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wärme

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wärme

Bd. 27, Sp. 2049
wärme , f. mäszig hohe temperatur. von warm gebildetes abstractum, mhd. werme, ahd. warmî (Notker ps. 147, 18 warmi) und wermî (ps. 18, 7 wermi); anord. vermi Fritzner 3, 919 ist masc., schwed. värme, n. varme; im engl. und ndl. sind andre ableitungen von warm gebräuchlich (s.wärmde, wärmnis). alem. im 16. jahrh. unter einflusz des w auch wörme: Eulenspiegel 83 neudr. Murner bei Hutten 5, 437 Böcking. Ryff anatomie (Straszb. 1541) A 2b. Eppendorff Plinius (Straszb. 1543) 8, 60; noch jetzt in S. Gallen wöərmi J. Berger 71. mhd. werme ist nur selten belegt; fürs obd. ist daneben wärme anzusetzen (noch jetzt an der oberen Isar wárm Schmeller 2, 1000). häufiger sind in der alten sprache formen mit i, schon ahd. wirma Graff 1, 977 und wirmina (Steinmeyer-Sievers gl. 2, 617, 59 calore, wirmino, 2, 566, 30 fotibus, wirminon), mhd. wirme und wirmen, wirmin Lexer 3, 930. Jelinek mhd. wb. (aus der Wenzelbibel). im spätmhd. bis ins 16. jahrh. finden sich die formen besonders im bair., aber auch im alem. und md.: wirmen städtechr. 4, 50, 6 (Augsburg 1377); wirme voc. inc. teut. D 3b. Ortolff v. Bayrlandt 19b. Decamerone 77, 4 Keller. Keisersberg schiff der penitentz d 1d. Mathesius Sarepta (1571) 24b u. ö.; wirm Decamerone 62, 30 u. ö. quellen z. Frankfurter gesch. 2, 11 (1515). Teuerdank 46, 19. H. Sachs 4, 265, 29 Keller. Aventin 1, 175, 20; wyrm Berthold v. Chiemsee t. theologey (1852) 169; wierm script. rer. austr. 1, 1161 (15. jahrh.). H. Sachs fab. u. schw. 5, 718, 7; wierem Diefenbach nov. gl. 362a (voc. von 1432). unter einflusz des w auch würme (vgl. jetzt in Appenzell wüərmi Vetsch 100): B. Zink, städtechr. 5, 182, 8. Ruchamer newe weldte (1508) d 1b. H. Sachs 7, 303, 18 Keller. Montanus 43, 25 Bolte. noch jetzt bair. wirm Schmeller 2, 1000, wierm Bayerns mundarten 2, 446, kärnt. wirmen Lexer 258, cimbr. birme Schmeller 171, südschw. wirm Fischer karte 3, oberhess. wirme zeitschr. f. hd. mda. 5, 277, in der Oberlausitz wyrm beitr. 15, 10; auch werme, werm in andern md. mundarten musz wegen der qualität des e auf wirme zurückgeführt werden, so im Siegerland B. Schmidt 24 und im Vogtland Gerbet 88. das i in ahd. wirmina ist nach Franck altfränk. gramm. § 13, 1 aus umlaut-e entstanden; ein lautgesetzlicher übergang der gruppe er in ir oder ier tritt namentlich in bair.-österr. mundarten hervor (so z. b. in Pernegg in Kärnten beitr. 28, 67), musz früher aber auch in vielen alem. und md. mundarten vor sich gegangen sein (ältere md. belege bei Weinhold mhd. gramm. § 29), doch ist er jetzt meist verwischt (nach Meiche 33 gilt für Sebnitz in der sächs. Schweiz im dorfdialekt noch īr, im stadtdialekt ār), so dasz wirme durch andre formen verdrängt ist (so auch in Nürnberg). Torp bei Fick4 3, 395 sieht dagegen in wirme eine ablautform, die er zu anord. vermi (das aber auch aus *varmjan- entstanden sein kann) zieht; ein adj. *werm (das im vocal mit gr. θερμός übereinstimmen würde) neben warm tritt aber nirgends auf, mfr. wärm (o. sp. 2020) hat jungen umlaut. im schwäb. alem. kommt das ursprüngliche -i -in der endung bis ins 16. jahrh. vor: wermi des teufels netz 11078. Suso 45 Bihlmeyer. Paracelsus (1616) 1, 39. 2, 491 (daneben 2, 372 wärm); wermy Steinhöwel Äsop 270; wörmin Murner badenfahrt 4, 3, 62; wirmin buch der h. Birgitta (1502) 2, 3. 4, 17; würmi spiegel der blinden (1522) A 1b. über wärmde, das im folgenden mit herangezogen wird, s. o. bedeutung. 11) die als wärme bezeichnete temperatur. 1@aa) wärme ist eine temperatur, die merkbar höher ist als die wechselnde der haut oder die des blutes, dann auch eine dem menschen zusagende, eine behagliche temperatur (vgl.warm II 1 c), während unter hitze eine dem menschlichen körper unangenehme oder unerträgliche temperatur verstanden wird. steigernde beiwörter wie grosz, stark werden bei wärme seltener gebraucht, es wird dafür hitze vorgezogen: aestus, grosze werme, hitz Calepinus XI ling. (1598) 49a; eine sehr grosze wärme Steinbach 2, 943; häufig aber sind abschwächende: wärmd' und kühle man verspüret, leidlich doch und temperiret. Scherffer geistl. u. weltl. ged. 98; eine mäszige wärme Steinbach 2, 943; weil von der sonnen mäszigen wärme das erdreich fruchtbar, von übermäsziger hitze unfruchtbar gemacht wird Treuer deutscher Dädalus 1, 98; feuchtigkeit, mit sanfter wärme verbunden, entfaltet alle keime der natur Ramler einl. in die schönen wiss. 3, 76; ein unterirdisches feuer anzuschüren, um die saat von unten herauf mit linder wärme zu treiben Musäus volksmärchen 1, 14 Hempel; wenn ... die milde wärme des alteweibersommers die veilchenzeit nachäffte G. Keller 4, 268. wohlthuende wärme u. ä.: die lodernden flammen ... streuten angenehme wärme in der hütte umher S. Geszner (1777 f.) 1, 28; ich freue mich der erquickenden duftigen wärme in meinen 4 wänden Caroline 1, 39 Waitz. 