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vese

mhd. bis nhd. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vese f.

Bd. 26, Sp. 1
vese, f. , s. oben fese th. 3, sp. 1554 ('palea, acus, spreu, geringste sache'); vese, vesen, m., in gleicher bedeutung sp. 1555; mhd. wb. 3, 329b; Lexer mhd. hdwb. 3, 324. ahd. vesa, f., ptisana, far vel hordeum nondum ex cortice exutum, siliqua, festuca Graff 3, 705; festuca, fese, ein feschin, feszen Diefenbach gloss. 232a; spelta, vese, vesen, vesz, wesen 546a, palea, ane oder fese 406a; nov. gl. 345a; vgl. Fick vergleich. wb. d. indog. sprachen4 3, 242; fäsa, fasen, vese, vesen, vess, wesen, triticum spelta Pritzel-Jessen. das f. ist älter als das m.; das wort ist in den mundarten weit verbreitet, in der entwickelten schriftsprache wohl nur als bezeichnung des spelts oder dinkels: zu den spelzweizen (d. h. denjenigen weizenarten, deren reifer samen sich nicht von selbst aus der hülle löst, so dasz die gedroschene frucht erst in der mühle durch ein besonderes verfahren enthülst wird) gehören drei arten: triticum spelta L., der spelt oder spelz im engern sinne, auch dinkel, vesen oder kernen genannt Hoops waldbäume und kulturpflanzen 316. zur ergänzung der artikel fese, fesen wird folgendes nachgetragen: 11) fäserchen, härchen an einer grasfrucht, hülse eines samenkorns, hülse einer frucht, auch bezeichnung der ganzen ähre, fäserchen an andern theilen der pflanze: fesun vel spriuuir, ptisanae Graff 3, 706; givesahi, migma ebd., gehört auch hierher (unde migma ex variis granis, puta, vicia, hordea, avena simul permixtis constitisse colligitur Ducange), es ist zu trennen von gabissahi (Graff 4, 177). fese, f., balg, welcher die getreidekörner und die bohne umgiebt Lexer kärnt. wb. 94; die fesen, der balg, welcher das getreidekorn umgiebt und welcher, abgesondert, spreu heiszt; korn-, waizfesen Schmeller bayer. wb. 1, 766; fibrae, capillamenta, aederlin, zeserlin oder feszlin an den wurtzen H. Junii nomencl. von 1629 bei Schmeller 1, 767; ein sprewe o. ain vesen, strab vel vesen ab dem trayd Diefenbach-Wülcker 573; fesen (gechlecht unsicher), hülse der dinkelähre, früher auch im sinn von ähre Fischer schwäb. wb. 2, 1436; in der Schweiz von der hülse der dinkelähre, s. unter 2, dann aber auch hülse des korns sammt dem gehalt oder das korn noch in der hülse, schote der erbse, bohne, faser an der wurzel, stilfese, unterster theil der ähre, s. Staub-Tobler 1, sp. 1069 ff.; fesa, f., die schote der hülsenfrüchte, hülse des getreides Gallée vorstudien zu einem altnd. wb. 71; knofflock sumptum myt synen vezen quelle bei Schiller-Lübben mnd. wb. 5, 245b; fasen, fäsen, dünner faden an der wurzel einer pflanze brem. wb. 1, 354; ebenso bei ten Doornkaat Koolman ostfries. wb. 1, 425b; vese, scheeve, festuca v. d. Schueren teuthonista (1804) 288a; quid autem vides festucam in oculo fratris tui, et trabem in oculo tuo non vides? Matth. 7, 3: zi hiu gisihis thu thie fesun in ougen thines bruoder, inti balcon in thinemo ougen ni gisihist Tatian 39, 5 (τὸ κάρφος, gramst Wulfila; agana Steinmeyer-Sievers gloss. 1, 721, 19; wann was siehstu den agen in dem augen deins bruoders Matth. 7, 3, vgl. Luc. 6, 41 Kurrelmeyer; s. oben agen th. 1, sp. 189); wirf des êrsten den trâm ûʒ dînem ougen, sô mahtû die vesen ûʒ dînes bruoders ougen ziehen myst. 2, 249, 7; swie sî nie getæte mînes willen gegen einer hirsen vesen Neidhart v. Reuenthal 53, 11 (vgl. unten 4). reisfese Staub-Tobler 1, 1070. 22) vese, vesen bezeichnet aber gewöhnlich den samenbalg einer bestimmten getreideart, des spelts, dinkels (triticum spelta), daraus erklärt sich, dasz diese getreideart selbst vese, vesen genannt wird (gleicher übergang bei spelze, spelz; lat. spelta ist aus dem germ. entlehnt, dann aber ins deutsche übernommen; anders th. 10, sp. 2139); in der folgenden stelle kann vesen nicht die samenhülle des spelts bezeichnen, die erst in der mühle abgelöst wird: wird diese frucht (der dinkel) gedroschen, dann springen die grasährchen, vesen genannt, ab v. Schlechtendal flora v. Deutschland 5 8, 165; spelta, vese, vesen, vesz, wesen (gleiche schreibung in einem beleg bei Fischer schwäb. wb. 2, 1437) Diefenbach gloss. 