wegschleichen, unauffällig weggehen: wo man das schmeychlen in nicht gan, ... steht fest und leszt sich nicht beweychen ir federlesen und pflaumen streichen, da schleicht der schmeychler weg verholen, als ob er hett ein kampf gestolen. Waldis Esopus 1, 32 (1, 11, 63) Kurz; nach solchem theten sie weckschleichn, lieszen mich hie sitzen im schmertzn. Ayrer 2520, 27 Keller; es sind feinde prinz. schleichen sie links weg Schiller 3, 138 (Fiesko 5, 3). von, aus: daʒ er (der missethäter) ledig unde loʒ ... von der kirche ader uʒ dem cloteres (l. clostere) moge wegslichen, und ane were weichbildrecht 226 (glosse art. 9) v. Daniels; mit diesen gesinnungen schlich er morgens früh von mir weg Göthe 23, 97 Weim. ausg.; in diesem jahrzehend (dem zweiten) schleicht das mädchen aus ihren durchlachten jahren weg und verbirgt das trübere auge unter derselben hängenden trauerweide, worunter der stille jüngling seine brust und ihre seufzer kühlt J. Paul uns. loge 185. seit dem 17. jahrh. meist refl. (was von Adelung allein angeführt wird): ward ich über solchen discursen so verdrossen und dachte mich heimlich wegzuschleichen Schupp schriften 558; schleiche dich sachte weg, ziehe die thür nach dir zu Göthe 8, 290 (Egmont 5); wenige nur schlichen sich weg, als einige von der truppe, um geld zu sammeln, sich ... durch die menge drängten 21, 152; auch die bedienten und mägde schlichen sich allgemach aus mangel der bezahlung weg Immermann Münchh.2 1, 70. von, aus: sie hatte sich von einer gesellschaft weggeschlichen Rabener 6, 105; ich will mich aus dem leben nicht wie aus dem betstuhl, sondern wie aus der kammer eines mädchens wegschleichen Büchner nachgel. schr. 139 (Danton 3). übertragen von unbelebtem: dasz nicht in dem hause, wo sie wohnten, sondern in dem dritten davon der brand entstanden sey, der sich auch sogleich unter den dächern weggeschlichen hatte Göthe 22, 221; graue haare, wegschleichen der zähne, und lob der zeiten, wo das fleisch noch weicher gekocht wurde, sind die sicheren kennzeichen (des alterns) Lichtenberg verm. schr. 2, 448; wie manches witzige histörchen schleicht sich hiemit weg aus dem strengen gebiet der fabel Herder 23, 270 Suphan. wegschleifen (mit schwacher flexion), wegschleppen: der raub ist in ire zelt gefüret worden, und bei den sechtzigtausent menschen gebunden weggeschleiffet H. v. Eppendorff kriegsübung (1551) 149a; sie haben die säulen und statuen weggeschleift und aneinander verkauft Hölderlin 2, 138 Litzmann. jetzt meist nur 'schleifend oder auf der schleife wegschaffen': einen verbrecher auf der kuhhaut wegschleifen Campe; da packten die soldaten das weib und schleiften sie weg Kürnberger novellen 3, 206. —