1@bb) auf gleichsetzung mit hitze deuten aber die entsprechungen (neben calor) aestus Dasypodius 457b, aestus, fervor, ardor Stieler 2436. besonders in der technik ist zuweilen wärme mit hitze gleichbedeutend (vgl.warm II 1 b und 9 f): 'bei den schmieden wird die gewöhnliche glühhitze wärme genannt' Adelung; dem ofen wärme geben 'sagen die schmelzarbeiter, wenn sie das gebläse anlassen und die in dem hochofen aufgetragenen kohlen anzünden' C. F. Richter berg- und hüttenlex. (1805) 2, 603. 1@cc) bei der wärmemessung wird die temperatur über dem gefrierpunkt des wassers als wärme bezeichnet: die ist im stande und erfriert bei drei grad wärme v. Ebner-Eschenbach (1893 f.) 4, 335. früher wurde eine über dem gefrierpunkt liegende durchschnittstemperatur, die man weder als wärme noch kälte fühlte, als grenze angenommen: aufwerts zehlet man die grade der zunehmenden wärme; hinabwärts die grade der anwachsenden kälte Ch. Wolff nützliche versuche 2 (1722) 153. in der physik wird aber wärme gerade seit Ch. Wolff in einer weiteren, die kältegrade mit einschlieszenden bedeutung gebraucht: dasz ein körper so lange noch kälter werden kan, als er noch einige wärme bey sich hat ... derowegen kan auch das eis und der schnee kälter werden als er ist, und hat folgends noch einige wärme bey sich von den würckungen der natur (1723) 113; dasz es auch bei dem höchsten grade der kälte immer noch wärme giebt Muncke populäre wärmelehre (1847) 4; es ist weiter nichts, als was die physiker mit der wärme thun; sie kennen keine positive kälte und brauchen dies wort nicht, sondern sie kennen nur geringe wärme Keller bei Bächtold 2, 224. 'temperatur': der zeddel daran (am wetterglase) nannte die änderungen der wärme Kästner verm. schriften (1755) 1, 187; isothermen, d. h. linien gleicher wärme A. v. Humboldt kosmos 4, 59. 22) wärme als naturkraft. 2@aa) wärme in der älteren naturlehre (s.warm II 2): wie got ... solchen vier uhrwesen auch gleichsam vier mitgehülfen, feuchte, kälte, trükken, und wärme, .. zugeordnet Zesen rosen-mând (1651) 145; die wirme und die hitze hât der mensch von dem fiure, von dem waʒʒer die fiuhte Pfeiffer zwei deutsche arzneibücher (Wiener sitz. - ber. 42) 127; anklänge noch bei Kant: physiologisch betrachtet, versteht man, wenn vom temperament die rede ist, die körperliche constitution (den starken oder schwachen bau) und complexion (das flüssige, durch die lebenskraft gesetzmäszig bewegliche im körper; worin die wärme oder kälte in bearbeitung dieser säfte mit begriffen ist) 10, 318; so du ein aussatz findest, so sage dasz ist lepra, und lasz darbey bleiben, dann da ist nicht zuachten sein kelthi, hitz, drückni, wermi Paracelsus (1616) 1, 39 B; daʒ daʒ honig warm sei in dem êrsten grâd der wirmen und trucken in dem andern grâd der trücken K. v. Megenberg 293, 14; beide sophienkräuter ... seynd mittelmäsziger wärmde, neben einer kühlenden, trucknenden und zusammenziehenden kraft Tabernaemontanus kräuterb. (1664) 26; der wein ... richtet sich nach jedermans geblütseigung, mit welchem er seine feuchte und wärme vereinbart Harsdörffer gesprechspiele 2, 42; (der schwefel ist eine) substantz, welche das gedeyen des wachsthumbs ... durch sein werme fordert Thurneysser magna alchymia (1583) 5; bei J. Böhme: nun ist im blute der urstand des fewers als die wärmbde, das ist ein tinctur 40 fragen von der seele 152 (37, 8); die grimmige galle, als der schröckliche, gifftige fewerblitz, zündet im hertzen die wärmbde oder fewer an schriften (1620) 3, 159. 2@bb) wärme als das belebende im all: so war es auch nicht blosz das äuszerlich sichtbare feuer, was Heraklit als das erste in der natur aufstellte, sondern jene verborgene wärme, jenes innere feuer, welches die alten als die eigentliche lebenskraft alles lebenden betrachteten Fr. v. Schlegel (1846) 1, 51; wärme ist nicht allein die unerläszliche bedingung des lebens, sie ist auch der maszstab der gröszern vollkommenheit der vegetabilien v. Schwerz praktischer ackerbau (1882) 1. deshalb mit den beiwörtern belebend, befruchtend u. ä.: mit zunahme der belebenden wärme von den polen zum aequator hin A. v. Humboldt kosmos 2, 90; sein feuer wird für die welt lauter licht und fruchtbare wärme Haller Usong (1771) 315; (das weltmeer) belebte den ball mit sanft befruchtender wärme. Zachariä poet. schriften (1763 ff.) 8, 33. 