546a; nov. gloss. 345a; ein schaff, ein malter vesen Lexer mhd. hdwb. 3, 324; fesen, spelt, dinkelkorn, far Schottel 1315; ein Stutgarder schefel vesen gegerbt, thut drey und ein halb simmern kern Fronsperger bei Frisch 2, 399b; vgl. Scherz-Oberlin 1799; spelt (triticum spelta L.), der vesen Campe; fesen, m., dinkel, spelz Frischbier preusz. wb. 1, 185b; der fesen, spelt, dinkel v. Gutzeit wörterschatz der deutschen sprache Livlands, nachträge 265b; fes, m., spelt, kern im spreuer Fulda idiotikensammlung 91b; der fesen, dinkel oder spelt, solange die körner in der hülse stecken, d. h. solange die frucht nicht 'gegerbt' ist (s.gerben 3, th. 4, 1, 2, sp. 3589) Schmeller bayer. wb. 1, 767; fêsen, m., in gleicher bedeutung Schoepf tirol. idiotikon 133; genaue mittheilungen über den gebrauch des wortes im schwäb. giebt Fischer schwäb. wb. 2, 1436 ff. auch hier heiszt die frucht nur solange vesen, als sie nicht 'durch den gerbgang der mühle von den spelzen befreit ist'. gegerbt heiszt sie kernen. 's weibersterben geht übers fesengerben, bringt mehr gewinn; in der Schweiz bezeichnet vese auch die leere kornhülse (sonst sprür, spreuer): die frucht ist in die fesen geschossen, d. h. wenig korn, viel hülsen; als name des dinkels, nicht blosz, wenn er noch auf dem acker steht oder noch ungegerbt ist, sondern auch nachher (gewöhnlich kernen). bruckfese, brückenzoll in fesen erstattet schweiz. idiot. 1, 1069, 1070; Tobler appenz. sprachschatz 191b. 33) im norddeutschen gebiet verbreitet ist die bedeutung 'fäserchen eines tuchstoffes, flocke, federchen' u. a. J. Grimm belegt vese in diesem sinn aus B. Waldis (th. 3, sp. 1555); draet vel vese, licium Diefenbach gloss. 328b. vese van den kledern; dann verbrämung, gefranster saum: (Christi) glorie is van binnen in guldenen vesen of somen Schiller - Lübben mnd. wb. 5, 245b, 246a; vgl.: dat si doch die vesen van sinen cledren mochten gherinen Oudemans bijdrage tot een middelen oudnl. wb. 7, 608; fasen, fäsen, 'insonderheit die fäserlein, welche an einem verschlissenen und zerlumpten kleide hangen' brem. wb. 1, 354; fasen, fäsen, villi Strodtmann idiot. osnabr. 52; 'ne kleine faese von der sîte Schambach wb. von Göttingen-Grubenhagen 322b; vgl. Woeste wb. d. westf. mundart 297b. s. oben fase th. 3, sp. 1336; veselaken, schlechter stoff Schiller - Lübben mnd. wb. 5, 245b (aus schlechten fäden hergestellt); vgl. unten veslach. 44) etwas geringfügiges, in der negation (J. Grimm gr. 3, 728); zu den th. 3, sp. 1554 gegebenen belegen vgl. noch: man aht gesanc niht umb ein vesen meisterl. d. Kolm. hs. 96, 58; noch schade yds em nicht einen veesen fastn. sp. 965, 1; der neithart liess ainem nit ein vesen O. v. Wolkenstein 116, 3, 7 Weber; umb dein hofieren gib ich nit als chlain als umb ain vesen Uhland volksl. 1, 337 (nr. 133); settestu brillen hinden und vor, du segest dar nich ein vesen dor quelle bei Schiller-Lübben mnd. wb. 5, 246a; ik will daar nig een fäsen van hebben brem. wb. 1, 355; d'r is ôk gîn fäsen fan afer bläfen ten Doornkaat Koolman ostfries. wb. 1, 425b; besonders werden die diminutiva so verwendet; positiv: das ich umb ain vesen luff ain halbe meyl Hätzlerin s. 202, 42, 95. vgl. die ablautende bildung visevase, dummes zeug, schnickschnack, Schiller-Lübben mnd. wb. 5, 261b; brem. wb. 1, 397; ten Doornkaat Koolman ostfries. wb. 1, 490a; Oudemans bijdrage tot een middel- en oudnl. wb. 7, 617. schweiz. fiseli-fäseli Staub-Tobler 1, sp. 1064. 55) name einer krankheit; geschwulst an den lippen des pferdes (th. 3, sp. 1555); Lexer mhd. hdwb. 3, 325; der fêsen, eine krankheit des schweines Schmeller bayer. wb. 1, 767 (wohl auch maulkrankheit, s. Fischer schwäb. wb. 2, 1438).
7854 Zeichen · 186 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    VËSE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    VËSE s. ich VISE .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    vese

