir einen weidenbaum gleiszend stehen Stifter 2, 225. 33) der mensch bemächtigt sich des weidenbaums zu wirthschaftl. nutzung. er pflanzt ihn als landmarke: auf tiefen wiesen, woselbst steine versinken, kann man zu bezeichnung der gränze einen weidenbaum ... hinpflanzen Leopold handwb. d. ökon. (1805) 324b, und als alleebaum: die strasze zieht zwischen weidenbäumen in langer zeile hin Steub drei sommer 2, 40. die gerte ist gut zur züchtigung: Christus ward ... mit ruthen gegeiszelt, die von einem weidenbaum genommen waren Grimm sagen 1, 228, sie zu gewinnen wird der baum beschnitten: so behaut er mit dem beil einen weidenbaum Mommsen m. gesch. 5, 95. von allen nutzbäumen ist er der bescheidenste: unfruchtbare plätze können wenigstens zu weidenbäumen benutzt werden allg. d. biblioth. 111, 595. 44) den weidenbaum der phantasie ergiebig zu machen, gibt ps. 137, 2, das vorbild, darnach: (die feinde, die) das volk höhnten, dessen harf' am weidenbaum verstummte Schubart ged. 1 (1825) 331. so ist er die zuflucht der betrübten geworden: dort traf er ein weinendes frauenzimmer sitzen unter einem weidenbaum G. Keller 4, 308, der baum der trauer und des abschieds: an dem weidenbaum stehst du, weinest kaum, mit der welle zieh' ich fort Auerbach 2, 103, gern auf gräber gepflanzt: am ufer steht ein weidenbaum und dran gelehnt ein stein, und drunter liegt im schmalen raum ihr kaltes totenbein Platen 1, 29 Hempel. dem Deutschen von sich aus vermittelt der baum und seine landsch. umgebung viel eher heiteren naturgenusz: wo ist aber dasz artige clare bächelgen hin kommen so durch den gartten flosz undt bey welchem ich so offt auff einen umgeworffen weydenbaum geseszen undt geleszen? Elis. Charlotte 354 Menzel. den dichter spricht am unmittelbarsten die traumhafte stimmung an, die dem baum innewohnt: dieser alte weidenbaum steht und wächs't als wie im traum Göthe I 4, 142 Weim. unheimlich kann er werden durch nächtlichen moderschein: ein alter fauler weidenbaum, der ihr ... zum entsetzen ins auge glühte Immermann 5, 113 Hempel. an den gespenstischen baum heftet sich unheimliches thun: drei mörder unter dem weidenbaum stahn wunderhorn 1 (1845) 197 und allerhand aberglaube: wa du holder und weidenbaum in einander gewachsen findest, darausz mach ein creutz Gäbelkover arzn. 1, 45; als amulett auch Hohberg georg. cur. 1, 528; greulich war es, wenn sie ihre feinde langsam töteten, indem sie für dieselben drei nägel in einen weidenbaum schlugen G. Keller 1, 71; patienten, die an rheumatismus leiden, bestreicht man (in der Ostprignitz) mit einem stück holz von einem faulen weidenbaume zs. f. volksk. 7, 172. das demin. weidenbäumchen name einer eigenen weidenart, der zwergweide Heinsius 4 (1822) 1562a, setzling des weidenbaums Rossmässler d. wald 121.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weidenbaum

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Weidenbaum , des -es, plur. die -bäume, die Weide, Salix, so fern sie als ein Baum gewachsen oder gezogen ist; auch …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weidenbaum

    Goethe-Wörterbuch

    Weidenbaum [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Weidenbaumm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Weiden-baum m. : = Weide 1, Weirebaam, -bääm, -beem s. Baum [mancherorts ges. Pf], Weiere- [ PS-Hengsbg ], Weide- [verei…

  4. Sprichwörter
    Weidenbaum

    Wander (Sprichwörter)

    Weidenbaum Wenn er auf einen Weidenbaum steigt, so hat er auf Gottes Erdboden nichts mehr zu suchen. – Allgemeine Famili…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weidenbaum

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Zerlegung von weidenbaum 2 Komponenten

weiden+baum

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