2@cc) das wesen der wärme ist für die neuere physik 'eine form der energie und als solche dem princip von der erhaltung der energie unterworfen' Lueger 7, 821; bis in die mitte des 19. jahrh. wurde ein besonderer wärmestoff (s. d.) angenommen: dasz in der natur eine besondere materie ist, in deren bewegung die wärme bestehet Ch. Wolff nützliche versuche 2 (1722) 321. 2@dd) es werden mehrere arten der wärme unterschieden. 2@d@aα) die den dingen von auszen mitgetheilte wärme heiszt bei Stieler 2436 euserliche wärme, externus et adventitius tepor, bei Zedler 52, 442 die einflieszende im gegensatz zur eigenwärme, der eingepflanzten, die Paracelsus die eingeleibte nennt: dieses tagliecht mit seiner eyngeleibten wermi (1616) 2, 491. natürliche wärme s. u. 4 b. 2@d@bβ) trockne und feuchte wärme der luft: die verschiedene wirkung der trockenen und feuchten wärme A. v Humboldt kosmos 2, 194. 2@d@gγ) strahlende wärme, die sich durch strahlung fortbewegt, im gegensatz zur geleiteten Pierer medic. wb. (anat.) 8, 602. Muncke popul. wärmelehre (1847) 119: so besteht auch noch jetzt durch licht und strahlende wärme der verkehr mit dieser nahen sonne A. v. Humboldt kosmos 1, 162. 2@d@dδ) gebundene (latente) wärme heiszt die wärme, die ein körper beim schmelzen und verdampfen aufnimmt, ohne wärmer zu werden: gebundene, latente, verborgene wärme L. Gmelin handb. der theor. chemie (1817) 1, 98; bei dem erstarren dieser flüssigkeiten ... ist eine menge latenter wärme frei geworden A. v. Humboldt kosmos 1, 179. scherzhaft: Blaustrumpf wollte den reisewagen um zwei uhr vorm gasthof ... anfahren lassen, um mit der ganzen gebundenen wärme und fliegenden hitze eines so interessanten frühstücks in die vier wände des wagens zu kommen Gutzkow werke 7, 226 (Blasedow 1). bildlich für innere, verhaltene erregung: auf's neue tauchte er den pinsel in die zarten aquarellfarben und begann mit jener eigenen gebundenen wärme, aus der allein der künstler und dichter andre erwärmendes schaffen kann, sein bescheidenes, einfaches und sinniges werk weiter fortzuführen ritter vom geist2 3, 331. 2@d@eε) die specifische wärme eines stoffes ist 'diejenige wärmemenge, oder diejenige anzahl von calorien (wärmeeinheiten), welche nötig ist, um 1 g (oder 1 kg) dieses stoffes zu erwärmen um 10' Helmholtz vorlesungen über theorie der wärme 15; bei Campe in allgemeinerer fassung verdeutscht eigenthümliche wärme. 33) wärme von leblosem. 3@aa) von jeher üblich ist das wort für warme luft, warmes wetter: apricitas, wärme oder sümmerung, schöne Frisius dict. (1556) 108b; nicht lang darnach fiel ein wirm an, darumb das eys begundt zergan. Teuerdank 46, 19; die wirm ward ausz der erden sprossen. H. Sachs 4, 265, 29 Keller; die wärmde zeucht empor, was vor der frost verdeckte. Logau 1, 9, 10 (s. 189 Eitner); do kom ain groʒʒ keltin, die belaib also biʒ in den prachmaunat, daʒ nie kain wirmin chom städtechron. 4, 50, 6 (Augsburg 1377); (es) ward gar warm in der vasten, und belaib bey der wierm, also das der wein blühet umb S. Philippi tag script. rer. austr. 1, 1161 Pez; dises lande ist vast warme ... und sunderlich auff disem flusse was ein würme, vil mere dann auff dem mere Ruchamer newe weldte (1508) d 1b; und ist der grosz eisz und schne sonder regen und gewesser zergangen dan allein von eiteler wirm quellen zur Frankfurter geschichte 2, 11 (1515); auff ein zeit trib ein früer schnee die ameiszen ab, da aber ein witwensummer und grosze wirme wider einfelt, fert die ameisz wider an Mathesius Sarepta (1571) 24b; kraut und unkraut alles regt sich eben in der erde, weil es die nahende wärme fühlt Görres ges. briefe 3, 211; dann trat eine solche wärme ein, dasz die kinder im freien badeten und die kirschen reiften G. Keller 5, 84. gern verbunden licht und wärme: du, dessen geist der sonne gleichet, die sonder eigennutz und ruh, den menschen licht und wärme reichet. Günther bei Steinbach 2, 943; und alle freud' ist von uns fern, da wir zum blühen licht und wärme missen. Rückert werke 3, 112. mit genetiv, wärme der sonne, eines himmelstrichs: sô strekt er sein plôʒ flügel gegen suden, dar umb, daʒ der sunnen wirm im seineu swaiʒfensterlein öffen K. v. Megenberg 170, 2; wie die sonne alle ding auff erden mit ihrer ... werme erquickt L. Ercker beschr. aller mineral. ertzt vorr. 3a; die trauben wachsen von der wärme der sonne Steinbach 2, 943; nur schwärme von kranichen begleiten ihn, die fernhin nach des südens wärme in graulichtem geschwader ziehn. Schiller 11, 240. in besonderer bedeutung die wärme eines bodens, 'd. h. sein vermögen, die sonnenwärme zu absorbieren und zu leiten, hängt von seiner farbe, bedeckung, feuchtigkeit und lockerheit ab' Fürst forst- u. jagd-lexikon2 523a. 3@bb) von erwärmten räumen, einer stube, dem ofen: die nassen hosen thuo darvon und lasz die werm zu beinen gon. Scheit Grobianus 4558 neudr.; stelt vür den ofen