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    vese, sw. f.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    vesef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    vese , f. , s. oben fese th. 3, sp. 1554 (' palea, acus, spreu, geringste sache '); vese, vesen, m., in gleicher bedeutu…

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Wortbildung

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34 Bildungen · 29 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

vese‑ als Erstglied (29 von 29)

vēselāken

MNWB

vesel·aken

° vēselāken , „ die van flocken off van schragelingh gemaict synt ” : aus Wollabfällen hergestellte Laken (Zs. d. Bergischen Geschichtsver .…

весельчак

RDWB2

весельчак lustig; heiter; fröhlich; Witzbold m ; Scherzkeks m ; Spaßvogel m ; keine Kind von Traurigkeit idiom.

vësele

BMZ

ves·ele

vësele swv. 1. enthülse? 2. schneide die kleinen trocken gewordenen zweige am baume ab? das holz hegen und feselen Gr. w. 1,640. wohl ursprü…

veselein

DWB

vese·lein

veselein , veslein , n. , dim. zu vese ( vgl. veschen), schweiz. fäseli, fäsli: er hed em d'cheis fäseli g'gäh, hat ihm nicht das geringste …

veselen

KöblerMhd

vese·len

veselen , sw. V. nhd. pflegen, unterhalten (V.) Hw.: s. vaselen Q.: WeistGr (1461) E.: ahd. feselēn 1, sw. V. (3), fruchtbar werden W.: nhd.…

veselic

Lexer

veselic adj. dasselbe Wallr. 19 1342;

veselicht

DWB

vesel·icht

veselicht , adj. , faserig, s. oben faselecht und faselechtig th. 3, sp. 1337. vöslocht Oswald v. Wolkenstein 44, 2, 16 .

veselig

DWB

veselig , adj. 1) ( s. vesel, adj. und faselig th. 3, sp. 1338); ahd. feselig, fruchttragend Graff 3, 374 ; ebenso noch in späterer sprache …

veseln

DWB

ves·eln

veseln , verb. , s. feseln th. 3, sp. 1555; das verbum ist dort in der bedeutung von ' pflegen, unterhalten ' ( auf lebendes holz bezogen ) …

veselspeise

DWB

vesel·speise

veselspeise , f. , fastenspeise, quelle bei Frisch 1, 251 b ; vgl. fastenfes, n., vorrath von hülsenfrüchten ( erbsen, bohnen, gerste ) zur …

vesenähre

DWB

vesen·aehre

vesenähre , f. , dinkelähre Fischer schwäb. wb. 2, 1438 ; s. vese. —

vesenbaum

DWB

vesen·baum

vesenbaum , m. , entstellung für sefenbaum, juniperus Sabina Fischer schwäb. wb. 2, 1438 . —

vesenbeck

DWB

vesen·beck

vesenbeck , m. , bäcker, der dinkelmehl verarbeitet; vielleicht spottname Fischer schwäb. wb. 2, 1438 . —

vesengelt

DWB

vesen·gelt

vesengelt , n. , zins in dinkel entrichtet Lexer mhd. hdwb. 3, 325 . —

vesenkraut

DWB

vesen·kraut

vesenkraut , n. , pflanzenname, festuca pratensis, wiesenschwingel Fischer schwäb. wb. 2, 1438 . —

vesenmehl

DWB

vesen·mehl

vesenmehl , n. , dinkelmehl Fischer schwäb. wb. 2, 1438 . —

vesenreiter

DWB

vesen·reiter

vesenreiter , f. , sieb für dinkel, vesensieb Fischer schwäb. wb. 2, 1438 . —

vesenstaub

DWB

vesen·staub

vesenstaub , m. , als spitzname: Johansen dem Snetzer genannt Vesenstoub Alem. 5, 203, 46 ( stadtbuch von Schaffhausen ). —

vesensteuer

DWB

vesen·steuer

vesensteuer , f. , abgabe in dinkel ( wie vesengelt, -gült) Fischer schwäb. wb. 2, 1438 . bei Staub-Tobler 1 , sp. 1070 ist bruggvesen verze…

vesern

DWB

ves·ern

vesern , verb. , schweiz. fesern, sich rasch hin- und herbewegen Staub-Tobler 1 , sp. 1071; umefesere Hunziker aarg. wb. 322 ; nahe stehen i…

vese als Zweitglied (5 von 5)

korvese

KöblerMnd

kor·vese

korvese , M. nhd. ein Küchengerät? E.: Herkunft ungeklärt? L.: Lü 186a (korvese)

1ȫvese

MNWB

1° ȫvese (oͤvese) , f. : Dachtraufe, Dachüberstand , it ne mut nîman sîne ȫ. hengen in ênes anderen mannes hof (Ssp. 1, II 49 § 1); — ostfäl…

pavese

DWB

pavese , s. pafese .