Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
unflätig
unflätig
Unflat m. ‘widerlicher Dreck’, mhd. unvlāt m. n., unvlāt(e) f. ‘Schmutz, Unsauberkeit, Unreinigkeit, Sünde, Unkeuschheit, Schande, Schmach, unsauberes Wesen, Auswurf’, mnd. unvlāt m. n., unvlēde f. ‘Unreinigkeit, Schmutz’, nl. (älter) onvlaet ‘Schmutz, gemeiner Kerl’ sind von einem in mhd. vlāt f. ‘Sauberkeit, Zierlichkeit, Schönheit’ (vgl. das zweite Kompositionsglied in Namen wie ahd. Gundiflāt, Sigiflāt) belegten t(i)-Abstraktum gebildet, das zum Verb ahd. flewen ‘waschen’ (9. Jh.), mhd. vlæjen, vlæ(e)en, vlöu(we)en ‘spülen, waschen, säubern, sich (im Wasser) hin und her bewegen’ und zu der unter Flut (s. d.) behandelten Wortgruppe gehört. Maskulines Genus setzt sich vom 17. Jh. an durch, vielleicht unter Einfluß von Schmutz, Dreck. – unflätig Adj. ‘grob, unanständig’, mhd. unvlætic ‘schmutzig, unsauber, unrein’; vgl. mhd. vlætec, vlætic ‘sauber, zierlich, schön’.