sich und wermet sich, sprach angefert: die wierm ist hundert guelden wert an meinem leib und leben. H. Sachs fab. u. schw. 5, 718, 7 Götze; (das weib hat) von der katzen, das sie gern schlecket, bei der wärme und dem stubenofen gern steckt Fischart ehzuchtbüchlein 251, 17 Hauffen; Clawert ... steiget auff die hürten, über dem kacheloffen, die nacht in der wärme alda zuschlaffen B. Krüger Clawerts hist. 9 neudr.; als ich (der durchnäszte) bereits hier auf dem schlosse in trockener wärme lag v. Ziegler asiat. Banise (1689) 45. schweiz. die wärme 'der warme herd': er solle auf der stelle hineinkommen, es sei ihm essen an die wärme gestellt Gotthelf schriften 2, 154; sie holte den kaffee herein, den sie vorsorglich an der wärme aufbehalten Hans Joggeli (Zürich 1893) 80. 3@cc) sonst von dingen, die wärme in sich aufgenommen haben: von der wirm des engen petleins Decamerone 120, 9 Keller; der magdt thet die würme des inschlit so wol, das sie entschlieffe Montanus 43, 25 Bolte. 44) wärme von lebenden wesen. 4@aa) es kann das wärmegefühl sein, das mensch oder thier empfindet von sonne, feuer oder was sonst zur erwärmung dient: si machten bald ein vuwer, di wirme waʒ in tuwer, wande di zit waʒ vil kalt. Passional 184, 67 Hahn; die ander hêt er unverswigen gelegt an den ruck sîn, daʒ si im wirme tæten schîn. Enikel weltchronik 13152 Strauch; eʒ was ouch in der zît wol, daʒ man wirme haben schol ... er sprach: 'brinc mir her an ein zil einen belz, ein kursen'. fürstenbuch 978 Strauch; so er (der igel) eingewickelt verborgen ligt, so bald man in legt in ain warm wasser, so tuot er sich auf von lustbarkeit wegen der wirme die er empfindt Keisersberg schiff der penitentz d 1d; das sy im vergünnet eyn kleyn sich bei ir ze wermen, dann er von frost tod und aller erkalt wär ... alsbald er sein wirme empfangen hette von ir geen wölt Decamerone 293, 38 Keller; für eim baum da man schatten hat, pfleget man sich zu neigen und den ofen zu hertzen, darvon man wirme hat Mathesius hochzeitpred. 239, 26 Lösche. bildlich 'behaglichkeit': in wiefern das alte gothische gebäude der deutschen reichsverfassung seine gute seite habe, wie es seinen insassen ruhe und wärme geben könne G. Forster (1843) 8, 102 bei Mathesius die reimende formel wirm und schirm 'behaglichkeit und schutz': sol ein weyb ein mann für iren herrn halten, so musz sie wirm und schirm und zimliche unterhaltung von im haben hochzeitpr. 71, 18 Lösche. in den wendungen der wärme nach, um der wärme willen, der wärme halber zeigt sich auch die bedeutung 'um warm zu werden': ein löw schlieff in einem wald, da krochen die veldmeusz der wärme nach auff in S. Franck sprichw. 1, 109b; er ... in kein stuben ... dur keiner wermi willen nie kam H. Suso 46, 1 Bihlmeyer; sie ... seynd auch gerne umb die graben umb der wärme willen Aitinger jagd- u. weidbüchlein (1681) 34; am tag ist es (das krokodil) uff dem land, zu nacht im wasser, beydes der wörme halben v. Eppendorff Plinius (1543) 8, 60; rasch einsteigend, drückte sie sich, wärme halber, in eine der ecken Fontane I, 5, 112. 4@bb) auch schon die gewöhnliche, sich ziemlich gleich bleibende temperatur des menschlichen und thierischen körpers wird als wärme empfunden; bis ins 18. jahrh. war für diese eigenwärme die bezeichnung natürliche wärme gebräuchlich: die natürliche wärme widerumb gäben, oder widerumb löblich machen, in vivum calorem revocare Frisius dict. (1556) 176a = Maaler 482a; auch bei Krämer 1210. Stieler 2436. Jablonski (1748) 1316a; wanne swer in umbederbe iʒʒet unde ane begerunge, so en vindet diu spise niht deʒ magen naturliche wermede Mainauer naturlehre 8 Wackernagel; do er kainer natürlichen wermy an im nit enpfande (hunc olidum credens cadaver) Steinhöwel Äsop 270; dem herzen, als des lebens beherscher und könig und aller natürlicher wärm ursprung Fischart podagr. trostbüchlin 54, 34 Hauffen; wie auch durch die grosze förcht und schröcken wird die natürliche wärme sehr geschwächt Abr. a S. Clara mercks Wien (1680) 58. dafür später thierische wärme: es erzeugt sich thierische wärme Lichtenberg verm. schriften (1800 f.) 2, 27; die wechselwirkung der bestandtheile der speisen und des durch die blutcirculation im körper verbreiteten sauerstoffs ist die quelle der thierischen wärme J. Liebig chemische briefe 233. man spricht jetzt wol auch von innerer wärme im gegensatz zur äuszeren. 4@cc) die körperwärme ist ein hauptzeichen des lebens: ach! er vergeht! geist, puls und wärmbd ist hin, der brunn der adern steht in todtes eisz verkehrt. Lohenstein Cleop. 78, 742; o! nimm dem körper wärm' und blut, dem du die seele schon genommen! Lessing 1, 63; er lebt ... des lebens wärme hab' ich verspürt. Göthe 13, II, 5 Weim. ausg.; kein odem, keine wärme zeugt von leben. Shakespeare, Romeo u. Julia 4, 1. wärme und leben deshalb häufig verbunden: nämlich alles liebe ding, das sie auch zum erb empfing, wil sie einem freunde geben, weil sie noch fühlt wärmd und leben. Logau 1, 8, 20 (s. 164 Eitner). lebliche wärme: derwegen sy die jungen läcken, ... und läbliche wärme inen mitteilen Gesner thierbuch übs. v. Herold u. Forer (1563) 14b. 55) verbalverbindungen mit wärme in eigentlicher bedeutung. 5@aa) wärme entwickelt sich, nimmt zu, ab, läszt nach, erlischt: wir waren ungemein lustig, obwohl sich in dem engen raume bald eine grosze wärme entwickelte H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 145; das gesetz der zunehmenden und abnehmenden wärme, wenn man ein niedriges flachland mit einem ... gebirgsrücken ... vergleicht A. v. Humboldt kosmos 4, 243; die wärme verleuret sich, calor frangit se Stieler 2436; die wärme läszt nach Steinbach 2, 943; die erloschene wärme wieder herstellen Nieremberger. die wärme theilt sich mit, geht über u. ä.: eine elektrische wärme schien aus der feinen wolle in seinen körper überzugehen Göthe 22, 47 Weim. ausg. die bewegung der wärme wird gern als ein flieszen aufgefaszt: dann flieszt die wärme der richtung ... entgegen Helmholtz vorles. über theorie der wärme 36; überschusz der ... einströmenden wärme über die ausströmende 23. 5@bb) wärme machen, erregen, erzeugen, mittheilen, geben, spenden, verbreiten, ausstrahlen u. ä.: calorificus, das hitz oder werme macht Calepinus XI ling. (1598) 187a; dasz die sonnenstrahlen wärme erregen Ch. Wolff nützliche versuche 2 (1722) 312; die sonn die theilt den elementen mit die wärm Paracelsus (1616) 2, 372; (die sonne) gibt ihr (der erde) wärme und krafft J. Böhme (1620) 4, 60; öfen ..., in welche der dampf ... seine wärme abgiebt Muncke popul. wärmelehre 127; so nennen wir denjenigen körper, welcher wärme abgiebt, den wärmeren; und denjenigen, welcher wärme aufnimmt, den kühleren Helmholtz vorlesungen über theorie der wärme 5; fähigkeit (der erdoberfläche) die wärme auszustrahlen A. v. Humboldt kosmos 4, 35; in dessen wänden verbreiteten zahllose öfen wärme Kerner bilderbuch (1849) 4. von warmhaltenden dingen (vgl. sp. 2042 warm geben): du fühlest wie ein fell dir neue wärmbde giebt. Hoffmannswaldau begräbnisged. 47; der korbwagen selbst, mutmaszlich um mehr wärme und bequemlichkeit zu geben, war ... mit stroh gefüllt Fontane I, 1, 4. verschlucken (absorbiren), nehmen, entziehen, binden, freimachen u. ä.: bei jeder ... verbindung wägbarer stoffe wird bald wärme entwickelt, bald verschluckt L. Gmelin handb. der theor. chemie (1817) 1, 111; die eigenschaft des wassers, bei der entstehung aus eis ... wärme zu binden und beim übergang zur starrheit wieder frei zu machen Muncke 169 (vgl. oben 2 d δ); schatten, ... der nicht einem hälmchen die wärme entzieht v. Ebner-Eschenbach (1893 f.) 2, 7. wärme halten, nicht entweichen lassen: die alten haben den gebrauch gehabt, ihre wohnstuben mit tischler-arbeit ... zu bekleiden, ... dasz sie besser die wärme halten sollen v. Hohberg georgica curiosa (1682) 1, 26. leiten, durchlassen: durch die tropfbar flüssigen und festen körper ... verbreitet sich die wärme langsam, kriechend, sie wird von ihnen geleitet L. Gmelin 1, 93; wie denn überhaupt alle körper die wärme so viel schlechter leiten, je lockerer sie sind Muncke 145; hat man diejenigen (körper), welche die wärme durchlassen, diathermane genannt 121. 5@cc) wärme empfinden, ertragen: und doch kann ich der sonne licht und ihre wärm empfinden. Gellert (1839) 2, 114; die wärmde vertragen Steinbach 2, 943.; man kan die wärme noch mit der hand erleiden ebenda. 66) übertragung auf seelische vorgänge und zustände. 6@aa) sie begegnet bis ins 18. jahrh. nur selten und mehr in bildlichen wendungen (vgl.warm II 6); vom feuer des heil. geistes: unde wâhet siê ana sîn geîst, unde dáranâh rinnent siê ze góte, wanda sie zelâʒen sint fone sînero warmi Notker psalm 147, 18. von der lebensfrische, beim pferd 'feuer': so es (das pferd) in dem lauffen waʒ, daʒ mansz nit erhalten mocht ... durch sein wermbd Braunschweig chirurgia (1539) 76a. vom wein bewirkter wagemut: der gartknecht ... hatt sein mas weins schon getruncken und was yetz gantz auffgefroren; dann im der wein ein werme bracht hat. er fing an und sagt ... 'ich nim den kauff mit euch an und far für euch in die hell' Wickram 3, 106, 32 Bolte. im 17. jahrh. vereinzelt: die grosze schönheit (Angelikas) ihm (dem einsiedler) das hertze brennen machte, und in sein kaltes marck die wärme wieder brachte. D. v. d. Werder rasender Roland (1636) 104; was geist und wärmde heist, ist ihr gantz unbekandt, sie weisz mit honigthau mir nicht den mund zu netzen. Hoffmannswaldaus u. a. ged. (1697 ff.) 2, 72 Neukirch; soll ich ... die eingepflantzte wärme der liebe durch kalten undanck erstecken? Lohenstein Arminius 1, 78b. 6@bb) erst in der zweiten hälfte des 18. jahrh. beginnt reiche entfaltung der übertragenen bedeutungen 'mut, begeisterung, leidenschaftlichkeit, empfindsamkeit, innigkeit'. 6@b@aα) ihre entstehung ist darin gegeben, dasz innere erregtheit wirklich als körperliche wärme empfunden wird, vgl.: er lächelte über die schöne wärme, die das erinnern jenes morgens auf Ernstens wangen zog Klinger 8, 169. auch bei wärme des händedrucks, des kusses, der umarmung u. ä. scheint die eigentliche bedeutung durch: aber schöner doch, dem freunde helfend zu nahn, die wärme seines händedrucks zu fühlen. Grabbe 2, 480 (Heinrich VI. 4, 3) Blumenthal. 6@b@bβ) über seine (des jahrhunderts) wärme in ideen und kälte in handlungen ... zu lobjauchzen Herder 5, 524 Suphan; ohne wärme giebt es keine andacht, keine liebe weder gegen gott noch gegen menschen Miller briefwechsel dreier akad. freunde 1, 26; geduld liebe frau, ach und ein biszgen wärme wenn sie an ihren Gustel dencken Göthe briefe 3, 18 Weim. ausg. vom dichterischen feuer: Göthe hatte sich seit Schillers tode von der poesie ab und den wissenschaften zugewendet. indem er seine wärme in zu viele richtungen vertheilte, wurde sie schwächer in jeder Grillparzer2 10, 154; die Lewald hat einen scharfen verstand, aber wenig phantasie und wärme G. Keller bei Bächtold 2, 112; von dem augenblick aber, wo ihm der reiz und die wärme gekommen sind, deren er zum schaffen bedarf Freytag 14, 16 (technik des dramas). 6@b@gγ) mit folgendem genetiv. 6@b@g@11)) wärme des herzens, innigkeit des gefühls: bey aller wärme meines herzens blieb doch mein kopf kalt genug S. v. Laroche gesch. des frl. v. Sternheim (1771) vorr. XII; es spricht durchhin ein mann von wärme des herzens und gesundem menschenverstande Herder 9, 433 Suphan; die tiefe und wärme seines herzens verführte auch ihn, über die schranken der sittlichkeit ... wegzuspringen Gervinus gesch. d. deutschen dichtung (1853) 5, 29. der empfindung, des gefühls, der liebe u. ä.; die liebeserklärung ist gleichfalls merkwürdig durch die wärme der empfindungen Göthe 41, II, 261 Weim. ausg.; sie (die briefe) berührten angenehm durch die wärme des gefühls Bismarck gedanken u. erinn. 2, 319 volksausg.; an meiner neigung wärme zweifelst du? Göthe 10, 280 (natürl. tochter 2, 1). 6@b@g@22)) wärme des wollens: noch im wollustvollen mai des lebens, wo die seele sonst entschlüsse sprüht, fühl' ich in der wärme meines strebens, wie mein lebenselement verglüht. Platen 8 (lied. u. rom.). 6@b@g@33)) der mündlichen oder schriftlichen äuszerung: ich erkannte den vater an der wärme des gemähldes (der schilderung des mädchens) Wieland 13, 46; die wärme seines buchs ... verdiene um so gröszeres lob C. Fr. Cramer Neseggab 2, 36; es wäre lächerlich, wenn mein lob von der wärme seines (des schauspielers) spiels bis zur feinheit desselben ginge J. Paul unsichtbare loge 3, 14; in der wärme der unterhaltung O. Ludwig 2, 412. 6@b@dδ) mit wärme, mit begeisterung, mit herzlichkeit: deutsch ist hier beynah der ganze militärstand, und mit wärme Gleim briefwechsel 2, 310 Körte; und werde mit den meinigen an dem frohen tage ihrer und des lieben ankömmlings mit wärme gedenken Göthe briefe 34, 34 Weim. ausg.; Schweizer giebt ihm die hand mit wärme. lieber junge! wir duzen einander Schiller 2, 120 (räuber, schauspiel 3, 2); wie dieser sich seiner mit wärme annahm H. Grimm Michelangelo 2, 306; so lang' ich lebe, ist mir noch niemand mit solcher wärme entgegen gekommen! v. Ebner-Eschenbach (1893 f.) 4, 136. häufig mit wärme sprechen, schildern: wenn er diese vaterländische sache dem kaiser mit wärme vorträgt Klopstock gelehrtenrepublik (1774) 431; ich wünschte, sie hätten es gehört, mit welcher wärme er noch heute ihre parthey nahm Schiller 14, 246 (parasit 4, 4); o tränke wieder jeder deutsche mann saure milch — und rauchte dazu seine pfeife tobak — fiel der alte baron mit wärme ein Immermann Münchh.2 1, 7. in anweisungen für die schauspieler: Pythagoras habe sie entworfen. (mit wärme) es war doch ein vortreflicher mann, dieser Pythagoras! A. G. Meiszner Alcibiades (1781) 1, 187; graf (mit innigster wärme). ich denke nichts als seine erhaltung! Iffland dramat. werke (1827 f.) 1, 78. ohne wärme: so mit dürrem ernste von sich selbst zu reden, ohne eigenliebe, ohne wärme, ohne kindlichkeit Börne (Hamb. 1829 f.) 8, 32. 6@b@eε) in wärme, in wohlwollender stimmung, erhalten (vgl.warm halten sp. 2043): man musz sie (die groszen, die gönner) beständig in wärme erhalten H. Beck verirrung ohne laster (1793) 1, 4. 6@b@zζ) wärme, zuneigung, begeisterung, für etwas: blosz durch die wärme fürs vaterland getrieben Lenz vertheidigung des herrn Wieland (1776) 20; hier ... kommt alles auf den prediger an, auf seine lehrweisheit und seine mittheilende wärme für die sache Schleiermacher I, 5, 132; Friedrichs des Groszen wärme für die allen gleiche gerechtigkeit A. Trendelenburg bei Flathe deutsche reden 2, 26. wärme für etwas haben: für die schönen künste dürfte Bünau wenig wärme gehabt haben Justi Winckelmann 1, 318. 6@b@hη) von adjectiven und participien, die zu wärme in der bedeutung 'leidenschaftlichkeit, innigkeit' treten, seien angeführt: steigende, wachsende wärme: er ergreift der herzogin hand, (spricht) mit steigender wärme Schiller 12, 103 (Piccolom. 2, 4); er stockte bei diesen worten, die er mit wachsender wärme gesprochen G. Keller 2, 260. sanfte, milde, stille, laue wärme (vgl. oben 1 a): er fühlte jetzt, so oft ihr name erwähnt wurde, eine sanfte wärme durch seinen busen wehen J. Paul Hesperus 2, 164; Jakob Grimm ... dankte mit sichtbarer rührung, die ... über seinen ganzen vortrag eine milde wärme verbreitete Scherer kl. schriften 1, 3; wie wohl thut menschenangesicht mit seiner stillen wärme! Lenau ged. (1857) 1, 270; da lob' ich mir die laue wärme der freundschaft. H. Heine 2, 101 Elster. sogar die verbindung kühle wärme wird gewagt: so ist auch die kühle, belebende wärme eines dichterischen gemüts gerade das widerspiel von jener wilden hitze eines kränklichen herzens Novalis 4, 166 Minor. leidenschaftliche, jugendliche, sinnliche, innere wärme u. ä.: der verfasser ... verräth auch dabey eine leidenschaftliche wärme Adelung magazin f. d. d. sprache 2, 4, 154; mit jugendlicher wärme J. G. Jacobi (1807 ff.) 1, 130; bei dem deutschen dichter erscheint das leiden der liebenden ... als ein bild von rührender innigkeit und bezaubernder sinnlicher wärme Treitschke hist. u. pol. aufsätze 1, 89; seine augen glühten wie von einem anhaltenden glanze innerer wärme und begeisterung G. Keller 1, 19. theilnehmende, mütterliche, zärtliche wärme u. ä.: immer spricht er über diese materie mit theilnehmender wärme Herder 23, 473 Suphan; ihr angesicht voll mütterlicher wärme J. Paul Hesperus 2, 54; durch seine brüderliche wärme Quintus Fixlein 1, 111; ich weisz nicht auf welcher (seite beim abschiede) mehr ... zärtliche wärme hervorleuchtete Pfeffel pros. versuche (1810) 1, 87; eine neigung zu dem traulichen jünglinge machte ihr immer deutlicher zu schaffen, es begann eine zärtliche wärme ihr herz zu beschleichen G. Keller 6, 70. religiöse, sittliche wärme: da gerieth er in eine recht eigentlich religiöse wärme und beschwor mich, den geist gottes nicht von mir zu stoszen Bahrdt gesch. s. lebens 1, 225; längst verflogen war in diesen tagen kirchlichen haders die religiöse wärme des früheren mittelalters Treitschke hist. u. pol. aufsätze 2, 29; er legte ihm (dem kleinen im leben) vielleicht oft mehr wichtigkeit bei als es verdiente, aber er erfüllte es sich auch mit sittlicher wärme Meinecke v. Boyen 1, 64. 77) übertragung auf gesichts- und gehörsempfindungen (vgl.warm II 7). 7@aa) seine (van Dyks) farben sind bescheidener und besser verschmelzt, und gränzen näher an italienische wärme G. Forster ansichten vom Niederrhein 1, 192; eine Magdalena von Guido, welche ... selbst der Fortuna ... vorzuziehen ist, wegen der weichheit und wärme der farbe Schlegels Europa 2 (1803) 106; das rothgelbe gibt eigentlich dem auge das gefühl von wärme und wonne Göthe naturwiss. schriften 1, 312 Weim. ausg.; das reizende und doch leere blau (fordert) die feurige wärme des orangegelben Vischer ästhetik 2, 48. 7@bb) so hätte ich kürzlich die kritik einer symphonie gelesen, worin nur von der wärme des kolorites, verteilung des lichtes, von dem tiefen schlagschatten der bässe ... die rede sei G. Keller 2, 146; aber (er) nimmt ein durch die immer gleiche wärme seines satzes Schubart ästhetik der tonkunst 52; auch die sonstige behandlung (der quartetts) verräth .... mehr ein streben nach klarheit und eleganz als nach tiefe und wärme O. Jahn Mozart 4, 92. 88) bei der zusammenfassung verschiedener arten von wärme, der wärme verschiedener körper oder zeiten wird zuweilen der plural wärmen verwandt: die zwey feindseligen wärmen Stranitzky Fuchsmundi 209, 3 neudr.; die mittleren jahreswärmen in Canada A. v. Humboldt kosmos 1, 342; schlüsse, die specifischen wärmen beliebiger körper ... betreffend Helmholtz vorlesungen über theorie der wärme 223. in übertragener bedeutung: ich in wunderbaaren kälten und wärmen Göthe briefe 2, 305 Weim. ausg. 99) sprichwortartiges: also ist's bey hofe brauch, der hat wärmde, jener rauch. Logau 2, 9, 15 (s. 381 Eitner).
33149 Zeichen · 652 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wärme

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Wärme , plur. car. das Abstractum des vorigen. 1. Eigentlich. (a) Der Zustand, da man diejenige Empfindung hat, welc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wärme

    Goethe-Wörterbuch

    Wärme [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wärme

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wärme , die physische Ursache jener Zustände der Körper, die wir als heiß, warm, kalt etc. empfinden ( Wärmeempfindungen…

  4. modern
    Dialekt
    Wärmef.

    Pfälzisches Wb.

    Wärme , Wärmde f. : ' Zustand des Warmseins ', Wäʳm (węʳm, wEʳm) [mancherorts, Karch Gimmdg/Muttstdt 245 Mang 91], Wärem…

  5. Sprichwörter
    Wärme

    Wander (Sprichwörter)

    Wärme 1. Die Wärme thut einem alten Menschen im Winter wohl, sagte der alte Matz, und sass in einer kalten Kammer. Holl.…

  6. Spezial
    Wärme

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wär|me f. (-) cialt (-lc) m. ▬ Wärme ausstrahlen mené cialt ; große Wärme cialdun m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit waerme

111 Bildungen · 106 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

waerme‑ als Erstglied (30 von 106)

wärmeabgabe

DWB

waerme·abgabe

wärmeabgabe , f. : hat aber das eis eine gewisse dicke erreicht, so hört die wärmeabgabe des wassers auf, und das gefrieren steht still Ratz…

wärmeabnahme

DWB

waerme·abnahme

wärmeabnahme , f. : dasz man auf jede 600 fusz senkrechte höhe einen grad wärmeabnahme rechnen kann Ritter erdkunde 10, 500 . —

wärmeausstrahlung

DWB

waerme·ausstrahlung

wärmeausstrahlung , f. : A. v. Humboldt kosmos 3, 48 ; durch wolken und wind wird die wärmeausstrahlung ( der erdfläche ) verhindert Stöckha…

wärmeaustausch

DWB

waerme·austausch

wärmeaustausch , m. : ist dagegen wärmeaustausch vorhanden, so nennen wir denjenigen körper, welcher wärme abgiebt, den wärmeren Helmholtz v…

wärmebindend

DWB

wärmebindend , adj. 1) die mitgetheilte wärme lange haltend, z. b. von der luft Helfft encykl. wb. der landbaukunst 402 a ; wärmebindende kr…

wärmeeinheit

DWB

waerme·einheit

wärmeeinheit , f. wärmemenge, die 1 kg wasser um 1 grad C. wärmer macht Karmarsch-Heeren 3 2, 228: 1 kg steinkohlen entwickelt ... bei der v…

Wärmeeisen

Campe

waerme·eisen

Das Wärmeeisen , — s, Mz . gl. ein warmes Eisen, welches wärmet. Auf den Blechhämmern versteht man darunter eiserne Platten, die gegleichten…

wärmeentbindung

DWB

waerme·entbindung

wärmeentbindung , f. vorgang, durch den wärme frei wird ( vgl. wärme 3 d δ ): alle weltkörper, welche mit begleitung von ungeheurer wärmeent…

wärmeentziehung

DWB

waerme·entziehung

wärmeentziehung , f. : zu kaltes wasser schadet den thieren durch zu rasche wärmeentziehung v . Schwerz prakt. ackerbau 802 ; wärmeentziehun…

wärmeerregung

DWB

waerme·erregung

wärmeerregung , f. erzeugung von wärme: Göthe naturwiss. schriften 1, 267 Weim. ausg. (wärmerregung). A. v. Humboldt kosmos 4, 82 . bewirkun…

wärmeerzeugend

DWB

wärmeerzeugend , adj. : wie es ( das sonnenlicht ) wärmeerzeugend electrische und magnetische strömungen veranlaszt A. v. Humboldt kosmos 1,…

wärmefähigkeit

DWB

waerme·faehigkeit

wärmefähigkeit , f. : der grad von wärme, den ein fluidum aufnehmen kann, ... bestimmt seine wärmefähigkeit, kapacität v . Schelling I, 2, 3…

wärmefarbe

DWB

waerme·farbe

wärmefarbe , f. ' die verschiedenheit, welche die durch unterschiedliche medien hindurchgehenden wärmestrahlen bei dem austritte aus diesen …

wärmefeld

DWB

waerme·feld

wärmefeld , n. hautstelle, an denen die reizbarkeit für wärme besonders grosz ist Wundt physiol. psychologie 6 2, 14. vgl. wärmepunkt . —

wärmefühlend

DWB

waerme·fuehlend

wärmefühlend , adj. : dasz in des raumes moderkält' und enge ich frei und wärmefühlend mich erquickte. Göthe 3, 93 Weim. ausg. — wärmegas, n…

wärmegefühl

DWB

waerme·gefuehl

wärmegefühl , n. Pierer medic. wb. ( anat. ) 8, 600. Lueger 7, 822 : daher verdient z. b. das wärmegefühl den namen eines sinnes nicht Schel…

wärmegewicht

DWB

waerme·gewicht

wärmegewicht , n. von Zeuner thermodynamik 2 1, 77 gebrauchte verdeutschung von entropie; auch bei Dabovich 1, 1234 b verzeichnet. —

wärmegewitter

DWB

waerme·gewitter

wärmegewitter , n. an heiszen sommertagen entstehendes gewitter, im gegensatz zum wirbelgewitter H. Mohn grundzüge der meteorologie (1875) 2…

wärmegleichgewicht

DWB

waerme·gleichgewicht

wärmegleichgewicht , n. zustand von körpern ' deren temperaturgrad durch engste berührung mit einander nicht geändert wird ' Helmholtz vorle…

wärmegrad

DWB

waerme·grad

wärmegrad , m. höhe der wärme nach einem thermometer bestimmt Campe. Krünitz 232, 286 : schiebt man alsdann farbige gläser vor ( das thermom…

wärmehaltend

DWB

wärmehaltend , adj. der abkühlung widerstrebend: die wärmehaltende kraft des erdbodens Hartig forstl. conversationslex. 922 . Krafft landwir…

waerme als Zweitglied (3 von 3)

Fernwärme

RDWB1

Fernwärme f тепло, производимое центральным отоплением

Aprilwärme

Wander

april·waerme

Aprilwärme Aprilenwärme und Regen machen den Schnecken die Wege. – Baierischer Hauskalender.

hauswärme

DWB

haus·waerme

hauswärme , f. erwärmung des hauses. so heiszt die festlichkeit des einzugs in ein neuerbautes haus, in welchem dann das erste herdfeuer ang…

Ableitungen von waerme (2 von 2)

gewärme

DWB

gewärme , n. als nomen actionis wird das verbalsubstantiv bei Campe 2, 359 gebucht, mundartlich ist der übergang zur collectivbedeutung voll…

urwärme

DWB

urwärme , f. (ur- C 4 c): diese u. der schöpfung Herder 13, 426 S. —